Die Österreichische Fußballmeisterschaft 1954/55 wurde vom Österreichischen Fußball-Bund ausgerichtet. Als Unterbau zur Staatsliga A diente die ebenfalls professionell geführte Staatsliga B, in der jedoch nur Vereine aus Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und Steiermark spielten. Für die Klubs aus dem Westen Österreichs wurden die Tauernliga (Salzburg, Kärnten) und die Arlbergliga (Tirol, Vorarlberg) auf Amateurbasis ausgerichtet. Als dritte Leistungsstufe fungierten die jeweiligen Landesligen der Bundesländer.
Erste Leistungsstufe – Staatsliga A Allgemein Die Meisterschaft in der Staatsliga wurde mit 14 Mannschaften bestritten, die während des gesamten Spieljahres je zweimal aufeinander trafen. Die Vienna konnte in der Spielsaison zum 6. Mal Österreichischer Fußballmeister werden und feierte damit ihren bislang letzten großen Erfolg. Titelverteidiger Rapid Wien belegte den dritten Platz. Der bis dahin letzte Titelgewinn der Döblinger gelang im Spieljahr 1943/44 in der Gauliga Ostmark. Die Anzahl der absteigenden Mannschaften wurden in dieser Saison von drei auf zwei gesenkt. Dies traf die beiden Tabellenletzten Linzer ASK und SC Schwarz-Weiß Bregenz, die somit in der nächsten Spielsaison nicht mehr in der ersten Liga vertreten waren.
Qualifikation für den Europapokal
Rapid Wien qualifizierte sich trotz seines dritten Platzes in der Tabelle für den ersten Europapokal der Landesmeister 1955/56. Die Hütteldorfer profitierten davon, dass durch den Veranstalter, die französische Zeitung L’Équipe, vor allem die populärsten Mannschaften der damaligen Zeit, und deshalb nicht immer die Meister der jeweiligen Länder, eingeladen wurden.
Abschlusstabelle Pl. Verein Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte 1. First Vienna FC 1894 26 17 5 4 64:26 39 2. Wiener Sport-Club 26 17 5 4 75:40 39 3. SK Rapid Wien (M) 26 14 8 4 87:47 36 4. SC Wacker Wien 26 16 2 8 86:53 34 5. FK Austria Wien 26 13 7 6 68:49 33 6. SK Admira Wien 26 10 7 9 54:51 27 7. Kapfenberger SV (N) 26 11 5 10 55:57 27 8. Grazer AK 26 8 9 9 45:47 25 9. SV Austria Salzburg 26 7 8 11 43:55 22 10. 1. Simmeringer SC 26 10 1 15 57:55 21 11. FC Stadlau (N) 26 7 6 13 29:48 20 12. FC Wien 26 6 5 15 39:77 17 13. Linzer ASK 26 7 2 17 46:63 16 14. SC Schwarz-Weiß Bregenz (R) 26 2 4 20 13:93 8
(M) Österreichischer Meister 1953/54 (C) kein Pokalbewerb in der Saison 1953/54 (N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54 (R) Gewinner der Relegation der Saison 1953/54
Aufsteiger Staatsliga B: SK Sturm Graz
Qualifiziert über die Relegation Staatsliga B/Tauernliga/Arlbergliga: ESV Austria Graz (Relegation zur Staatsliga A)
Torschützenliste 31 Tore Richard Brousek (Wacker) → Torschützenkönig 29 Tore Robert Dienst (Rapid) 27 Tore Missler (Sport-Club) 19 Tore Otto Walzhofer (Vienna), Hofka (Kapfenberg), König (Salzburg) 18 Tore Theodor Wagner (Wacker), Malik (Austria) 16 Tore Walter Horak (Sport-Club) 15 Tore Ferdinand Zechmeister (LASK) 14 Tore Fritz Cejka (Admira) 13 Tore Wallner (Simmering) 12 Tore Johann Riegler (Rapid), Karl Hofbauer (Austria), Karl Höfer (Admira) siehe auch Liste der besten Torschützen Österreichs
Die Meistermannschaft der Vienna Tor: Kurt Schmied Verteidigung: Alfred Umgeher, Rudolf Röckl, Karl Nickerl Mittelfeld: Karl Koller, Alfred Pribil, Julius Schweiger, Erich Medveth, Johann Obst Sturm: Hans Menasse, Otto Walzhofer, Karl Jericha, Johann Buzek, Herbert Grohs, Hermann Sühs, Eduard Payerl, Alfred Pichler, Josef Walter, Karl Kaletta, Herbert Mühlberger Trainer: Leopold Hofmann
Zweite Leistungsstufe Staatsliga B Allgemein
Die Meister der Staatsliga B stieg direkt auf, der Zweitplatzierte durfte die Relegation bestreiten. Die letzten beiden Mannschaften stiegen in die jeweiligen Landesligen ab. In der vergangenen Saison mussten noch fünf Vereine absteigen. Durch die Verkleinerung der Anzahl der Abstiege konnten ab nun jedoch auch nur noch drei Mannschaften (durch den Aufstieg via Relegation des ESV Austria Graz in die Staatsliga wurde der dritte Platz frei) in die Staatsliga B aufsteigen. Dies bedeutete, dass die fünf Landesmeister von Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und des Burgenlandes in einer Aufstiegsrunde um die drei Plätze in der Staatsliga B spielen mussten.
Abschlusstabelle Pl. Verein Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte 1. SK Sturm Graz (A) 26 16 5 5 65:33 37 2. ESV Austria Graz 26 16 5 5 59:30 37 3. ASK Ternitz 26 13 5 8 53:40 31 4. Floridsdorfer AC (A) 26 11 6 9 56:51 28 5. Kremser SC (N) 26 13 2 11 59:58 28 6. Wiener AC (A) 26 11 4 11 66:50 26 7. SV Wimpassing 26 11 4 11 47:53 26 8. ASV Siegendorf (N) 26 11 4 11 48:55 26 9. SC Red Star Penzing (N) 26 10 5 11 60:69 25 10. Grazer SC (R) 26 10 4 12 50:55 24 11. 1. Wiener Neustädter SC 26 11 1 14 51:55 23 12. ASV Hohenau 26 10 3 13 37:61 23 13. SK Amateure Steyr (N) 26 9 4 13 60:55 22 14. WSV Eisenerz (N) 26 2 4 20 28:74 8
(A) Absteiger der Saison 1953/54 (N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54 (R) Verlierer der Relegation der Saison 1953/54
Aufsteiger Landesliga Oberösterreich: SK Vorwärts Steyr
Qualifiziert über die Relegation Landesliga Burgenland/Steiermark: SC Bruck/Mur (Relegation zur Staatsliga B) Landesliga Niederösterreich/Wiener Liga: SC Olympia 33 (Relegation zur Staatsliga B)
Tauernliga Allgemein
Die Tauernliga galt als zweite Spielstufe auf Amateurbasis und umfasste Vereine aus den Landesverbänden Kärnten und Salzburg. Der Meister nahm an der Qualifikation zur Staatsliga A teil. Diese Saison gab es keine Absteiger, da die Tauernliga in der Folgesaison in zwei Teile, der Tauernliga Nord für Salzburg und der Tauernliga Süd für Kärnten aufgeteilt wurde.
Abschlusstabelle Pl. Verein Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte 1. Austria Klagenfurt 22 14 3 5 56:43 31 2. WSG Radenthein (R) 22 13 3 6 69:39 29 3. Klagenfurter AC 22 11 4 7 50:26 26 4. ASK Klagenfurt 22 9 5 8 46:40 23 5. Salzburger AK 1914 22 10 3 9 55:62 23 6. SK Bischofshofen 22 11 0 11 59:53 22 7. SV St. Veit/Glan 22 7 7 8 42:44 21 8. Villacher SV 22 7 6 9 57:48 20 9. FC Seebach (N) 22 7 6 9 55:51 20 10. 1. Saalfeldener SK 22 9 2 11 62:77 20 11. ASV Blau-Weiß Salzburg (N) 22 6 4 12 42:75 16 12. SV Bürmoos 22 5 3 14 39:74 13
(N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54 (R) Verlierer der Relegation der Saison 1953/54
Aufsteiger Landesliga Kärnten: SK Magdalen, SV Spittal/Drau Landesklasse Salzburg: Union FC Salzburg, 1. Salzburger SK 1919, SK Danubia Salzburg, Polizei SV Salzburg
Qualifiziert über die Relegation Staatsliga B/Tauernliga/Arlbergliga: Austria Klagenfurt (Relegation zur Staatsliga A)
Arlbergliga Allgemein
Die Arlbergliga zählte neben der Tauernliga zur zweiten Spielstufe auf Amateurbasis. Der Meister nahm an der Qualifikation zur Staatsliga A teil. Da Schwarz-Weiß Bregenz aus der Staatsliga A in die Arlbergliga abstieg und es keinen Aufsteiger gab, musste die drei Tabellenletzten, anstatt wie in den letzten Jahren die beiden letzten Mannschaft in der Tabelle, in ihre jeweiligen Landesliga absteigen.
Abschlusstabelle Pl. Verein Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte 1. FC Dornbirn 22 15 4 3 61:29 34 2. SV Wattens 22 15 1 6 58:30 31 3. Innsbrucker SK 22 11 5 6 67:43 27 4. ESV Austria Innsbruck 22 10 3 9 63:41 23 5. SV Innsbruck (N) 22 10 3 9 34:38 23 6. Innsbrucker AC 22 10 3 9 52:58 23 7. FC Kennelbach (N) 22 10 2 10 39:56 22 8. Austria Lustenau 22 9 3 10 49:44 21 9. Polizei SV Innsbruck 22 7 5 10 41:55 19 10. FC Lustenau 22 6 6 10 49:53 18 11. SV Hall 22 7 3 12 41:57 17 12. FC Rätia Bludenz 22 1 4 17 30:80 6
(N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger Landesliga Tirol: SC Schwaz Landesliga Vorarlberg: FC Blau-Weiß Feldkirch
Qualifiziert über die Relegation Staatsliga B/Tauernliga/Arlbergliga: FC Dornbirn (Relegation zur Staatsliga A)
Dritte Leistungsstufe
Landesliga Burgenland Im Burgenland wurde der SV Oberwart Meister.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1953/54 (N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger ASK Riedlingsdorf ASV Stinkenbrunn
Qualifiziert über die Relegation Landesliga Burgenland/Steiermark: SV Oberwart (Relegation zur Staatsliga B)
Landesliga Kärnten In Kärnten wurde der SK Magdalen Kärntner Landesmeister, der zusammen mit dem SV Spittal/Drau in die Tauernliga Süd aufstieg. Leider liegen keine Informationen über den Tabellenendstand dieser Saison vor.
Abschlusstabelle
Aufsteiger Gruppe A: SV Polizei Villach Gruppe B: Annabichler SV
Landesliga Niederösterreich In Niederösterreich fixierte der SC Harland den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1953/54 (N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger SC Herzogenburg Union Korneuburg
Qualifiziert über die Relegation Landesliga Niederösterreich/Wiener Liga: SC Harland (Relegation zur Staatsliga B)
Landesliga Oberösterreich In Oberösterreich sicherte sich der SK Vorwärts Steyr den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1953/54 (N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger SV Ried
Landesklasse Salzburg Die Tauernliga galt als dritte Spielstufe auf Amateurbasis und umfasste Vereine aus Salzburg. Der Meister nahm an der Qualifikation zur Staatsliga A teil. Diese Saison gab es keine Absteiger, da die Landesklasse Salzburg in der Folgesaison in zwei Teile, der Landesklasse Nord und der Landesklasse Süd aufgeteilt wurde.
Abschlusstabelle Pl. Verein Sp. S U N Tore TQ/Diff. Punkte 1. Union FC Salzburg (A) 20 16 2 2 68:26 34 2. USK Danubia Salzburg 20 11 6 3 67:26 28 3. 1. Salzburger SK 1919 20 12 3 5 62:31 27 4. Polizei SV Salzburg 20 10 6 0 74:37 26 5. 1. Oberndorfer SK 20 7 6 7 48:36 20 6. SV Schwarzach 20 8 3 9 55:56 19 7. WSK Kaprun (N) 20 6 6 8 37:50 18 8. USK Grödig (N) 20 8 1 11 40:61 17 9. 1. Halleiner SK (A) 20 6 4 10 37:50 16 10. SC Mittersill 20 3 2 15 36:94 8 11. ASK Salzburg 20 2 1 17 18:75 5
(A) Absteiger der Saison 1953/54 (N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger Da die Landesliga Salzburg in die Landesklasse Salzburg Nord und Süd geteilt wird, gab es in der Saison 1955/56 keine Aufsteiger.
Landesliga Steiermark In der Steiermark errang der SC Bruck/Mur den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger der Saison 1953/54 (N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger FC Veitsch SC Gratkorn
Landesliga Tirol In Tirol wurde der SC Schwaz Meister.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger SV Ötztal FC Kitzbühel
Landesliga Vorarlberg In Vorarlberg konnte sich der FC Blau-Weiß Feldkirch den Meistertitel feiern.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger FC Schruns
Wiener Liga In Wien feierte der SC Olympia 33 den Meistertitel.
Abschlusstabelle
(N) Neuaufsteiger der Saison 1953/54
Aufsteiger ASV Wienerberg Brigittenauer AC
Relegation
Relegation zur Staatsliga A Der Gewinner der Relegationsspiele zwischen dem Meister der Tauernliga und jenem der Arlbergliga spielte gegen den zweitplatzierten Verein der Staatsliga B um den Aufstieg in die Staatsliga A für die Saison 1953/54. Die anderen Aufstiegsplatz war dem Meister der Staatsliga B vorbehalten. Im Unterschied zum Vorjahr, wo die ersten beiden der Staatsliga B sofort aufsteigen und der Dritte an der Relegation teilnahm, gab es heuer nur insgesamt zwei Aufsteiger. Qualifikationsrunden Entscheidungsrunde Legende: (St.B): Staatsliga B, (A): Arlbergliga, (T): Tauernliga