mini|Logo des Kölner Museums mini|Fassade des Käthe Kollwitz Museums im Juli 2011 Das Käthe Kollwitz Museum am Kölner Neumarkt beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung von Werken von Käthe Kollwitz. Es steht bis heute in enger Verbindung zur Familie Kollwitz. Sein Träger ist die Kreissparkasse Köln. Aufgrund umfangreicher Bau- und Renovierungsmaßnahmen war das Museum bis Herbst 2025 geschlossen. Die Wiedereröffnung mit der Sonderausstellung KOLLWITZ NEU SEHEN fand nach dreijähriger Sanierung am 11. Oktober 2025 statt, im Gedenkjahr zum 80. Todestag von Käthe Kollwitz und 40-jährigen Bestehen des Hauses.Käthe Kollwitz Museum Köln, abgerufen am 11. Oktober 2025
Museumsgeschichte Das Käthe Kollwitz Museum Köln wurde 1985 gegründet. Anlass war die erste Präsentation der Käthe-Kollwitz-Sammlung der Kreissparkasse Köln am 22. April 1985, dem 40. Todestages der Künstlerin, in den Räumen der ehemaligen Vorstandsetage des Geldinstituts. Seit 1989 befindet sich das Museum mit 1000 m2 Ausstellungsfläche im Obergeschoss der von Hans Schilling entworfenen Einkaufspassage am Kölner Neumarkt.
Die Sammlungsgeschichte begann 1976, als im Kontext einer Kollwitz-Ausstellung in der Kundenhalle der Kreissparkasse zwei Lithographien der Künstlerin erworben wurden. Zusammen mit dem Ankauf eines Konvoluts von 60 Zeichnungen aus kollwitzschem Familienbesitz im Jahr 1983 bilden diese den Grundstock für die heute umfangreichste Kollwitz-Sammlung von insgesamt rund 300 Zeichnungen, über 500 druckgraphischen Blättern sowie sämtlichen Plakaten und dem gesamten museal greifbaren plastischen Werk der Künstlerin.
Das Engagement der Bank als Trägerin des Museums ist durch die geschichtlichen Bezüge, die zwischen dem Kollwitzschen Œuvre und den historischen Wurzeln des deutschen Sparkassenwesens bestehen, motiviert. Die Themen der Künstlerin – Armut, Hunger, Leid – stehen für menschliche Nöte, zu deren Überwindung auch die Sparkassen im 19. Jahrhundert angetreten sind. Zudem stellt sich die Kreissparkasse Köln mit der Museumsgründung in die mäzenatische Tradition der Bürgerstadt Köln.Kreissparkasse Köln: Kunst sehen – Leben erfahren. Käthe Kollwitz Museum Köln. Broschüre, o. J., S. 13. Gemäß einer Vereinbarung mit der Erbengemeinschaft Kollwitz wird die Sammlung ständig komplettiert, dokumentiert, der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht und der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Kreissparkasse Köln unterstützt auch das Käthe-Kollwitz-Haus Moritzburg, u. a. indem das Käthe Kollwitz Museum Köln seit 1994 Eintritt erhebt – ein Solidarbeitrag der Besucher für die Gedenkstätte.
Leitung Hans-Joachim Möhle, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, engagierte Jutta Bohnke-Kollwitz, die Enkelin von Käthe Kollwitz als Gründungsleiterin des Käthe Kollwitz Museums Köln. Von Januar 1990 bis März 2022 hatte Hannelore Fischer die Direktion inne.Kunstforum International vom 1. März 2022: Köln: Hannelore Fischer geht in den Ruhestand, abgerufen am 10. März 2022 Ihre Nachfolgerin wurde Katharina Koselleck.
Sammlung Im Bereich der Druckgraphik befinden sich sämtliche große Werkfolgen im Museumsbesitz: Die frühen, nach literarischen Vorlagen entstanden Radier-Zyklen Ein Weberaufstand (1893–1897) und Bauernkrieg (1901–1908), die Holzschnittfolgen Krieg (1921/1922) und Proletariat (1925) sowie die späte lithographierte Folge Tod (1934–1937). Hinzu kommen singuläre Werke wie die große Farblithographie Selbstbildnis en face (1903/1904), die als experimentelles Blatt ohne Auflage blieb, oder die letzte Lithographie Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden (1941), das Vermächtnis der Künstlerin gegen Soldatentod und Krieg.
Sammlungsschwerpunkte im Bereich der Zeichnungen bilden zum einen besondere frühe Werke wie die Kohlezeichnungen für die satirische Zeitschrift Simplicissimus oder drei der insgesamt zehn erhaltenen farbigen Pastelle, zum anderen das Spätwerk mit Blättern zum Thema „Tod“. Hinzu kommen Bleistift- oder Kohlezeichnungen zu den Themen „Familie“, „Politik“ oder „Krieg“, Liebesszenen und Akte aus der sog. „Secreta“-Mappe, Selbstporträts und Arbeiter-Bildnisse. Vorhanden ist ebenso eine umfangreiche Sammlung von skizzenhaften Vorzeichnungen für das Mahnmal „Trauerndes Elternpaar“ (1914–1932) auf dem Soldatenfriedhof in Vladso sowie für die Druckfolgen, schwerpunkthaft zur Entstehungsgeschichte der Zyklen „Bauernkrieg“ (1901–1908) und „Krieg“ (1921/22).
Komplett vorhanden sind ebenso die Plakate, die Käthe Kollwitz getreu ihrer Devise „Ich will wirken in dieser Zeit“Käthe Kollwitz: Die Tagebücher. Hrsg. von Jutta Bohnke-Kollwitz. Berlin 1989. Eintrag vom 4. Dezember 1922. vor allem in den 1920er Jahren gegen den Krieg und für soziale Gerechtigkeit, Humanität und Frieden geschaffen hat. Nahezu vollständig ist auch die Buchgraphik von Käthe Kollwitz.
Besondere Bedeutung liegt im Sammlungsbestand der plastischen Arbeiten mit sämtlichen 15 museal greifbaren Bronzeplastiken, die fast alle in seltenen frühen Güssen im Museum zu sehen sind. Zusammen mit der Kopie der „Trauernden Eltern“ in der Kirchenruine Alt St. Alban (1956 durch die Werkstatt Ewald Mataré von dessen Schülern Erwin Heerich und Joseph Beuys geschaffenHannelore Fischer (Hrsg.): Käthe Kollwitz. Die trauernden Eltern. Ein Mahnmal für den Frieden. Köln 1999, S. 127.) und dem „Grabrelief Levy“ (1938) auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Bocklemünd ergibt sich so in Köln die Möglichkeit, das bildhauerische Gesamtwerk der Künstlerin zu überblicken.
Forschung Zur wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation von Leben und Werk der Käthe Kollwitz führt das Kölner Museum eine Fachbibliothek mit Publikationen von und über Käthe Kollwitz sowie Literatur zu Künstlern, die in ihrem Umfeld gewirkt haben. Darüber hinaus wurde im Jahr 2002 durch die finanzielle Unterstützung des Museumsträgers das Werkverzeichnis der Druckgraphik in Neubearbeitung von Alexandra von dem Kneesebeck veröffentlichtAlexandra von dem Kneesebeck: Käthe Kollwitz. Werkverzeichnis der Graphik. Neubearbeitung des Verzeichnisses von August Klipstein, publiziert 1955. 2 Bde. Bern 2002. oder im Jahr 2010 eine umfangreiche Monographie mit grundlegend neuen Erkenntnissen der Kollwitz-ForschungHannelore Fischer, Alexandra von dem Kneesebeck: „Paris bezauberte mich...“ Käthe Kollwitz und die französische Moderne. Köln 2010. herausgegeben. Im März 2016 hat das Museum in Zusammenarbeit mit Annette Seeler das Werkverzeichnis der Plastik von Käthe Kollwitz vorgelegt, der dazugehörige Onlinekatalog wurde im Mai 2016 freigeschaltet. Aktuell überarbeitet und erweitert Hannelore Fischer, die ehemalige Direktorin des Museums, das Werkverzeichnis der Zeichnungen von Käthe Kollwitz.
Ausstellungen Neben der Präsentation seiner ständigen Sammlung zeigt das Museum überwiegend monographische Sonderausstellungen mit Werken von Künstlern, deren Arbeit historisch oder thematisch im Bezug zu Käthe Kollwitz steht. Weitere Ausstellungen stellen künstlerische Techniken in den Mittelpunkt. Seit 2006 werden parallel zur photokina und dem Festival der Internationalen Photoszene Köln auch Ausstellungen mit Fotografien gezeigt.
Sonderausstellungen seit 2020 2026: Kollwitz ausgewählt. Die persönlichen »Best of« der Künstlerin, 8. Juli – 15. November 2026 2026: Louise Stomps – Konturen des Inneren, 27. März – 28. Juni 2026 2025: KOLLWITZ NEU SEHEN – Die Ausstellung zur Wiedereröffnung, 11. Oktober 2025 bis 15. März 2026Deutschlandfunk Kultur, Fazit vom 9. Oktober 2025: „Neu Sehen. Das Käthe Kollwitz Museum Köln öffnet nach 3 Jahren Schließzeit“, Besprechung von Stefan Koldehoff", abgerufen am 11. Oktober 2025 2023: BEGEGNUNGEN – Käthe Kollwitz zu Gast im Wallraf, 18. August bis 26. November 2023 2023: BEGEGNUNGEN – Käthe Kollwitz zu Gast in der Kölner Domschatzkammer, 18. Mai bis 10. September 2023 2023: BEGEGNUNGEN – Käthe Kollwitz zu Gast im Museum Ludwig, 28. Februar bis 4. Juni 2023 2022: TRANSIT. Chorweiler x Kollwitz, 24. November bis 11. Dezember 2022 2022: Der neue SIMPLICISSIMUS. Satire für die Bonner Republik, 1. Juli bis 3. Oktober 2022, Kuratoren: Uwe Westfehling und Katharina Koselleck.Frankfurter Allgemeine vom 23. Juli 2022: „Simplicissimus“-Ausstellung: Satire, die ihrer Zeit voraus war, von Andreas Platthaus, abgerufen am 24. Juli 2022 2022: Kollwitz Kontext – Das Werk hinter den Meisterwerken. Ausstellung zum Erscheinen der Monografie „Käthe Kollwitz. Der Werküberblick 1888-1942“Hannelore Fischer (Hrsg.): „Käthe Kollwitz. Der Werküberblick 1888-1942“, München 2022, 11. März bis 19. Juni 2022.
Vergangene Sonderausstellungen seit 2010
Weblinks
Website des Käthe Kollwitz Museum Köln
Einzelnachweise
Kategorie:Kunstmuseum in Köln Kategorie:Künstlermuseum Kategorie:Käthe Kollwitz als Namensgeber Kategorie:Neumarkt (Köln) Kategorie:Museumsgründung 1985