Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Die Burgholzbahn, auch der Samba genannt, war eine elf Kilometer lange, eingleisige Eisenbahnstrecke zwischen Elberfeld und Cronenberg, beides spätere Stadtteile von Wuppertal.
Geschichte
mini|hochkant|links|Fahrkarte für die Burgholzbahn, vermutlich aus den 1960er Jahren
Ihren Namen verdankt die 1891 eröffnete Nebenbahn dem Waldgebiet Staatsforst Burgholz, durch den sie großteils führt. Grund für den Bau war der große Bedarf der florierenden Werkzeugindustrie in Cronenberg an Rohstoffen und Kohle sowie die Notwendigkeit, die fertigen Erzeugnisse kostengünstig abzutransportieren. In Elberfeld zweigte die Burgholzbahn von der Hauptstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft ab.
Der Höhenunterschied von etwa 140 MeternHöhendiagramm auf bahnen-wuppertal.de, abgerufen am 4. Oktober 2010 bedingte eine recht kurvenreiche Streckenführung. Die Strecke hatte eine maximale Neigung von 25 ‰ (1:40) am Haltepunkt Boltenberg. auf , abgerufen am 4. Oktober 2010 Bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Strecke hauptsächlich dem Güterverkehr, aber auch Personenverkehr wurde abgewickelt. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde der nun überwiegende Personenverkehr mit Schienenbussen durchgeführt. Das Schaukeln der Wagen in den zahlreichen Kurven brachte der Strecke rasch den Spitznamen Samba ein.
Neben dem Nahverkehr zwischen dem Wuppertaler Stadtzentrum und Cronenberg diente die Bahn vor allem als Anbindung von Freizeitzielen, dem Zoo Wuppertal, dem Stadion am Zoo, dem Waldgebiet Burgholz und dem Freibad Neuenhof.
In den 1980er Jahren stellte sich heraus, dass die Deutsche Bundesbahn die Strecke aufgeben möchte. Trotz massiver Widerstände in der Bevölkerung und seitens der Stadt Wuppertal wurden durch mangelnde Instandhaltung der Infrastruktur vollendete Tatsachen geschaffen. Die Strecke musste schließlich aus Sicherheitsgründen Anfang 1988 stillgelegt werden. Eine Reparatur der Gleisanlagen schied aus Kostengründen aus.
Die Strecke heute Der überwiegende Teil der Trasse, auch „Sambatrasse“ genannt, ist noch heute vorhanden; die Gleise wurden jedoch vollständig zurückgebaut. Bis zum Sommer 2007 wurde an der Fertigstellung eines Bahntrassenradwegs gearbeitet. Die offizielle Einweihung der Strecke fand am 27. Oktober mit einem Fest am früheren Bahnhof Cronenberg sowie einem Berglauf vom Haltepunkt Wuppertal Zoologischer Garten nach Cronenberg statt. Dieses und weitere begleitende Projekte wurden im Zuge der Regionale 2006 von Wuppertal, Solingen und Remscheid realisiert.
Zwischen den ehemaligen Haltepunkten Hindenburgstraße und Boltenberg bildete die Trasse früher die Ostgrenze des Wuppertaler Zoos. Nach seiner Erweiterung 2006 in südöstlicher Richtung verläuft der heutige Fuß- und Radweg größtenteils auf einer Brücke quer über das Zoogelände, von wo insbesondere ein Blick auf das Tigergehege möglich ist.
Seit dem 13. November 2008 steht ein restaurierter Schienenbus der Baureihe VT 95, der früher auf der Burgholzbahn eingesetzt wurde, auf einem Teil des Betriebsparkplatzes der Cronenberger Werkzeugfirma Knipex, direkt an die ehemalige Strecke angrenzend.
Galerie
Literatur Kurt Kaiß, Michael Peplies: Der Samba. Die Stichbahn Cronenberg–Elberfeld. Kaiß, Leichlingen 2007, ISBN 978-3-9806103-6-0 (Rheinisch-bergische Eisenbahngeschichte 6). Bernd Franco Hoffmann: Stillgelegte Bahnstrecken im Bergischen Land. Sutton-Verlag, Erfurt April 2013, ISBN 978-3-95400-147-7.
Weblinks
Der Cronenberger Samba Bilder des Fahrbetriebs [strecken/2721.htm Streckeninfo] Weitere Informationen über diese Trasse (und andere zu Radwegen umgebaute Bahnstrecken) inklusive GPS-Tracks Wuppertaler Spitznamen: Schaukeln auf der Samba-Trasse Westdeutsche Zeitung (online) vom 26. Februar 2010
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Schienenverkehr (Wuppertal) Kategorie:Radweg auf ehemaliger Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Radweg in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Radverkehr (Wuppertal)