mini|Decksmannschaften bekämpfen das Feuer an Deck der Forrestal mini|Feuerausbruch auf dem Flugdeck der Forrestal mini|Decksplan der Forrestal am 29. Juli 1967 mini|Die Franklin D. Roosevelt erhielt infolge der Forrestal-Katastrophe 1969 als erster Träger ein neues Deckskanten-Löschsystem

Die Forrestal-Katastrophe ereignete sich während des Vietnamkrieges am 29. Juli 1967 an Bord des Flugzeugträgers Forrestal. Sie kostete 134 Menschen das Leben, 161 wurden verletzt. Eine fehlgezündete Zuni-Rakete hatte ein Flugzeug auf dem Flugdeck in Brand gesetzt. Dies löste eine Explosion aus, wodurch bereitstehende Munition sowie weitere Flugzeuge Feuer fingen. Der Großbrand setzte sich auch unterhalb des Flugdecks fort und konnte erst nach mehreren Stunden gelöscht werden.

Verlauf der Katastrophe Am 29. Juli 1967 bereitete sich die Forrestal im Golf von Tonkin auf den zweiten Angriff des Tages vor. Auf dem Flugdeck standen zahlreiche betankte und mit Bomben und Raketen bewaffnete Flugzeuge dicht nebeneinander. Gegen 10:53 Uhr wurde von einer abgestellten F-4B Phantom II versehentlich eine Zuni-Rakete abgefeuert. Ursache war nach den späteren Untersuchungen eine Kombination aus technischen Mängeln und einer Abweichung von den vorgeschriebenen Sicherheitsverfahren. Die Rakete traf den Außentank einer A-4E Skyhawk. Der austretende Treibstoff entzündete sich und setzte mehrere Flugzeuge in Brand.

Die unmittelbar eingesetzten Löschmannschaften versuchten, das Feuer einzudämmen. Eine durch die Rakete beschädigte 1000-Pfund-Bombe geriet jedoch in Brand und explodierte nach weniger als zwei Minuten. Kurz darauf detonierte eine weitere Bombe. Die Explosionen zerstörten mehrere Flugzeuge, beschädigten das Flugdeck und lösten weitere Explosionen von Bomben und Munition aus. Insgesamt wurden mindestens neun Bomben auf dem Flugdeck zur Detonation gebracht.

Durch die Explosionen entstanden mehrere große Öffnungen im Flugdeck. Brennender Treibstoff und Trümmer gelangten dadurch in den Hangar und in darunterliegende Bereiche des Schiffes. Dort breiteten sich die Brände weiter aus. Die Löschmaßnahmen wurden dadurch erschwert, dass ein erheblicher Teil der speziell ausgebildeten Brandbekämpfungsmannschaft bereits bei den ersten Explosionen ums Leben gekommen war. Zudem wurden teilweise ungeeignete Löschverfahren angewandt, wodurch sich brennender Treibstoff weiter ausbreiten konnte.

Das Feuer auf dem Flugdeck konnte im Laufe des Tages unter Kontrolle gebracht werden. Unterhalb des Flugdecks dauerten die Löscharbeiten jedoch bis in die Nacht zum 30. Juli. Erst danach war der Brand vollständig gelöscht. Die Forrestal musste anschließend zur Reparatur auf die Philippinen und später in die Vereinigten Staaten zurückkehren.

Verluste und Schäden 134 Personen starben unmittelbar durch den Brand oder infolge der erlittenen Verletzungen. 161 Personen wurden verletzt. 21 Flugzeuge wurden zerstört (11 A-4E Skyhawk, 7 F-4B Phantom II und 3 RA-5C Vigilante). Durch die schweren Beschädigungen am Schiff war die Forrestal gezwungen, nach Norfolk zurückzukehren. Die Reparaturarbeiten an dem beschädigten Schiff dauerten etwa sieben Monate und kosteten 72 Millionen US-Dollar.Bier: 2017, S. 53.

Konsequenzen

Kurz nach dem Brand auf der Forrestal wurden zwei getrennte Untersuchungskommissionen eingesetzt. Die erste wurde vom Judge Advocate General’s Corps beauftragt. Ziel von dessen Untersuchung war es, die Ursache des Brandes und die Verantwortlichen zu ermitteln. Im Abschlussbericht von Konteradmiral Forsyth Massey wurde festgestellt, dass die Forrestal schwerwiegende Mängel bei der Schadensbekämpfung aufwies. Er stellte außerdem fest, dass die Feuerlöschausrüstung unzureichend und die Löschmannschaften schlecht ausgebildet waren. Sein Bericht enthielt 31 Vorschläge zur Behebung dieser Mängel.

Admiral Thomas H. Moorer, Chief of Naval Operations ordnete die Einberufung eines zweiten Untersuchungsausschusses an, kurz nachdem der erste seine Arbeit aufgenommen hatte. Moorer ernannte den kürzlich pensionierten Vier-Sterne-Admiral James S. Russell zum Leiter dieses Gremiums. Admiral Russell war ein ehemaliger Marinepilot und hatte vor seiner Pensionierung als Vice Chief of Naval Operations gedient. Er wurde beauftragt, den Betrieb von Flugzeugträgern in der gesamten Marine zu untersuchen, mit dem Ziel, Sicherheitsrisiken zu ermitteln und Vorschläge zur Verbesserung der Effektivität der Schadensbekämpfung an Bord zu machen. Admiral Russell stimmte im Allgemeinen mit den Empfehlungen von Admiral Massey überein und nahm sie als Verbesserungsvorschläge in seinen Bericht auf.

Die Empfehlungen betonen die Notwendigkeit einer umfassenden Schulung in Brandbekämpfung und Schadensbegrenzung für das Personal von Flugzeugträgern. Alle Besatzungsmitglieder, einschließlich der Piloten, sollten vor dem Einsatz auf einem Schiff eine Grundausbildung in diesen Bereichen absolvieren. Darüber hinaus sollte die US-Marine realistische Übungen entwickeln, die Brände und Notfälle von der Intensität und dem Ausmaß wie auf der Forrestal simulieren. Diese sollen auch die Gefahren scharfer Waffen sowie den möglichen Verlust von Personal und Ausrüstung einbeziehen. Besondere Priorität sollte der Ausbildung von Offizieren und Mannschaften vor ihrem ersten Schiffseinsatz eingeräumt werden, wobei die Kapazitäten der Flottenschulen für Schadensbegrenzung entsprechend erweitert werden sollten.Stewart: 2004, S. 33–60.

Selbst Jahrzehnte später spielten die Ereignisse noch eine Rolle bei der Entwicklung neuer Sprengstoffe wie IMX-101.

Siehe auch Katastrophen der Seefahrt Literatur

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Einzelnachweise

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