hochkant=1.3|mini|Karte der Barmer Anlagen mini|Ansicht im nördlichen Teil der Barmer Anlagen mini|Baumbestand der Anlagen mini|Eine Liegewiese in den Anlagen mini|Die Budde-Allee im Ringeltal mini|Der Schwanenteich mini|Die unteren Anlagen mini|Die unteren Anlagen

Die Barmer Anlagen sind die zweitgrößte private, gleichwohl für die Öffentlichkeit frei zugängliche Parkanlage Deutschlands.Marion Meyer: Privatpark mit Geschichte. RP Online 25. Oktober 2011. Abgerufen am 10. April 2014. Sie liegen im Wuppertaler Stadtteil Barmen, der bis zur Vereinigung mit der benachbarten Großstadt Elberfeld 1929 eine selbstständige Großstadt im Bergischen Land war. Die Anlagen wurden ab 1864 nach Plänen des königlichen Gartenbaudirektors Joseph Clemens Weyhe gestaltet.

Die Parkanlage erstreckt sich vom Wohnquartier Heidt am südlichen Rand des Barmer Innenstadtbereichs hinauf auf die Barmer Südhöhen mit dem Barmer Wald um den Toelleturm auf einer Höhe von im Wohnquartier Lichtenplatz. Der Höhenunterschied zwischen dem nördlichen Teil und der höchsten Erhebung beträgt etwa 135 Meter bei einer Längenausdehnung in Nord-Süd-Richtung von etwa 1200 Metern. Die Flächengröße, inklusive des zu den Anlagen gehörenden Teils des Barmer Walds, beträgt rund 300 Hektar, davon 77 Hektar im Eigentum des Barmer Verschönerungsvereins und 212 Hektar im Besitz der Stadt Wuppertal. Ungefähr 100 Hektar der Anlagen sind als Landschaftsgarten gestaltet.

Die Barmer Anlagen werden durch die in Ost-West-Richtung verlaufenden Straßen Untere Lichtenplatzer Straße, die als Landesstraße 419 qualifiziert ist, und die Lönsstraße in drei Teile geteilt. Der nördlich der Unteren Lichterplatzer Straße und am tiefsten gelegene kleinere Teil der Barmer Anlagen hat einen parkähnlichen Charakter mit zwei Teichen und Rasenflächen mit altem Baumbestand. Im mittleren Teil, in dem weitere Teichanlagen und großflächigere Liegewiesen angelegt wurden, geht der Landschaftsgarten mit steigender Höhe in den Barmer Wald über. Der südliche Teil, insbesondere südlich der Lönsstraße bis hinab in das Murmelbachtal, besteht überwiegend aus einem geschlossenen Waldgebiet mit zahlreichen Waldwegen. An der höchsten Stelle steht der Toelleturm, der in den Sommermonaten an ausgewählten Tagen als Aussichtsturm bestiegen werden kann.

Auf dem Gelände stehen zahlreiche Denkmale, Gedenksteine und Gedenktafeln. Eines der Denkmale erinnert an die 1959 stillgelegte Barmer Bergbahn, eine Zahnradbahn, deren ehemalige Trasse über weite Strecken durch den Park zum Toelleturm führte und deren Verlauf im Rahmen der Regionale 2006 in Form einer Doppelreihe von Granitstelen im Parkgelände erkennbar gemacht wurde. An die Anlagen grenzen der sehr reizvoll gestaltete Vorwerkpark sowie ein Ehrenfriedhof, der von ihnen umschlossen ist. Ferner befanden sich auf dem Parkgelände die Grundstücke der im Zweiten Weltkrieg zerstörten und nicht wieder aufgebauten Gebäude der Barmer Stadthalle, des Barmer Planetariums und der Meierei Fischertal.

Die Barmer Anlagen sind seit Anbeginn in der Obhut des Barmer Verschönerungsvereins, der sich aus Mitgliederbeiträgen sowie Spenden finanziert und für den Erhalt aufkommt. Sie sind einer von 57 Parks und Landschaftsgärten der Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas, einem grenzüberschreitenden Zusammenschluss von besonders schönen und hochwertigen, zumeist historischen Gärten in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden. Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas. Abgerufen am 10. April 2013.

Im September 2013 gab das Europäische Gartennetzwerk European Garden Heritage Network (EGHN) bekannt, dass die Barmer Anlagen im Jahr des 150-jährigen Bestehens, 2014, zum Partnergarten ernannt und die EGHN-Plakette erhalten werden. Sie sind damit einer von derzeit 180 europäischen Gärten im Netzwerk kulturhistorisch bedeutsamer Gartenanlagen. Aktuelle Nachrichten des Europäischen Gartennetzwerks – EGHN. Abgerufen am 10. April 2014. Die Plakette wurde von den Vertretern des LVR am 14. Februar 2014 überreicht.Manuel Praest: Wuppertal sagt Danke für die Barmer Anlagen. wz-newsline 15. Februar 2014. Abgerufen am 10. April 2014.

Geografie Lage Die Barmer Anlagen gehören zu den Stadtbezirken Heckinghausen und Barmen und dort zu den statistischen Wohnquartieren Heidt und Lichtenplatz. Sie werden im Norden von innerstädtischen Gebieten mit geschlossener, ursprünglich gründerzeitlicher Wohnbebauung begrenzt. Im Nordosten befindet sich das Komponistenviertel mit überwiegend villenartiger Bebauung, der Südosten zählt zu dem Heckinghausener, nicht zu den Anlagen gehörenden Teil des Barmer Walds. Südlich schließt sich jenseits des Murmelbachs das Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes Scharpenacken an. Im Südwesten grenzen die Anlagen an das gehobene Villenviertel um den Toelleturm, in dem auch der kleine Vorwerkpark liegt. Nach Westen gehen die Anlagen in den Kothener Busch und die Kleingartenanlage Springen über.

Zu den Einrichtungen am Rande der Barmer Anlagen, die sich auf dem Gelände des Verschönerungsvereins befinden oder zu einem früheren Zeitpunkt befanden, jedoch nicht zu den Anlagen selbst zählen, sondern von ihnen umschlossen sind, gehören die Minigolfanlage Adventuregolf Wuppertal sowie die angrenzenden Waldtennisplätze. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht die Wuppertaler Jugendherberge, deren Bauplatz in den 1950er-Jahren der Verschönerungsverein zur Verfügung stellte. Auch das Gelände des Barmer Ehrenfriedhofs wurde aus den Anlagen formal herausgetrennt, zählt aber zu dem Erholungsraum. Bis 2017 gehörte das 2018 abgerissene städtische Seniorenheim an der Oberen Lichtenplatz Straße ebenfalls zu den Einrichtungen auf dem früheren Gelände des Verschönerungsvereins.

Geologie, Topografie und naturräumliche Zuordnung mini|Höhenschnitt durch die Anlagen vom Haupteingang zum Murmelbach

Durch die Barmer Anlagen verläuft die naturräumliche Grenze zwischen der Wuppertaler Senke und den Mittelbergischen Hochflächen. Der nördliche Bereich mit den unteren Anlagen und dem nördlichen Teil der oberen Anlagen gehört zu der Barmer Kalksenke des Wuppertals und gründet auf durch Niederschläge abgetragene und verkarstete Massenkalke aus dem Mitteldevon.Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands: Blatt 108/109: Düsseldorf/Erkelenz (Karlheinz Paffen, Adolf Schüttler, Heinrich Müller-Miny) 1963; 55 S. und Digitalisat der zugehörigen Karte (PDF; 7,4 MB) Ein ehemaliger Steinbruch auf dem Anlagengelände zeugt von der wirtschaftlichen Nutzung des Gesteins. Durch die Lage auf der Luvseite der bergischen Wetteraufgleitfläche sind Jahresniederschlagsmengen von 800 mm bis 1280 mm messbar.

Aus der Kalksenke steigt das Gelände zu den Mittelbergischen Hochflächen an, die geologisch überwiegend aus Grauwacken, Sandsteinen und Tonschiefer bestehen und auf einem Faltenrumpf paläozoischer Gesteine basieren. Der Anstieg aus dem Wuppertal in südlicher Richtung endet auf der Gratlage des Lichtscheider Höhenrückens, von dem aus das Geländeprofil der Anlagen nach Süden hin wieder hinab zum Murmelbach abfällt.

Gewässer Fließgewässer mini|Der Fischertaler Bach unterhalb der Anlagen

Den Nordteil der Barmer Anlagen durchziehen in Süd-Nord-Richtung zwei Nebenflüsse der Wupper. Der Bach in den Barmer Anlagen (Fließgewässerkennziffer 2736513132), der das Ringeltal geologisch formte, entspringt in den Bleicherteichen an der Lönsstraße und fließt oberirdisch am Ringeldenkmal vorbei in den großen Teich in den oberen Anlagen. Er speist die beiden Teiche in den unteren Anlagen und fließt von dort unterirdisch zur Wupper.

Das zweite Fließgewässer, der Fischertaler Bach (273651314), entspringt unterhalb des Emil-Röhrig-Platzes im westlichen Bereich der oberen Anlagen und speist zwei topografisch übereinander liegende Teiche oberhalb des Waldtennisplatzes. Nach Unterquerung der Oberen Lichtenplatzer Straße fließt er verrohrt der Wupper zu.

Der Murmelbach (2736398), ein weiterer Nebenfluss der Wupper, begrenzt die Barmer Anlagen nach Süden. Er fließt in West-Ost-Richtung durch den Barmer Wald und erhält von mehreren kleineren Rinnsalen Zulauf aus den Anlagen, bevor er verrohrt in Heckinghausen bei der Heckinghauser Zollbrücke in die Wupper mündet. Mehrere Teiche sind in seinem Lauf aufgestaut.

Standgewässer mini|Der Schwanenteich in den unteren Barmer Anlagen mini|Der große Teich in den oberen Anlagen

In den Barmer Anlagen wurden im Laufe der Geschichte zehn Teiche angelegt, von denen heute noch sieben erhalten sind. Aufgrund der topografischen Verhältnisse der Hanglage besitzen die Teiche in der Regel keine großen Wasserflächen.

Der größte Teich ist der sogenannte Schwanenteich in den unteren Anlagen, der neben einer Fontäne auch Häuser für Wasservögel besitzt. Ein Aufenthaltsbereich am Ufer mit Sitzbänken gewährt Zugang zur Wasserlinie. Oberhalb des Schwanenteichs wurde ein kleinerer Teich angelegt, der ebenfalls wie dieser von dem Bach in den Barmer Anlagen gespeist wird. Ein paar Meter weiter oberhalb liegt der sogenannte Klinkerteich, der früher ein Teich war, aber ab Mitte des 20. Jahrhunderts als runder Platz mit eingefassten Brunnen im Zentrum und umgebenden Ruhebänken gestaltet wurde. Auch der Brunnen des Klinkerteichs führt Wasser des Bachs in den Barmer Anlagen.

An der Lönsstraße befinden sich die sogenannten Bleicherteiche. Auch sie stehen durch einen Stollen mit dem Bach in den Barmer Anlagen in Verbindung. Von den ursprünglich drei Teichen sind zwei erhalten geblieben.

Der große Teich in den oberen Anlagen an der Budde-Allee unterhalb des Ringeldenkmals im Ringeltal wird ebenfalls von dem Bach in den Barmer Anlagen gespeist, der zwischen allen Teichen unterirdisch verläuft.

Der Fischertaler Bach speiste ursprünglich drei Teiche. Der Quellteich ist mittlerweile verlandet, darunter befindet sich an dem Stüting-Weg ein kleinerer und weiter unterhalb beim Alpengarten am Overbeck-Weg ein etwas größerer Teich, aus dem der Fischertaler Bach oberirdisch entlang des Wegs abfließt.

Landschafts- und Naturschutz Nahezu die gesamte Anlage ist Bestandteil des 1975 ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiets Im Stadtgebiet Wuppertal (CDDA-Kennung 321906). Nur der äußerste, wenige Meter breite Südrand im Uferbereich des Murmelbachs ist Bestandteil des Naturschutzgebiets Murmelbachtal (CDDA-Kennung 164737). Die Ausweisung des Naturschutzgebiets Murmelbachtal erfolgte 1989.

zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten wildwachsender Pflanzen und wildlebender Tierarten zur Erhaltung der Teiche und des naturnahen Bachlaufes wegen seiner Bedeutung für Amphibien, Wasservögel, Schmetterlinge und Reptilien, wegen seiner gut ausgebildeten Pflanzengesellschaften wegen des gut ausgebildeten Biotopkomplexes wegen des wertvollen Auenwaldes und der wertvollen Bachaue

Verkehrsanbindung Der Barmer Anlagen können mit den Buslinien 640, 644 und 646 der Wuppertaler Stadtwerke erreicht werden. Der nächstgelegene Bahnhof ist die etwa einen Kilometer nordwestlich gelegene Regional- und S-Bahn-Station Wuppertal-Barmen.

Geschichte Vorgeschichte mini|Blick über die Anlagen in Richtung Innenstadt