mini|Justizgebäude (2005) Das Oberlandesgericht Bamberg ist neben dem Oberlandesgericht München und dem Oberlandesgericht Nürnberg eines von drei bayerischen Oberlandesgerichten.

Geschichte Im Jahre 1803 wurde im Königreich Bayern das Hofgericht Bamberg als Berufungsgericht eingerichtet. Durch das Organische Edikt über die Gerichtsverfassung vom 24. Juli 1808, Teil III wurde es in ein bayerisches Appellationsgericht umgewandelt. Die Appellationsgerichte urteilten in Senaten mit jeweils fünf Mitgliedern. Im Jahre 1856 wurden die Appellationsgerichte zur Berufungsinstanz für die Entscheidungen der Bezirksgerichte. Im Jahre 1873 wurden die Appellationsgerichte für Ober- und Unterfranken in Bamberg zusammengefasst. Das Appellationsgericht Aschaffenburg wurde damit aufgelöst und seine Aufgaben dem in Bamberg übertragen.

Bis 1875 bestand am Appellationsgericht in Bamberg ein (mit protestantischen Richtern besetzter) Senat für streitige Ehesachen von Protestanten und Dissidenten. Im Jahre 1879 wurde das Appellationsgericht Bamberg mit dem Inkrafttreten des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes in ein Oberlandesgericht umgewandelt.Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 117–118, 605

Gerichtssitz und -bezirk Das Oberlandesgericht (OLG) hat seinen Sitz in Bamberg. Der Gerichtsbezirk umfasst die Regierungsbezirke Oberfranken und Unterfranken. Im Bezirk des Oberlandesgerichtes sind 2572 Rechtsanwälte und Syndikusrechtsanwälte zugelassen (Stand: 1. Januar 2023).

Über- und nachgeordnete Gerichte Dem Oberlandesgericht Bamberg ist als einziges Gericht der Bundesgerichtshof in Karlsruhe übergeordnet. Nachgeordnet sind dem Gericht die Landgerichte in Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof, Schweinfurt und Würzburg mit den jeweils in ihren Bezirken gelegenen insgesamt 18 Amtsgerichten.

Gerichtsgebäude mini|Giebel des Gerichtsgebäudes mit Justitia Das OLG Bamberg ist zusammen mit dem Landgericht Bamberg im Justizgebäude am Wilhelmsplatz untergebracht. Das Gebäude wurde ab 1900 eigens als Gerichtsgebäude errichtet.

Zuständigkeit Das Gericht nimmt die ihm nach dem Gerichtsverfassungsgesetz zugewiesenen Aufgaben wahr, die insbesondere die Entscheidung über Rechtsmittel in Zivil- und Strafsachen umfasst.

Es bestehen beim OLG Bamberg 13 Senate:Geschäftsverteilungsplan 2023 12 Zivilsenate (2 davon zugleich Familiensenate, einer zugleich Fideikommisssenat, einer für Landwirtschaftssachen und einer für Baulandsachen) 1 Straf- und Bußgeldsenat

Leitung 1932–1933: Hans Aul 1933–1938: Albert Heuwieser 1938–1939: Vakant (Vertreter: Vizepräsident Otto Stammler) 1939–1944: Ernst DürigLothar Gruchmann: Justiz im Dritten Reich 1933–1940: Anpassung und Unterwerfung in der Ära Gürtner, Band 28 von Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte. 3. Auflage, 2002, ISBN 978-3-486-59547-5, S. 1211, online 1945–1947: Lorenz Krapp 1947–1949: Thomas Dehler 1949–1950: Hermann Weinkauff 1950–1956: August Schäfer 1956–1962: Oskar Lechner 1963–1970: Franz Rehm 1970–1978: Johann Schütz 1978–1984: Franz Faber 1984–1994: Anton Kreuzer 1994–2002: Reinhard Böttcher 2002–2009: Michael Meisenberg 2009–2013: Peter Werndl 2013–2020: Clemens Lückemann 2020–2023: Lothar Schmitt 2023–2026: Karin Angerer ab Oktober 2026: Michael Grauel

Siehe auch Liste deutscher Gerichte Liste der Gerichte des Freistaats Bayern

Weblinks Offizielle Website Übersicht der Rechtsprechung des Oberlandesgerichtes Bamberg

Einzelnachweise

Bamberg Bamberg Kategorie:Bauwerk in Bamberg Kategorie:Gericht (Bamberg) Kategorie:Gerichtsgründung 1872