Die Schmielen (Deschampsia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die 40 Arten sind von den subarktischen sowie subantarktischen bis zu den gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet. Die Bezeichnung Schmielen führte zur Benennung sumpfiger Gelände als Schmiedel.

Beschreibung mini|links|Laubblatt der Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) mit Ligula mini|Illustration der Antarktischen Schmiele (Deschampsia antarctica)

Vegetative Merkmale Deschampsia-Arten sind meist ausdauernde, seltener einjährige krautige Pflanzen. Sie wachsen meist als horstbildende Gräser. Selten bilden sie kurze Ausläufer. Die Erneuerungstriebe wachsen innerhalb der Blattscheiden (intravaginal) hoch. Der Halm besitzt geriefte, kahle Knoten.

Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Blattscheiden sind am Grund offen. Das Blatthäutchen ist ein häutiger Saum. Die einfachen Blattspreiten sind in der Knospenlage eingerollt oder zusammengefaltet. Später sind sie flach bis borstenförmig, an der Oberseite deutlich gerippt und rau, an der Unterseite kaum gerippt.

Generative Merkmale Der relativ große rispige Blütenstand ist während der Anthese locker, ansonsten zusammengezogen und dicht. Die Rispenäste zweigen zu zweit bis zehnt von der Hauptachse ab und sind kantig und rau. Die 2 bis 8 Millimeter langen und seitlich abgeflachten Ährchen enthalten aus meist zwei, seltener aus einer bis drei Blüten. Alle Blüten sind zwittrig und fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus. Die Ährchenachse ist an den Kanten behaart und trägt über der oberen Blüte einen stielförmigen Fortsatz. Die beiden Hüllspelzen sind fast gleichartig und etwa gleich lang wie die Blüte. Sie sind spitz, gekielt, häutig und wenigstens auf dem Mittelnerv der oberen Hälfte rau. Die untere Hüllspelze ist einnervig, die obere ein- bis dreinervig, die auch leicht länger und breiter als die untere ist. Die Deckspelzen sind fünfnervig, häutig und rau oder glatt. Am oberen Rand sind sie gestutzt und tragen vier Zähne, die selbst wieder gezähnelt sein können. Auf dem Rücken des untersten Viertels oder in der Mitte sitzt eine Granne. Diese ist gerade und überragt die Deckspelze kaum, oder sie ist zwischen den Spelzen verborgen, oder sie ist gekniet und überragt die Deckspelze klar. Die Vorspelzen sind zweinervig und kürzer als die Deckspelzen. Sie haben eine lanzettliche Form, sind oben abgerundet oder zweispitzig, und sind zarthäutig. Es gibt drei Staubblätter. Der Fruchtknoten ist eiförmig und kahl. Die beiden Griffel stehen endständig und tragen dicht fiedrige Narben, die seitlich aus den Blüten ragen.

Die Karyopse ist 2 bis 3 Millimeter lang, kahl und locker von den Spelzen umhüllt. Der Embryo ist ein Fünftel bis ein Viertel so lang wie die Frucht. Der Nabel ist punktförmig bis schmalelliptisch und grundständig.

Systematik und Verbreitung mini|Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica) in der Antarktis (Collins Glacier) mini|Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica) in der Antarktis (Petermann-Insel) mini|Illustration von Deschampsia kingii mini|Deschampsia nubigena auf Hawaii (Maui) mini|Deschampsia nubigena auf Maui im Haleakala National Park

Die Gattung Deschampsia wurde 1812 durch Ambroise Marie François Joseph Palisot de Beauvois aufgestellt. Der Gattungsname Deschampsia ehrt den französischen Arzt, Naturforscher und Botaniker Louis-Auguste Deschamps (1765–1842). Synonyme für Deschampsia sind: Airidium , Avenella , Campella , Czerniaevia , Lerchenfeldia nom. superfl., Monandraira , Podionapus , Vahlodea , Erioblastus .

Die Gattung Deschampsia gehört zur Tribus Poeae oder Aveneae in der Unterfamilie Pooideae innerhalb der Familie Poaceae.

Die Gattung Deschampsia ist von den subarktischen sowie subantarktischen bis zu den gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet. Besonders viele Arten kommen auf der Südhalbkugel vor. Das sind im südlichen Südamerika 16 Arten und allein auf Tristan da Cunha vier Arten. In Mitteleuropa kommen vor: Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa), Bodensee-Schmiele (Deschampsia cespitosa subsp. rhenana), Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa), Binsen-Schmiele (Deschampsia media), Borsten-Schmiele oder Moor-Schmiele (Deschampsia setacea).

Die Gattung Deschampsia umfasst etwa 40 Arten:

Deschampsia airiformis : Sie ist vom zentralen bis zum südlichen Chile und im südlichen Argentinien verbreitet. Deschampsia amurensis Prob.: Die 2015 erstbeschriebene Art kommt in Russlands Fernem Osten vor. Deschampsia angusta : Sie ist in der Demokratischen Republik Kongo, Kenia und Uganda verbreitet. Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica ): Sie kommt vom südlichen Südamerika bis zur Antarktis vor. Deschampsia argentea : Sie kommt in Makaronesien vor. Deschampsia aurea : Sie kommt in Ecuador vor. Deschampsia baicalensis : Sie wurde 2010 aus Sibirien erstbeschrieben. Deschampsia barkalovii : Sie kommt in Sachalin vor. Deschampsia berteroniana : Sie kommt von Chile bis zur Provinz Mendoza in Argentinien vor. Deschampsia bolanderi : Sie kommt in Oregon, Washington und Kalifornien vor. Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa ) (Syn.: Deschampsia austrobohemica , Deschampsia gaudinii , Deschampsia cespitosa subsp. alpicola , Deschampsia cespitosa subsp. austrobohemica , Deschampsia cespitosa subsp. gaudinii ): Je nach Autor gibt es eine unterschiedliche Anzahl von Unterarten: Deschampsia cespitosa subsp. cespitosa (Syn: Deschampsia caespitosa orth. var., Deschampsia wahlenbergiana nom. superfl., Deschampsia brachyphylla nom. illeg., Deschampsia curtifolia nom. superfl., Deschampsia pumila nom. illeg., Deschampsia ambigua , Deschampsia laevigata , Deschampsia doniana , Deschampsia biebersteiniana , Deschampsia glomerata , Deschampsia pulchra , Deschampsia latifolia , Deschampsia aenea , Deschampsia grandis , Deschampsia alpigena , Deschampsia andraei , Deschampsia montana , Deschampsia versicolor , Deschampsia andina , Deschampsia rhenana , Deschampsia penicillata , Deschampsia arctica , Deschampsia alpicola , Deschampsia chinensis , Deschampsia confinis , Deschampsia pungens , Deschampsia breviaristata , Deschampsia convoluta , Deschampsia turczaninowii , Deschampsia crassifolia , Deschampsia paramushirensis , Deschampsia aleutica , Deschampsia borealis , Deschampsia sukatschewii , Deschampsia mackenzieana , Deschampsia anadyrensis , Deschampsia komarovii , Deschampsia neumaniana , Deschampsia ivanovae , Deschampsia gredensis , Deschampsia austrobohemica , Deschampsia multiflora , Deschampsia tzvelevii , Deschampsia vodopjanoviae , Deschampsia altaica , Deschampsia submutica , Deschampsia orientalis , Deschampsia kaschinae , Deschampsia kurilensis , Deschampsia gaudinii , Deschampsia hispanica , Deschampsia hybridogena , Deschampsia refracta subsp. gredensis , Deschampsia media subsp. hispanica , Deschampsia media var. iberica , Deschampsia cespitosa var. longiflora nom. superfl., Deschampsia cespitosa var. argentea , Deschampsia cespitosa var. vivipara , Deschampsia cespitosa var. colorata , Deschampsia cespitosa var. grandiflora , Deschampsia cespitosa var. brevifolia , Deschampsia cespitosa var. variegata , Deschampsia cespitosa var. setifolia , Deschampsia cespitosa var. pallida , Deschampsia cespitosa var. brachyphylla , Deschampsia cespitosa var. latifolia , Deschampsia cespitosa var. coarctata , Deschampsia cespitosa var. glauca , Deschampsia cespitosa var. andraei , Deschampsia cespitosa var. maritima , Deschampsia cespitosa var. arctica , Deschampsia cespitosa var. strictior , Deschampsia cespitosa var. confinis , Deschampsia cespitosa var. montana , Deschampsia cespitosa var. gaudinii , Deschampsia cespitosa var. breviaristata , Deschampsia cespitosa var. macrantha , Deschampsia cespitosa var. coreensis , Deschampsia cespitosa var. borealis , Deschampsia cespitosa var. altissima , Deschampsia cespitosa var. festucifolia , Deschampsia cespitosa var. minor , Deschampsia cespitosa var. microstachya , Deschampsia cespitosa var. mannii , Deschampsia cespitosa var. oliveri , Deschampsia cespitosa var. altaica , Deschampsia cespitosa var. atlantis , Deschampsia cespitosa var. pungens , Deschampsia cespitosa var. intercotidalis , Deschampsia cespitosa var. crassifolia , Deschampsia cespitosa var. abbei , Deschampsia cespitosa var. mackenzieana , Deschampsia cespitosa var. alpicola , Deschampsia cespitosa var. pulchra , Deschampsia cespitosa var. komarovii , Deschampsia cespitosa var. orientalis , Deschampsia cespitosa var. submutica , Deschampsia cespitosa var. exaristata , Deschampsia cespitosa var. congesta , Deschampsia cespitosa var. hispanica , Deschampsia cespitosa subsp. gaudinii , Deschampsia cespitosa subsp. festucifolia , Deschampsia cespitosa subsp. orientalis , Deschampsia cespitosa subsp. borealis , Deschampsia cespitosa subsp. anadyrensis , Deschampsia cespitosa subsp. paramushirensis , Deschampsia cespitosa subsp. turczaninowii , Deschampsia cespitosa subsp. gredensis , Deschampsia cespitosa subsp. hispanica , Deschampsia cespitosa subsp. alpicola , Deschampsia cespitosa subsp. pyrenaica , Deschampsia cespitosa subsp. austrobohemica , Deschampsia cespitosa subsp. ivanovae , Deschampsia cespitosa subsp. sukatschewii ) Deschampsia cespitosa subsp. alpina Deschampsia cespitosa subsp. beringensis (Syn.: Deschampsia beringensis ) Deschampsia cespitosa subsp. bottnica (Syn.: Deschampsia bottnica ) Deschampsia cespitosa subsp. brevifolia (Syn.: Deschampsia brevifolia ) Deschampsia cespitosa subsp. glauca (Syn.: Deschampsia glauca , Deschampsia cespitosa var. glauca nom. illeg.) Deschampsia cespitosa subsp. littoralis (Syn.: Deschampsia littoralis ): Sie kommt in der Schweiz am Lac de Joux und kam früher auch am Genfer See vor. Sie unterscheidet sich genetisch von der Bodensee-Schmiele (Deschampsia cespitosa subsp. rhenana ) Deschampsia cespitosa subsp. mezensis Deschampsia cespitosa subsp. obensis (Syn.: Deschampsia obensis ) Elbe-Rasenschmiele (Deschampsia cespitosa subsp. paludosa , Syn.: Deschampsia wibeliana ) Deschampsia cespitosa subsp. parviflora Bodensee-Schmiele (Deschampsia cespitosa subsp. rhenana , Syn.: Deschampsia rhenana , Deschampsia littoralis ) Sie kommt im Bodenseegebiet und im östlichen Hochrheingebiet vor. Deschampsia cespitosa subsp. scardica Deschampsia cespitosa subsp. septentrionalis : Sie kommt im subarktischen Amerika vor. Deschampsia cespitosa subsp. wilhelmsii Deschampsia chapmanii : Sie kommt von Neuseeland bis zur Macquarieinsel vor. Deschampsia christophersenii : Dieser Endemit kommt nur auf der Insel Tristan da Cunha vor. Deschampsia chrysantha : Sie kommt von Peru bis zum nordwestlichen Argentinien und zum zentralen Chile vor. Deschampsia cordillerarum : Sie kommt von Chile bis zur argentinischen Provinz Mendoza vor. Deschampsia danthonioides : Sie kommt von Alaska bis zu den mexikanischen Bundesstaaten Baja California und Chihuahua vor. Deschampsia domingensis : Sie kommt nur in der Dominikanischen Republik vor. Deschampsia elongata : Sie ist von Alaska bis Mexiko und im südlichen Südamerika weitverbreitet. Deschampsia eminens : Sie kommt in drei Varietäten von Kolumbien bis zum südlichen Südamerika vor. Deschampsia gracillima : Sie kommt in Tasmanien, auf der Südinsel von Neuseeland und auf den Aucklandinseln vor. Deschampsia gulariantzii : Sie kommt in Russlands Fernem Osten vor. Deschampsia hackelii : Sie kommt in Argentinien vor. Deschampsia hultenii : Sie kommt in Kamtschatka vor. Deschampsia ircutica : Sie kommt im südlichen Sibirien vor. Deschampsia kingii : Sie kommt vom zentralen und südlichen Chile bis in südliche Argentinien vor. Deschampsia klossii : Sie kommt in Neuguinea und auf den Kleinen Sundainseln vor. Deschampsia koelerioides : Sie kommt von Afghanistan bis Sibirien und bis zum westlichen Himalaja vor. Deschampsia laguriensis : Sie kommt in Sachalin vor.