Ein Chondrosarkom ist ein maligner Knochentumor, dessen Zellen Knorpelmatrix, jedoch im Gegensatz zum Osteosarkom keine Knochensubstanz (Osteoid) bilden. Anders als das Chondrom weist das Chondrosarkom ein größeres Zellreichtum, Pleomorphie und Kernatypien auf.G. Jundt: Knochen in W. Böcker, H. Denk, Ph. U. Heitz, H. Moch: Pathologie, 4. Auflage, München, 20908 S. 1081f
Epidemiologie 140px|mini|Histologie Das Chondrosarkom ist der zweithäufigste bösartige Knochentumor. Sein Auftreten nimmt mit dem Alter zu und erreicht um das 6. Lebensjahrzehnt seinen Gipfel. Es sind mehr Männer als Frauen betroffen. Bevorzugt tritt der Tumor in den Beckenknochen und am rumpfnahen Femur auf.
Das Chondrosarkom verursacht kaum Schmerzen. Metastasen treten spät auf. Das Risiko von Metastasen korreliert mit dem Grad der Entdifferenzierung. G1-Tumoren metastasieren sehr selten.
Therapie 80px|mini|Befall des Großzehs Die Therapie ist eine Domäne der Chirurgie und besteht in der Resektion des Tumors. Amputationen sind allenfalls bei entdifferenzierten (hochmalignen) Formen und bei Gelenkbefall nötig. Die moderne Tumorendoprothetik kann auch in solchen Fällen helfen.Orthopädische Klinik und Poliklinik der Universität München: Tumorendoprothetik, abgerufen am 4. November 2012. Bei Inzisionsbiopsien muss der Biopsiekanal entfernt werden, da sonst Implantationsmetastasen drohen.
Da der Tumor in der Regel nur wenig strahlenempfindlich ist,Jürgen Krämer, Joachim Grifka: Orthopädie, 7. Auflage, Heidelberg, 2005, S. 101f. sind weder Chemotherapien noch Strahlentherapien aussichtsreiche Optionen. Wenn die in der Regel differenzierten Chondrosarkome vollständig reseziert sind, bleibt die Lebenserwartung unverändert. Bei optimaler Therapie beträgt die Fünfjahresüberlebensrate rund 50 %.
Weblinks
Diagnostik und Therapie des Chondrosarkoms
Einzelnachweise
Kategorie:Bösartige Tumorbildung Kategorie:Krankheitsbild in Orthopädie und Unfallchirurgie