Elke Friederike Gertrud Haltaufderheide (* 6. März 1940 in Herdecke; † 13. Dezember 2025 in München), anfangs auch unter dem Künstlernamen Elke Hart bekannt, war eine deutsche Filmproduzentin und Schauspielerin. Sie war Mitglied der Deutschen Filmakademie.
Leben Sie studierte in Hamburg Psychologie und Theaterwissenschaften. In München schloss sie bei der Schauspielschule Zerboni ab und bekam recht bald ein Engagement am Stadttheater Würzburg, wo sie bevorzugt naive Jugendliche darstellte. Dem ans Oldenburgische Staatstheater wechselnden Regisseur Kurt Bock folgte sie dorthin nach. Sie übernahm Hauptrollen in Stücken von Büchner, Sartre, Shakespeare, Schiller und Schisgal. Ihre größten Erfolge hatte sie in der Theaterfassung von Camolettis Komödie Boeing-Boeing als Judith und als tragikomische Putzi in Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf?.
Mit der dritten Spielzeit verließ sie Oldenburg. Voller Enthusiasmus schloss sie sich der in München entstehenden neuen offenen Filmszene an. Zwischen 1967 und 1971 spielte sie in zahlreichen Kurzfilmen und einigen langen Spielfilmen. Oftmals handelte es sich dabei um Low-Budget-Produktionen, zum Beispiel Detektive von Rudolf Thome und Nicht fummeln, Liebling von May Spils. Dabei entdeckte sie auch ihr organisatorisches Talent in den Bereichen der Filmherstellung und Finanzbuchhaltung. 1971 gründete sie die VISUAL-Film und produzierte, unterstützt von einem jungen, durch Erbschaft finanzstarken Förderer, den Film Nachtschatten. Regie führte Niklaus Schilling. In Nachtschatten übernahm sie auch eine der Hauptrollen, so wie in Die Vertreibung aus dem Paradies und in Rheingold. 1978 erhielt sie als Produzentin für Rheingold den Bundesfilmpreis in Gold. In dem Mehrteiler Berlin Alexanderplatz von Rainer Werner Fassbinder und in einigen eigenen Produktionen übernahm sie weitere kleine Rollen. Der Fall der Mauer inspirierte sie zur Produktion von Deutschfieber – als Fortsetzung des 1979 entstandenen Willi-Busch-Report. 1991 zog sie nach Berlin. Der letzte von ihr produzierte Film war Die blinde Kuh aus dem Jahr 1995, inszeniert von Niklaus Schilling.
Haltaufderheide starb am 13. Dezember im Alter von 85 Jahren in München, wo sie auch zuletzt wieder gelebt hat.
Filmografie Produzentin 1979: Der Willi-Busch-Report 1981/82: Der Westen leuchtet! 1984: Dormire 1986/87: Unter 4 Augen 1987/89: Der Atem 1991/92: Deutschfieber 1994/95: Die blinde Kuh
Produzentin und Schauspielerin 1971: Nachtschatten (Hauptdarstellerin) 1976: Die Vertreibung aus dem Paradies (Hauptdarstellerin) 1977: Rheingold (Hauptdarstellerin) 1981: Zeichen & Wunder 1983: Die Frau ohne Körper und der Projektionist
Schauspielerin (Auswahl) 1966: Ein Haus am Meer (Kurzfilm) 1967: 48 Stunden bis Acapulco 1967/68: Jane erschießt John, weil er sie mit Ann betrügt (Kurzfilm) 1968: Jet Generation 1968: Under My Thumb (Kurzfilm) 1968: Helga und Michael 1968: Einsamer Morgen (Kurzfilm) 1969: Detektive 1969: Nicht fummeln, Liebling 1971: Die nackte Gräfin 1971: Zu dumm zum … 1979/80: Berlin Alexanderplatz
Auszeichnungen Für den Film Rheingold erhielt sie 1978 als Produzentin den Bundesfilmpreis in Gold.
Weblinks
Elke Haltaufderheide auf filmportal.de VISUALFilm
Einzelnachweise
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