Der Berliner Luisenstädtische Bildungsverein war ein sozial- und kulturgeschichtlich ausgerichteter Verein, der von 1991 bis 2014 existierte und dessen Hauptziel die Erforschung und Verbreitung der Geschichte Berlins und Brandenburgs war.
Geschichte Der Luisenstädtische Bildungsverein wurde am 29. Mai 1991 gegründet.Sven Jansen: Luisenstädtischer Bildungsverein – 15 Jahre im Dienste Berlins. In: Kultstral, Nr. 34, Juli/August 2006.Ein Kurzporträt. Luisenstädtischer Bildungsverein Gründer und Geschäftsführer war der Philosoph und Historiker Hans-Jürgen Mende,Lothar Heinke: In: Der Tagesspiegel, 2. Februar 2009 ein Mitbegründer der Historiker Kurt Wernicke.Andreas Gandzior: Berlin streicht Lehrstuhl für die eigene Geschichte. In: Welt am Sonntag, 18. November 2007 Der Name Luisenstadt sollte zum Ausdruck bringen, dass sich der Verein der Berliner Aufklärung verbunden fühlte und, davon abgeleitet, sich die Prinzipien der Toleranz zu eigen machte: Die Berliner Luisenstadt war einmal geprägt von Deutschen, Hugenotten und Böhmen. Nach dem Fall der Mauer setzte sich der Verein dafür ein, das Zusammenleben und Zusammenwachsen der Deutschen in Ost und West zu begleiten und zu fördern.
Der Verein veranstaltete Vorträge und Führungen, hielt einen Historischen Informationsdienst bereit, betrieb eine Berlingeschichtliche Datenbank, richtete eine Berlin-Bibliothek ein und gab von April 1992 bis Juni 2001 die Berlinische Monatsschrift heraus. Er finanzierte seine Mitarbeiter über öffentliche Förderprojekte, in den 1990er Jahren waren bis zu mehrere hundert Mitarbeiter eingebunden. 2008 umfasste das online-Lexikon ein Straßennamen-Verzeichnis mit 14.000 Einträgen, umfangreiche Bezirkslexika für Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf sowie eine Berliner Chronik mit 27.000 Lemmata und die Porträts von 183 Bürgermeistern seit dem Mittelalter.
Unmittelbar vor Weihnachten 2008 nahm der Vorstand des Vereins sein gesamtes Internetangebot vom Server. Lediglich die Hauptseite blieb aktiv, die Maßnahme wurde mit dem Ausbleiben der finanziellen Förderung durch den Berliner Senat begründet.fü: Bildungsverein muss Berlin-Lexikon aus dem Internet nehmen. In: Die Welt, 27. Dezember 2008. Seit 2007 fehlten dem Verein die Fördermittel des Senats und der Bundesanstalt für Arbeit für „ABM-Maßnahmen“. Mende bat Anfang 2009 den damaligen Bürgermeister Wowereit um eine finanzielle Unterstützung für verschiedene stadthistorische Publikationen. Bis 2006 waren etwa 40.000 bis 50.000 Fotos von Berlin digitalisiert worden, doch wegen fehlender Mittel konnten die Bilder bisher nicht hochgeladen werden.
Mitte Juli 2009 konnten die Datenbanken des Servers durch eine Vereinbarung mit der kaupert media gmbh wieder für das Netz freigeschaltet werden. Die kaupert media gmbh hat den kompletten Datenbestand des bisherigen Internetangebots des Luisenstädtischen Bildungsvereins übernommen und arbeitete an einem gemeinsamen Internetauftritt unter der Adresse berlin.kauperts.de. kaupertmedia.de, 15. Juli 2009 Kauperts rettet Luise – Berühmtes Berlin-Archiv vor Schließung bewahrt. openpr.de, 15. Juli 2009
2014 beschloss die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins zum Jahresende und folgerichtig wurde er am 31. Dezember 2014 aufgelöst.Newsletter Nr. 12/2014 des Vereins für die Geschichte Berlins; abgerufen am 21. August 2015. Den Bestand der umfangreichen Bibliothek hat der Verein für die Geschichte Berlins in seine Bibliothek übernommen.
Werke Eine Auswahl von in der Edition Luisenstadt erschienenen sowie herausgegebener Werke:
Weblinks Luisenstädtischer Bildungsverein e. V. Publikationen der Edition Luisenstadt In: Kultstral. Das Stralauer Webmagazin, Nr. 34, Juli/August 2006 (nach unten scrollen) Berlinische Monatsschrift (neue Reihe)
Einzelnachweise
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