Die Rosenheim-Cops ist eine deutsche Fernsehserie der Bavaria Fiction GmbH im Auftrag des ZDF. Die Vorabend-Krimiserie spielt im Chiemgau und in Rosenheim.

Konzept Das Konzept der Serie setzt auf den Gegensatz zwischen einem alteingesessenen oberbayerischen Ermittler und einem Kollegen oder einer Kollegin aus der Großstadt, der oder die aus unterschiedlichen Gründen in Rosenheim ihren Einsatz hat. Das neue Mitglied des Rosenheimer Kommissariats wird immer sehr herzlich aufgenommen und schnell integriert.

Zu Beginn jeder Folge steht meist das Auffinden einer ermordeten Person, was den Kommissaren meistens durch Frau Stockl mit den zu Kult gewordenen Worten „Es gaabat a Leich!“ (‚Es gäbe eine Leiche!‘) mitgeteilt wird. Häufig wird dadurch der jeweils auf dem Hofer’schen Bauernhof wohnende Hauptkommissar beim Frühstück mit Marie Hofer gestört, woraufhin dieser sich genötigt sieht, mehr oder weniger schnell alles stehen und liegen zu lassen und sich zum Tatort zu begeben. Im Verlauf der Serie entstanden mehrere Varianten dieser Anfangsszenen wie Szenen im Kommissariat, die die parallel zur Mordermittlung erzählte Geschichte, die für den leicht komödiantischen Charme der Serie sorgt, einleiten.

Die anschließenden Ermittlungen der Kommissare wie die Besichtigung des Tatorts und die Befragung von Zeugen finden in Rosenheim und Umgebung statt und zeigen die Schönheiten der oberbayerischen Architektur und Landschaften, meist unter blau-weiß strahlend schönem Himmel. Durch diese Ortswahl können oberbayerische Klangfärbungen und Redewendungen in die Serie eingebracht werden. Nicht nur bei den Zeugenbefragungen geschieht dies, sondern auch und vor allem durch die von Beginn der Serie an mitspielenden Figuren der Miriam Stockl und des Michael Mohr. Erstere spricht durchgängig ein allerdings für den Zuschauer leicht verständliches, weil „stark entschärftes Oberbayerisch“. Bei manchen Zeugenbefragungen helfen die bayerischen Kommissare den „hochdeutschen“ Kollegen und somit auch dem nördlich ansässigen Zuschauer mittels Übersetzung einiger typisch bayerischer Wörter und Redewendungen ins Hochdeutsche.

Das Spannungsmerkmal erfährt die Serie durch die gegen Ende überraschende Wendung mittels der Ermittlungen, sodass sich die bisherigen Hauptverdächtigen als unschuldig herausstellen, während mit dem tatsächlichen Täter oder der Täterin der Zuschauer nicht gerechnet hat. Die Festnahme findet meist im Verhörraum des Kommissariats statt und hat den Standardsatz eines der Kommissare „Sie sind vorläufig festgenommen wegen des dringenden Verdachts Herrn/Frau … ermordet zu haben“ zur Folge sowie die Anweisung an den Polizeimeister, den Täter abzuführen. POM Mohr führt dies mit der Kult gewordenen Aufforderung an den Täter „Wenn Sie bitte mitkommen möchten!“ aus. Die Schlussszene ist ein Witz oder eine ironische Bemerkung der Kommissare, die Bezug nimmt auf die erzählte Folge.

Ein weiteres Merkmal der Serie ist eine zur Kriminalgeschichte parallel erzählte Geschichte. Diese ist von leicht komödiantischer Natur und betrifft meist eine oder zwei der Hauptpersonen der Serie. In der Art eines Running Gags führt diese zu vielerlei verzwickten und amüsanten Situationen, die die oder der Betreffende naturgemäß weniger spaßig findet. Zum Ende, noch vor dem Abschluss der Ermittlungen den Mord betreffend, klärt sich hier alles zum Positiven auf.

Figuren und Handlungshintergrund Kommissare Als Kommissare ermittelten anfangs Kriminalhauptkommissar Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger) und Kriminalhauptkommissar Ulrich Satori (Markus Böker).

Die beiden jeweiligen Hauptkommissare weisen sich stets mit einem aufklappbaren Etui aus, in dem sich ein Polizeidienstausweis und eine Dienstmarke befinden, die jedoch fälschlich durch einen Mützenstern der bayerischen Polizeiuniform dargestellt wird. Hofers Markenzeichen ist in den frühen Folgen ein Handy der ersten Generation. Er betreibt nebenbei mit seiner Schwester einen Bauernhof. Für ihn ergibt sich die ständige Schwierigkeit, seine Pflichten als Beamter und als Nebenerwerbslandwirt unter einen Hut zu bringen. Die Aufgaben auf dem Hof führen vielfach zu Komplikationen im dienstlichen Alltag, was einen dramaturgischen Clou ergibt. Eine Art „Running Gag“ ist die Unordnung auf seinem Schreibtisch.z. B. Staffel 2, Schwesternliebe

Hofer war zwischen 2012 und 2013 in besonders auffälliger Weise in verschiedenen Folgen nicht mehr zu sehen. Hintergrund waren mehrere Beinverletzungen, derentwegen Joseph Hannesschläger beruflich pausieren musste.Der rockende Rosenheim-Kommissar. bei ovb-online.de, abgerufen am 22. August 2017. Für die Serie wurde er in den betreffenden Folgen durch Gastkommissare ersetzt, während Hofer dann für die EU oder den Bauernverband unterwegs war. Auch wurde er etwas beiläufig als Aushilfe in Aschaffenburg und Bamberg erwähnt. Anfang Oktober 2019 gab der Darsteller Joseph Hannesschläger seinen Ausstieg aus der Serie bekannt. Der Grund dafür war eine Krebserkrankung (neuroendokriner Tumor). Er war in der Folge 453 (17. März 2020) letztmals als Korbinian Hofer zu sehen. Dabei wurde erwähnt, dass er zur Leitung einer Abschlussklasse von Polizeischülern nach Husum fahren werde.

Korbinian Hofers Schwester Marie Hofer (Karin Thaler) hält die Stellung auf dem Bauernhof. Sie arbeitete außerdem zunächst als Aushilfskraft im Rosenbräu und wurde in Staffel 4 in den Stadtrat gewählt. Ihre Tätigkeit als Kommunalpolitikerin, vorzugsweise in der Musikakademie, bringt sie seitdem oft in Kontakt mit Gert Achtziger, dem Vorgesetzten ihres Bruders. Ihre Aktivitäten lassen ihr aber andererseits weniger Zeit für die Hofarbeit. Es ergeben sich häufig Spannungen mit ihrem Bruder, die sich aber stets im Guten auflösen. Marie Hofer wird insbesondere von Achtziger sehr geschätzt, und als Gegenleistung für die Reden, die sie für ihn verfasst, stellt er ihren Bruder für die sonst liegenbleibende Hofarbeit frei. Marie Hofer hat einen Sohn,

Vincent (Thomas Stielner), der nach 6 Staffeln unerklärt ausstieg.

Der aus München stammende Ulrich Satori, der während seiner Dienstzeit als Mieter auf dem Hofer-Hof wohnte, wurde als eleganter und charmanter Frauenheld skizziert, aber auch als penibler Arbeiter, der beispielsweise seine Eindrücke am Tatort auf ein Diktaphon spricht. Der Grund für seine Versetzung nach Rosenheim war ein verpatzter Einsatz beim bayerischen LKA. Nach einiger Zeit bei der Rosenheimer Mordkommission wurde er nach München zurückversetzt und verließ nach insgesamt 54 Folgen und 4 Staffeln Rosenheim endgültig.

Seine Nachfolge trat in Folge 55 Kriminalhauptkommissar Christian Lind (Tom Mikulla) aus Göttingen an. Er wurde nach Rosenheim strafversetzt, da er mit unbestechlicher Hartnäckigkeit die Machenschaften des stellvertretenden Polizeichefs von Göttingen aufgedeckt hatte. Nach vier längeren Staffeln schied er 2009 vorläufig aus der Serie aus und ging nach Hamburg, von wo aus er immer mal wieder als Vertretung nach Rosenheim entsandt wurde. Seine Nachfolge trat in Folge 140 Kriminalhauptkommissar Sven Hansen (Igor Jeftić) an, der sich aus Hamburg nach Rosenheim versetzen ließ. Grund war, seinem reichen und einflussreichen Vater, einem reichen Reeder, und dessen Einmischung in sein Privat- und Berufsleben zu entkommen. Er ist begeisterter Segler und daher oft am Chiemsee anzutreffen. Da er im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht bereit ist, die Abwesenheit Hofers durch Mehrarbeit auszugleichen, war beider Verhältnis am Beginn durch Spannungen gekennzeichnet, die sich aber im Laufe der folgenden Staffeln befriedeten. Hansen wird im Laufe der Staffeln dafür bekannt, den Satz „Ich hatte mal’n Fall in Hamburch“, der auf seine alte Arbeitsstelle hinweist, des Öfteren an spannenden Stellen zu verwenden, welcher dann meist rein zufällig durch den Raum betretende Personen oder den Gesprächspartner beendet wird. In der Folge 70 Die Gattin des Anwalts spielte Igor Jeftić zuvor die Rolle des Fitness-Trainers Miguel Schneider und wurde später als Hauptdarsteller eingebaut. Ende 2009 pausierte Hansen für sieben Folgen wegen eines größeren Segeltörns und Christian Lind kehrte kurzzeitig zurück..

In den Staffeln 6 bis 10 wurde Korbinian Hofer in 24 Folgen durch den auswärtigen Kriminalhauptkommissar Florian Prantl (Andreas Giebel) aus Straubing vertreten, der zwar kostenlos auf dem Hof bei Marie Hofer wohnte, aber dafür größere Hilfsarbeiten, wie den Hühnerstall reparieren oder etliche Ster Holz stapeln, übernehmen musste. In Staffel 8, bei seinem zweiten Einsatz in Rosenheim, versuchte er eine kleine Pension zu finden, bevor Marie Hofer ihn wieder zu diesem Arrangement „einladen“ konnte, aber diese empfing ihn bereits am ersten Tag in Rosenheim vor dem Büro von Frau Stockl mit dem Hofschlüssel in der Hand. Da Prantl sich nicht traute, Marie Hofer abzusagen, blieb er in dem Dilemma stecken, als Ersatz für ihren Bruder die Hofarbeiten erledigen zu müssen. Auch seinem Versuch, für die Unterbringung auf dem Hof stattdessen zu zahlen, erwehrte sich Marie Hofer geschickt. Entsprechend versuchte Prantl es mit kleinen Schwindeleien, Vorwänden und anderen Entschuldigungen, die ihm aber meist misslangen. Als er jedoch einmal sein Versprechen gab und die Hofarbeit tatsächlich nicht machen konnte, engagierte er statt seiner eine teure ländliche Hilfskraft. Prantls Arbeit als Kommissar zeichnete sich durch sein Einfühlungsvermögen, sein Bauchgefühl und seinen Blick für das Detail aus. Oft gelang es ihm, mit seiner empathischen Zeugenbefragung mehr Informationen als sein Kollege in Kenntnis zu bringen. Kommissar Prantl hegte große Sympathie für die Gerichtsmedizinerin Dr. Kern, die auf Gegenseitigkeit beruhte. So unternahmen die beiden bei Prantls Einsatz in Rosenheim häufig zusammen nach Feierabend etwas, wie Tanzen, Essen gehen oder ähnliches. Anfangs versuchte Prantl, dies geheim zu halten, um Tratsch zu vermeiden. Allerdings gelang das im Verlauf nur bedingt. Unabhängig davon gab Prantl in Staffel 10 der Liebe wegen seinen Abschied als Kommissar in Rosenheim.

Im Rahmen eines Austauschprogramms mit der Polizei Bielefeld kam 2008 für fünf Folgen Kriminalkommissar Torsten Voß (Robert Lohr) als Vertretung für Lind nach Rosenheim. Er fand sofort an Marie Hofer Gefallen. Weil das auf Gegenseitigkeit beruhte, gingen sie für die Zeit seiner Anwesenheit in Rosenheim eine Liebesbeziehung ein.

Seit Folge 129 war Tobias Hartl (Michael A. Grimm) vom Dezernat für Diebstahl immer häufiger bei der Mordkommission anzutreffen, bei der er zuerst in verschiedenen Fällen zu Rate gezogen wurde und dann seit Folge 161 öfter auch vertretungsweise als Ermittler zu sehen war, um, anstelle von Hauptkommissar Prantl aus Straubing, den immer wieder einmal abwesenden Hofer zu vertreten. Da Hartls Frau während einer dieser Vertretungszeiten längere Zeit in Kur oder krank war, ergab sich die Möglichkeit, seine Anwesenheit auf dem Bauernhof der Familie Hofer immer wieder zu verlängern. Michael A. Grimm war bereits in den Folgen 32 Zoff im Kuhstall als Beamter der Spurensicherung und 121 Bis dass der Tod sie scheidet (in einer Episodenrolle als Schreiner Walter Reitmann, Bruder des Opfers) zu sehen und wurde später in die Rolle einer Hauptperson hinaufgehoben.

In den Folgen 221 bis 223 (Staffel 11) tritt Kommissarsanwärter Ludwig Loibl (Stephan Zinner) aus Garmisch-Partenkirchen an der Seite von Stadler und Hansen erstmals in Erscheinung. Er ist stets hochmotiviert und immer bereit, den Kommissaren zu helfen, wobei er gelegentlich als etwas zu übereifrig und tollpatschig dargestellt wird und damit sowohl Stadler als auch Hansen schnell aus der Ruhe bringt. In den Folgen 241 und 242 ermittelt er nochmals an der Seite von Hauptkommissar Stadler, um seine bestandene Kommissarsausbildung im Präsidium kundzutun, in späteren Folgen wird er aber nicht mehr berücksichtigt.