mini|Wachsfigur des Joker in Anlehnung an die Darstellung durch Jack Nicholson mini|Figur des Joker in Anlehnung an die Darstellung durch Heath Ledger mini|Joker im Film Suicide Squad, Darstellung durch Jared Leto (Dreharbeiten) Der Joker (englisch „The Joker“, Deutsch „Spaßmacher“, „Witzbold“ oder „Spaßvogel“) ist eine fiktive Figur, die überwiegend in Comics des Verlages DC, einer Tochtergesellschaft von Warner Bros., auftritt. Daneben war der Joker auch schon in Romanen, Zeichentrickserien und -filmen, Realdarsteller-Serien und -filmen sowie in Computer- und Konsolenspielen zu sehen, die auf den Comics von DC basieren. Überwiegend ist die Figur als Erzfeind der Comicfigur Batman bekannt.

Der Name „Joker“ bezieht sich einerseits auf den Joker als Spielkarte und andererseits den hierauf abgebildeten Hofnarren. Der Joker ist heute einer der populärsten Vertreter der Erzählfigur des Bösen Clowns.

Die Figur des Jokers wurde in einer Rohfassung von dem Assistenzzeichner Jerry Robinson ersonnen und nachträglich von Bob Kane und Bill Finger überarbeitet und debütierte in US-Batman #1 von 1940. Sie basiert in ihren Grundzügen auf der Figur des Gwynplaine, dargestellt vom expressionistischen Darsteller Conrad Veidt aus dem Stummfilm The Man Who Laughs von 1928.

In Deutschland erschien die erste Geschichte mit dem Joker im Comic Superman Batman #16 1968, vorher war nur sein Bild in der Bathöhle zu sehen in älteren Geschichten mit Batman. Zudem nannte der Ehapa Verlag in dieser Erzählung den Joker noch eingedeutscht „Spaßvogel“.

Figurenbiografie Zur Herkunft des Jokers und seinem bürgerlichen Namen gibt es keine einheitliche Version. Einige jüngere Batman-Geschichten, die nach der 1989er-Kinoverfilmung entstanden, in welcher dem Joker der bürgerliche Name Jack Napier gegeben wurde, greifen Jack als seinen Vornamen auf, lassen dabei jedoch seinen Nachnamen offen. In anderen Filmen, Serien und Geschichten werden die Bezüge auf seinen wahren Namen jedoch einfach ausgelassen. In der 2017/18 erschienenen achtteiligen Geschichte Batman: White Knight, die allerdings den Charakter einer Elseworlds-Geschichte hat, lautet der reale Name ebenfalls Jack Napier.Deutsche Ausgabe: Batman: Der Weiße Ritter Softcover (= DC Black Label #1), Panini Comics, März 2019, ISBN 978-3-7416-0984-8. In der Kinoverfilmung von 2019 hat der Joker den bürgerlichen Namen Arthur Fleck – jedoch wird er in der Fortsetzung von 2024 in Arkham von einem Mithäftling erstochen, der sich nach der Tat Mund und Wangen aufschneidet.

Die Entstehung des Schurken Joker mit dem charakteristischen Aussehen wird meistens auf einen Unfall zurückgeführt, bei dem er in einen Behälter mit Chemikalien gefallen ist, wodurch seine Haut ausbleichte, seine Haare grün und seine Lippen sich rot verfärbten und sich seine Gesichtszüge zu einem ewigen Grinsen verformten. Erstmals wurde die Ursprungsgeschichte 1951, rund elf Jahre nach dem ersten Auftreten des Jokers, in US-Detective Comics #168 geschildert.

Eine zweite Ursprungsgeschichte basiert darauf, dass der Joker und seine Mutter in der Kindheit des Jokers vom Vater misshandelt wurden. Eines Tages befindet sich der Vater in einem Wutanfall und tötet die Mutter des Jokers mit einem Messer. Nach dieser Tat dreht sich der Vater um und schaut seinem weinenden Sohn ins Gesicht und fragt, warum dieser denn so traurig gucke. Danach geht er auf ihn zu und schneidet ihm das Grinsen des Jokers ins Gesicht, indem er in die rechte und linke Wange des Jungen schneidet. Dies lässt den Joker zu einem Wahnsinnigen werden. Die grünen Haare, den roten Mund und das weiße Gesicht setzt er durch Schminke auf.

Als eine der grundlegenden Ursprungsgeschichten wird das Graphic Novel Batman: Lächeln, bitte! (engl.: Batman: The Killing Joke) angesehen. Hier bricht der Joker aus der Arkham-Anstalt aus und man sieht in mehreren Rückblenden seine Geschichte. Der Joker war ein erfolgloser Comedian, der sich aus Geldnot auf einen Einbruch in einer Chemiefabrik einließ. Er trägt eine rote Maske, wodurch er für die Polizei von Gotham als Rädelsführer dasteht. Da er durch die Maske nicht gut sehen konnte und durch das Erscheinen Batmans gehetzt wurde, stolpert er in ein Chemikalienbad. Nachdem er aus dem Bad steigt und seine Maske abnimmt, spiegelt sich sein weißes Gesicht mit den roten Lippen in einer Pfütze. Er fängt daraufhin an hemmungslos zu lachen. Diese Ursprungsgeschichte zeigt, wie sehr Batman und der Joker miteinander verknüpft sind.Deutsche Ausgabe u. a.: Batman: Killing Joke – Ein tödlicher Witz (= DC Paperback #98), Panini Comics, Januar 2017.

In der erwähnten 2019er Kinoverfilmung (Joker) fehlt das Element seiner Transformation durch ein punktuelles Ereignis (Unfall durch Chemikalien) vollständig; stattdessen ist hier die Gesellschaft selbst, bzw. deren Umgang mit dem eigenbrötlerischen und sonderbaren Arthur Fleck, das entscheidende Element, das zu seiner Verwandlung von einem erfolglosen Comedian (der zu Beginn zwar seelisch labil gezeichnet wird, aber sonst keine erkennbar bösartigen Tendenzen oder kriminelle Energie zu haben scheint) zu dem heute bekannten Wahnsinnigen beiträgt. In dieser Version wird auch verdeutlicht, dass der Joker seit Kindertagen an einer mentalen Krankheit leidet, welche durch Verspottung, Ablehnung und grundlose gewaltsame Attacken gegen ihn, sowie der Erkenntnis, dass seine Mutter (zu der er ein unnatürlich enges Verhältnis pflegt) ihn adoptiert habe, schizophren sei und ihn von ihrem Lebensgefährten misshandeln ließ, als auch das Wegfallen der Einnahme seiner zahlreichen Medikamente, sukzessive seine Persönlichkeit übernimmt. Eines der charakteristischsten Merkmale dieser Krankheit äußert sich in lautstarken, unkontrollierbaren Lachanfällen zu den unpassendsten Gelegenheiten, wann immer er sich in seelischem Stress befindet, was auf eine Art Affektinkontinenz hinweist.

In US-Justice League #50 spricht Green Lantern am Ende des Heftes Batman auf den Möbius-Stuhl an. Dieser verrät demjenigen, der auf ihm sitzt, alle Geheimnisse des Universums. Er fragt Batman, wie die Antwort auf die Frage, wer der Joker sei, ausgefallen ist. Darauf sagt Batman „Er gab mir keinen Namen“. Die Antwort des Stuhls lautete nämlich „der Joker ist nicht eins, sondern drei!“. Dies wird in der Comic-Trilogie „The Three Jokers“ erläutert. Hier trifft Batman tatsächlich auf ein Team von drei Jokern, die sich jeweils wie eine bestimmte Inkarnation verhalten, sodass Batman zunächst im Unklaren darüber ist, welcher der echte ist bzw. ob es schon immer drei waren: der Verbrecher, der Anführer der Gruppe, ist ein älterer Joker, der sich wie der Joker bei seinem ersten Auftritt verhält. Er lacht so gut wie nie (auch wenn er durchaus lächeln kann; wenn er doch in die typische Joker-Lache verfällt, meint er, dass es ihm weh tut) und ist mehr auf die Ausführung von Plänen als auf Spaß aus. Der Clown erinnert an den Joker der Silbernen Ära, in der er mehr ein harmloser Spaßmacher war (obwohl auch dieser Joker durchaus töten konnte oder es zumindest andeutet), der Komiker scheint identisch mit dem Joker aus „Lächeln, Bitte!“. Nachdem Red Hood in seinem Rachefeldzug gegen den Joker zunächst den Clown in The Three Jokers # 1 tötet, wird er im zweiten Teil der Trilogie vom Komiker und dem Verbrecher entführt, die ihn zum nächsten Joker machen wollen. Stattdessen aber ist der Verbrecher von Red Hood enttäuscht, da er seiner Meinung nach nur ein brutaler Schläger ist und ihm das Talent für Theatralik fehlt, weshalb sie ihn, mit einem aufgemalten Grinsen auf dem Helm, zurücklassen. Wie man erfährt, hatten die Joker noch zahlreiche andere Leute entführt, um sie zu Jokern zu machen, wobei ihnen jedoch keiner gut genug war. Deshalb blieben die Männer, die nun alle zumindest optisch dem Joker glichen und geistig völlig verwirrt waren, in einem Pool voll mit der Chemikalie, die sie erschaffen hatte. In The Three Jokers #3 entführen die beiden noch lebenden Joker den inzwischen todkranken Joe Chill, den Mörder von Bruce Wayne’s Eltern, aus dem Krankenhaus und bringen ihn in das Theater, vor dem Chill den Doppelmord begangen hatte und wo sie bei Batman’s Auftauchen diesem auf der Leinwand ein Geständnis von Chill, das sie gefilmt haben, vorspielen. Chill gibt zu, die Waynes erschossen zu haben, da er neidisch auf ihren Status in der Gesellschaft und ihren Reichtum war. Der Verbrecher will Chill in einen Bottich mit der Chemikalie werfen, da seiner Meinung nach der Mann, der Batman quasi geschaffen hat, der perfekte Joker wäre, und sich danach mit einer Bombenweste in die Luft sprengen. Batman rettet Chill, der Verbrecher wird plötzlich vom Komiker erschossen. Am Ende wird angedeutet, dass er der einzig wahre Joker ist und die anderen beiden nur Imitationen waren. Sein Plan war nicht, einen neuen Joker aus Chill zu machen. Er wollte, dass Batman ihn als den gebrochenen Mann sieht, zu dem Chill geworden war und ihm vergibt. Joker konnte es nicht ertragen, dass Batman einen anderen Mann noch mehr hasst als ihn. Später erklärt Batman Alfred, dass er die ganze Zeit Jokers wahren Namen kannte, doch er darf ihn nicht verraten. Die Frau des Mannes, der zum Joker geworden war, ist gar nicht gestorben, sondern hatte sich unter Polizeischutz ein neues Leben aufgebaut und ihren Tod vorgetäuscht, da ihr Mann sie misshandelt hatte. Batman will den wahren Namen des Jokers nicht verraten aus Angst, dass die Frau und ihr heranwachsender Sohn danach von der Presse gefunden würde und nicht mehr sicher vor dem Joker wären.

Erscheinungsbild Der Joker ist ein Meisterkrimineller, der ein Clown-ähnliches Erscheinungsbild besitzt: Er ist ein ca. 1,80 m großer, hagerer Mann mit einem kreideweißen Gesicht, schwarz umrahmten Augenlidern, grünen Haaren und blutroten Lippen, die zu einem teuflischen Grinsen verzogen sind. Er trägt zumeist einen violetten Anzug mit Schwalbenschwanz, gelegentlich auch einen violetten Hut oder Mantel. Am Anzug steckt des Öfteren eine Blume, die Säure verspritzen kann. Dazu hat er oft einen Stock mit Knauf, manchmal ist im Stock ein Degen versteckt. Gerne verwendet er auch PENG-Pistolen, welche in ihrer Funktion tödlich sind. Im Film The Dark Knight wird jedoch ausgesagt, dass er lieber ein Messer benutzt, da er es genießt, den Schmerz des Opfers zu spüren, weshalb er auch eines in seinen Schuhen eingebaut hat. Sein Markenzeichen (Visitenkarte) ist meistens eine Joker-Karte, die er bei Verbrechen meist an dem Tatort hinterlässt.

Charakterisierung In den späteren 1940er Jahren, in den 1950er und 1960er Jahren wurde die Figur als ein alberner Spaßvogel charakterisiert, der seine Umwelt mit infantilen Streichen piesackt, ohne dabei wirklich gefährlich zu sein.

Im Gegensatz dazu porträtierten die frühesten Batman-Geschichten der beginnenden 1940er Jahre sowie die große Mehrheit der neueren Batman-Interpretationen seit den 1970er Jahren den Joker als einen gewalttätigen Irren, der aus purer Freude mordet. In dieser Interpretation der Figur ist der Joker der Urheber von zwei zentralen Tragödien in Batmans Leben, namentlich der Ermordung von Batmans Sidekick Jason Todd, dem zweiten Robin, und der Querschnittlähmung von Barbara Gordon (Batgirl/später Oracle).

In der medialen Rezeption der Figur wirkten die Schauspieler Cesar Romero in den 1960er Jahren und Jack Nicholson in den späten 1980er Jahren (Batman-Film von 1989) sowie Mark Hamill (Batman: The Animated Series) in den frühen 1990er Jahren stilbildend. Das American Film Institute setzte den Joker in Nicholsons Interpretation bei einem Ranking auf Platz 45 der besten 50 Kinoschurken aller Zeiten. Das Wizard Magazine, das Fachorgan der amerikanischen Comicindustrie, setzte den Joker auf Platz 1 der 100 besten Schurken aller Zeiten. 2008 trat der Joker im Batman-Film The Dark Knight erneut als Schurke auf, gespielt von Heath Ledger, der für seine Darstellung postum den Oscar erhielt.

Charakterisierungswandel