Das Gebiet Schambyl (, ; bis 1993 ) ist ein Oblys in Kasachstan. Sie liegt im Süden des Landes an der Grenze zu Kirgisistan. Die Hauptstadt ist Taras, früher ebenfalls Schambyl, nach dem kasachisch-sowjetischen Dichter und Akyn Schambyl Schabajew.

Geografie Geografische Lage Das Gebiet Schambyl liegt im Süden des Landes. Es grenzt im Westen an das Gebiet Türkistan, im Norden an die Gebiete Ulytau und Qaraghandy sowie im Osten an das Gebiet Almaty. Seine Südgrenze bildet zugleich die Staatsgrenze zu Kirgisistan. Das Gebiet ist größtenteils durch Wüsten geprägt, die schwach besiedelt sind. Im Norden bestimmt die Hungersteppe, auch Betpaqdala genannt, das Erscheinungsbild. Diese ist eine steppenartige Halbwüste, die durch das Tal des Flusses Schu von der weiter südlich gelegenen Wüste Mujunkum getrennt wird. Im Südwesten erstreckt sich an der Grenze zum Gebiet Türkistan der Qaratau, ein nordwestlicher Ausläufer des Tianshan. Der Osten des Gebiets ist geprägt durch das Schu-Ili-Gebirge, dessen Berghänge größtenteils von Wüsten- und Steppenlandschaft bedeckt sind. Im Süden an der kasachisch-kirgisischen Grenze erhebt sich der Kirgisische Alatau, an dessen Fuß sich die meisten größeren Städte und Siedlungen befinden.

Nachbarstaaten und Gebiete 25px|klasse=noviewer|Ulytau 25px|klasse=noviewer|Qaraghandy 25px|klasse=noviewer|Türkistan Datei:Windrose klein.svg 25px|klasse=noviewer|Almaty 25px|klasse=noviewer|Kirgisistan

Bevölkerung Einwohnerentwicklung ZensusjahrEinwohner 1939 321.650 1959 561.546 1970 794.320 1979 933.426 1989 1.048.546 1999 988.840 2009 1.020.791 2021 1.199.259

Demografie Im Gebiet Schambyl leben etwa 1,2 Millionen Menschen (Schätzung 2023). Rund drei Viertel der Bevölkerung sind heute Kasachen, zehn Prozent sind Russen und fünf Prozent sind Dunganen, eine muslimisch-chinesische Minderheit, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus China nach Zentralasien eingewandert war. Der Großteil der Dunganen siedelt heute im Bezirk Qordai. Besonders seit dem Ende der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Kasachstans ist die russische Bevölkerung stark zurückgegangen, von einst 27 Prozent bei der Volkszählung 1989 auf nur mehr zwölf Prozent bei der letzten Volkszählung 2009. Im Gebiet Schambyl gab es bis Anfang der 1990er Jahre auch eine große Anzahl an Russlanddeutschen, die mit einer Anzahl von 70.000 Menschen einen Anteil von gut sieben Prozent an der Gesamtbevölkerung hatten. Heute leben nur noch rund 7.100 Deutsche im Gebiet, womit sie weniger als ein Prozent der Bevölkerung stellen. Volksgruppe VZ 1989pop-stat.mashke.org: Ethnic composition: 1989 census (data for regions), abgerufen am 8. April 2020 (russisch). VZ 1999pop-stat.mashke.org: Ethnic composition: 1999 census (data for regions), abgerufen am 8. April 2020 (russisch). VZ 2009pop-stat.mashke.org: Ethnic composition: 2009 census, abgerufen am 8. April 2020 (russisch). VZ 2021pop-stat.mashke.org: Ethnic composition (data for regions): 2021 census, abgerufen am 15. März 2023 (englisch, russisch). Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Kasachen 507.302 48,84 % 640.346 64,76 % 729.675 71,39 % 891.262 74,31 % Russen 275.424 26,52 % 179.258 18,13 % 122.612 12,00 % 87.965 7,33 % Dunganen 23.555 2,27 % 30.333 3,07 % 43.282 4,23 % 58.063 4,84 % Türken 17.145 1,65 % 24.823 2,51 % 29.820 2,92 % 29.615 2,47 % Usbeken 21.512 2,07 % 22.501 2,28 % 24.491 2,40 % 28.992 2,42 % Aserbaidschaner 11.653 1,12 % 10.593 1,07 % 10.781 1,05 % 18.534 1,55 % Kurden 8.796 0,85 % 10.855 1,10 % 13.322 1,30 % 15.100 1,26 % Kirgisen 5.279 0,51 % 4.966 0,50 % 7.465 0,73 % 11.660 0,97 % Ukrainer 36.003 3,43 % 33.903 3,43 % 10.013 0,98 % 9.841 0,82 % Koreaner 13.360 1,29 % 14.000 1,42 % 9.964 0,97 % 9.821 0,82 % Tataren 16.618 1,60 % 12.576 1,27 % 9.263 0,91 % 9.590 0,80 % Deutsche 69.427 6,62 % 70.150 7,09 % 11.394 1,12 % 7.098 0,59 %

Religionen

Nach der Volkszählung von 2021 sind etwa 85 Prozent der Einwohner des Gebietes Schambyl Muslime. Daneben gibt es eine große christliche Minderheit von etwa acht Prozent. Der überwiegende Teil davon bekennen sich zum orthodoxen Christentum, nur ein verschwindend geringer Teil sind Katholiken und Protestanten. Etwa 1,2 Prozent der Menschen gaben an, nicht gläubig zu sein und rund sieben Prozent der Bevölkerung machten bei der Volkszählung keine Angaben über ihre Religionszugehörigkeit.

Größte Orte Die größten Orte des Gebietes Schambyl sind (Stand: 2021):

Nr.OrtEinwohner 1 Taras 418.368 2 Schu 44.814 3 Qordai 38.012 4 Sarykemer 32.043 5 Qaratau 28.045Nr.OrtEinwohner 6 Schangatas 25.018 7 Töle Bi 19.771 8 Sortöbe 19.458 9 Qulan 18.572 10 Massantschi 17.631

Politik und Verwaltung Verwaltungsgliederung Das Gebiet ist in zehn Bezirke (; ) unterteilt. Das Verwaltungszentrum Taras stellt einen eigenen Stadtkreis dar. Weitere Ort mit dem Status einer Stadt sind Qaratau, Schangatas und Schu. 400px|mini|Administrative Gliederung des Gebietes Schambyl

AudanFläche [km²]EinwohnerVerwaltungssitzBaisaq 4.500 SarykemerMerki 7.100 MerkiMojynqum 50.400 MojynqumQordai 8.973 QordaiSaryssu 31.300 SchangatasSchambyl 4.300 AssaSchu 12.000 Töle BiSchualy 4.200 Bauyrschan MomyschulyTalas 12.200 QaratauTaras (Stadt) TarasTurar Rysqulow 10.500 Qulan Stand:

Äkim (Gouverneur) Liste der Gouverneure (, Äkım) des Gebietes Schambyl seit 1992: Nr. Name Amtszeit (Beginn) Amtszeit (Ende) 1 12. Februar 1992 6. Oktober 1995 2 6. Oktober 1995 20. Januar 1998 3 21. Januar 1998 17. Februar 1999 4 17. Februar 1999 14. Mai 2004 5 14. Mai 2004 30. November 2009 6 30. November 2009 30. Dezember 2013 7 30. Dezember 2013 10. Januar 2018 8 10. Januar 2018 10. Februar 2020 9 10. Februar 2020 7. April 2022 10 7. April 2022 4. September 2023 11 5. September 2023 amtierend

Persönlichkeiten Ravil Tagir (* 2003), Fußballspieler Viktor Krieger (* 1959), deutscher Historiker

Weblinks

Offizielle Website des Gebietes Schambyl (kasachisch und russisch)

Einzelnachweise

Schambyl

Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1939