mini|Gaffel Kölsch-Kranz mini|Gaffel Haus am Alter Markt Die Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG ist eine Brauerei mit Sitz in Köln. Das Unternehmen ist Mitglied des Kölner Brauerei-Verbandes e. V., hat die Kölsch-Konvention unterschrieben und ist berechtigt, Kölsch zu brauen. Die bekannteste Marke des Unternehmens ist Gaffel Kölsch.

Geschichte Der Name Gaffel Kölsch leitet sich von den Kölner Gaffeln ab, die 1396 der politische Arm der Zünfte und der Handelsherren in Köln waren. „Gaffel“ war der altkölsche Ausdruck für einen zweizinkigen Gabelspiess, den Kölner Kaufleute im 11. Jahrhundert aus Venedig mitgebracht hatten. Mit dem Verbundbrief vom 14. September 1396, der ersten demokratischen Verfassung der Stadt Köln, übernahmen die insgesamt 22 Gaffeln den Rat der Stadt und stellten sogar den Bürgermeister, die Schöffen und die Richter. Ihre regelmäßigen abendlichen Treffen wurden mit Speisen und Getränken abgerundet, zu denen sie sich im ältesten Gebäude am Alter Markt, dem Gaffel-Haus, zusammensetzten. Das Gebäude wurde urkundlich schon 1213 erwähnt und besteht in seiner jetzigen Form seit 1580.Bernd Imgrund: Das Gaffel-Haus - Bäcker, Brauer und die Brezel. In: 111 Kölner Kneipen, die man kennen muss. Emons 2012, ISBN 978-3-89705-838-5; S. 82–83

Die erstmals 1302 erwähnte Brauerei und Gaststätte Zum Leysten wurde offiziell als Braxatoria supra Monticulum, also „die Brauerei über dem Hügelchen“ geführt, an deren Ort das Gaffel-Brauhaus am Eigelstein 41–43 bis 2020 stand.Kölsch Historie beim Kölner Brauerei-Verband e. V. Unter dem Namen Zum Brüsseler Hof wurde die Brauerei 1822 durch Gottfried Joseph Schumacher neu eröffnet. Schumacher betrieb die Brauerei bis 1857. Nach dessen Tod führten seine Geschwister die Brauerei, bis sie diese 1859 an Reinhard Joseph Appel verkauften. Bis 1874 wurde der Brüsseler Hof von dessen Witwe weitergeführt.

In der folgenden Zeit bis 1888 war das Haus lediglich eine Gaststätte. Der Brauer Adam Lenzen betrieb darin zeitweilig eine Hausbrauerei. Danach firmierte sie als Gaststätte und Bierhandel unter der Bezeichnung Glückauf Brauerei AG. Am 24. Mai 1908 übernahmen die Gebrüder Becker die Brauerei, bauten das Gasthaus um und änderten den Namen nach den „Kölner Gaffeln“ zu „In der Gaffel“. Einen weiteren Umbau erhielt das Haus 1918 bei der Neugestaltung des Innenraums mit historischen Motiven der Stadt Köln. Spätestens 1926 verwendete die Brauerei für ihr Bier die Bezeichnung Kölsch (Bier).

Unternehmen Die Privatbrauerei wird in der vierten Generation geführt und besteht in der Rechtsform der OHG. Ab 1972 waren die Brüder Peter (1945–1993), Heinrich (1946–2017) und Johannes Becker als Nachfahren der Firmengründer persönlich haftende Gesellschafter.

Ab 2006 kam es zwischen Heinrich und Johannes Becker zu einem Gesellschafterstreit um die Führung der Brauerei. Der Konflikt führte über mehrere Jahre zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Anfang 2007 wurde Johannes Becker von den übrigen Gesellschaftern als Geschäftsführer abberufen.

Im Dezember 2013 entschied das OLG Köln, dass auch Heinrich Becker seine Geschäftsführungsbefugnis verliert. Zugleich wies das Gericht einen Antrag von Johannes Becker auf Auflösung der Brauerei ab und bestätigte die Bestellung von Heinrich Philipp Becker zum Geschäftsführer.

Produktion und Absatz Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden 5000 Hektoliter produziert. Ende der 1940er Jahre stieg die Menge auf 10.000 Hektoliter. Bis 2016 wurde das Bier im Eigelsteinviertel gebraut; dann zog die Brauerei aus Kapazitäts- und Produktivitätsgründen nach Porz-Gremberghoven auf das Gelände der 1998 übernommenen Richmodisbrauerei um.https://www.lvt-web.de/produkte/brauindustrie-eine-neue-dampfkesselanlage-von-bosch-fuer-die-privatbrauerei-gaffel-beckerhttps://www.koelner-brauerei-verband.de/historie/historische-koelsche-brauhaeuser/vom-thurmbraeu-zum-brauhaus-winter-und-zur-richmodis-brauerei.html Aus Platzgründen war das Flaschenbier vor dem Umzug in der Bolten-Brauerei in Korschenbroich und der Brauerei Königshof in Krefeld abgefüllt worden. 2010 führte Gaffel mit Gaffels Fassbrause erstmals ein alkoholfreies Getränk ein. Die zunächst in der Geschmacksrichtung Zitrone angebotene Fassbrause erweiterte das bis dahin weitgehend auf Kölsch ausgerichtete Sortiment. In 2020 wurde in Gremberghoven eine vollautomatisierte Abfüllanlage in Betrieb genommen.

Für 2025 bezifferte Geschäftsführer Heinrich Philipp Becker den Ausstoß auf rund 450.000 Hektoliter. Zugleich berichtete er von einem Absatzplus gegenüber dem Vorjahr. In der Gastronomie entfiel demnach mehr als jedes dritte gezapfte Kölsch auf Gaffel. Im Zusammenhang mit der 2025 vereinbarten Übernahme der Markenrechte, Produktion und des Vertriebs von Mühlen-Kölsch berichtete der Branchendienst Inside Getränke, Gaffel habe damit die Spitze des Kölsch-Rankings nach Volumen erreicht.

Ausschank, Verbreitung und Sponsoring Das Bier ist in zahlreichen Kölner Traditionsgaststätten und Brauhäusern erhältlich, so im Gaffel im Marienbild,Bernd Imgrund: Gaffel im Marienbild - Aachener statt Montparnasse. In: 111 Kölner Kneipen, die man kennen muss. Emons 2012, ISBN 978-3-89705-838-5; S. 80–81 Gaffel am SchlachthofBernd Imgrund: Gaffel am Schlachthof - Blutverschmiert vom Schlates. In: 111 Kölner Kneipen, die man kennen muss. Emons 2012, ISBN 978-3-89705-838-5; S. 76–77 oder im Gaffel im LinkewitzBernd Imgrund: Gaffel im Linkewitz - Mit vereinten Kräften an die Theke. In: 111 Kölner Kneipen, die man kennen muss. Emons 2012, ISBN 978-3-89705-838-5; S. 78–79 sowie im Gaffel am Dom. https://gaffel.de/gastronomie/gaffel-am-dom/ Das Kernabsatzgebiet ist neben dem Regierungsbezirk Köln die weitere Umgebung wie das Bergische Land, der Westerwald, die Eifel und die Regionen Bonn, Koblenz, Düren und Aachen.

Gaffel Kölsch wird aber auch in anderen deutschen Städten wie Düsseldorf, Hamburg und Hannover ausgeschenkt. 1997 wurde in Berlin-Mitte die Ständige Vertretung Rheinland (StäV) eröffnet; dort engagiert sich Gaffel seit dem Gründungsjahr. 2003 folgte nahe dem Gendarmenmarkt das Gaffel Haus Berlin. Der Export erfolgt in die EU sowie nach China, Russland und in die USA.

Seit 2002 ist Gaffel Kölsch-Partner des 1. FC Köln. Die mehrfach verlängerte Partnerschaft läuft bis 2030.https://www.ksta.de/sport/1-fc-koeln/1-fc-koeln-verlaengert-partnerschaft-mit-gaffel-brauerei-291408 Im Kulturbereich ist Gaffel unter anderem Partner des Hänneschen-Theater, und die Kölner Bands Brings und Kasalla werben für Gaffel Kölsch.https://www.ksta.de/koeln/gewinnspiel-von-gaffel-konzerte-von-brings-kasalla-oder-miljoe-121877?utm Die Privatbrauerei gehört zudem über Heinrich Philipp Becker dem Kuratorium KölnMusik e. V. der Kölner Philharmonie an.

Marken im Portfolio Biere Gaffel Kölsch Alkoholgehalt: 4,8 Vol. % Brennwert: 172 kJ (41 kcal)/100 ml Gaffel Wiess Alkoholgehalt: 4,9 Vol. % Brennwert: 176 kJ (42 kcal)/100 ml Gaffel Light Alkoholgehalt: 2,4 Vol. % Brennwert: 109 kJ (26 kcal)/100 ml Gaffel Frei Alkoholgehalt: < 0,5 Vol. % Brennwert: 92 kJ (22 kcal)/100 ml Gaffel Lemon Biermischgetränk aus 40 % Gaffel Kölsch und 60 % Zitronenlimonade Alkoholgehalt: 2,0 Vol. % Brennwert: 170 kJ (41 kcal)/100 ml Gaffel Kölsch & Cola Biermischgetränk aus 40 % Gaffel Kölsch und 60 % koffeinhaltigem Cola-Erfrischungsgetränk Alkoholgehalt: 1,9 Vol. % Brennwert: 168 kJ (40 kcal)/100 ml Gaffel Fastenbier Saisonales obergäriges Vollbier Alkoholgehalt: 5,8 Vol. % Stammwürzegehalt: 14,5 % Brennwert: 218 kJ (52 kcal)/100 ml Alkoholfreies Gaffel Fassbrause Alkoholfreie Fassbrause Brennwert: 112 kJ (26 kcal)/100 ml angeboten als Fassbrause Zitrone, Fassbrause Apfel naturtrüb, Fassbrause Orange und Fassbrause pink Grapefruit. Gaffel Kölsch 0,0 % Alkoholfreies Kölsch Alkoholgehalt: 0,0 Vol. % Stammwürzegehalt: 11,2 % Brennwert: 75 kJ (18 kcal)/100 ml Gaffel ZERO,O Alkoholfreies Biermischgetränk aus 92 % alkoholfreiem Bier und 8 % Erfrischungsgetränk Alkoholgehalt: 0,0 Vol. % Brennwert: 63 kJ (15 kcal)/100 ml Cascara Teeaufguss angereichert mit Bio-Säften und kohlensäurehaltigem Mineralwasser, siehe: Cascara (Aufguss) Koffeingehalt: 26 mg/100 ml Brennwert: 16 kcal/100 ml seit 2016 im Sortiment Frühere Produkte 1396 Premium Lagerbier Das nach der Gründung der Kölner Brauerkorporation 1396 benannte Bier wurde 1996 als saisonales Jubiläumsbier herausgebracht. Die Marke wurde 2010 eingestellt.1396 Bier über das Jubiläumsbier SonnenHopfen Alkoholgehalt: 4,7 Vol. % Obergäriges naturtrübes Sommerbier, gebraut mit Citra-Hopfen. Gaffel Kölsch 11 Alkoholgehalt: 4,8 Vol. % besonders milde Kölschspezialität, mit 15 % weniger Bittereinheiten als das klassische, feinherbe Gaffel Kölsch Limitierte Sonderedition, in der traditionellen 0,5-l-Euro-Flasche abgefüllt. Brennwert: 172 kJ (41 kcal)/100 ml Cascara Sparkling koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk (alkoholfrei) Papa Rhein Bierbrand; früher Bestandteil der Produktlinie Gaffel Spirits Spirituosen Unter der Bezeichnung Gaffel Spirits vertreibt das Unternehmen Liköre sowie weitere Spirituosen.

Mamma Nero Halbbitterer Kräuterlikör Alkoholgehalt: 30 Vol. % Schwester Herz Johannisbeerlikör Alkoholgehalt: 15 Vol. % Plüsch Prumm Pfirsichlikör Alkoholgehalt: 15 Vol. % MexiKölner Tomatencocktail Alkoholgehalt: 15 Vol. %

Bildergalerie

Literatur Detlef Rick, Janus Fröhlich: Kölsch Kultur. Verlag Dumont, 2000, ISBN 3-7701-5257-3. Detlef Rick: Brauereien im Rheinland, Emons-Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-89705-836-1

Einzelnachweise

Weblinks

Website des Unternehmens

Kategorie:Kölsch (Bier) Gaffel Kategorie:Unternehmensgründung 1908