Die 21. Panzer-Division war ein gepanzerter Großverband des Heeres der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die Division wurde zunächst als 5. leichte Division gebildet und später im August 1941 erstmals aus dieser aufgestellt. Nachdem der Verband in Afrika erstmals zerschlagen worden war, erfolgte 1943 in Frankreich eine Neuaufstellung.
Vorgeschichte
Aufstellung 5. leichte (Afrika-)Division Mit einigen von der 3. Panzer-Division abgegebenen Truppenteilen und vorhandenen Heerestruppen wurde im Januar 1941 in Wehrkreis III die 5. leichte Division im Deutschen Reich aufgestellt. Der für den Einsatz in Nordafrika vorgesehene Verband wurde unmittelbar nach der Aufstellung über Italien nach Nordafrika verlegt. Schon beim Transport nach Nordafrika kam es zu den ersten Verlusten des neuen Verbands. Der Verband war ursprünglich als „Sperrverband Libyen“ zur Abwehr des britischen Vorstoßes in Libyen konzipiert, und entsprechende zusätzliche Verbände wurden in die Division eingegliedert.Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 53.
Die Division gliederte sich danach in:
Stab/Infanterie-Regiment (mot.) z.b.V. 200 MG-Bataillon (mot.) 2 (verstärkt mit zwei Pionier-Kompanien (mot.)) MG-Bataillon (mot.) 8 (verstärkt mit einer Pionier-Kompanie (mot.)) Panzer-Regiment 5 (mit 6 leichten und 2 schweren Kompanien / Pz.Kpfw. II und Pz.Kpfw. IV) Aufklärungs-Abteilung 3 (zwei Panzerspäh-Kompanien und eine Kradschützen-Kompanie) verstärkte 2. Nachrichten-Kompanie / Panzer-Nachrichten-Abteilung 39 Panzerjäger-Abteilung 39 (drei Kompanien schwere Pak (5cm Pak 38 ?) und eine Kompanie Flugabwehr-Maschinengewehre) schwere Panzerjäger-Abteilung 605 (drei Kompanien mit 4,7-cm-Panzerjäger I) Fla-Bataillon (Sfl.) 606 (drei Kompanien zu 12 Sd.Kfz. 10/4) I. Abteilung / Flak-Abteilung (mot.) 33 (drei Batterien 8,8-cm-Flak) Divisions-Nachschub-Führer z.b.V. 668 2. Heeres-Fliegerstaffel / 14 (Pz.)
Operationsgeschichte
Verlegung nach Nordafrika Die ersten deutschen Truppen für den deutschen Expeditionsverband wurden am 8. Februar eingeschifft und erreichten nach drei Tagen mit dem ersten Konvoi Tripolis. Es handelte sich um das Feldlazarett 4/572, die Wasser-Kolonnen 800 und 804 und eine Kraftfahrzeug-Werkstatt. Am 13. Februar wurden die ersten Kampftruppen der Division eingeschifft und die Aufklärungs-Abteilung 3 sowie die Panzerjäger-Abteilung 39 erreichten am 15. Februar den Hafen von Tripolis, wo der Verband von Generalleutnant Rommel persönlich sofort eingewiesen wurde. Da die deutschen Schiffe für die Transportstrecke ca. zwei Tage benötigten, wurden in den folgenden Wochen alle vier Tage neue Truppenteile der Division im Hafen von Tripolis entladen. Am 25. Februar traf der Divisionskommandeur Generalmajor Streich bei seinem Verband in Nordafrika ein.
Vorstoß des DAK Frühjahr 1941 Bis Ende Februar sammelte der „Sperrverband von Wechmar“ (nach dem Kommandeur der Pz.-Aufkl.Abt. 3) eintreffende Truppenteile im Raum der Enge von Mugtaa. Der Gefechtsstand der Division lag beim Arco dei Fileni südwestlich von El Agheila. Die verstärkte Aufklärungs-Abteilung 3 begann ab dem 1. März mit den Aufklärungs-Operationen nach Süden und Osten zur Aufklärung der gegnerischen Positionen. Bei Mugtaa kam es zu einem Abwehrgefecht mit britischen Patrouillen.Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 53.
Am 11. März traf die Masse des Panzer-Regiment 5 in Tripolis ein. Ab dem 15. März gab es Vorstöße (gewaltsame Aufklärung der „Kampfgruppe Graf v. Schwerin“) in den Fezzan, zur Oase Um-el-Arabneb.
Beginn des Vorstoß zur Rückgewinnung der Kyrenaika Am 23. März wurde die Eroberung von El-Agheila befohlen und eine Kradschützen-Kompanie fuhr gemeinsam mit der Aufklärungs-Abteilung 3 entlang der Küstenstraße Via Balbia von Westen in Richtung El-Agheila, das gegen geringen Widerstand am 24. März eingenommen wurde.
Am 30. März griff dann das Panzer Regiment 5 mit dem MG-Btl. 2 der Division die britischen befestigten Stellung auf den Höhen von Marsa-el-Brega an. Die britischen Verteidiger wehrten den ersten Angriff des Panzerregiments ab und erst der nächtliche Einsatz des MG-Bataillons 2 über die linke Flanke entlang des Strandes ermöglichte die Wegnahme der britischen Stellung am 31. März.
Dies ermöglichte die Einnahme von Agedabia am 3. April, dem folgte am 5. April Bengasi. Am 6. April wurden die britischen Generale O’Connor und Neame durch die Spitzentruppen der Kampfgruppe Ponath beim Vorstoß in Richtung Derna gefangen genommen. Vom 6. auf den 7. April kämpfte die deutschen Vorausabteilung um Derna und den Flugplatz von Derna. Am 9. April wurde das von der deutschen Angriffsspitze zunächst umgangene El-Mechili durch die „Kampfgruppe Ponath“ (MG-Btl. 8 und Teile Pz.AA 3) eingenommen.
Tobruk 1941 Die Truppen der Division erreichten gemeinsam mit der italienischen Division „Brescia“ am 14. April die britischen Stellungen vor Tobruk. Das Panzer-Regiment 5 verfügte zu dieser Zeit gerade noch über etwa 22 bis 25 Panzerkampfwagen. Die Kräfte reichten nicht zur Eroberung der durch Minenfelder und Panzerabwehrstellungen geschützten Hafenstadt und der Verband erlitt erhebliche Verluste. Weitere Versuche der Division in Stoßtruppunternehmen die Stadt zu erobern, gingen bis Ende Mai 1941. Das Afrikakorps musste deshalb eine defensivere Strategie akzeptieren. Die wichtige Hafenstadt Tobruk wurde durch einen Sicherungsriegel aus deutschen und italienischen Truppen eingeschlossen.
Operation Battleaxe Ab dem 14. Juni 1941 gingen die britischen Streitkräfte zur Offensive über (Sommerschlacht um Sollum) und die 5. leichte Division musste einen Angriff westlich des Fort Capuzzo abwehren. Gemeinsam mit Teilen der 15. Panzer-Division gelang der Division in einem Gegenangriff bis zum 18. Juni der Entsatz der im Halfaya-Pass eingeschlossenen „Kampfgruppe Bach“ (verstärktes I. Bataillon / Schützen-Regiment 104). Danach richtete sich die Division am Halfaya-Pass und um das Fort Capuzzo zur Verteidigung ein.
Geschichte Aufstellung der 21. Panzer-Division durch Umgliederung in Nordafrika Am 1. August 1941 entstand die 21. Panzer-Division im Afrikafeldzug durch die Umgliederung der 5. leichten Division. Sie war Teil des Deutschen Afrikakorps unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel.Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 143.
Die neue Gliederung enthielt auch neue Truppenteile:Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 144.Tessin: Die Landstreitkräfte Bd. 4 1970, S. 160.
Schützen-Regiment 104 (I. und II. Bataillon von der 15. Panzer-Division kommend) Kradschützen-Bataillon 15 (von der 15. Panzer-Division kommend) Maschinengewehr-Bataillon (mot.) 8 (Friedensstandort Züllichau) Panzer-Regiment 5 (II. Abteilung von der Panzer-Abteilung 190 der 90. leichten Afrika-Division kommend) Artillerie-Regiment (mot.) 155 (aus Artillerie-Abteilung 864 (neue I. Abteilung), aus I. Abteilung/Artillerie-Regiment 75 (neue II. Abteilung) und schwerer Artillerie-Abteilung 911 (neue III. Abteilung)) Panzer-Aufklärungs-Abteilung 3 Panzer-Nachrichten-Abteilung 200 Panzerjäger-Abteilung 39 Panzer-Pionier-Bataillon 200 Fla-Bataillon (mot.) 609 Heeres-Flak-Abteilung (mot.) 305 (aus Flak-Bataillon (Sfl.) 305) Divisionstruppen Nr. 200
Operationsgeschichte Operation Crusader Am 18. November 1941 begann die britische „Operation Crusader“, benannt nach den neuen britischen Panzern vom Typ Crusader, mit dem Vorrücken britischer Kräfte in die Angriffsstellungen an der Grenze zwischen Libyen und Ägypten. Generalleutnant Crüwell und der Befehlshaber der 21. Panzer-Division, Generalmajor von Ravenstein, erkannten, anders als Erwin Rommel, in diesen Aktivitäten die Vorbereitung eines britischen Angriffs. Am 19. November bildete von Ravenstein die „Kampfgruppe Stephan“ und ging aus dem Raum südlich Bardia in südlicher Richtung gegen die 8th Hussars der 4th Armoured Brigade, die mit 50 M3 Light Tanks ausgerüstet war vor. Es kam zur Schlacht beider Panzerverbände mit Verlusten auf beiden Seiten. Am Nachmittag wurden die britischen Kräfte durch das Herankommen des 5th Bataillon des Royal Tank Regiment verstärkt, doch keine Seite konnte an diesem Tag einen Sieg erringen und beide Seiten mussten sich am Abend zurückziehen.
Der 20. November begann mit einem weiteren Gefecht der „Kampfgruppe Stephan“ mit den britischen Panzerkräften südlich Bardia. Danach zog sich die Kampfgruppe vom Gefechtsfeld zurück, um gemeinsam mit der gesamten eigenen Division und gleichzeitig mit der 15. Panzer-Division die Kräfte der 4th Armoured Brigade anzugreifen. Doch fehlte der Division der erforderliche Kraftstoff für die Fahrzeuge. In den folgenden Stunden wurden das britische Angriffsziel, die Befreiung von Tobruk, klar und Rommel befahl den beiden Panzerdivisionen einen taktischen Rückzug in Richtung Tobruk.
Am 21. November rollte die 21. Panzer-Division in Richtung Tobruk, um den Entsatzangriff der 7th Armoured Division zu verhindern, während der Verband gleichzeitig von der 22nd und 4th Armoured Brigade verfolgt wurden. Die zur britischen Division gehörenden 7th Hussars trafen, als sie deutschem Beschuss auswichen, auf Teile der 21. Panzer-Division. Nach einem ersten Gefecht im Gebiet des Flugplatzes von Sidi Rezegh wich die Division beim Eintreffen der 22nd Armoured Brigade in ihrem Rücken nach Nordosten aus, um sich dann am Abend nach weiteren Gefechten zurückzuziehen und in der Nacht eine Verschiebung nach Nordosten durchzuführen, um die britischen Positionen zu umgehen und dann auf El Duda durchzubrechen.
Am 22. November konnte die 21. Panzer-Division sich gegen alle Angriffe im Raum des Flugplatzes von Sidi Rezegh verteidigen und die geschwächten britischen Kräfte mussten sich zurückziehen. Am 23. November ließ Rommel die Division erst in nordöstlicher Richtung angreifen und dann auf die alliierten Stellungen bei Sidi Omar vorrücken. Hierbei erlitt der Verband empfindliche Verluste und drehte schließlich Halfaya ab, um den dortigen italienischen Einheiten zur Hilfe zu kommen. In den folgenden drei Tagen litt die Division unter den alliierten Luftangriffen und Treibstoffmangel. Am 27. November kam der Befehl zum Rückzug auf den Einschließungsring um Tobruk. Bei der Verlegung der Division nach Westen stieß die Division bei Sidi Azeiz auf die 5th Newzealand Brigade. Die Division machte 700 Gefangene, aber die Masse des alliierten Verbands entkam auf den eigenen Fahrzeugen.
Im Anschluss an die Kämpfe östlich von Tobruk verlegte die Division im Januar 1942 nach Westen hinter die Stützpunkte der „Masra-el-Berga-Stellung“.
Auffrischung Bis Mitte des Monats erfolgte südwestlich von El Agheila eine Auffrischung.
Ab dem 21. Januar 1942 wurde der Verband erneut zum Angriff eingesetzt. Die „Panzer-Kampfgruppe von Bismarck“ stieß zunächst über Agedabia und Fort Mechilli auf die zuvor verlorene „Ghazala-Stellung“ westlich von Tobruk und südostwärts von Derna vor. Die Angriffe zur Eroberung einer neuen Stellung, welche die Eroberung von Tobruk ermöglichen sollte, dauerten bis Mai 1942.
Am 1. April 1942 galt das bereits seit einigen Wochen am Halfaya-Pass eingeschlossene I. Bataillon / Schützen-Regiment 104 als vernichtet. Im April 1942 wurde daher das Kradschützen-Bataillon 15 zum III. Bataillon / Schützen-Regiment 104 und das Maschinengewehr-Bataillon 8 zum I. Bataillon / Schützen-Regiment 104.Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 145.
Tobruk 1942 Die 21. Panzer-Division erhielt am 26. Mai im Rahmen des Unternehmen Theseus zunächst die Aufgabe, das stark befestigte Wüstenfort Bir Hacheim südlich von Tobruk zu erobern. Es folgte eine Serie von Angriffen und Abwehrkämpfen im Raum südlich von Tobruk und Acroma. Der Angriff auf Tobruk selbst begann am 19. Juni und diesmal war die Division an der Eroberung von Stadt, Hafen und Festung bis zum 21. Juni beteiligt.
Halfaya-Pass 1942