Die Phosphoroxide sind eine Reihe chemischer Verbindungen aus Phosphor und Sauerstoff. Diese beinhalten eine käfigartige P4O6–Grundstruktur. Diese lässt sich formal vom P4–Tetraeder ableiten, wobei alle sechs PP-Bindungen durch gewinkelte POP-Brücken ersetzt sind. Durch die stufenweise Oxidation der Phosphoratome bzw. Einführung zusätzlicher PO-Doppelbindungen erhält man fünf verschiedene Phosphoroxide der allgemeinen Formel P4On (n=6–10, 18).(abgerufen über De Gruyter Online)
+PhosphoroxideR. Steudel: Chemie der Nichtmetalle, Synthesen – Strukturen – Bindung – Verwendung. 4. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-030439-8, S. 406–409, (abgerufen über De Gruyter Online). Name Formel Strukturformel CAS-Nummer Molmasse Molekülsymmetrie Schmelzpunkt Bemerkungen TetraphosphorhexaoxidPhosphortrioxidPhosphor(III)-oxid P4O6 175px 219,89 g·mol−1 Td 24 °Cwachsweiche, weiße Kristalle Tetraphosphorheptaoxid P4O7 175px 235,89 g·mol−1 C3v TetraphosphoroctaoxidDiphosphortetraoxid P4O8 175px 251,92 g·mol−1 C2v >100 °C Tetraphosphornonaoxid P4O9 175px 267,89 g·mol−1 C3v TetraphosphordecaoxidPhosphorpentoxidPhosphor(V)-oxid P4O10 175px 283,92 g·mol−1 Td 359,9 °C (Sublimation) farblose Kristalle
Die Umsetzung von Tetraphosphorhexaoxid mit Ozon bei tiefen Temperaturen ergibt ein instabiles Tetraozonid P4O18.A. Dimitrov, B. Ziemer, W.-D. Hunnius, M. Meisel: Das erste Ozonid eines Phosphoroxids – Synthese, Charakterisierung und Kristallstruktur von P4O18. In: Angew. Chem. 115, 2003, S. 2588–2590, doi:10.1002/ange.200351135.
Es existieren noch nicht isolierbare, nur in gasförmigen Zustand bei hohen Temperaturen oder sehr niedrigen Druck nachweisbare Phosphoroxide. Durch Abschrecken eines P4 und O-haltigen Argongases erhält man neben P4O ein Gemisch von PO, P2O und PO2. Das Phosphormonoxid PO ist wahrscheinlich das häufigste phosphorhaltige Molekül in interstellaren Wolken. Von dieser Verbindung sind einige Metallkomplexe bekannt.
Einzelnachweise
Kategorie:Stoffgruppe Phosphoroxide