Hakkâri (, Colemêrg) ist eine türkische Stadt im Südosten Anatoliens. Die Stadt liegt in einer gebirgigen Gegend rund 1850 Kilometer östlich von Istanbul und ist das Verwaltungszentrum der nach ihr benannten Provinz. Gleichzeitig ist sie auch Zentrum des sie umgebenden zentralen Landkreises (Merkez İlçe). Hakkâri liegt in der Nähe des Dreiländerecks Türkei-Irak-Iran.

Etymologie Der Name Hakkâri leitet sich vom syrisch-aramäischen Wort ab, was „Landwirt“ bedeutet.Lexeme )kr) - . dukhrana.com; abgerufen am 9. Oktober 2014. Armenier nennen die Stadt Ilmar, Mamluken bezeichneten sie Colamerg, während Kurden sie Colemêrg nennen. Auf Türkisch hieß die Stadt ehemals Çölemerik.

Geografie Der zentrale Landkreis liegt im westlichen Zentrum der Provinz. Er grenzt im Süden an den Kreis Çukurca und im Osten an den Kreis Yüksekova. Im Norden bilden die Provinz Van und im Westen die Provinz Şırnak die Grenze. Der zentrale Landkreis ist der einzige Kreis der Provinz, der keinen ausländischen Nachbarn hat.

Flächenmäßig und nach Bevölkerungszahl steht er hinter Yüksekova nur an zweiter Stelle, die Bevölkerungsdichte liegt unterhalb des Provinzdurchschnitts (von 39,5 Einw. je km²). Neben der Kreis- und Provinzhauptstadt besteht er noch aus einer weiteren Belediye (Gemeinde): Durankaya (2891 Einw.). Außerdem gehören noch 36 Dörfer mit durchschnittlich 449 Bewohnern zum Kreis. Fünf davon haben über 1000 Einwohner: Geçitli (1755), Kırıkdağ (1311), Otluca (1285), Bağışlı (1256) und Taşbaşı (1004 Einw.).

Klima Das Klima in Hakkâri ist kontinental geprägt (Effektive Klimaklassifikation: Dsa) mit von Juni bis September heißen, trockenen Sommern und langen, schneereichen Wintern, in denen die Temperatur unter minus 20 °C fallen kann. Für die Normalperiode 1991–2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur 10,7 °C, wobei im Januar mit −4,1 °C die kältesten und im August mit 25,2 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Nachfolgende Tabelle zeigt den vergleichenden Bevölkerungsstand am Jahresende für die Provinz, den zentralen Landkreis und die Stadt Hakkâri, sowie den jeweiligen Anteil an der übergeordneten Verwaltungsebene. Die Zahlen basieren auf dem 2007 eingeführten adressbasierten Einwohnerregister (ADNKS).Central Dissemination System/Merkezi Dağıtım Sistemi (MEDAS) des TÜIK, abgerufen am 27. Juli 2021

Jahr Provinz Landkreis Stadt abs. % abs. % abs. 2020280.51427,9978.51675,7459.465 2019280.99128,0078.67275,9659.756 2018286.47028,4281.42475,5961.549 2017275.76127,9276.98473,7856.800 2016267.81328,7376.93373,9856.917 2015278.77528,5479.56272,8557.961 2014276.28728,7179.33572,5857.585 2013273.04129,4880.49771,9857.939 2012279.98229,1381.54971,8458.584 2011272.16530,2882.42373,9460.946 2010251.30231,6779.57672,6957.844 2009256.76133,7486.63174,2064.283 2008258.59032,2683.42372,9960.891 2007246.46931,6277.92674,3757.954

Volkszählungsergebnisse Zu den Volkszählungen liegen folgende Bevölkerungsangaben über die Stadt, den Kreis, die Provinz und das Land vor:Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000), abgerufen am 27. Juli 2021 Ein Teil der Werte (1960 und davor sowie 1997) wurden PDF-Dokumenten entnommen, die über die Bibliothek des TÜIK abruf- und downloadbar sindBücherei des Türkischen Statistikinstituts TÜIK, abrufbar nach Suchdateneingabe. Region 1945 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1997 2000 Stadt (Şehir) 2.145 2.756 3.162 3.982 6.129 9.640 11.735 18.009 20.754 30.407 57.077 58.145 zentraler Kreis (Merkez) 11.952 14.467 11.849 15.248 19.424 25.724 30.620 38.534 43.888 52.906 73.221 77.532 Provinz (İl) 35.124 44.207 54.824 67.766 83.937 102.312 126.036 155.463 182.645 172.479 219.345 236.581 Türkei 18.790.174 20.947.188 24.064.763 27.754.820 31.391.421 35.605.176 40.347.719 44.736.957 50.664.458 56.473.035 62.865.574 67.803.927

Geschichte Hakkâri war lange Zeit eine umkämpfte Grenzstadt zwischen dem Osmanischen Reich und dem Iran. Die Osmanen gewährten den lokalen kurdischen Fürsten einen gewissen Grad an Autonomie, um die Grenzen zu sichern. 1843 wurden unter dem Kurdenführer Bedirxan Beg bei Massakern mindestens 10.000 christliche Armenier und Assyrer in Aşita (Hoşut) im Sandschak Hakkari ermordet. Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft.Ümit Kardaş: Do We Have to Defend the Actions of CUP? TodaysZaman, 2. Mai 2010; abgerufen am 9. Mai 2010, Ümit Kardaş: "ttihatçıların eylemlerini savunmak zorunda mıyız?", Dünya Bülteni, 27. April 2010, abgerufen am 9. Mai 2010 (türkische Version,

1915/1917 wurden in der Gegend von Hakkâri etwa 20.000 Assyrer im Völkermord an den Aramäern getötet.Wilhelm Baum: The Christian minorities in Turkey. SEERI, Kottaya, Indien 2006, S. 98

Erden Kıral drehte 1982 den Film Eine Saison in Hakkari, der bei den Berlinale 1983 den Silbernen Bären gewann. Der Film basiert auf der Erzählung O (1977) von Ferit Edgü und stellt eine Stadt und eine Provinz dar, in der die große Mehrheit der Bewohner nur Kurdisch spricht.Brigitte Moser, Michael W. Weithmann: Landeskunde Türkei: Geschichte, Gesellschaft und Kultur. Buske, Hamburg 2008, ISBN 978-3-87548-491-5, S. 251 Während der Militärherrschaft nach 1980 war dies unerwünscht, sodass das türkische Publikum den Film erst 1987 sehen durfte.

Politik Die bei den Kommunalwahlen 2014 gewählten Co-Bürgermeister Dilek Hatipoğlu und Nurullah Çiftçi von der Partei BDP wurden im August 2015 festgenommen, abgesetzt und durch einen Zwangsverwalter ersetzt.Türkiye'nin lider haber sitesi. (Bürgermeister verhaftet) Mİllİyet Haber - Türkİye’nİn Haber Sİtesİ; abgerufen am 11. Juli 2018.

Sport Von 1991 bis 2004 gab es in Hakkari den Fußballklub Hakkari Spor FK. Er trug seine Heimspiele im Merzan-Şehir-Stadion aus.

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