Karin Henkel (* 15. August 1970 in Köln.) ist eine deutsche Theaterregisseurin.

Leben In Köln und Lübeck aufgewachsen studierte Henkel nach ihrem Schulabschluss im Jahr 1989 Geschichte und Germanistik in Hamburg. Nach dem Abbruch ihres Studiums nahm sie am Hessischen Staatstheater Wiesbaden eine Stelle als Regieassistentin an, und 1993 gab sie ebendort mit Collin Serreaus Hase Hase ihr Regiedebüt. Es folgte noch im selben Jahr eine Regieassistenz am Wiener Burgtheater, wo sie unter dem Direktorat von Claus Peymann zunächst als Assistentin von George Tabori fungierte, sich jedoch bereits 1994 mit ihrer Inszenierung von Elfriede Jelineks Die Ausgesperrten (eigene Bühnenfassung) im Vestibül für eigene Arbeiten an größeren Bühnen empfahl. 1995 schließlich konnte sie im Alter von 25 Jahren als bis dato jüngste Spielleiterin überhaupt eine Regiearbeit am Akademietheater vorlegen.

Leander Haußmann holte Karin Henkel in seiner Intendanz ans Schauspielhaus Bochum, an dem sie auch unter seinem Nachfolger Matthias Hartmann inszenierte. Weitere Stationen waren das Thalia Theater, das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg sowie das Berliner Ensemble, das Schauspielhaus Zürich und das Theater Bremen.

2016 wurde bekannt gegeben, dass Henkel 2017 erstmals bei den Salzburger Festspielen inszenieren wird. Sie hat bei dem Stück Rose Bernd von Gerhart Hauptmann die Regie geführt.Gerhart Hauptmanns Rose Bernd Neuinszenierung, Salzburger Festspiele, abgerufen am 7. Mai 2018. Beim Auftakt des Berliner Theatertreffens 2018 bekam die Regisseurin den mit 20.000 Euro dotierten Theaterpreis Berlin in einem Festakt überreicht.Berliner Theaterpreis an Karin Henkel, Deutschlandfunk Kultur Fazit vom 5. Mai 2018, abgerufen am 7. Mai 2018.

Inszenierungen (Auswahl) 1993: Hase, Hase von Coline Serreau, Wiesbaden 1995: Kabale und Liebe von Friedrich Schiller, Wiener Burgtheater 1996: Eines langen Tages Reise in die Nacht von Eugene O’Neill, Schauspielhaus Bochum 1997: Der nackte Wahnsinn von Michael Frayn, Schauspielhaus Bochum 1999: Woyzeck von Georg Büchner, Schauspielhaus Zürich 2000: Rausch von August Strindberg, Schauspielhaus Bochum 2001: Kinder der Sonne von Maxim Gorki, Schauspielhaus Bochum 2001: Sommergäste von Maxim Gorki, Schauspiel Leipzig 2002: Vier Bilder von der Liebe von Lukas Bärfuss, Schauspielhaus Bochum 2002: Maria Stuart von Friedrich Schiller, Schauspiel Leipzig 2003: Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams, Theater Bremen 2004: Das weite Land von Arthur Schnitzler, Schauspielhaus Zürich 2004: Miss Sara Sampson von Gotthold Ephraim Lessing, Schauspiel Leipzig 2005: König Lear von William Shakespeare, Theater Bremen 2005: Platonow von Anton Tschechow, Staatstheater Stuttgart (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2006) 2006: Medea von Franz Grillparzer, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2006: Die Ratten von Gerhart Hauptmann, Schauspiel Leipzig 2007: Liliom von Ferenc Molnár, Staatstheater Stuttgart 2007: Die Komödie der Verführung von Arthur Schnitzler, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2007: Amphitryon von Heinrich von Kleist, Schauspielhaus Düsseldorf 2007: Minna von Barnhelm von Gotthold Ephraim Lessing, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2008: Der Menschenfeind von Molière, Schauspiel Köln 2008: Der Fall der Götter nach dem Drehbuch zum Film „Die Verdammten“ von Nicola Badalucco, Enrico Medioli und Luchino Visconti, Schauspielhaus Düsseldorf 2008: Penthesilea von Heinrich von Kleist, Staatstheater Stuttgart 2009: Gefährliche Liebschaften von Christopher Hampton, Deutsches Theater Berlin 2009: Drei Schwestern von Anton Tschechow, Schauspiel Frankfurt 2009: Glaube, Liebe, Hoffnung von Ödön von Horváth, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2010: Alkestis von Euripides (Übersetzung: Walter Jens), Schauspielhaus Zürich 2010: Sommergäste/Nachtasyl von Maxim Gorki, Münchner Kammerspiele 2010: Viel Lärm um nichts von William Shakespeare (Übersetzung: Angela Schanelec), Schauspielhaus Zürich 2011: Der Kirschgarten von Anton Tschechow, Schauspiel Köln (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2011) 2011: Macbeth von William Shakespeare, Münchner Kammerspiele 2011: Die Wildente von Henrik Ibsen, Schauspiel Frankfurt 2012: Geschichten aus dem Wienerwald von Ödön von Horváth, Schauspielhaus Zürich 2012: Der Idiot von Fjodor Dostojewski, Schauspiel Köln 2012: Die Ratten von Gerhart Hauptmann, Schauspiel Köln 2013: Elektra nach Sophokles/Hofmannsthal/Aischylos/Euripides, Schauspielhaus Zürich (Schiffbau/Halle) 2013: Amphitryon und sein Doppelgänger nach Heinrich von Kleist, Schauspielhaus Zürich 2014: Schuld nach Fjodor Dostojewski, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2014: Dogville nach Lars von Trier, Schauspiel Frankfurt 2014: John Gabriel Borkman von Henrik Ibsen, Deutsches Schauspielhaus Hamburg (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2015) 2015: Roberto Zucco von Bernard-Marie Koltès, Schauspielhaus Zürich 2015: Schuld und Sühne nach Fjodor Dostojewski, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2015: Die zehn Gebote nach dem Filmzyklus „Dekalog“ von Krzysztof Kieślowski, Schauspielhaus Zürich (Schiffbau) 2015: Die Affäre Rue de Lourcine von Eugène Labiche, Deutsches Theater Berlin 2016: Eines langen Tages Reise in die Nacht von Eugene O’Neill, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2017: Onkel Wanja von Anton Tschechow, Schauspielhaus Zürich 2017: Rose Bernd von Gerhart Hauptmann, Salzburger Festspiele / Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2017: Beute Frauen Krieg von Karin Henkel, Schauspielhaus Zürich (Schiffbau) (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2018) 2018: Rom nach „Coriolan“, „Julius Cäsar“ und „Antonius und Cleopatra“ von William Shakespeare, Deutsches Theater Berlin 2018: Drei Schwestern von Anton Tschechow, Deutsches Theater Berlin 2019: Die grosse Gereiztheit nach Der Zauberberg von Thomas Mann, Schauspielhaus Zürich 2019: Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth, Schauspielhaus Bochum 2020: Medea nach Euripides, Residenztheater München 2021: Richard the Kid & the King nach William Shakespeare, Salzburger Festspiele in Kooperation mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg 2022: Auslöschung. Ein Zerfall von Thomas Bernhard, Deutsches Theater Berlin 2023: Liebe (Amour) nach dem Film von Michael Haneke, Münchner Kammerspiele (Voraufführung bei den Salzburger Festspielen) 2024: Das Schloß nach Franz Kafka, Residenztheater München 2024: Hamlet von William Shakespeare, Burgtheater Wien 2026: Kasimir und Karoline und der Tanz mit dem Tod nach Ödön von Horváth mit Premiere am 13. Februar 2026 im Theater BaselClaude Bühler: Messe menschlicher Misere: Kasimir und Karoline und der Tanz mit dem Tod, Rezension auf nachtkritik.de, erschienen und abgerufen am 14. Februar 2026

Auszeichnungen 2005: Einladung ihrer Inszenierung von Platonow (Staatstheater Stuttgart) zum Berliner Theatertreffen 2006: Caroline-Neuber-Preis der Stadt Leipzig 2011: Einladung ihrer Inszenierung von Der Kirschgarten (Schauspiel Köln) zum Berliner Theatertreffen 2012: Einladung ihrer Inszenierung von Macbeth (Münchner Kammerspiele) zum Berliner Theatertreffen 2013: Einladung ihrer Inszenierung von Die Ratten zum Berliner Theatertreffen (Schauspiel Köln) 2014: Einladung ihrer Inszenierung von Amphitryon und sein Doppelgänger (Schauspielhaus Zürich) zum Schweizer Theatertreffen 2014: Einladung ihrer Inszenierung von Amphitryon und sein Doppelgänger (Schauspielhaus Zürich) zum Berliner Theatertreffen 2015: Einladung ihrer Inszenierung von John Gabriel Borkmann (Schauspielhaus Hamburg) zum Berliner Theatertreffen 2018: Einladung ihrer Inszenierung von Beute Frauen Krieg (Schauspielhaus Zürich) zum Berliner Theatertreffen 2018: Theaterpreis Berlin

Weblinks Karin Henkel Profil, Goethe-Institut über 50 Regisseure im deutschsprachigen Theater

Einzelnachweise

Kategorie:Darstellender Künstler (Köln) Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Frau