Barbara Frey (* 29. April 1963 in Basel) ist eine Schweizer Theaterregisseurin und Intendantin.

Leben Barbara Freys Vater war Jurist, ihre Mutter Logopädin.Interview mit Herlinde Koelbl, in: Zeit Magazin Nr. 48, 22. November 2018, S. 86. Sie studierte an der Universität Zürich Germanistik und Philosophie. Während ihrer Studienzeit spielte sie als Schlagzeugerin in einer Rockband und schrieb Songtexte; mit dem Perkussionisten Fritz Hauser arbeitet sie seit 1986 immer wieder zusammen.. 1988 kam sie so zunächst als Musikerin bei Frank Baumbauer ans Theater Basel, wirkte dort jedoch schon nach kurzer Zeit parallel als Regieassistentin und Schauspielerin. 1993 debütierte sie ebendort mit Ich kann es besonders schön nach Sylvia Plaths einzigem Roman Die Glasglocke als Regisseurin. Es folgten einige weitere Projekte in Basel, ehe sie ab 1995 an verschiedenen Häusern im deutschsprachigen Raum gastierte, unter anderem am Nationaltheater Mannheim, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg sowie an verschiedenen Zürcher Spielstätten. Das offerierte Direktorat des Theater Neumarkt (Zürich) lehnte sie ab.Regula Freuler: Die Fassadenstürmerin. In: NZZ am Sonntag. 11. September 2005, S. 65.

1999 wurde sie von der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz für zwei Jahre als feste Hauptregisseurin engagiert, danach war sie zunächst wieder freischaffend tätig, insbesondere in Basel und München. Nach Ansicht der langjährigen Feuilletonchefin der Neuen Zürcher Zeitung, Barbara Villiger Heilig, gelang Frey 2002 mit ihrer Inszenierung von Becketts Endspiel am Bayerischen Staatsschauspiel schließlich „eine Art Durchbruch“.Barbara Villiger Heilig: Hoffnungsträgerin. Von der Regisseurin zur Intendantin In: Neue Zürcher Zeitung. 14. April 2007, S. 57. Ihr Onkel Wanja (Anton Tschechow) in München wurde 2004 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

mini|hochkant=1.45|Die Affäre Rue de Lourcine, Burgtheater 2015 Zur Saison 2005/2006 band sich Frey bis 2008 für jährlich zwei bis drei Stücke fest an das Deutsche Theater Berlin – anders als an der Schaubühne allerdings mit der Möglichkeit, in dieser Zeit auch auswärtige Engagements wahrzunehmen. Hiervon machte sie unter anderem mit Regietätigkeiten bei den Salzburger Festspielen und am Burgtheater Wien Gebrauch.

Seit der Spielzeit 2009/10 führt Barbara Frey als Intendantin das Schauspielhaus Zürich; sie übernahm die Funktion von Matthias Hartmann, der als Intendant an das Wiener Burgtheater wechselte. 2014 verlängerte das Haus Freys Vertrag bis 2019.Urs Bühler: Barbara Frey bleibt. Einnahmen gestiegen. In: Neue Zürcher Zeitung. 30. Januar 2014, S. 17.

Zum 1. November 2020 übernahm Frey für drei Jahre (Spielzeiten 2021–2023) die künstlerische Leitung der Ruhrtriennale, des größten Kulturfestivals in Nordrhein-Westfalen.Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Pressemitteilung vom 3. Juli 2019: Barbara Frey wird Intendantin der Ruhrtriennale für die Spielzeiten 2021 bis 2023, abgerufen am 7. Juli 2019

2022 wurde sie mit der höchsten Auszeichnung des Theaterlebens der Schweiz, dem Hans-Reinhart-Ring (Schweizer Grand Prix Darstellende Künste) geehrt.

Inszenierungen (Auswahl) 1993: Ich kann es besonders schön nach Sylvia Plath, Theater Basel 1993: Sala de Espera von Barbara Frey, Theater Basel 1993: Die Trunkenen von Barbara Frey und Desiree Meiser, Theater Basel 1995: Das kunstseidene Mädchen von Irmgard Keun, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1996: Hochzeitsreise von Wladimir Sorokin, Nationaltheater Mannheim 1997: Das Geheimnis des Lebens: ein Mörderinnenseminar von Barbara Frey, Nationaltheater Mannheim 1998: Nachtbuch Zürich von Susanne Hinkelbein, Theater am Neumarkt, Zürich 1998: Ritter, Dene, Voss von Thomas Bernhard, Nationaltheater Mannheim 1999: Roberto Zucco von Bernard-Marie Koltès, Theater Basel 2000: Ubu nach Alfred Jarry, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2000: Vor langer Zeit im Mai von Roland Schimmelpfennig, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2000: Die Unbekannte aus der Seine von Ödön von Horváth, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2001: Goodbye Billy the Kid von Barbara Frey, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2001: Port Authority von Conor McPherson, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2002: Endspiel von Samuel Beckett, Bayerisches Staatsschauspiel München (Residenztheater) 2002: Drei Mal Leben von Yasmina Reza, Theater Basel 2003: Die sexuellen Neurosen unserer Eltern von Lukas Bärfuss, Theater Basel 2003: Onkel Wanja von Anton Tschechow, Bayerisches Staatsschauspiel München (Residenztheater) 2003: Amphitryon von Heinrich von Kleist, Theater Basel 2004: Die Fledermaus von Johann Strauss, Theater Basel 2004: Phädra von Jean Racine, Bayerisches Staatsschauspiel München (Residenztheater) 2004: Wie es euch gefällt von William Shakespeare, Theater Basel 2005: Minna von Barnhelm von Gotthold Ephraim Lessing, Deutsches Theater Berlin 2005: Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth, Salzburger Landestheater (im Rahmen der Salzburger Festspiele) 2005: John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2006: Winter von Jon Fosse, Theater Basel 2006: Der Kirschgarten von Anton Tschechow, Deutsches Theater Berlin 2006: Arsen und Spitzenhäubchen von Joseph Kesselring, Burgtheater Wien (Akademietheater) 2006: Medea von Euripides, Deutsches Theater Berlin 2007: Quartett von Heiner Müller (im Rahmen der Salzburger Festspiele) 2007: Reigen von Arthur Schnitzler, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2007: Sturm von William Shakespeare, Burgtheater Wien (Akademietheater) 2007: Triumph der Liebe von Pierre Carlet de Marivaux, Deutsches Theater Berlin 2008: Groß und klein von Botho Strauß, Deutsches Theater Berlin 2009: Maria Stuart von Friedrich Schiller, Schauspielhaus Zürich (Schiffbau) 2009: Jenůfa von Leoš Janáček, Bayerische Staatsoper München (erste Operninszenierung der Regisseurin) 2010: Was ihr wollt von William Shakespeare, Schauspielhaus Zürich 2010: Malaga von Lukas Bärfuss, Schauspielhaus Zürich 2010: Fegefeuer in Ingolstadt von Marieluise Fleißer, Schauspielhaus Zürich 2011: Platonow von Anton Tschechow, Schauspielhaus Zürich 2011: Leonce und Lena von Georg Büchner, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2011: Der ideale Mann von Elfriede Jelinek nach Oscar Wilde, Burgtheater Wien (Akademietheater) 2012: Richard III. von William Shakespeare, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2012: Baumeister Solness von Henrik Ibsen, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2012: Der Menschenfeind von Molière, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2013: Liliom von Franz Molnár, Burgtheater Wien 2013: Die schwarze Halle von Lukas Bärfuss, Schauspielhaus Zürich (Schiffbau) 2013: Der Prozess von Franz Kafka, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2014: Elektra von Richard Strauss, Semperoper (musikalische Leitung: Christian Thielemann) 2014: Diener zweier Herren von Carlo Goldoni, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2014: Drei Schwestern von Anton Tschechow, Schauspielhaus Zürich (Pfauen) 2015: Die Affäre Rue de Lourcine von Eugène Labiche, Burgtheater Wien 2022: Das weite Land von Arthur Schnitzler, Ruhrtriennale Bochum

Auszeichnungen 2004: Einladung ihrer Inszenierung Onkel Wanja zum Berliner Theatertreffen 2016: Schweizer Theaterpreis 2021: Auszeichnung mit dem Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Beste Regie für Automatenbüfett am Akademietheater 2021: Einladung ihrer Inszenierung Automatenbüfett zum Berliner Theatertreffen

Literatur

Weblinks

Barbara Frey: 50 Regisseure im deutschsprachigen Theater, Profil beim Goethe-Institut Bilanzgespräch über ihre zehnjährige Intendanz am Schauspielhaus Zürich, NZZ vom 25. Juni 2019 WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik Samstagsgespräch vom 14. August 2021 Barbara Frey bei Theapolis

Anmerkungen

Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Theaterleiter Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Person (Zürich) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Frau