mini|270px|Luftbild Richtung Osten, September 2008 mini|Ortsstraße (2024) mini|270px|Kornburg, um 1750

Kornburg (fränkisch: KoanbuachE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 39. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: khǫɘnbùɘχ.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern) und der Name der Gemarkung 3438. Kornburg liegt im Süden Nürnbergs innerhalb des statistischen Bezirks 49 Kornburg, Worzeldorf. Bis zum 30. Juni 1972 war Kornburg eine Marktgemeinde.

Geographie Im Osten und Süden bildet Kornburg die Nürnberger Stadtgrenze, die Stadtteilgrenze. Der Ort besteht aus den zwei Stadtdistrikten 494: Kornburg im Osten sowie dem westlichen 495: Kornburg, Worzeldorf (Ritterholz). Im Süden tangiert die Bundesautobahn 6 den Ort, im Osten verläuft der Ludwig-Donau-Main-Kanal. Die Staatsstraße 2406 führt nach Worzeldorf (1,7 km nördlich) bzw. die A 6 unterquerend nach Kleinschwarzenlohe (1,7 km südöstlich). Die Staatsstraße 2407 führt den Main-Donau-Kanal überbrückend nach Katzwang (3 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Herpersdorf zur Kreisstraße N 1 (2 km nordwestlich).

Chronik mini|Das Kornburger Schloss (1624) 1236: Erste urkundliche Erwähnung als Sitz des Reichsministerialen Chunradus de Chvrenburg (von Kornburg) 1288: Bau des Kornburger Wasserschlosses 1347: Erstmalige Erwähnung Kornburgs als Gerichtssitz 1364: Verleihung der Marktrechte 1388: Zerstörung des Kornburger Schlosses im Städtekrieg und anschließender Wiederaufbau 1422 Übergang der Grundherrschaft durch Heirat an die von Seckendorff 1447 Verkauf des reichsritterlichen Lehens an die Nürnberger Patrizierfamilie Rieter 1449: Zerstörung des Kornburger Schlosses im Ersten Markgrafenkrieg 1552: Zerstörung des Kornburger Schlosses im Zweiten Markgrafenkrieg 1632: Kornburg, das Schloss und die Kirche wurden im Dreißigjährigen Krieg erheblich zerstört 1753: Die Rieter von Kornburg sterben aus, die vereinigten Grundherrschaften Kornburg und Kalbensteinberg gehen an die Rieter-Stiftung über, eine Vorschickung zugunsten des Nürnberger Heilig-Geist-Spitals 1792: Übergang Kornburgs an Preußen 1806: Übergang Kornburgs an Bayern 1812: die Rieter-Stiftung verkauft Schloss und Grundherrschaft 1972: Eingemeindung nach Nürnberg

Geschichte Der Ort wurde 1236 als Sitz des Reichsministerialen „Chunradus de Chvrenburc“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vermutlich vom Kornberg ab. Der Höhenzug erstreckt sich nördlich von Kornburg von Wendelstein nach Worzeldorf. In seinen Steinbrüchen wurden schon zu karolingischer Zeit gute Mühlsteine für die Wassermühlen gebrochen. Der mittelhochdeutsche Name für den Mühlstein und die Mühle war Kurn, Kürn oder Kürne.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 39f.

Burggraf Friedrich II. verlieh dem Butigler (Reichsgutverwalter/Mundschenk) Konrad von Kornburg für seine Verdienste als erbliches Lehen Kornburg, den Wald, den Berg (Kornberg mit den wertvollen Quarzitsandsteinbrüchen) und alles, was dazugehörte.

Die Nürnberger Burggrafen aus dem Geschlecht der Hohenzollern, die 1342–1717 das Richteramt in Kornburg ausübten, verliehen dem Reichsdorf 1364 die Marktgerechtigkeit. Anfangs umschloss eine behelfsmäßige Befestigung den Markt. 1288 (oder früher) wurde die Burg erbaut. Im 14. Jahrhundert befand sich Kornburg kurzfristig im Besitz der Küdorfer, einem aus der Ministerialität stammenden Patriziergeschlecht. Durch Heirat fiel Kornburg 1405 an die von Hohenfels und 1422 an Hans von Seckendorff. Dessen Sohn, Jörg von Seckendorff, verkaufte die Grundherrschaft, Schloss und Veste 1447 an seinen Schwager Peter Rieter. Während des Städtekriegs und des Ersten und des Zweiten Markgrafenkrieges wurde Kornburg teilweise schwer beschädigt, im Dreißigjährigen Krieg durch die Truppen Wallensteins fast vollständig zerstört und die Bevölkerung bis auf wenige Überlebende ausgelöscht.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kornburg aus 76 Anwesen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Kornburg aus. Grundherren waren das Richteramt Kornburg: 51 Anwesen (8 Halbhöfe, 1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 7 Gütlein, 1 Tafernwirtschaft, 4 Zapfenwirtschaften, 18 Häuser, 9 Leerhäuser, 1 Badhaus, 2 Schmieden); die Reichsstadt Nürnberg 24 Anwesen (Rieter’sche Stiftungsverwaltung Kornburg: 1 Schloss, 1 Gut mit Gastwirtschaft, 1 Köblergut, 4 Gütlein, 7 Häuser, 7 Leerhäuser; das Waldamt Laurenzi: 3 Gütlein); die Herren von Egloffstein: 1 Wildmeistereihaus. Das Amtsknechthaus und ein Wildmeistereihaus unterstanden dem Fürstentum Ansbach direkt. Die Schule und das Hirtenhaus gehörten der Kommune, die Pfarrkirche und der Pfarrhof gehörten der Kirche.F. Eigler: Schwabach, S. 401f. Es gab 69 Untertansfamilien, von denen 54 ansbachisch waren.

Von 1797 bis 1808 unterstand Kornburg dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Kornburg gebildet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Kornburg. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden die Anwesen der Rieter’schen Stiftungsverwaltung Kornburg bis 1848 dem Patrimonialgericht Kornburg. Ab 1862 gehörte Kornburg zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).F. Eigler: Schwabach, S. 476. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 4,319 km².

Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Einwohner Kornburgs Glück im Unglück, denn die Ortschaft wurde nicht von Fliegerbomben getroffen und blieb völlig unzerstört. Auch bei der Einnahme durch die amerikanischen Truppen wurde Kornburg nicht beschossen, da Bürgermeister Friedrich Meßthaler entgegen den sinnlosen Befehlen der Militärregierung alle Panzersperren beseitigen ließ und die Ortschaft kampflos an die US-Truppen übergab.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Kornburg am 1. Juli 1972 nach Nürnberg (Stadtbezirk 7 – Außenstadt Süd) eingemeindet. Heute bilden Kornburg und Worzeldorf (mit Kloster Pillenreuth) den mit 1909,39 Hektar flächenmäßig größten Statistischen Bezirk 49.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2005Einwohner 593 716 765 703 693 672 686 696 712 703 742 726 699 666 616 597 584 615 652 870 882 875 954 1584 2814 3474HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 85 96 97 102 102 101 104 120 172 674 Quelle

Ehemalige Ortsvorsteher 1818–1869 1818–1823 Seibold, 1823–1833 Maurer, 1833–1839 Vitztum, 1839–1843 Weiß, 1843–1852 Rascher, 1852–1869 Beppler

Ehemalige Bürgermeister 1869–1972 1869–1871 Schwab, 1871–1876 Maurer, 1876–1882 Erlbacher, 1882–1894 Maurer, 1894–1900 Stefan Meßthaler, 1900–1914 Johann Meßthaler, 1914–1928 Erlbacher, 1928–1938 Stocker, 1938–1943 Johann Mandel, 1943–1945 Friedrich Meßthaler, ?–1948 Rascher, 1948–1972 Christoph Dotzauer

Ortssprecher von Kornburg 1985–2008 Nach der Bayerischen Gemeindeordnung kann in ehemals selbständigen, 1972 eingemeindeten Stadtteilen, die nicht durch einen Stadtrat im Stadtrat von Nürnberg vertreten sind, ein Ortssprecher gewählt werden. Diese Wahl erfolgt in einer eigens dafür einberufenen Bürgerversammlung, aus deren Mitte der Ortssprecher gewählt wird. Die Amtszeit ist identisch mit der des Nürnberger Stadtrats.

Bei der ersten Ortssprecherwahl im Februar 1985 wurde Stefan Kunz zum ersten Ortssprecher Kornburgs gewählt. Bis zum 30. April 2008 nahm Kunz dieses Amt wahr, da er bei den Ortssprecherwahlen in den Jahren 1990, 1996 und 2002 immer wieder mit großer Mehrheit in dieses Amt gewählt wurde. Vorher war Kunz von 1978 bis 1984 Mitglied des Ortsbeirates in Kornburg.

Nach nahezu 30 Jahren kommunalpolitischen Wirkens hatte Stefan Kunz angekündigt, nicht mehr für den Nürnberger Stadtrat und als Ortssprecher zu kandidieren.

Da mit Harald Dix zum 1. Mai 2008 ein Kornburger Bürger als direkter Vertreter in den Nürnberger Stadtrat gewählt wurde, gibt es entsprechend der Bayerischen Gemeindeordnung in der Stadtratsperiode von 2008 bis 2014 keinen Ortssprecher in Kornburg. Harald Dix wurde bei den Kommunalwahlen im März 2014 sowie 2020 erneut zum Mitglied des Nürnberger Stadtrats gewählt.

Stefan Kunz ist seit fast vierzig Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen engagiert, u. a. auch seit über 30 Jahren Vorstandsmitglied und seit mehr als 20 Jahren Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Kornburg-Worzeldorf. In Anerkennung seiner vielen ehrenamtlichen Verdienste wurde er am 12. Dezember 2014 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.

Gerichtssiegel und Wappen Das Gerichtssiegel des Kornburger Richteramtes von 1347 bis 1972 und das Dienstsiegel des selbständigen Marktes Kornburg zeigte im roten Feld drei braune Berge. Aus jedem Berg sprießt eine Kornähre (vielleicht als Bestimmungswort des Ortsnamens). Auf dem höheren Berg steht die Kornburger Burg in ihrer ursprünglichen Form, oben mit zwei Erkern gestaltet. Auf den Turmspitzen weht die schwarz-weiße Flagge der Zollern. Seit der Eingemeindung wird das Wappen vom Ortssprecher und einigen Kornburger Vereinen verwendet.

Kirchengemeinden Evangelisch-Lutherisch mini|Die evangelische St.-Nikolaus-Kirche (2024) Kornburg hat eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde,Unser Gemeindegebiet, auf kornburg.com, abgerufen am 5. November 2020 deren größte Kirche die St.-Nikolaus-Kirche in Kornburg ist.

Ursprünglich wurde 1345 die Kapelle St. Nikolaus erbaut. Die gotische Wehrkirche mit Friedhofsbefestigung wurde um 1425 auf den Grundmauern der abgerissenen Kapelle errichtet. 1632, im Dreißigjährigen Krieg, wurde sie zerstört und 1740 als typische Markgrafenkirche durch eine Stiftung der Rieter von Kornburg wieder aufgebaut.

Vormals wurde die Pfarrei aufgrund einer Stiftung der Gräfin Anna von Nassau († 1353) gegründet und gehörte zum Altdorfer Kirchensatz, den der Pfalzgraf und spätere König Ruprecht der 1386 gegründeten Universität Heidelberg gestiftet hatte. 1526 erwarb die Reichsstadt Nürnberg das Patronat über Kornburg von der Universität Heidelberg. Visitationsberichte aus dem Jahr 1528 bezeugen Konrad Löffler als ersten evangelischen Pfarrer in Kornburg. Obwohl die Landeshoheit in Kornburg zwischen Nürnberg und dem Fürstentum Ansbach strittig war, gehörte die Pfarrei seit 1556 zum markgräflichen Dekanat Schwabach und wurde auch dem 1810 gegründeten bayerischen Dekanat Schwabach eingegliedert, dem sie heute noch angehört. Zum Gemeindegebiet gehören auch die Wendelsteiner Ortsteile Kleinschwarzenlohe mit der Allerheiligenkirche sowie Neuses.

Katholisch mini|Die katholische Kirche Maria-Königin Die katholische Kirchengemeinde Maria-Königin gehört zum Bistum Eichstätt, wurde 1969 zur Pfarrei erhoben und von der Pfarrei St. Nikolaus in Wendelstein abgetrennt. Eine Notkirche existierte in Kornburg seit 1945 unter dem Patrozinium St. Achahildis. Die heutige Kirche in der Seckendorfstraße, von Winfried und Peter Leonhardt, wurde 1959 geweiht.

Veranstaltungen Jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli ist Kärwa in Kornburg. Im Ortszentrum und den umliegenden Wirtschaften gibt es vier Tage lang ein buntes Treiben. Am Kärwa-Samstag findet seit einigen Jahren wieder ein kleiner Kirchweihumzug, mit anschließendem Aufstellen des Kärwabaumes durch die Kornburger Kärwaboum und -Madla, statt.