mini|Siegelmarke K.Pr. Landrat Kreis Wetzlar Der Landkreis Wetzlar (heute auch Altkreis Wetzlar) war bis 1976 ein Landkreis in Hessen mit Sitz der Kreisverwaltung in Wetzlar. mini|Der Kreis Wetzlar 1905
Geographie Der Landkreis Wetzlar grenzte Ende 1976, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen, den Wetteraukreis, den Hochtaunuskreis, den Landkreis Limburg-Weilburg sowie an den Dillkreis.
Geschichte Der Kreis Wetzlar wurde 1816 im Regierungsbezirk Koblenz der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz) gegründet und bildete bis 1932 eine Exklave der Rheinprovinz.Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Koblenz 1816 (Digitalisat) Der ebenfalls 1816 gegründete Kreis Braunfels wurde 1822 in den Kreis Wetzlar eingegliedert.territorial.de: Landkreis Wetzlar
Am 1. Oktober 1932 fand in Preußen eine Kreisreform statt, die auch den Kreis Wetzlar betraf:§ 92, Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vom 1. August 1932 (Preußische Gesetzsammlung Nr. 43/1932, S. 263) Aus dem Landkreis Biedenkopf wechselten die Gemeinden Fellingshausen, Frankenbach, Hermannstein, Königsberg, Krumbach, Naunheim, Rodheim an der Bieber und Waldgirmes in den Landkreis Wetzlar. Aus dem Kreis Usingen wechselten die Gemeinden Brandoberndorf, Cleeberg, Espa, Hasselborn und Weiperfelden in den Landkreis Wetzlar. Der Kreis Wetzlar wechselte in die preußische Provinz Hessen-Nassau. Der Kreis Wetzlar umfasste seitdem 91 Gemeinden, darunter die drei Städte Braunfels, Leun und Wetzlar.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Kreis zum Land Hessen. Ab 1952 führte der Kreis in Hessen die Bezeichnung Landkreis Wetzlar.
Als der Regierungsbezirk Wiesbaden 1968 aufgelöst wurde, kam der Landkreis Wetzlar zum Regierungsbezirk Darmstadt.
Ab 1967 änderte sich mehrfach die Abgrenzung des Landkreises: Am 1. April 1967 schied die Gemeinde Kinzenbach aus dem Landkreis aus und wurde nach Heuchelheim im Landkreis Gießen eingemeindet. Am 31. Dezember 1971 schieden die Gemeinden Odenhausen und Salzböden aus dem Landkreis aus und wurden nach Lollar im Landkreis Gießen eingemeindet. Am 1. April 1972 schied die Gemeinde Bellersdorf aus dem Landkreis aus und wurde nach Mittenaar im Dillkreis eingemeindet. Am 1. Juli 1974 wechselte die Gemeinde Bischoffen aus dem aufgelösten Landkreis Biedenkopf in den Landkreis Wetzlar. Ebenfalls am 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Altenkirchen und Philippstein aus dem Oberlahnkreis nach Braunfels im Landkreis Wetzlar eingemeindet.
Die Fläche des Landkreises vergrößerte sich hierdurch von ursprünglich 640,2 km² auf 673,7 km².Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1968Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977 Bis Ende 1976 verringerte sich die Zahl der Gemeinden des Landkreises durch weitere Gemeindefusionen auf 47.
Mit Wirkung zum 1. Januar 1977 wurde der Landkreis Wetzlar im Rahmen der Gebietsreform in Hessen aufgelöst: Die Stadt Wetzlar sowie die Gemeinden Atzbach, Dutenhofen, Garbenheim, Hermannstein, Krofdorf-Gleiberg, Launsbach, Lützellinden, Münchholzhausen, Nauborn, Naunheim, Steindorf, Waldgirmes und Wißmar wurden in die neue kreisfreie Stadt Lahn eingegliedert. Die Gemeinde Ebersgöns wurde nach Butzbach im Wetteraukreis eingemeindet. Das übrige Kreisgebiet, in dem gleichzeitig zahlreiche weitere Gemeinden fusionierten, ging im neuen Lahn-Dill-Kreis auf.
Wegen heftiger Proteste seitens der Bevölkerung wurde die Gebietsreform jedoch teilweise wieder rückgängig gemacht. Mit Wirkung vom 1. August 1979 wurde die Stadt Lahn wieder aufgelöst. Der größte Teil des früheren Landkreises Wetzlar mitsamt der wiedererrichteten Stadt Wetzlar sowie der frühere Dillkreis bilden seitdem den Lahn-Dill-Kreis. Der Sitz der Kreisverwaltung ist Wetzlar. Die Gemeinde Biebertal, die bis 1976 zum Landkreis Wetzlar gehört hatte, verblieb nicht im Lahn-Dill-Kreis, sondern kam zum wiedererrichteten Landkreis Gießen.
Zur Wirtschaftsgeschichte siehe auch Lahn-Dill-Gebiet. Für die Rechtsprechung siehe Kreisgericht Wetzlar.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1819 33.030 1828 35.642 1871 44.913 Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 1880 48.867 1890 51.037 1900 54.075 1910 62.112 1925 70.464 1939 90.931 1950 127.379 1960 141.500 1970 157.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1976 161.900
Landräte Friedrich Felix Furkel (1816–1822) Karl Ernst von Ernsthausen (1822, vertretungsweise) Julius von Sparre (1822–1845) Rudolph von Dewitz (1845–1848, auftragsweise) Carl Diesterweg (1848, auftragsweise) Anton Kessler (1848–1850) Wilhelm Friedrich Groos (1850–1859) Ewald von Kleist-Retzow (1858, vertretungsweise) Gustav von Diest (1858–1866) Johann Forster (1866–1867, vertretungsweise) Otto von Helldorff (1867–1874) Bernhard Tieschowitz von Tieschowa (1874–1888) Karl Stackmann (1888–1896) Adolf Goedecke (1896–1900) Wilhelm Sartorius (1900–1929) Konrad Miß (1929–1933) Heinrich Grillo (1933–1941) Johann Bangert (1942–1945) Konrad Miß (1945–1948) August Monzen (1948–1952) Walter Preißler (1952–1954) Hans-Günther Weber (1954–1960) Philipp Schubert (1960–1965) Werner Best (1965–1970) Kurt Wilhelm Sauerwein (1971–1976); abgerufen am 5. April 2011.
Gemeinden Die folgende Tabelle enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Wetzlar angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen. Gemeinde eingemeindetnach Datum derEingemeindung Anmerkungen Ahrdt Hohenahr 1. April 1972 Albshausen Bielhausen 1. Juli 1971 Allendorf Ulmtal 1. Februar 1971 Altenkirchen Hohenahr 1. Januar 1977 Aßlar Atzbach Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Gemeinde Lahnau Bechlingen Aßlar 31. Dezember 1971 Bellersdorf Mittenaar (Dillkreis) 1. April 1972 Berghausen Aßlar 31. Dezember 1971 Bermoll Aßlar 31. Dezember 1971 Biebertal Gründung am 1. Dezember 1970,am 1. August 1979 zum Landkreis Gießen Bielhausen Solms 1. Januar 1977 Gründung am 1. Juli 1971 Bischoffen bis zum 1. Juli 1974 im Landkreis Biedenkopf Biskirchen Leun 31. Dezember 1971 Bissenberg Leun 31. Dezember 1971 Blasbach Hermannstein 31. Dezember 1971 Bonbaden Braunfels 31. Dezember 1971 Brandoberndorf Waldsolms 31. Dezember 1971 Braunfels, Stadt Breitenbach Ehringshausen 1. Januar 1977 Burgsolms Solms 1. Juli 1971 Cleeberg Langgöns 1. Januar 1977 Daubhausen Ehringshausen 1. Januar 1977 Dillheim Ehringshausen 31. Dezember 1970 Dorlar Wetzlar 1. August 1972 am 1. August 1979 zur Gemeinde Lahnau Dornholzhausen Langgöns 1. Januar 1977 Dreisbach Ehringshausen 31. Dezember 1971 Dutenhofen Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar Ebersgöns Butzbach (Wetteraukreis) 1. Januar 1977 Edingen Sinn 1. Januar 1977 Ehringshausen Erda Hohenahr 1. April 1972 Espa Langgöns 1. Januar 1977 Fellingshausen Biebertal 1. Dezember 1970 Frankenbach Biebertal 1. Januar 1977 Garbenheim Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar Greifenstein Greifenthal Ehringshausen 31. Dezember 1971 Griedelbach Waldsolms 31. Dezember 1971 Großaltenstädten Hohenahr 1. Juli 1972 Großrechtenbach Rechtenbach 1. August 1968 Hasselborn Waldsolms 31. Dezember 1971 Hermannstein Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar Hochelheim Hüttenberg 1. August 1968 Hohenahr Gründung am 1. April 1972 Hohensolms Hohenahr 1. April 1972 Holzhausen Ulmtal 1. Februar 1971 Hörnsheim Hüttenberg 1. August 1968 Hüttenberg Gründung am 1. August 1968 Katzenfurt Ehringshausen 1. Januar 1977 Kinzenbach Heuchelheim (Landkreis Gießen) 1. April 1967 Kleenheim Langgöns 1. Januar 1977 Gründung am 31. Dezember 1971 Kleinrechtenbach Rechtenbach 1. August 1968 Kölschhausen Ehringshausen 1. Januar 1977 Königsberg Biebertal 1. Dezember 1970 Kraftsolms Waldsolms 31. Dezember 1971 Krofdorf-Gleiberg Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Gemeinde Wettenberg Kröffelbach Waldsolms 31. Dezember 1971 Krumbach Biebertal 1. Dezember 1970 Laufdorf Schöffengrund 31. Dezember 1971 Launsbach Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Gemeinde Wettenberg Leun, Stadt Lützellinden Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Gießen Mudersbach Hohenahr 1. Januar 1977 Münchholzhausen Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar Nauborn Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar Naunheim Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar Neukirchen Braunfels 31. Dezember 1971 Niederbiel Solms 1. Januar 1977 Niedergirmes Wetzlar 1. April 1903 Niederkleen Kleenheim 31. Dezember 1971 Niederlemp Ehringshausen 1. Januar 1977 Niederquembach Schöffengrund 31. Dezember 1971 Niederwetz Schöffengrund 31. Dezember 1971 Oberbiel Bielhausen 1. Juli 1971 Oberkleen Kleenheim 31. Dezember 1971 Oberlemp Aßlar 31. Dezember 1971 Oberndorf Solms 1. Juli 1971 Oberquembach Schöffengrund 31. Dezember 1971 Oberwetz Schöffengrund 31. Dezember 1971 Odenhausen Lollar (Landkreis Gießen) 31. Dezember 1971 Rechtenbach Schwingbach 31. Dezember 1971 Gründung am 1. August 1968 Reiskirchen Hüttenberg 1. Januar 1977 Rodheim-Bieber Biebertal 1. Dezember 1970 Salzböden Lollar (Landkreis Gießen) 31. Dezember 1971 Schöffengrund Gründung am 31. Dezember 1971 Schwalbach Schöffengrund 31. Dezember 1971 Schwingbach Hüttenberg 1. Januar 1977 Gründung am 31. Dezember 1971 Solms Gründung am 1. Juli 1971 Steindorf Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Stadt Wetzlar Stockhausen Leun 31. Dezember 1971 Tiefenbach Braunfels 31. Dezember 1971 Ulm Ulmtal 1. Februar 1971 Ulmtal Greifenstein 1. Januar 1977 Gründung am 1. Februar 1971 Vetzberg Biebertal 1. Dezember 1970 Vollnkirchen Schwingbach 31. Dezember 1971 Volpertshausen Hüttenberg 1. Januar 1977 Waldgirmes Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Gemeinde Lahnau Waldsolms Gründung am 31. Dezember 1971 Weidenhausen Schwingbach 31. Dezember 1971 Weiperfelden Waldsolms 31. Dezember 1971 Werdorf Aßlar 1. Januar 1977 Wetzlar, Stadt Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 als Stadt wiedererrichtet Wißmar Lahn 1. Januar 1977 am 1. August 1979 zur Gemeinde Wettenberg
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WZ zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1976 ausgegeben. Für das Gebiet der Sonderstatusstadt Wetzlar wurde es am 1. Juli 2012 wieder eingeführt. Seit dem 16. August 2021 ist es im Lahn-Dill-Kreis erhältlich.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliger Landkreis in Hessen Kategorie:Ehemaliger Landkreis in der Rheinprovinz Kategorie:Ehemaliger Landkreis in der Provinz Hessen-Nassau Kategorie:Geschichte (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Geschichte (Mittelhessen) Landkreis Wetzlar Landkreis Wetzlar