Beiershausen ist ein Dorf mit etwa 300 Einwohnern in Osthessen etwa 6 km südwestlich von Bad Hersfeld an der Bundesstraße 62 gelegen.

Geographische Lage Die Häuser folgen dem Falkenbach und schmiegen sich an die nordwestlich gelegenen Berghänge des Aulaberges (342,4 m ü. NN), des Mittelberges () und des Langenberges. Südöstlich, jenseits der Bundesstraße und der Bahnstrecke Bad Hersfeld–Treysa, auch „Knüllwaldbahn“ genannt, fließt die Fulda am Ort vorbei. Das bebaute Gebiet liegt auf an der Bundesstraße und steigt bis an den Hängen des Mittelberges an.

Geschichte mini|Das Feuerwehrhaus in Beiershausen mini|Bahnübergang und ehemaliger Haltepunkt Beiershausen mini|Haltepunkt ca. 1959

Ortsgeschichte Beiershausen, ein historisches hessisches Bauerndorf, wurde im Jahre 1332 erstmals urkundlich erwähnt. 1393 verkauften die Adligen von Milnrode, die zur Zeit des Abtes Berthold (1366–1388) hersfeldischen Lehnsbesitz in „Beigershusin“ hatten, das Dorf an Hersfeld „wiederkäuflich“. Im Dreißigjährigen Krieg war Beiershausen „ganz wüst geworden“.

Zum 31. Dezember 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde Beiershausen in die Kreisstadt Bad Hersfeld eingegliedert. Für den Stadtteil Beiershausen wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.

Der Ort lässt auch heute noch erkennen, wie die ersten Siedler die Besonderheiten der Landschaft nutzten. Im Ortskern drängen sich die Höfe eng aneinander und sind doch in ihrer Vielfalt Ausdruck einer bäuerlichen Eigenständigkeit. Das Dorf ist auch heute noch weitgehend in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild erhalten. Die zahlreichen, klar gegliederten Bauernhöfe mit ihren Wirtschaftsgebäuden, Nutz- und Obstgärten, die charakteristischen Straßenräume mit ihren Gängeln und alten Winkeln sind noch heute zu sehen.

Einwohnerentwicklung

Politik Für Beiershausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Beiershausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 65,22 %. Alle Mitglieder gehören der „Beiershausener Liste“ (BL) an. Ortsvorsteher ist seit März 2023 Bernd Rudolph.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Pfaffenwaldfriedhof

1938 wurde das Lager Pfaffenwald als „Reichsautobahnlager“ für die Unterbringung von beim Bau der Asbachtalbrücke beschäftigten Zwangsarbeitern im Pfaffenwald westlich von Beiershausen eingerichtet. Von 1942 bis zum Frühjahr 1945 wurde es dann als Durchgangs-, Sterbe-, Geburten- und Abtreibungslager für ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen genutzt. Die im Lager Verstorbenen wurden von den Lagerinsassen selbst auf einem provisorischen Friedhof im Interessentenwald in den RothäckernZwischen dem Forsthaus Falkenbach im Süden und der Quelle des Wolfsgrabens im Norden (). bestattet.Hohlmann, S. 80 1958/59 legten dann Soldaten der Bundeswehr einen Waldfriedhof () an,„Das Holzkreuz im Walde“, Zeit, 18. Dezember 1958 der 1960/61 von der Hessischen Landesregierung und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vollendet und am 14. Mai 1961 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Beiershausen "Pfaffenwald", Waldfriedhof„Würdiges Erinnern“, in: Hersfelder Zeitung, 9. Dezember 2013

Literatur Susanne Hohlmann: Pfaffenwald: Sterbe- und Geburtenlager 1942–1945. Nationalsozialismus in Nordhessen – Schriften zur regionalen Zeitgeschichte, Heft 2, Hrsg.: Gesamthochschule Kassel, Kassel, 1984, ISBN 3-88122-171-9 (Digitalisat) Das Holzkreuz im Walde. In: Die Zeit Nr. 51/1958, 18. Dezember 1958, abgerufen am 8. Januar 2017

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsbezirk von Bad Hersfeld Kategorie:Ort im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971