Konrad Beyreuther (* 14. Mai 1941 in Leutersdorf) ist ein deutscher Molekularbiologe.
Leben Konrad Beyreuther wurde wie sein Bruder, der spätere Diplomphysiker und Mediziner Christian Beyreuther, als Sohn von Ilse Beyreuther, geborene Bäuerle, und des evangelischen Pastors und späteren Kirchenhistorikers Erich BeyreutherWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 95. geboren. Er studierte Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Doktorarbeit fertigte er am Max-Planck-Institut für Biochemie in München bei Adolf Butenandt an. 1968 wurde er von der LMU München zum Dr. rer. nat. promoviert. Anschließend war er bis 1978 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Genetik der Universität zu Köln. In jener Zeit hatte er auch Forschungsaufenthalte an der Harvard University und am MRC Cambridge, Großbritannien. 1975 habilitierte er sich im Fach Genetik.
Beyreuther war bis 1987 Professor an der Universität zu Köln. Von 1987 bis 2007 war er Professor und Ordinarius am Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH) der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, dessen Direktor er von 1998 bis 2001 war. Von Januar 2006 bis Dezember 2023 war er Direktor am Netzwerk Alternsforschung (NAR) an der Universität Heidelberg – und er ist dessen Gründungsdirektor.
Wirken Konrad Beyreuther ist der Entdecker des Amyloid-Vorläufer-Proteins (APP) als möglichem Ursprungsprotein der Alzheimer-Erkrankung. Die heutige weltweite Alzheimer-Forschung geht auf die ursprünglichen Arbeiten von Konrad Beyreuther und seinem Kollegen Colin Masters in den 80er Jahren zurück. Außerdem entdeckte er 1988 mit britischen Forschern den BSE-Erreger und widmet sich nun der Erforschung der Grundlagen der Alzheimer-Krankheit beim Menschen.
2001 wurde Beyreuther vom damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel zum ehrenamtlichen Staatsrat für Lebens- und Gesundheitsschutz in die Landesregierung berufen. Dieser gehörte er auch im Kabinett unter Ministerpräsident Günther Oettinger als Staatsrat für Lebenswissenschaften an. In dieser Funktion beriet Beyreuther bis zum Juni 2006 das Kabinett aus wissenschaftlicher Sicht auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften.
Ehrungen und Auszeichnungen 1987: Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1988: Robert Pfleger-Forschungspreis 1989: Feldberg Prize for Anglo-German Scientific Exchange 1990: Potamkin Prize for Alzheimer's Disease Research der American Academy of Neurology 1991: Gewähltes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 1991: Metropolitan Life Foundation Award 1990 for Medical Research 1991: Prix de Foundation IPSEN pour la Recherche Therapeutique la Maladie d'Alzheimer et les Demences Senile 1991: Max-Planck-Forschungspreis 1992: Gewähltes Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina 1995: International Prize for Translational Neuroscience of the Gertrud Reemtsma FoundationAwardees (1990–2019) International Prize for Translational Neuroscience, https://gertrud-reemtsma-stiftung.sf.mpg.de/prize/ 1996: Ehrendoktorwürde der Universität Kuopio, Finnland 1997: King Faisal International Prize for Medicine 1997: Winderemere Travelling Professor 1997, Melbourne, Australia 2002: Henry M. Wisniewski Award for Lifetime Achievement in Alzheimer’s Disease Research 2004: Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland seit 2006: Gründungsdirektor am Netzwerk Alternsforschung (NAR) an der Universität Heidelberg Gewähltes Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) Korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien 2011: Erster Preisträger des vom Unternehmer Hartwig Piepenbrock gestifteten und vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen ausgewählten Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis für seine Forschungen zum Amyloid-Precursor-ProteinDZNE: , Pressemitteilung, 2. September 2011. 2014: Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg
Weblinks
Konrad Beyreuther’s Laboratory
Einzelnachweise
Kategorie:Staatsrat (Baden-Württemberg) Kategorie:Molekularbiologe Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität zu Köln) Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Kategorie:Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der European Molecular Biology Organization Kategorie:Max-Planck-Forschungspreisträger Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg Kategorie:Leutersdorf (Oberlausitz) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann