Mödling ist eine Stadtgemeinde mit  Einwohnern (Stand: ) und Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks in Niederösterreich.

Mödling liegt 15 Kilometer südlich des Zentrums von Wien und bildet durch das Zusammenwachsen mit den meisten Nachbargemeinden heute einen südlichen Arm der Wiener Agglomeration. Ebenfalls bildet Mödling einen Übergang zwischen dem südöstlichen Rand des Wienerwalds bzw. der östlichen Voralpen und dem westlichen Rand des Wiener Beckens. Als solches ist Mödling Teil des karstigen Naturparks Föhrenberge sowie nordwestlicher Teil des niederösterreichischen Industrieviertels.

Mödling wird heute als Babenbergerstadt bezeichnet, da es mit der Burg Mödling einst Sitz einer Nebenlinie der Babenberger war.

mini|Altes Rathaus (14./16. Jh.) und Posthof am Schrannenplatz

Ortsname Der Ortsname wandelte sich im Laufe der Zeit von medilihha (903 n. Chr.) über Medelikch und Medling zu Mödling. Die Wurzeln des Namens stammen aus dem Slawischen und somit spätestens aus der Awarenzeit in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends um 800; bezeichnet wird damit entweder ein Grenzbach oder ein langsam rinnendes Gewässer (wörtlich: träger Fluss), wahrscheinlich mit Bezug auf eine entsprechende Siedlung nahe dem heutigen Josef-Hyrtl-Platz.

Mödling, das 1910 das Zentrum des größten Bezirks der israelitischen Kultusgemeinde in Niederösterreich war, wurde im Jiddischen als mdljng gesprochen, wobei die Schreibweise unklar ist.

Geografie Mödling gehört zu Niederösterreich und ist Teil von dessen Industrieviertel sowie des südlichen Ballungsraums von Wien. Mödling befindet sich relativ zentral im west-ost ausgerichteten Bezirk Mödling, dessen Verwaltungssitz es ist.

Die Gemeinde liegt einerseits mit ihren Hügeln im östlichen Wienerwald und gehört andererseits mit ihrem Weinbaugebiet zur Thermenregion im westlichen Hanggebiet des Wiener Beckens.

mini|Die karstige Mödlinger Klausen gesehen vom Ende der Klausen und Kalenderberg, gegenüber dem Frauenstein, Richtung der Brühl, mit der Burgruine Mödling und Husarentempel im Hintergrund und Teile der ehem. Weisleinmühle im Vordergrund

Durch Mödling fließt der Mödlingbach, der in der Gemeinde Wienerwald entspringt und bei Achau in die Schwechat mündet. Die westliche Hälfte des Gemeindegebietes ist geprägt durch bewaldetes Hügelland. Diese mit den natürlich in Mödling vorkommenden Schirmföhren bewachsenen karstigen Hügeln, der „Unterösterreichischen Schweiz“, gehören zum Naturpark Föhrenberge (Teil des Biosphärenparks Wienerwald) und sind mit Bauten wie dem weit sichtbaren Husarentempel Teil des im 19. Jahrhundert angelegten Liechtensteinischen Landschaftsparks. Die östliche Hälfte des Stadtgebiets liegt im Flachland des Wiener Beckens, wobei am Übergang der zwei topographischen Hälften, an den Hängen der Hügel, trotz starker Urbanisierung, weiterhin Weingärten um den Eichkogel (ehem. auch Wartberg) und im Weinbauschutzgebiet am Fuße des Jennyberg, sowie Heurigenlokale des alten Weinbauorts zu finden sind. Die warmen Kalkböden und der Einfluss des pannonischen Klimas erlauben den Anbau von Weißburgunder, Chardonnay, Pinot noir und St. Laurent.

Der Siedlungsraum ist von Westen nach Osten geographisch durch die Vorderbrühl, die Hanglagen in Richtung Wiener Becken (Ortskern mit Altstadt, Neusiedlergebiet, Jakob-Thoma-Viertel) und durch das beginnende Flachland jenseits der Südbahngleise (Neu-Mödling/Schöffelvorstadt) unterscheidbar. Diese Siedlungsräume werden durch den Mödlingbach und eine West-Ostverkehrsachse (B11 Mödlinger Straße) aus Brühler-, Haupt- und Wiener-/Neudorfer-Straße verbunden und nur von der historischen Altstadt mit alten Bürgerhäusern und einer Fußgängerzone unterbrochen. Mit der Altstadt als gemeinsamem Knotenpunkt bilden entlang der Hanglagen Enzersdorfer- und Neusiedler-Straße eine Nord-Süd-Achse.

Städtische Grenzräume und Topographie mini|Burgruine Mödling über der Meiereiwiese am Ende der Klausen an der Vorderbrühl und unterhalb des Husarentempels. Als Teil des Liechtensteiner Landschaftsparks (Unterösterreichische Schweiz) war dies ein beliebter Ausflugsort für Kultur und Politik im 19. Jahrhundert, insbesondere zur Biedermeier (z. B. Beethovens Elf Mödlinger Tänze bzw. Elf Wiener Tänze) und dem Wiener Kongress. Im Westen liegt in den Wienerwaldhügeln die Gemeinde Hinterbrühl, welche an die heuteVorbereitung der Vereinigung von Mödling, Klausen und Vorderbrühl. – zu Mödling gehörende Vorderbrühl grenzt. Die Vorderbrühl liegt im Brühltal und ist durch die Klausen mit dem Rest von Mödling verbunden. Die Klausen ist ein enges mit ehemaligen Mühlen gespicktes Talstück und ein Verkehrskorridor, wo am Übergang mit der Vorderbrühl auf der südlichen Talseite auf dem Teuferstein (auch Teufelstein), einem Ausleger des Frauenbergs, auf dem die Burgruine Mödling steht. Der Frauenberg setzt sich durch den Frauenstein fort (auch historisch Maa Berg; mit den Teilen des Frauenstein, von Westen: Halderberg, Efeugrat bzw. 1839 Kanzel, Erikagrat, Glocknergrat und Johannes Ruhe) verläuft entlang der gesamten südlichen Talseite und ist mit dem Efeugrat für Kletterer ein beliebtes Ziel. Die nördliche Talseite der Klausen wird vom Kalenderberg (auch Liechtenstein genannt, da an dessen Ausleger nordseitig die Burg Liechtenstein liegt) und von dessen Jordankanzel gesäumt. An ihrer Mündung ins Mödlinger Flachland wird die Klausen überquert von der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung, und zwar in Form eines gemauerten Aquädukts. Auf den schroffen Felsen der Klausen wachsen die seltenen, aber für Mödling typischen Schirmföhren (Pinus nigra var. austriaca) und tragen zum Charme als „Unterösterreichische Schweiz“ und zur Beliebtheit des Tals als vielseitiges Naherholungsgebiet seit dem Biedermeier deutlich bei.

mini|Am Karstgestein der Klausen und des Anningers, der sogenannten „Unterösterreichischen Schweiz“, wächst die nur hier beheimatete und bedrohte, sowie geschützte Mödlinger Feder-Nelke und hat am Frauenstein östl. des Naturfreundekreuz („Wackelkreuz“) ein Naturdenkmal

Im Südwesten liegt das Mödlinger Waldgebiet (Mödlinger Forst oder Stadtwald, ehemals Liechtensteiner Forst) auf den nördlichen Ausläufern des Anningers. Der Wald ist im Stadtbesitz, inklusive der bewaldeten Hänge vom Kalenderberg zur Klausen und auch der Jubiläumspark am und um das Mödlinger Kobenzl. Der Stadtwald grenzt im Westen an die Brühl, bzw. durch den Phönixberg (auch Pfennigstein) des Kleinen Anningers und Husarentempel (Hohe Riesel) zunächst an die Hinterbrühl. Östlich unterhalb des Husarentempel liegt die Vorderbrühl von Mödling, sowie die Meiereiwiese, um diese macht der Forst einen Bogen über den Matterhörndl-Fels (des Brenntenberg), Drachenstein, Alexandraberg und bis zum gegenüber vom Husarentempel gelegenen Teuferstein (od. Teufelstein), auf dem die Burgruine Mödling thront. Hinter letzterer läuft der Mödlinger Forst über den Frauenberg und Frauenstein (auch historisch Maa Berg; mit den Teilen des Frauenstein, von Westen: Halderberg, Efeugrat bzw. 1839 Kanzel, Erikagrat, Glocknergrat und Johannes Ruhe), mit dessen südlicher Felswand der Rauhen Platte, und der Goldenen Stiege (im oberen Teil auch als Steinerne Stiege, 1839, oder Pürkweeg) Richtung Wiener Becken und Mödlinger Hauptsiedlungsgebiet aus. Gegen Süden setzt sich der Rand des Forsts über den die Goldene Stiege flankierenden Jennyberg (mit dessen Silberberg Dolomit-Steinbruch, 1610) und der Friedrichshöhe (mit der Friedrichswand am Rehgraben) entlang der Grenze mit Gaaden bis zum Prießnitztal (ehem. Wind Tal) fort und geht mit dem Eichkogel (ehem. Wartberg) in Weingärten über. Westlich dieser natürlichen Grenze, in den Forst hinein, südlich der Goldenen Stiege und südöstlich der Meierei, setzt sich der Mödlinger Forst oberhalb des Rehgrabens mit der Friedrichswand um die ehemalige Breite Föhre fort. So dehnt sich dort der Forst zunehmend als Mischwald beim Lackenschlag und der Sulzwiese vorbei aus, einerseits Richtung Anninger, bis zur Abzweigung rückwärtig zum Alexandraberg und Husarentempel kurz vor dem Hängenden Stein, und andererseits auf einer Hochebene westlich oberhalb und parallel vom Rehgraben und Prießnitztal, in Richtung Richardshof in Gumpoldskirchen.

mini|Die ehemalige beliebte Breite Föhre, am Weg zwischen Goldener Stiege und Anninger, repräsentativ für den Mödlinger Forst als Teil des Liechtensteiner Landschaftsparks bzw. heutigen Naturparks Föhrenberge, hinten links der Eichkogel jenseits des verdeckten Prießnitztals, flankiert durch einen Blick ins Wiener Becken bei Mödling, und rechts die Hochebene zwischen Rehgraben (vorne) und Prießnitztal (1838)

Im östlichen Süden grenzt Mödling an Guntramsdorf, zunächst noch mit dem Mödlinger Forst um das östlich der Breiten Föhre gelegene Prießnitztal und dann mit dem Eichkogel, der eine besondere Fauna und Flora aufweist. Das Guntramsdorfer Gebiet ist dort unbewohnt, erst darüber hinaus im sich dort ausbreitenden Weinanbaugebiet am Fuße des Anningers erreicht man dann Gumpoldskirchen. Das bewohnte Guntramsdorf erreicht man südöstlich an der Ostflanke des Eichkogels.

Im Südosten geht das Siedlungsgebiet auf dem Griesfeld und weiters auf der Wiener Neudorfer Haide über Wiener Neudorf nach Laxenburg und Guntramsdorf in das Industriezentrum Niederösterreich Süd über.

Im Osten ist Mödling mit Wiener Neudorf (Richtung Biedermannsdorf und Laxenburg) verwachsen.

Im Norden mit Maria Enzersdorf (Richtung Wien) zusammengewachsen, verläuft die Gemeinde entlang der gemeinsamen Grenze von Ost nach West zunächst über das Große Steinfeld und die dort situierte Südstadt und anschließend zur Altstadt der Gemeinde über die nördliche Fortsetzung der Osthänge der Wienerwaldhügel (beginnend mit dem Lerchenhügel nördlich der unteren Altstadt, siehe Lerchengasse) bis schlussendlich über Liechtenstein hin zur Hinterbrühl.

Wasser mini|Mödlingbach beim Kurpark, am Anfang der karstigen Klausen unterhalb dem Aquädukt der Wiener Hochquellleitung und Johannes Ruhe am Frauenstein, mit Blick auf den Kalenderberg mit dem Schwarzen Turm, in einer alten Ansicht inkl. der ehemaligen Hinterbrühl-Tramway (die weltweit erste im Dauerbetrieb geführte elektrische Straßenbahn im engeren Sinn).

Gewässer sind zu finden neben dem früher viel von Mühlen genutzten Mödlingbach, an den Rändern der Meiereiwiese (Salamander-Laichtümpel am Westrand und Pepi's Märchenteich am Ostrand), das Feuchtbiotop und Naturdenkmal am Bahndamm gegenüber dem Biotopkomplex „Figur“, und zu Beginn des Prießnitztals ein Feuchtbiotop mit drei Teichen.

Das Prießnitztal (ehem. Wind Tal) birgt außerdem die Quellen für das heutige Hochbehälterbecken des Mödlinger Wasserwerks. Im Verlauf des Tals wurde bereits zur Römerzeit ein Brunnen gesetzt (wahrscheinlich eine Pferdetränke), und spätestens 1610 eine hölzerne aus „Rörprun“ unterhalb des Prießnitztals gelegene Wasserleitung gebaut. Die Wasserversorgung der Gemeinde wird weiters durch Bezug aus Moosbrunn sowie zusätzlich durch einen Tiefbrunnen am Gebiet der Meiereiwiese gesichert.

Das Prießnitztal speiste auch im 19. Jahrhundert die Kaltwasser-Kuranstalt nach Vinzenz Prießnitz, welche dem Tal ihren heutigen Namen gab. Weiters bestanden in Mödling in der Vergangenheit auch noch andere Quellenbäder und Teiche. So speiste das Prießnitztal einen unmittelbar westlich dem heutigen Stadtbad im 17. Jahrhundert existenten Mödlinger Teich (gespeist durch die „Rörpruner“-Leitung, siehe Burgfriedenplan 1610), und nach dessen Auslass und verbleibenden Gerinne (beginnend an der heutigen Gasse zwischen Neusiedlerstraße und Gärtnergasse 10, Richtung Bahndamm Feuchtbiotope bzw. Guntramsdorfer Teiche) säumten die Neusiedlerstraße Bäder (z. B. bis 1954 das Schwarzsche Bad mit Strand, Neusiedlerstraße 30).

Geologie