mini|300px|Rathaus

Töging am Inn (amtlich Töging a.Inn, bairisch Deging) ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting und ein Teil des Bayerischen Chemiedreiecks.

Geographie Die Gemeinde liegt in der Region Südostoberbayern.

Gemeindegliederung Die Stadtgemeinde Töging am Inn hat neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt nur die Gemarkung Töging am Inn.

Nachbargemeinden An die Stadt grenzen im Norden die Gemeinden Erharting (Landkreis Mühldorf am Inn) und Pleiskirchen (Landkreis Altötting), im Westen die Stadt Mühldorf am Inn (Landkreis Mühldorf am Inn), im Süden die Gemeinden Polling (bei Mühldorf am Inn) (Landkreis Mühldorf am Inn) und Teising sowie die Stadt Altötting (beide im Landkreis Altötting), im Osten die Gemeinde Winhöring (Landkreis Altötting).

Geschichte Im Jahre 1959 konnten Teile eines römischen Straßenkörpers freigelegt werden sowie ein kleiner Viereckbau, der mit einer römischen Brückenstation in Verbindung gebracht wird. Das teilweise mit Töging in Verbindung gebrachte römische Turum lag wahrscheinlich nicht hier, sondern bei Dorfen.

Der Ort ist erstmals um das Jahr 1050 als „Teginingun“, vermutlich abgeleitet vom Personennamen „Tegino“ oder „Tagino“ (Salzburger Urkundenbuch I,242), bekannt, um 1300 wird in einem Güterverzeichnis ein „ampt ze Tegning“ erwähnt.Simon Pittner: Bairische Altsiedelplätze und die Ortsnamen in ihrem Umkreis. In: Der Landkreis Altötting: Das Öttinger und Burghauser Land. Hrsg.: Neue Presse Verlags-GmbH und Kreistag des Landkreises Altötting. Passau 1978: 29,30.

Als landesherrliche Hofmark gehörte Töging zum Rentamt Burghausen und zum Landgericht Neuötting des Kurfürstentums Bayern. Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige Gemeinde.

1917 begann die Industrialisierung mit der Errichtung des Kraftwerks TögingInnwerk AG. In: Historisches Lexikon Bayerns. und der AluminiumhütteAluminiumhütte Töging. Historisches Lexikon Bayerns (Betriebsbeginn jeweils 1924) durch die „Innwerk“ Bayerische Aluminium-AG.

Am 23. September 1972 erfolgte die Erhebung zur Stadt.

Als kleinstädtischer Industriestandort spielten insbesondere in den 1970er Jahren kommunistische Organisationen wie die K-Gruppe Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten, kurz KPD/ML, eine gewisse Rolle.Max Brym: Mao in der bayerischen Provinz. Berlin, Die Buchmacherei 2025, ISBN 978-3-9826199-4-1

Die Aluminiumhütte stellte 1993/1996 ihren Betrieb schrittweise ein.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 8464 auf 9291 um 827 Einwohner bzw. um 9,8 %. Jahr Einwohner 1970 8514 1987 8499 1991 8768 1995 9245 2000 9599 2005 9382 2010 9047 2015 9196 2023 956020259574

Am 31. Dezember 2007 betrug das Durchschnittsalter der Bevölkerung 43,9 Jahre.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 8. März 2026 folgendermaßen zusammen: Partei/Liste202620202014%Sitze%Sitze%SitzeCSU38,2854,41152,411SPD29,2626,9536,17Freie Wähler Töging26,9518,8411,52Grüne5,61 - - - -Gesamt100201002010020Wahlbeteiligung56,5 %53,0 %56,4 %

Bürgermeister ab 1900 Franz Wagner (1900–1931) Matthias Wimmer (1931–1933) Hans Spies (NSDAP) (1933–1938) Wilhelm Meier (NSDAP) (1938–1944) Matthias Zierhut (NSDAP) (1944–1945) Karl Senft, eingesetzt durch US-Armee (8. Mai 1945 bis 27. September 1945) Sebastian Gossner (1945–1946) Franz Förg (SPD) (1946–1953) Sebastian Pfaffenhuber (Freie Wähler) (1953–1965) Max Saalfrank (SPD) (1965–1996) Horst Krebes (SPD) (1996–2014) Dr. Tobias Windhorst (CSU) (2014–2026) Seit 2026 amtiert Marco Harrer (SPD) als Bürgermeister; dieser wurde 2026 in der Stichwahl mit 56,0 % der Stimmen in das Amt gewählt.

(Quellen unter anderem ausDie Stadt Töging am Inn. Vom Dorf zur Stadt. 1972, S. 120, 121.)

Wappen

Städtepaten- und Partnerschaften : Anlässlich der Stadterhebung am 23. September 1972 übernahm die Stadt Trostberg die Patenschaft für die junge Stadt Töging am Inn. Die Wahl fiel auf die Industriestadt wegen ihrer nahezu identischen Kommunalentwicklung, vor allem im industriellen Bereich. : Seit einigen Jahren pflegt die Freiwillige Feuerwehr Töging engen Kontakt mit Feuerwehrkollegen aus dem oberösterreichischen Sierning. Intensiviert wurde durch diese Verbindung auch der Kontakt zwischen den beiden Kommunen und ihren politischen Entscheidungsträgern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|280px|Pfarrkirche St. Johann Baptist, Hauptstraße 9 Pfarrkirche St. Johann Baptist: gotisches, Hans Stethaimer zugeschriebenes Gotteshaus, um 1500 mit romanischen Wandresten errichtet, 1640 erstmals renoviert und 1728 mit einem barocken Vorhaus versehen, 1923 wesentlich mit einem größeren neubarocken Anbau erweitert. Barocke Dreifaltigkeitskirche in Häublberg, Gemeindeteil Engfurt, mit Klausnerei Kraftwerk Töging und Innkanal Hochzeitsbrunnen am Rathausplatz, nach einem Entwurf des Eggenfeldener Bildhauers Joseph Michael Neustifter Ortsteil Engfurt: Eremitage mit kath. Kapelle Hl. Dreifaltigkeit. Über einer Flussschleife der Isen malerisch gelegene Baugruppe aus Kapelle und Wohnbau auf rechteckigem Grundriss 1718. errichtetGeorg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern Direkt in der Nähe ist das unten angeführte Geotop.

Brauchtum Dreikönigssingen, 1927 von Jürg Reichenbach begründetJosef Steinbichler: Das traditionelle Dreikönigssingen. In: Das Mühlradl. Bd. XXIX, Jg. 1987, S. 146.1925 hingegen in: Die Stadt Töging am Inn. Vom Dorf zur Stadt. Festschrift zur Stadterhebung am 23. September des Jahres 1972. Herausgeber: Stadt Töging am Inn, Redaktion: Josef Meier. Töging am Inn, 1972, S. 50–52. Enzianbühne, gegründet 1948 Maibaumaufstellen

Museum Heimatmuseum des Töginger Heimatbundes e. V. im ersten Stock des Bücherei-Gebäudes in der Kirchstraße Eisenbahnschauanlage im Kulturzentrum Kantine (Modelleisenbahnclub Töging e. V.)Modelleisenbahnclub Töging e.V mec-toeging.de

Geotope Isen-Prallhang bei Aresing mit bis zu 1,5 m vorstehenden „Dächern“ aus karbonatisch verfestigten Sanden; geowissenschaftlicher Wert: „Besonders wertvoll“.Umweltatlas Bayern zum Geotop 171A010

Biotope Flächenhaftes Naturdenkmal ND 01203: Wildmann-Hölzl; 0,85 ha; Koordinaten: 48.26773, 12.59052.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Am 30. Juni 2019 gab es in der Stadt 2698 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 3980 Personen in einer versicherungspflichtigen Tätigkeit, so dass die Zahl der Auspendler um 1282 höher war als die der Einpendler. 155 Einwohner waren arbeitslos. Von den 14 landwirtschaftlichen Betrieben wurden im Jahr 2016 insgesamt 457 Hektar bewirtschaftet.

Ansässige Unternehmen (Auswahl) Real Alloy Germany GmbH Verbund Innkraftwerke GmbH (Innkraftwerke wurden im Jahr 2009 an die österreichische Verbund verkauft) Resch Maschinenbau GmbH ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH RVT Rühr- und Verfahrenstechnik Maier & Richter GmbH Strotög GmbH Strom für Töging

Verkehr 1882 richteten die Bayerischen Staatseisenbahnen in Töging einen Haltepunkt an der seit 1871 bestehenden Bahnstrecke München–Simbach ein. Ab 1922/23 zweigte im Bahnhof Töging eine Werksbahn zur Aluminiumhütte der Innwerk AG ab. Der Bahnhof wird im Stundentakt durch Regionalbahnen der Südostbayernbahn zwischen Mühldorf und Simbach bedient

Die Anschlussstelle 21 der Bundesautobahn 94 liegt weniger als zwei Kilometer von der Stadtmitte entfernt.

Behörden Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern

Bildung mini|280px|Regenbogen-Grundschule drei Kindergärten, davon einer in BRK-Trägerschaft, zwei in katholischer Trägerschaft mit 282 genehmigten Kindergartenplätzen und 281 angemeldeten Kindern (Stand 1. März 2020) Comenius-Grundschule mit 133 Schülern (Schuljahr 2020/21) Regenborgen-Grundschule mit 151 Schülern (Schuljahr 2020/21) Comenius-Mittelschule mit 207 Schülern (Schuljahr 2020/21, Mittelschulverbund mit den Gemeinden Pleiskirchen und Winhöring) Landwirtschaftsschule Töging, 13. August 2021 keine Schülerzahl in der Statistik Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer München und Oberbayern Volkshochschule Töging a. Inn e. V. eigenständig bis 2005, vereinigt zur Volkshochschule Alt-/Neuötting-Töging a. Inn e. V. ab 2005

Bürgerinitiativen Gegner der Solaranlage an der A 94 Sauberes Trinkwasser für Töging

Freizeit- und Sportanlagen Städtisch Mehrzweckhalle Töging mit Dreifachturnhalle und Bundeskegelbahn Stadtbücherei Städtisches Schwimmbad Hubmühle

In Vereins- oder Privatbesitz FC-Sportplatz am Wasserschloss Stocksporthalle der Eis- und Stockschützen im TUS Töging in Hubmühle TC/TUS Töging-Tennisplatzanlage Hubmühle FC-Fußballplatz am Harter Weg SSV-Tennisplätze am Harter Weg FC Töging-Fußballausweichplatz am Freibad Reitsportanlage „Auwaldhof“ der Pegasus Reitsport GmbH Töging Schützenstand der Inntaler Schützengesellschaft e. V. am Beethovenplatz Schützenstand der Schützengesellschaft Töging e. V. im Gasthaus Springer

Persönlichkeiten Mit Töging verbunden Wilhelm Hoegner (1887–1980) – Jurist und Politiker (SPD), bayerischer Ministerpräsident Christa Stewens (* 1945) – Politikerin (CSU), bayerische Ministerin Stefan Zauner (* 1952) – Musiker (Münchener Freiheit) Georg Kofler (* 1957) – Südtiroler Manager Viola von der Burg (* 1965) – Schauspielerin Karin Kasböck und Christoph Leitner, Künstlerduo bankleer – Bildende KünstlerWebsite des Künstlerduos bankleer Alexandra Burghardt (* 1994) – Leichtathletin

In Töging geboren Florian Bauer (* 1994) – Bobsportler Helmut Kaltenhauser (* 1961) – Politiker (FDP) Han’s Klaffl (1950–2025) – Lehrer, Kabarettist und Schriftsteller Günter Schoßböck (* 1959) – Schauspieler und Sprecher Fritz Schösser (1947–2019) – Vorsitzender des DGB-Bezirks Bayern, ehemaliger MdL, MdB und MdS (SPD), Mitglied des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks Ambros Seelos (1935–2015) – Saxophonist, Klarinettist, Bandleader und Arrangeur Sylvia Specht (* 1966) – Tischtennis-Bundesligaspielerin Ruth Wendlinger – Dt. Meisterin im Judo (Mittelgewicht)

Ehrenbürger der Stadt Kaspar Marschall (1885–1960), Geistlicher Rat, stand von 1921 bis zu seinem Tode zunächst der Expositur, dann der Pfarrei Skt. Johann Baptist vor. Er veranlasste 1923 den Erweiterungsbau der Pfarrkirche, führte die Grundstücksverhandlungen zur Errichtung des im Jahre 1932 erstellten Schulhauses durch, war der Begründer des Schwesternheimes und der Kindergärten in Ort und Siedlung. Sein größtes Werk war der Neubau der Kirche in der Stammarbeitersiedlung 1953. Marschall erhielt die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Töging am Inn im Jahre 1922.Josef Steinbichler: Ehrung verdienter Töginger Persönlichkeiten. In: Töginger Stadtblattl. Februar 2007, S. 17. Erich Friemel (1913–1998), Prälat, war von 1960 bis 1997 Stadtpfarrer der Pfarrei Skt. Johann-Baptist. Für sein umfassendes seelsorgerliches und organisatorisches Wirken in der Stadt Töging wurde er 1987 mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet.Steinbichler, S. 18. Max Saalfrank (1925–2007), Altbürgermeister (SPD), stand von 1965 bis 1996 an der Stadtspitze. Er hat sich in vielfältigen, politischen Funktionen (Kreisrat, Bezirksrat, Mitglied des Präsidiums und des Hauptausschusses des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Bayern sowie als Verbandsmitglied im Bayerischen und Deutschen Städtetag) um seine Heimatkommune und den Landkreis Altötting verdient gemacht. Dafür erhielt er 1997 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Töging, 1999 den Ehrenring in Gold des Landkreises Altötting.

Literatur Josef Meier (Redaktion); Stadt Töging am Inn (Hrsg.): Vom Dorf zur Stadt. Festschrift zur Stadterhebung am 23. September des Jahres 1972. Töging am Inn, 1972 Hubert Ahammer: Das Kanalkraftwerk Töging-Jettenbach. In: Das Mühlrad. Bd. XXII, Jg. 1980: o. A.