Das staatliche Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg (FLG), ehemals Neues Gymnasium Bamberg (NG), ist ein sprachliches und humanistisches Gymnasium in Bamberg, Oberfranken. Es ist benannt nach dem Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal, der sich im 18. Jahrhundert als Bildungs- und Sozialreformer auszeichnete.

Geschichte mini|Neues Gymnasium, 1891 Am 1. Oktober 1890 wurde die Schule als zweites Bamberger Gymnasium unter dem Namen Neues Gymnasium eröffnet. Während das Alte Gymnasium nur für katholische Jungen zugänglich blieb, wurde mit Verfügung des Kultusministeriums das Neue Gymnasium auch für Mädchen sowie evangelische und jüdische Schüler geöffnet.

1938, als die Nationalsozialisten die Gymnasien in „Deutsche Oberschulen“ umwandelten, konnte die Schule als einziges Gymnasium in Oberfranken die Tradition des Humanistischen Gymnasiums mit den Fächern Griechisch und Latein weiterführen, so dass nach 1945 keine grundsätzliche Änderung nötig war.

Nach Fertigstellung des Neubaus zwischen Haupt- und Rückgebäude 1963 führte die Schule neben dem humanistischen auch einen neusprachlichen Zweig mit der Sprachenfolge Latein, Englisch, Französisch ein.

1965 erhielt die Schule den Namen Franz-Ludwig-Gymnasium nach dem vorletzten Bamberger Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1730–1795), der sich als Sozialreformer und Förderer von Schule und Wissenschaft besondere Verdienste erworben hat.

Mit Beginn des Schuljahres 1974 wurde das Kollegstufenmodell in der 11. Jahrgangsstufe eingeführt.

Februar 1979 wurde an der Schule ein pädagogisches Seminar für die Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde eingerichtet. Später kamen die Fächer katholische Religionslehre, Englisch, Mathematik, Physik und zuletzt Geografie hinzu. Die Lehrerausbildung in katholischer Religionslehre wurde mittlerweile am Franz-Ludwig-Gymnasium wieder eingestellt.

1998 richtete die Schule einen neuen Zweig mit Englisch als erster Fremdsprache ein. Die beiden anderen Zweige blieben bestehen. Die Schülerzahl stieg in den folgenden Jahren an.

2005 wurde der Neubau an der Luisenstraße eingeweiht.

Nach dem Abriss des alten Zwischenbaus begann 2007 der Neubau einer Zweifach-Turnhalle, die im Oktober 2008 fertiggestellt wurde.

Neben dem Sprachunterricht in Latein, Englisch, Französisch, Altgriechisch und Spanisch gab es auch schon Wahlunterricht in Russisch, Italienisch und Chinesisch.

Lage mini|Blick auf das Dach des Franz-Ludwig-Gymnasiums und den Turm der Erlöserkirche am gegenüberliegenden Ufer des Main-Donau-Kanals Das Franz-Ludwig-Gymnasium liegt in der Bamberger Innenstadt zwischen Zentralem Omnibusbahnhof und Gericht, direkt am Main-Donau-Kanal (Heinrichsdamm).

Trivia Bis zur Schließung des Erzbischöflichen Knabenseminars Ottonianum im Jahr 1999 war das Franz-Ludwig-Gymnasium die Schule der „Ottonianer“.

Ebenfalls bis 1999 waren seit Gründung des Gymnasiums alle Schulleiter Altphilologen (zuletzt Alfons Neudecker).

Persönlichkeiten

Schulleiter

1890–1907: Andreas SchmittEhemalige Schulleiter des Franz-Ludwig-Gymnasiums Bamberg 1907–1923: Eugen Brand 1923–1930: Heinrich Januel 1930–1940: Wilhelm Schäfer 1940–1945: Julius Andreae 1945–1948: Wilhelm Schäfer 1948–1951: Valentin Wiesner (zugleich Absolvent des Gymnasiums) 1951–1959: Karl Full 1959–1967: Eugen Liesering 1967–1982: Anton Fichtl 1982–1994: Franz Bauer 1994–1999: Alfons Neudecker (zugleich Absolvent des Gymnasiums) 1999–2008: Hans Göldel 2008–2012: Heinz Pfuhlmann 2012–2017: Martin Rohde 2017–2022: Rainer Herzing Seit 2022: Saskia Hofmeister

Lehrer

Anton Jäcklein (1834–1919), Gymnasialprofessor im Gründungskollegium, Historiker Gotthold Sabel (1852–1909), kgl. bayerischer Kirchenrat und Heraldiker Adolf Eckstein (1857–1935), Stadtrabbiner von Bamberg, seit der Gründung 1890 verantwortlich für den israelitischen Religionsunterricht Adam Senger (1860–1935), Weihbischof im Erzbistum Bamberg Sebastian Schlittenbauer (1874–1936), Politiker (BVP), von 1911 bis 1913 Lehrer für die philologisch-historischen Fächer Joseph Otto Kolb (1881–1955), Erzbischof von Bamberg (zugleich Absolvent des Gymnasiums) Peter Schneider (1882–1958), fränkischer Heimatforscher und Lehrer für Alte Sprachen, Germanistik, Geschichte und Geographie Hans Fiedler (1891–1989), Kunsthistoriker Gottfried Diener (1907–1987), Altphilologe und Goetheforscher (zugleich Schüler des Gymnasiums) Günter Wojaczek (1932–1997), Altphilologe und Fachdidaktiker der Alten Sprachen, war an dieser Schule Fachbetreuer für Alte Sprachen und Kollegstufenbetreuer (zugleich Absolvent des Gymnasiums) Hubert Sowa (* 1954), Kunstpädagoge und Kunstdidaktiker; emeritierter Professor für Kunst und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg Ulrike Stadler-Altmann (* 1968), Bildungswissenschaftlerin

Absolventen

Joseph Arneth (1873–1955), Mediziner und Träger des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland Georg Schätzel (1875–1934), Jurist, Politiker (BVP) und Reichspostminister der Weimarer Republik Karl von Prager (1875–1959), General der Bayerischen Armee und General der Infanterie (Wehrmacht) Willy Lessing (1881–1939), Kommerzienrat, Unternehmer und bis zu seinem Tod Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde in Bamberg Lorenz Krapp (1882–1947), Jurist, Dichter und Politiker (BVP, CSU) Alfred Wäger (1883–1956), Offizier der Bayerischen Armee, Stabsoffizier der Reichswehr und General der Infanterie (Wehrmacht) Euchar Albrecht Schmid (1884–1951), Jurist, Schriftsteller, Verleger und Mitbegründer und Geschäftsführer des Karl-May-Verlags Georg Meixner (1887–1960), Geistlicher und Politiker Pater Petrus Mangold (1889–1942), Franziskaner Karl Heinrich Bauer (1890–1978), Mediziner Rudolf Berthold (1891–1920), Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und Führer eines Freikorps Friedrich Heilingbrunner (1891–1977), Offizier der Bayerischen Armee, Freikorpskämpfer, Stabsoffizier der Reichswehr und General der Flakartillerie (Wehrmacht) Heinrich Hager (1893–1941), Politiker (NSDAP) Georg Kanzler (1894–1975), Pfarrer, Heimatdichter und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Max Spindler (1894–1986), Historiker Josef Müller (1898–1979), Politiker (CSU), ehemaliger Staatsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hans Höffner (1901–1987), Offizier der Reichswehr, Generalstabsoffizier der Wehrmacht, Kommandeur im Bundesgrenzschutz und General a. D. der Bundeswehr Michael Arneth (1905–1995), katholischer Theologe und Hochschullehrer Helmuth Zimmerer (1912–1984), Jurist, Volkswirt und Politiker, Oberbürgermeister von Würzburg Friedrich Schaller (1920–2018), Zoologe Fridolin Dreßler (1921–2013), Bibliothekar, Handschriftenforscher und Landeshistoriker Marika Geldmacher-von Mallinckrodt (1923–2016), Chemikerin Anton Sterzl (1927–2015), Philosoph, Historiker, Journalist und Autor Arno Lubos (1928–2006), Literaturhistoriker, Schriftsteller und Lehrer Alois Brem (1930–2016), Geistlicher Georg Denzler (1930–2026), katholischer Theologe, Professor für Kirchengeschichte Theodor Mebs (1930–2017), Ornithologe und Autor Reinhold Ortner (1930–2024), Pädagoge Berthold Schneider (1932–2026), Biometriker und Hochschullehrer Wolfgang Rüfner (1933–2025), Rechtswissenschaftler Alois Albrecht (1936–2022), Generalvikar des Erzbistums Bamberg Hans Bauer (1944–2022), Lehrer und Heimatforscher Herbert Lauer (1946–2021), Politiker (parteilos), Oberbürgermeister von Bamberg Edgar Krapp (* 1947), Organist und Musikwissenschaftler Gerhard C. Krischker (* 1947), Mundartpoet Josef Motschmann (1952–2016), Theologe, Pädagoge, Mundartlyriker, Heimatforscher, Hobbyhistoriker, Hobbyschauspieler, Vortragsredner und Autor Klaus-Dieter Fritsche (* 1953), Verwaltungsjurist, war als beamteter Staatssekretär von 2014 bis 2018 Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes Georg Kestel (* 1955), Generalvikar im Erzbistum Bamberg Albrecht Weiland (* 1955), Verleger und Christlicher Archäologe Andreas Starke (* 1956), Politiker (SPD), Oberbürgermeister von Bamberg Johann Kalb (* 1960), Politiker (CSU), seit 1. Mai 2014 Landrat des Landkreises Bamberg Jürgen Kalb (* 1962), katholischer Theologe, Politiker (BP), Vorsitzender der Bayernpartei (2001–2002) Bernhard Schmid (* 1962), Verleger und Geschäftsführer des Karl-May-Verlags Klaus Stüwe (* 1966), Politikwissenschaftler Micha Hektor Haarkötter (* 1968), Medien- und Kommunikationswissenschaftler Thomas Silberhorn (* 1968), Politiker (CSU), MdB, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seit Februar 2014 Matthias Andreas Fritz (* 1968), Indogermanist Rüdiger Feulner (* 1969), katholischer Theologe, Professor für Dogmatik und Diplomat des Vatikans Bernhard Huß (* 1969), Romanist Heike Eva Schmidt (* 1970er), Schriftstellerin Richard Wientzek (* 1970), Maler und Zeichner Stefan Schorn (* 1971), Altphilologe Andreas Grüner (* 1973), Klassischer Archäologe Salvatore Loiero (* 1973), katholischer Theologe Dorothee Bär (* 1978), Politikerin (CSU), MdB, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Merz seit Mai 2025 Nora-Eugenie Gomringer (* 1980), Lyrikerin und Leiterin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia seit April 2010 Florian Herrnleben (* 1982), Puppenspieler, Kabarettist, Hörspielsprecher

Schüler

Viktor Emil von Gebsattel (1883–1976), Humanmediziner, Psychiater, Philosoph und Schriftsteller Albrecht Schlee (1910–1990), Politiker (CSU) Christian Gnilka (1936–2025), Altphilologe

Literatur Eugen Brand: Die ersten 25 Jahre des Neuen Gymnasiums Bamberg : (1890–1915), Gärtner, Bamberg 1915 () 50 Jahre Neues Gymnasium Bamberg 1890-1940: Festschrift anläßlich des 50jährigen Bestehens der Anstalt (1. Oktober 1940), Hrsg. v. Studiendirektor Julius Andreae, St.-Otto-Verlag Schrödter, Bamberg 1940. Elmar Büttner: Chronik des Neuen Gymnasiums Bamberg von 1890-1965, Bamberg 1965 Neues Gymnasium Bamberg. Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg. 1890-1990. Festschrift, Hrsg. v. Einwich, Friedrich/Schmitt, Alfred, Fränkischer Tag, Bamberg 1990.

Weblinks

Website des Franz-Ludwig-Gymnasiums Bamberg mit Schul-Wiki

Einzelnachweise

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