Bliesdorf ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sie wird vom Amt Barnim-Oderbruch verwaltet.

Geografie Die Gemeinde liegt nördlich vom Naturpark Märkische Schweiz etwa 4 km südlich von Wriezen.

Gemeindegliederung Für die Gemeinde Bliesdorf sind ausgewiesen:

Ortsteile: Bliesdorf Kunersdorf Metzdorf

Bewohnte Gemeindeteile:

Wohnplätze: Dammkrug Dornbuschmühle

Geschichte Bliesdorf, Kunersdorf und Metzdorf gehörten seit 1817 zum Kreis Oberbarnim in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Bad Freienwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland.

Bei der Neubildung der Gemeinde am 31. Dezember 1997 aus den Vorgängergemeinden Bliesdorf und Kunersdorf/Metzdorf erhielt sie den recht langen Namen Bliesdorf-Kunersdorf-Metzdorf.StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997 Am 1. Mai 1998 wurde die Gemeinde in Bliesdorf umbenannt.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 684 1890 603 1910 492 1925 668 1933 884 1939 827 Jahr Einwohner 1946 996 1950 1 041 1964 728 1971 668 1981 578 1985 540 Jahr Einwohner 1990 541 1995 560 2000 1 270 2005 980 2010 999 2015 1 223 Jahr Einwohner 2020 1 290 2021 1 321 2022 1 378 2023 1 386 2024 1 306 2025 1 299

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Der starke Bevölkerungszuwachs 2000 ist auf den Zusammenschluss mit Kunersdorf und Metzdorf im Jahr 1997 zurückzuführen. 2015 wurde in der Gemeinde ein Asylbewerberheim eingerichtet, wodurch sich die Einwohnerzahl weiter erhöhte. In: Der Oderlandspiegel, 10. April 2015

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Bliesdorf besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 70,0 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Sitze2003 Sitze2008 Sitze2014 Sitze2019 Sitze2024 Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Stimmenanteil2024Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 Unabhängige Wählergemeinschaft Bliesdorf 3 3 5 7 6 67,6 % 62,6 % Unabhängige Wählergruppe Kunersdorf / Metzdorf – 2 3 3 3 26,6 % 26,5 % Wählergruppe Gemeinde gemeinsam gestalten – – – – 1 – 6,6 % Wählergruppe Alte Dörfer – – – – – – 4,3 % CDU 3 1 2 – – – – Bündnis 90/Die Grünen – – – – – 5,8 % – Einzelbewerber 4 3 – – – – – Insgesamt 10 9 10 10 10 100 % 100 %

Bürgermeister 2003–2008: René Krone (CDU) 2008–2014: Eva-Maria AndresenKommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 9 seit 2014: Reiner Labitzke (CDU)

Labitzke wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 82,5 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Am 9. Juni 2024 wurde er wiederum mit 82,5 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahlen am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Bliesdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Hauptsehenswürdigkeit von Bliesdorf ist die 1881/1882 entstandene neugotische Dorfkirche.

Im Ortsteil Kunersdorf wurde der Schlosspark, der 1824 nach Plänen von Peter Joseph Lenné gestaltet wurde, nach der Totalzerstörung im Jahr 1945 als Landschaftspark rekonstruiert. Im ehemaligen Schloss, das von der Gutsherrin Helene Charlotte von Friedland bewirtschaftet wurde, schrieb Adelbert von Chamisso sein Werk Peter Schlemihls wundersame Geschichte. Der Friedhof mit der Grabkolonnade derer von Lestwitz und Itzenplitz mit neun jeweils durch dorische Säulenpaare getrennten Nischen unter durchlaufendem Gesims ist bestückt mit Stelen, Reliefs und Marmorurnen der Bildhauer Johann Gottfried Schadow, Christian Daniel Rauch und Christian Friedrich Tieck.

Westlich des Ortsteils Kunersdorf wurde Anfang der 1980er Jahre vom Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR der Bunker Kunersdorf errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Bliesdorf liegt an der Bundesstraße 167 zwischen Wriezen und Seelow.

Vereine Im Ort sind ein Heimatverein und der SV Bliesdorf ansässig.

Persönlichkeiten Carl Ludwig Hellwig (1773–1838), Komponist und Musiker, in Kunersdorf geboren Georg Mickley (1816–1889), Orgelbauer, hatte in Freienwalde seine Werkstatt, in Alt-Bliesdorf geboren Johannes Gobbin (1833–1881), Verwaltungsjurist, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, in Herrnhof geboren

Literatur Rudolf Schmidt: Die Herrschaft Eckardstein. Band 1: Beiträge zur Entwicklungsgeschichte von Prötzel, Prädikow, Grunow, Reichenow, Sternebeck, Harnecop, Bliesdorf und Vevais. Schriftenreihe Oberbarnimer Heimatbücher, Bd. 5, hrsg. vom Kreisausschuss Oberbarnim, Bad Freienwalde (Oder) 1926.

Weblinks

Gemeinde Bliesdorf beim Amt Barnim-Oderbruch Bliesdorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 22. Juli 2007

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Märkisch-Oderland