Star Trek: Raumschiff Voyager ist die fünfte (als Realfilm vierte) im Star-Trek-Universum angesiedelte Fernsehserie. Sie wurde zwischen 1995 und 2001 in sieben Staffeln produziert. Die Serie handelt von der Reise der USS Voyager, die am anderen Ende der Galaxie gestrandet ist und sich durch unbekanntes Gebiet auf den Weg nach Hause macht.
Voyager war die erste Star-Trek-Serie mit einem weiblichen Captain in der Hauptrolle: Captain Kathryn Janeway. Voyager behandelte im Gegensatz zu Star Trek: Deep Space Nine wieder mehr Themen, die auch die früheren Star-Trek-Serien Raumschiff Enterprise und Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert geprägt hatten, wie zum Beispiel die Entdeckung fremder Zivilisationen.
Inhalt
Zeit der Handlung Staffel Sternzeit Jahr 1 48XXX 2371 2 48XXX/49XXX 2371–2372 3 50XXX 2373 4 51XXX 2374 5 52XXX 2375 6 53XXX 2376 7 54XXX 2377–2378 Die erste, aus zwei Ziffern bestehende Zahl der Sternzeit erhöht sich pro Staffel bzw. Jahr um 1. Rahmenhandlung Die Voyager wird im 24. Jahrhundert zusammen mit einem zweiten, feindlichen Raumschiff des Maquis von einem fremden Wesen in einen 70.000 Lichtjahre entfernt liegenden Bereich der Milchstraße, den Delta-Quadranten, verschlagen (→ siehe Hauptartikel: Der Fürsorger). In der Notlage arbeiten die beiden ehemals gegnerischen Crews zusammen, um den jahrzehntelangen Weg zurück zur Erde anzutreten. Das wird u. a. dadurch erleichtert, dass einige Mitglieder der Maquis-Crew früher Mitglieder der Sternenflotte waren. So wird Chakotay, der ehemalige Captain des Maquis-Schiffes, der Erste Offizier der Voyager und damit Stellvertreter von Captain Janeway. Auch andere Maquis wie B’Elanna Torres erhalten führende Positionen innerhalb der Crew. Außerdem ist die Integration sinnvoll, da beim ungewollten Transport in den Delta-Quadranten einige Mannschaftsmitglieder, einschließlich des ursprünglichen Ersten Offiziers, des Leiters der Krankenstation und des Leiters des Maschinenraums, ums Leben kommen. Durch die Crew des zerstörten Maquis-Schiffes, teilweise während ihrer Sternenflotten-Zeit in ähnlichen Positionen aktiv, können diese Lücken zumindest teilweise geschlossen werden.
Im Verlauf der Heimreise muss die Voyager weite Strecken unbekannten Raums durchqueren und zahlreiche Gefahren überwinden. Dazu zählen etwa Auseinandersetzungen mit anderen Spezies, technische Probleme, Weltraum-Anomalien, Zeitreisen, moralische Dilemmas, Lebensmittel-Knappheit oder die Beschaffung von Rohstoffen. Die Crew muss dabei eine Strecke von etwa 70.000 Lichtjahren überwinden, was bei maximalem Warp ohne Unterbrechungen eine Reisedauer von etwa 70 Jahren bedeuten würde. Durch Forschungen im unbekannten Raum, dem eigentlichen Ziel eines Raumschiffs der Sternenflotte, sowie andere Unterbrechungen würde sich dieser Zeitraum zusätzlich verlängern. Allerdings gelingt es im Verlauf der sieben Jahre durch technische Entdeckungen, Weltraum-Anomalien und Eingriffe von Mitgliedern, größere Strecken in kurzer Zeit, beispielsweise zehntausend Lichtjahre in wenigen Sekunden, zu überwinden.
Die Crew des Raumschiffs wird immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie sie auf dem Weg durch oft feindseliges Gebiet die ethischen Grundsätze und Vorschriften der Föderation befolgen kann, denen sie verpflichtet ist. Die Voyager verfügt nur über begrenzte Ressourcen, ist auf sich allein gestellt und während der ersten drei Staffeln von der üblichen Kommandokette und sonstigen Institutionen abgeschnitten. Erst ab der vierten Staffel gelingt es der Voyager kurzzeitig, über das Netzwerk einer anderen Rasse, Kontakt zur Sternenflotte und damit zur Föderation herzustellen. Ab der sechsten Staffel gelingt es durch neue Technologien, einen regelmäßigen Austausch zwischen dem Hauptquartier der Sternenflotte und der Voyager zu etablieren. Captain Janeway muss sich immer wieder zwischen einer schnelleren Heimreise und der Beachtung moralischer Grundsätze entscheiden. Nach sieben Jahren gelingt der Voyager und ihrer Crew die Rückkehr zur Erde.
Während der Reise muss die Besatzung der Voyager wiederholt um ihr Überleben kämpfen, beispielsweise gegen fremde Rassen wie die Kazon, die Vidiianer, die Borg, die Hirogen oder Spezies 8472. Allerdings nimmt die Mannschaft auch mehrere Mitglieder fremder Spezies auf, darunter die ehemalige Borgdrohne Seven Of Nine, die im Verlauf der Serie wieder zu ihrer Identität als Mensch zurückfindet, den Talaxianer Neelix und die Ocampa Kes. Die Frage der Entwicklung künstlicher Intelligenz und der menschlichen Identität wird auch in einer weiteren Figur thematisiert: Das Medizinisch-Holografische Notfallprogramm (MHN) des Raumschiffs (die Computerprojektion eines Arztes) gewinnt im Verlauf der Serie immer mehr Eigenständigkeit und entwickelt sich so von der programmierten Kunstfigur zu einem individuellen Wesen mit eigenständigem Bewusstsein. Durch die Hologramm-Technologie anfangs auf die Krankenstation sowie die Holodecks beschränkt, gelingt es in der dritten Staffel durch eine Zeitreise, einen mobilen Holoemitter aus dem 29. Jahrhundert (fünf Jahrhunderte in der Zukunft) zu erhalten, sodass sich das MHN fortan frei auf dem Schiff, aber auch überall sonst bewegen kann.
Die USS Voyager, ein Raumschiff der Intrepid-Klasse, ist ein modernes, mittelgroßes Langstreckenforschungsschiff mit einem schnellen Warp-Antrieb (Warp 9,975). In verschiedenen Episoden wird eine unterschiedlich große Besatzung von bis zu 152 Personen angegeben. Es ist zur Landung auf Planeten fähig (in der Originalserie der 1960er-Jahre hatte man das Beamen, d. h. Teleportieren, auch deswegen erfunden, um zeit- und kostenaufwendige Landeszenen des Raumschiffs auf Planetenoberflächen zu vermeiden; mit der Entwicklung verbesserter Computeranimationen in den 1990er Jahren waren die Kosten kein Thema mehr). Das Raumschiff verfügt auch über organische Computerelemente, im Technobabble als „bioneurale Gelpacks“ bezeichnet, und wird im Laufe der Serie technologisch mit neuen Erkenntnissen anderer Spezies verbessert.
Wiederkehrende Spezies im Delta-Quadranten Borg – Maschinen-Humanoiden-Hybriden, die fremde Spezies durch Assimilation in das Borg-Kollektiv integrieren. Hirogen – Nomadisches und hierarchisches Jägervolk, das andere Spezies als bejagbare Beute betrachtet. Ocampa – Spezies, deren Vertreter sehr kurzlebig (ca. 9 Jahre) sind und telepathische und telekinetische Fähigkeiten besitzen Kazon – bellizistisches Piratenvolk, in einander bekriegende Fraktionen, so genannte Sekten unterteilt. Spezies 8472 – Lebensform aus dem Flüssigraum (andere Dimension, nicht im Delta-Quadranten beheimatet), eine Spezies, die den Borg ebenbürtig ist. Vidiianer – Organjäger; wegen eines Lepra-ähnlichen Virus (der sogenannten „Fresszelle“) brauchen sie ständig neue Organe und neues Gewebe. Talaxianer – nomadische Sammler und Händler. Malon – ein Volk, dessen Planet Malon Prime in Erzählungen als Paradies dargestellt wird. Dies wird jedoch nur dadurch erreicht, dass ein Großteil ihrer Wirtschaft mit der Müllbeseitigung beschäftigt ist, um ihren hohen Lebensstandard zu halten. Q – nahezu omnipotente Wesen, welche sich aus einer uralten Spezies entwickelten und über die Jahrtausende extreme körperliche sowie geistige Kräfte ausbildeten.
Entstehungshintergrund 1996 entstand anlässlich des 30. Geburtstages von Star Trek die Jubiläumsfolge „Tuvoks Flashback“, in der es Janeway und Tuvok per Gedankenverschmelzung zu den Ereignissen am Beginn des Films Star Trek VI: Das unentdeckte Land verschlägt.
Unter den insgesamt 31 Regisseuren war David Livingston mit 28 Episoden der am häufigsten eingesetzte. Wichtige Autoren der Serie waren Brannon Braga und Lisa Klink.
Verwendung realer Bilder aus dem Weltall Viele der in der Serie gezeigten fiktiven astronomischen Phänomene sind nicht am Computer generiert, sondern beruhen auf Aufnahmen entfernter Objekte durch das Hubble-Teleskop. Eine Mitarbeiterin des Space Telescope Science Institute der NASA, Inge Heyer, stellte dem Special Effects Team aktuelle Bilder zur Verfügung.
Besetzung und Synchronisation Für die Rolle von Captain Janeway war zunächst Geneviève Bujold vorgesehen, welche jedoch bereits nach einem Tag kündigte und wenig später durch Kate Mulgrew ersetzt wurde. Die Rolle wurde von Nicole Janeway in Kathryn Janeway umbenannt. Sämtliche bis dahin für den Pilotfilm entstandenen Szenen, in denen Bujold mitgespielt hatte, mussten daraufhin neu gedreht werden. Alice Krige, Robert Picardo, Dwight Schultz und Ethan Phillips tauchen alle im Kinofilm Star Trek: Der erste Kontakt und im Finale der Serie „Endspiel“ auf. Bis auf Ethan Phillips spielen alle ihre Rollen aus dem Film (Borg-Königin, MHN und Barclay). Nur drei der Hauptdarsteller traten in allen 172 Folgen auf: Kate Mulgrew, Robert Beltran und Robert Duncan McNeill. Roxann Dawson (B’Elanna Torres) wurde während der Dreharbeiten der vierten Staffel schwanger, weshalb B’Elanna, zur Kaschierung des Bauches, über mehrere Folgen einen Umhang trägt. Lediglich im Zweiteiler „Das Tötungsspiel“ ist die Schwangerschaft in die Geschichte eingebaut worden und somit sichtbar. Zum Ende der dritten Staffel stand fest, dass ein Hauptdarsteller (letztendlich traf es Jennifer Lien) das Feld räumen musste, um Seven of Nine Platz zu schaffen. Zur Debatte stand neben dem Charakter der Kes auch Harry Kim, weshalb er in „Skorpion, Teil I“ auch sterbend auf der Krankenstation „in die Sommerpause geschickt wird“. König Abdullah II., damals Kronprinz von Jordanien und Star-Trek-Fan, hatte 1996 in der Folge „Der Verräter“ (Staffel 2, Episode 20) einen Cameo-Auftritt (bei Minute 2:38) als Statist.
Überblick über Darsteller und Synchronsprecher wiederkehrender Rollen Die Tabelle nennt die Schauspieler, ihre Rollennamen, ihre Zugehörigkeit zur Hauptbesetzung (●) bzw. zu den Neben- und Gastdarstellern (•) je Staffel, die Gesamtanzahl der Episoden mit Auftritten und ihre deutschen Synchronsprecher.