mini|hochkant=1.5|Frank Schöbel bei einer Autogrammstunde in Berlin, 1980 rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.8|Unterschrift Frank Schöbel Frank-Lothar Schöbel (* 11. Dezember 1942 in Leipzig) ist ein deutscher Schlagersänger, Komponist, Musikproduzent, Schauspieler, Fernsehmoderator und Autor. Er zählte zu den erfolgreichsten Interpreten der DDR und setzte seine Karriere im wiedervereinigten Deutschland fort.
Zu seinen bekanntesten Titeln zählen Wie ein Stern, Gold in deinen Augen, Ich geh vom Nordpol zum Südpol zu Fuß und Komm wir malen eine Sonne. Mit seiner ersten Ehefrau Chris Doerk sang er in den 1960er- und 1970er-Jahren Duette und spielte in Kinofilmen wie Heißer Sommer. Zusammen mit seiner späteren Lebensgefährtin Aurora Lacasa und den beiden gemeinsamen Töchtern nahm er 1985 die LP Weihnachten in Familie auf, das meistverkaufte Album der DDR-Musikgeschichte. Über zwei Millionen Exemplare wurden bis 2019 verkauft.Frank Schöbel: Diamanten einer Legende. amiga-schallplatten.de, abgerufen am 28. Dezember 2019.
Privates mini|Frank Schöbel und Tochter Dominique Lacasa bei einem Konzert, Anfang 2010 Frank Schöbel ist der zweite Sohn der Opernsängerin Käthe Brinkmann; sein Vater war der Jurist Johannes Schöbel, der 1948 im Speziallager Nr. 1 Mühlberg des NKWD starb. Sein älterer Bruder ist Hanns-Peter. Zwei Tanten waren Sängerinnen. Sein Onkel war der Moderator Herbert Küttner.
Schöbel war von 1966 bis 1974 mit der Schlagersängerin Chris Doerk verheiratet. Aus dieser Ehe ging der Sohn Alexander Schöbel (* 1968) hervor. Ab Mitte der 1970er-Jahre lebte er mit Aurora Lacasa zusammen. Aus dieser Beziehung gingen die beiden Töchter Dominique (* 1976) und Odette Lacasa (* 1978) hervor. Dominique ist ebenfalls als Sängerin erfolgreich. Verheiratet war Schöbel mit Aurora Lacasa nie.Frank Schöbel verließ Aurora. In: Berliner Kurier, 22. Juni 1996 Sie trennten sich 1996.Aurora Lacasa Wer ist die Frau, die in den 1970ern die Schlagerbühnen im Osten eroberte? In: Mitteldeutsche Zeitung, 23. März 2017. Im Jahr 2002 wurde Schöbels Tochter Liv Cosma geboren.Amtlich: Schöbel hat ein Fremdgeh-Baby. In: Berliner Kurier, 7. Oktober 2005; abgerufen am 25. Oktober 2024
1998 erschien seine Autobiografie Frank und frei im Verlag Das Neue Berlin. Frank Schöbel lebt in Berlin-Mahlsdorf, wo er sich ein kleines Tonstudio eingerichtet hat. Er spielt in der Ü-70-Fußballmannschaft des BSV Eintracht Mahlsdorf.Andreas Kurtz: Fitness, Sauna, Fußball und heute bitte kein Bier! Interview mit Frank Schöbel. In: Berliner Zeitung, 2. Mai 2014, S. 22
Karriere
DDR Schöbels musikalisches Talent wurde bereits in frühen Jahren entdeckt. Als Siebenjähriger besuchte er den Vorbereitungslehrgang für den Thomanerchor, trat in diesen jedoch nicht ein, weil sein Interesse eher der Popmusik galt. Er absolvierte eine Lehre zum Mechaniker, erste Station seiner Musikerlaufbahn war das Erich-Weinert-Ensemble der Nationalen Volksarmee (NVA). Die Karriere als kommerzieller Musiker begann Schöbel in der DDR der 1960er Jahre. Von 1965 bis 1973 drehte er vier DEFA-Musikfilme, von denen Joachim Haslers Heißer Sommer, bei welchem er die Hauptrolle des jungen Kais spielte, zum Kultfilm avancierte. Zweimal gewann er zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Chris Doerk als Musiker-Duett Chris und Frank den Schlagerwettbewerb der DDR, 1967 mit Lieb mich so, wie dein Herz es mag und 1969 mit Abends in der Stadt.
Ab 1971 trat er auch als Moderator in Franks Beatkiste, der ersten Rockmusik-Wertungssendung im Radio, auf dem Deutschland-Sender auf. Im Januar 1972 war er Gast in der allerersten Ausgabe der Samstagabendshow Ein Kessel Buntes und moderierte diese Sendung später einmalig im September 1980.
Auch im Jahr 1971 hatte er mit Wie ein Stern seinen ersten großen Erfolg in ganz Deutschland. Das ostdeutsche Plattenlabel Amiga verkaufte 400.000, das westdeutsche Label Philips über 150.000 Singles. Das reichte in der Bundesrepublik Deutschland für Platz 37 der Singlecharts, wo sich Wie ein Stern fünf Wochen halten konnte. Schöbel wurde daraufhin vom NDR im Mai 1972 in die Sendung Musik aus Studio B eingeladen und hatte als erster DDR-Schlagersänger Auftritte in der Bundesrepublik Deutschland.
mini|Frank Schöbel bei der Kinderrevue im Palast der Republik, 1976 Ebenfalls 1971 erschien mit dem Titel Gold in deinen Augen, den Arndt Bause eigens für ihn komponierte, ein weiterer Verkaufserfolg. 1973 veröffentlichte er das Lied Ich geh’ vom Nordpol zum Südpol, welches ebenfalls aus der Feder von Bause stammt und sich zu einem Hit entwickelte.
Bei der Eröffnungsfeier der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland trat Schöbel als Repräsentant der DDR im Frankfurter Waldstadion auf. Auch die Nationalmannschaft des DFV der DDR nahm 1974 anlässlich der einzigen WM-Teilnahme des Staates die Fußball-Hymne Ja, der Fußball ist rund wie die Welt gemeinsam mit ihm auf. Das zweite Lied war Freunde gibt es überall.
1975 veröffentlichte Schöbel mit Komm wir malen eine Sonne sein erstes Kinderalbum, unter anderem mit einem Lied über Tokei-ihto.
1975 sang Schöbel gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin Aurora Lacasa auf der zu Kuba gehörenden Ernst-Thälmann-Insel das für die DDR-Fernsehsendung Unterwegs mit Musik – Kuba (Erstausstrahlung am 13. Dezember 1975) komponierte Lied Insel im Golf von Cazones.Frank Schöbel: Frank und Frei. Autobiografie. S. 279–283 mz-web.de, 8. Juni 2012 1985 nahm er Gemeinsam mit ihr und den beiden gemeinsamen Töchtern Dominique und Odette Lacasa die LP Weihnachten in Familie, die als der meistverkaufte Amiga-Tonträger gilt.Frank Schöbel: Diamanten einer Legende. amiga-schallplatten.de, abgerufen am 28. Dezember 2019 1988 erhielten Schöbel und Lacasa dafür den Preis „Goldene Amiga“. Zur Platte entstand eine gleichnamige Fernsehsendung, die am 24. Dezember 1985 im Fernsehen der DDR ausgestrahlt wurde.
Im März 1984 erschien Schöbels Musikprojekt Alt wie die Welt. Für dieses Projekt gelang es ihm seinerzeit alle 420 Gesangskünstler der DDR zu versammeln, die über einen sogenannten Berufsausweis verfügten – ein bislang ungekrönter Weltrekord. Im Dezember 1984 war Schöbel an der Seite von Gerd E. Schäfer und Gisela May in der Rolle des singenden Hausmeisterssohn Udo in der Fernsehkomödie Drei reizende Schwestern: Familienfest mit Folgen im Fernsehen der DDR zu sehen und war gleichzeitig für die Musik der Filmproduktion zuständig. Von 1971 bis 1986 wurde er zehnfach vom Publikum zum Fernsehliebling gewählt.
1987 sang Schöbel das Lied Die Fans sind eine Macht. Im Mai 1989 gelang ihm ein weiterer Erfolg, als sich der Titel Wir brauchen keine Lügen mehr in den deutschen Airplaycharts auf Position 80 platzierte. Am 31. Dezember 1991 stand er für die letzte Sendung des Deutschen Fernsehfunks vor der Kamera, bei der er gemeinsam mit Herbert Köfer den „Bottelmeier“-Sketch spielte.
Nach der Wende Nach dem großen Erfolg der LP Weihnachten in Familie und der dazugehörigen Fernsehsendung entstanden in späteren Jahren weitere Folgen sowie 1994 die CD Fröhliche Weihnachten in Familie. 1995 bekam er als erster Sänger die Goldene Henne. Von 1992 bis 2019 war Frank Schöbel Gastgeber der alljährlich zum Heiligabend ausgestrahlten Sendung Fröhliche Weihnachten mit Frank im MDR-Fernsehen.
Das 1975 von ihm interpretierte Kinderlied Komm wir malen eine Sonne sang er 2005 zusammen mit Bürger Lars Dietrich und Star Search-Gewinner Daniel erneut ein. 2008 hatte er einen Gastauftritt als Rockmusiker in der ARD-Serie In aller Freundschaft. 2008 nahm er gemeinsam mit dem Schauspieler Herbert Köfer einige Musikstücke auf, die er auf einem Hörbuch veröffentlichte.Neues Hörbuch auch mit alten Songs Herbert Köfer singt mit Schöbel In: Berliner Kurier vom 13. Mai 2008; abgerufen am 29. Juni 2016. Im Februar 2016 schrieb er für Köfer gemeinsam mit Burkhard Lasch, Texter der DDR-Rockband Puhdys, anlässlich des 95. Geburtstages Herbert Köfers das Lied Was wäre, wenn?Hartmut Kascha: Herbert Köfer feiert zum 95. seine Premiere als Rocksänger in: Berliner Zeitung vom 16. Februar 2016. 2012 bekam er erneut eine Goldene Henne verliehen; diesmal für sein Lebenswerk. 2017 wurde aus dem Admiralspalast in Berlin eine Gala anlässlich seines 55. Berufsjubiläum gesendet. Seit 2021 wird am Boulevardtheater Dresden Die Frank Schöbel Story mit Liedern des Sängers aufgeführt. Im selben Jahr bekam er den Smago! Award verliehen.
Frank Schöbel wird aktuell (Stand: Juni 2021) von Uwe Kanthak gemanagt, der auch der Manager von Helene Fischer ist.kuenstlermanagement.de abgerufen am 1. Juni 2021
Trivia In Heiner Carows Film Coming Out von 1989 werden Frank Schöbels Lieder Wie ein Stern und Gold in deinen Augen in einer Szene in der Kneipe „Zum Burgfrieden“ gespielt. In dem mit einem Oscar prämierten Spielfilm Das Leben der Anderen des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck von 2006 wird Schöbels Lied Wie ein Stern in einer Szene in einem Ost-Berliner Lokal als Hintergrundmusik eingespielt, um die populäre Musikszene der damaligen Zeit – die Filmszene spielt 1984 – zu charakterisieren. 2009 wurde das Lied Gold in deinen Augen in dem Fernsehkrimi Ein starkes Team: La Paloma von Jaecki Schwarz und Florian Martens interpretiert.
Diskografie
Alben
Singles
Kompilationen
Videoalben Frank Schöbel: Das Beste aus Weihnachten in Familie (Zett-Records), Folge 1 (DE: )
Filmografie 1966: Reise ins Ehebett 1967: Meine Freundin Sybille (Musiknummern der Figur Ronny) 1967: DEFA 70 1967: Hochzeitsnacht im Regen 1968: Heißer Sommer 1970: Hart am Wind (Musiknummer der Figur Peter Drews) 1972: Nicht schummeln, Liebling! 1984: Drei reizende Schwestern: Familienfest mit Folgen (Fernsehreihe) 1992–2019: Fröhliche Weihnachten mit Frank (als Schauspieler und Moderator) 1998: Mama ist unmöglich (Fernsehserie, Folge 18: Mama bleibt am Ball) 2008: In aller Freundschaft (Fernsehserie, Folge 391: Drogen, Sex und Rock ’n’ Roll) 2012: In aller Freundschaft (Fernsehserie, Folge 557: Kampfgeist) 2022: Rote Rosen (Fernsehserie, Folgen 3627–3629)
Autobiografien Frank Schöbel: Frank und frei. Die Autobiographie. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1998 (mit CD, ISBN 3-360-00847-2); Aufbau Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-7466-1382-5. Frank Schöbel: Danke, liebe Freunde! Verlag Bild und Heimat, Berlin 2022, ISBN 978-3-95958-329-9.
Auszeichnungen 1964: Nationalpreis der DDR, III. Klasse für Kunst und Literatur 1971: Erster Preis beim Internationalen Schlagerfestival sozialistischer Länder Dresden 1971, 1973, 1974, 1975, 1980, 1981, 1982, 1986: Fernsehliebling (zehnmal insgesamt) In: Online-Lexikon fernsehehenderddr.de 1972: Kunstpreis der DDR 1987: Kunstpreis der Stadt Leipzig 1995, 2012: Goldene Henne 2021: Smago! Award 2022: Schlager Radio, Preis für das Lebenswerk 2025: Eins der Besten-Lebenswerk-Preis
Literatur
Weblinks
Offizielle Website
WDR 5 (Westdeutscher Rundfunk) Erlebte Geschichten vom 8. Juli 2024: Frank Schöbel, Sänger, Komponist und Weltstar in der DDR, von Axel Naumer Frank Schöbel in einem umfangreichen biografischen Interview: mit kostenlosem Zugang zu finden auf: www.buonarroti-archiv.de, aufgezeichnet am 17. April 2025 in Berlin.
Einzelnachweise
Kategorie:Schlagersänger Kategorie:Schlager (DDR) Kategorie:Musiker (DDR) Kategorie:Popmusiker Kategorie:Popmusik (DDR) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (DDR) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Autor Kategorie:Autobiografie Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Mann