Třinec, polnisch Trzyniec (, deutsch Trzynietz, auch Trzenietzhttps://maps.arcanum.com/de/map/europe-18century-firstsurvey/?layers=osm%2C1%2C73&bbox=2075150.6624001074%2C6390517.749782161%2C2081265.6246629213%2C6393102.2768010525) ist eine Statutarstadt in der Mährisch-Schlesischen Region in Tschechien. Die in 306 m ü. M an der Einmündung der Tyra in die Olsa gelegene Industriestadt beherbergt Stahlindustrie und Lebensmittelbetriebe. Třinec liegt an der Grenze zu Polen und besitzt im Ortsteil Horní Líštná einen Grenzübergang nach Leszna Górna.
Geschichte mini|hochkant|Evangelische Kirche in Třinec Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1444. Der Ortsname ist topographischer Herkunft, in den Teschener Mundarten bedeuten die Wörter (s)trzena/trzyna bzw. trzcena Schilfrohr (polnisch trzcina, tschechisch rákos).
Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte es zu landwirtschaftlich geprägten Orten, die zur Teschener Kammer der Habsburger gehörten.
Die große Wende kam, als 1839 die Trzynietzer Eisenwerke gegründet wurden. Reiche Erzvorkommen, genügend Wasserenergie sowie unerschöpfliche Holzreserven in den Mährisch-Schlesischen Beskiden waren vorhanden. Deshalb hatte die Teschener Kammer dem Eigentümer, Erzherzog Karl von Österreich-Teschen, den Bau von Eisenwerken empfohlen.
Die katholische Kirche St. Albrecht wurde im Jahre 1885 und die evangelische Kirche am 9. Juli 1899 eingeweiht.
Zum Stahlwerk gehörte während des Zweiten Weltkriegs ein Zwangsarbeitslager, genannt Internierungslager Trinec-Borek, als solches anerkannt von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunfthttps://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/haftstaetten/index.php?action=2.2&id=100000874 online. Die Dresdner Bank war damit verflochten; sie gewährte der Berg- und Hüttenwerks-Gesellschaft Karwin-Trzynietz AGVerwaltungssitz in Teschen (Cieszyn / Český Těšín), Aktien zu 100 % im Besitz der „Berghütte“ Berg- und Hüttenwerks-Gesellschaft in Prag bzw. Teschen einen Kredit von 442.275 Reichsmark für die Lieferung von Material an die Rumänische Staatsbahn.Johannes Bähr, Dieter Ziegler, Harald Wixforth: Die Expansion der Dresdner Bank in Europa. (= Die Dresdner Bank im Dritten Reich, Band 3.) Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-57782-4.
In den Jahren 1956–1977 wurde im neuen Stadtteil Lyžbice das neue Zentrum der Stadt Třinec erbaut.
Stadtgliederung Zur Stadt Třinec gehören die Ortsteile: Český Puncov (Punzau, älter Puntzen) Dolní Líštná (Nieder Lischna, früher Polnisch Lischna, auch Polnisch Lehsen) Guty (Gutty, älter Gutha) Horní Líštná (Ober Lischna, früher Deutsch Lischna) Kanada (Karninka) Karpentná (Karpentna) Kojkovice (Kojkowitz, Koykowitz) Konská (Konskau, Kontzkau) Lyžbice (Lischbitz) Nebory (Niebory, älter Neborowitz) Oldřichovice (Oldrzichowitz, älter Ulrichsdorf (1305)) Osůvky (Osuwka) Staré Město (Altstadt) Tyra (Tyrra)
Partnerstädte Bielsko-Biała, Polen
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Stahlwerk Třinec ist ein wichtiges Zentrum der Stahlindustrie. Im Jahre 1839 wurden die Třinecké železárny (Trzynietzer Stahlwerke) gegründet. Bedeutend für die weitere Entwicklung der Stadt war der Bau der Kaschau-Oderberger Bahn 1871, die Třinec mit wichtigen Erzlagern in der Slowakei verband und den Transport von Kohle aus Karviná ermöglichte. Heute befindet sich hier ein Drittel der tschechischen Stahlproduktion.
Durch Třinec führt die Europastraße 75, die wenige Kilometer nördlich in die Europastraße 462 mündet.
Sport FK Třinec, Fußball HC Oceláři Třinec, Eishockey FBC Intevo Třinec, Unihockey
Persönlichkeiten Josef Slíva (1898–?), Eiskunstläufer Herbert Ulrich (1921–2002), Eishockeyspieler und -trainer Tadeáš Kraus (1932–2018), Fußballspieler Eva Kiedroňová (* 1963), Autorin von Fachpublikationen Karel Kula (* 1963), Fußballspieler Miroslav Broda (* 1964), Tischtennisspieler Vladislav Broda (* 1964), Tischtennisspieler Petr Pravec (* 1967), Astronom Tomáš Anzari (* 1970), Tennisspieler René Twardzik (* 1970), Fußballspieler und Torwarttrainer Jana Cieslarová (* 1971), Orientierungsläuferin Edvard Lasota (* 1971), Fußballspieler Robert Šulgan (* 1975), Boxer Martin Zbončák (* 1975), Fußballspieler Martin Staszko (* 1976), Pokerspieler Martin Jinek (* 1979), Biochemiker Václav Svěrkoš (* 1983), Fußballspieler Tomáš Klus (* 1986), Liedermacher und Schauspieler Petr Wojnar (* 1989), Fußballspieler Dan Twardzik (* 1991), Fußballtorhüter Martina Dubovská (* 1992), Skirennläuferin Ewa Farna (* 1993), Pop/Rock-Sängerin Filip Twardzik (* 1993), Fußballspieler Patrik Twardzik (* 1993), Fußballspieler Krystyna Pyszková (* 1999), Model Viktor Byrtus (* 2001), Squashspieler Adam Gawlas (* 2002), Dartspieler Lake Malawi, Indie-Pop-Band
Weblinks
Homepage der Stadt
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1444