Shirakami-Sanchi (jap. , dt. „Shirakami-Bergland“) bezeichnet ein Gebirgs- und Waldgebiet im Norden der japanischen Hauptinsel Honshū. Seit 1993 gehört es zum UNESCO-Weltnaturerbe. Das Gebiet umfasst einen der letzten großflächig erhaltenen, weitgehend unberührten gemäßigten Buchenwälder in Ostasien.
Geographie Shirakami-Sanchi liegt in den Präfekturen Aomori und Akita. Das Gesamtgebiet umfasst etwa 1.300 km², davon sind rund 169,7 km² als Weltnaturerbe ausgewiesen. Die Höhenlagen reichen von etwa 200 bis 1.250 Meter.
Das Gelände ist stark gegliedert und durch zahlreiche Täler, Schluchten und wasserreiche Einzugsgebiete geprägt. Im Osten grenzt Shirakami-Sanchi an den Tsugaru-Quasi-Nationalpark.
Flora und Fauna Das Gebiet nimmt den größten noch weitgehend ungestörten Bestand der Kerb-Buche (Fagus crenata) in Ostasien ein. Dieser Buchenwald gilt als letzter größerer Urwald dieses Typs in Japan. Aufgrund der Abgelegenheit des Gebietes blieb die Bestandsstruktur weitgehend vom breit angelegten Holzeinschlag verschont. Neben der Buche kommen unter anderem der Japanische Kuchenbaum (Katsura), Kalopanax septemlobus (Harigiri) sowie die Japanische Hopfenbuche (Ostrya japonica, Asada) vor.
Zur Fauna des Gebietes zählen unter anderem der Schwarzspecht, der Japanische Steinadler, der Berghaubenadler, der Japanmakak, der Japanische Bilch sowie der Japanische Schwarzbär (Ursus thibetanus japonicus).
Schutzstatus und Management Im Dezember 1993 wurde Shirakami-Sanchi gemeinsam mit dem Zedernwald von Yakushima als erste Weltnaturerbestätte Japans in die Liste der UNESCO aufgenommen. Ausschlaggebend war der gute Erhaltungszustand des Buchenwaldes, dessen weitgehend ungestörte ökologische Prozesse dem UNESCO-Kriterium (ix) entsprechen.
Der Kernbereich wurde nie großflächig forstlich erschlossen und ist bis heute nahezu frei von Straßen und technischen Anlagen. Der Zugang ist streng reguliert und nur über festgelegte Routen mit vorheriger Genehmigung möglich. Der Zutritt vom Gebietsteil der Präfektur Akita aus ist untersagt. Auch die Nutzung natürlicher Ressourcen, etwa durch Jagd oder Fischerei, unterliegt strengen Auflagen.
Tourismus und Sehenswürdigkeiten Touristische Nutzung konzentriert sich auf die Randzonen sowie auf ausgewiesene Wanderwege. Der Zugang zum streng geschützten Kerngebiet ist nur eingeschränkt möglich.
Einige Bereiche außerhalb der Kernzone sind frei zugänglich und verfügen über grundlegende Besucherinfrastruktur.
Zu den bekanntesten Zielen zählen die Anmonnotaki (Schattentor-Fälle), ein dreistufiger Wasserfall, der vergleichsweise leicht erreichbar ist.
Der Shirakamidake ist mit 1.235 Metern der zweithöchste Gipfel des Gebiets nach dem Mukaishirakamidake (1.250 m). Er liegt außerhalb des streng geschützten Kernbereichs und ist ohne besondere Genehmigung zugänglich; am Gipfel befinden sich eine Schutzhütte sowie sanitäre Einrichtungen.
Siehe auch Tourismus in Japan
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Präfektur Akita) Kategorie:Geographie (Präfektur Aomori) Kategorie:Welterbestätte in Asien Kategorie:Welterbestätte in Japan Kategorie:Weltnaturerbestätte