Death Cab for Cutie ist eine 1997 in Bellingham, Washington gegründete US-amerikanische Indie-Rock- und Alternative-Rock-Band. Zentrales Mitglied der Band ist Sänger, Gitarrist und Songwriter Ben Gibbard.
Die Band zählt seit den frühen 2000er-Jahren zu den erfolgreichsten Vertretern des US-amerikanischen Indie-Rock und veröffentlichte mehrere international beachtete Alben, darunter Transatlanticism (2003) und Plans (2005). Seit 2006 wurde Death Cab for Cutie mehrfach für die Grammy Awards in verschiedenen Kategorien nominiert.
Der Bandname geht auf den gleichnamigen Song der britischen Underground-Beatband Bonzo Dog Doo-Dah Band zurück.
Geschichte Die Anfänge (1997–2002) Die Geschichte von Death Cab for Cutie begann 1997 im US-amerikanischen Bellingham im Bundesstaat Washington als Soloprojekt von Benjamin „Ben“ Gibbard. Aufgrund der positiven Resonanz auf das Tape You Can Play These Songs with Chords entschloss sich Gibbard, das Projekt zu einer Band zu erweitern. Mit dem Gitarristen Christopher Walla, Bassist Nick Harmer und Schlagzeuger Nathan Good fand er die passende Besetzung. Der Bandname geht auf den Song Death Cab for Cutie der britischen Underground-Beatband Bonzo Dog Doo-Dah Band zurück, der auch im Film Magical Mystery Tour zu sehen ist.
1998 erschien auf dem Indie-Label Barsuk Records das Debütalbum Something About Airplanes. Es etablierte die Band in der US-Independent-Szene. In den folgenden Jahren festigte die Band ihr Profil mit dem Konzeptalbum We Have the Facts and We’re Voting Yes (2000) und The Photo Album (2001). Parallel erschienen EPs, die die Frühphase abrundeten. Im Oktober 2002 wurde You Can Play These Songs with Chords in erweiterter Form erneut veröffentlicht und um Raritäten, Coverversionen und B-Seiten ergänzt.
Obwohl die Band in Bellingham gegründet wurde, sind ihre Mitglieder seit den frühen 2000er Jahren überwiegend in Seattle beheimatet.
Gibbard gründete zudem mit Jimmy Tamborello (Dntel) das Elektroprojekt The Postal Service. Deren Album Give Up (2003) wurde ein großer Erfolg und prägte auch die öffentliche Wahrnehmung von Gibbard als Songwriter über das Bandformat hinaus.
Transatlanticism und der internationale Durchbruch (2003–2004) 2003 stieß Jason McGerr als Schlagzeuger zur Band. Im selben Jahr erschien das vierte Studioalbum Transatlanticism. Das Album gilt als künstlerischer und kommerzieller Wendepunkt, da es Death Cab for Cutie über die Indie-Szene hinaus sichtbar machte. 2004 folgten vermehrt internationale Konzerte, darunter auch erste Auftritte in Deutschland. Für den deutschsprachigen Raum übernahm das Hamburger Label Grand Hotel van Cleef die Veröffentlichung.
Wechsel zum Majorlabel und Plans (2004–2007) Nach dem Erfolg von Transatlanticism unterschrieb die Band bei Atlantic Records. Mit Plans erschien 2005 das Majorlabel-Debüt. Das Album vergrößerte die Reichweite der Band deutlich und wurde später mehrfach im Umfeld der Grammy Awards berücksichtigt. Die Band wurde ab 2006 wiederholt für Grammys nominiert, unter anderem in Kategorien wie Best Alternative Music Album und Best Rock Album.
Kommerzieller Erfolg mit Narrow Stairs und Soundtrack-Single (2008–2009) mini|Death Cab for Cutie live in der Muffathalle in München (21. November 2008) 2008 veröffentlichte die Band Narrow Stairs. Das Album erreichte in den USA Platz 1 der Billboard 200 und war damit die erste Nummer-eins-Platzierung der Band in diesen Charts. 2009 folgte die Single Meet Me on the Equinox, die für den Soundtrack zum Film New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde geschrieben wurde und bisher die einzige Platzierung der Band in den deutschen Singlecharts darstellt.
Codes and Keys: stilistische Verschiebung (2010–2012) Am 31. Mai 2011 erschien Codes and Keys. In Interviews wurde das Album als bewusster Schritt hin zu einem weniger gitarrenbetonten, stärker im Studio konstruierten Ansatz beschrieben. Die Single You Are a Tourist wurde 2011 veröffentlicht. Codes and Keys erhielt später eine weitere Grammy-Nominierung.
Abschied von Chris Walla und Kintsugi (2013–2016) 2013 erschien eine Jubiläumsedition von Transatlanticism. Im August 2014 kündigte Gründungsmitglied Chris Walla seinen Ausstieg an. Das folgende Studioalbum Kintsugi erschien am 31. März 2015 und wurde von Rich Costey produziert. Es war das erste Death-Cab-for-Cutie-Album mit einem externen Produzenten und markierte den Übergang in eine neue Bandphase, in der Walla zwar noch am Aufnahmeprozess beteiligt war, aber nicht mehr Teil der Zukunftsplanung blieb.
Im Oktober 2016 veröffentlichte die Band die Single Million Dollar Loan. Das Lied entstand als Beitrag zur Kampagne 30 Days, 30 Songs und richtete sich inhaltlich gegen den damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. In diesem Zusammenhang wurden Dave Depper und Zac Rae zunehmend nicht nur als Tourmusiker, sondern auch als fester Teil der Band wahrgenommen.
Thank You for Today und EP-Veröffentlichungen (2017–2020) 2018 kündigte die Band Thank You for Today an und veröffentlichte das Album am 17. August 2018. In der Kommunikation zur Platte wurde auch die neue feste Rollenverteilung mit Depper und Rae deutlich. 2019 folgte die EP The Blue EP. Damit setzte die Band ihre Strategie fort, neue Songs nicht nur über Alben, sondern auch über kompaktere Formate zu veröffentlichen.
Asphalt Meadows, Akustikfassung und Jubiläumstour (2021–2025) 2021 erschien eine Deluxe-Ausgabe zum 20-jährigen Jubiläum von The Photo Album mit zusätzlichem Material wie Studio-Outtakes und Demos.
Im Februar 2022 veröffentlichte die Band ein Cover von Yoko Onos Waiting for the Sunrise im Kontext eines von Gibbard kuratierten Tribute-Projekts.
Am 16. September 2022 erschien das zehnte Studioalbum Asphalt Meadows, produziert von John Congleton. Kritiken hoben dabei unter anderem die energiegeladenere, weniger „polierte“ Produktion hervor. Am 10. März 2023 folgte eine vollständige Akustik-Neuaufnahme unter dem Titel Asphalt Meadows (Acoustic). Die Veröffentlichung wurde von der Band unter anderem mit dem Low-Cover The Plan als Tribut an Mimi Parker gerahmt.
Im Herbst 2023 startete eine gemeinsame Arena-Tour mit The Postal Service, bei der Transatlanticism und Give Up anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums vollständig gespielt wurden. Es handelte sich zugleich um die ersten Live-Auftritte von The Postal Service seit rund einem Jahrzehnt.
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Plans spielte die Band im Juli und August 2025 vier Konzerte, bei denen das Album vollständig gespielt wurde. Die Shows fanden in Seattle (Climate Pledge Arena), Chicago (Chicago Theatre) und New York (Brooklyn Paramount) statt.
I Built You A Tower (2026–heute) Im Januar 2026 gab die Band bekannt, nach über 20 Jahren und sechs Albumveröffentlichungen bei Atlantic Records einen Labelwechsel vollzogen zu haben. Künftige Veröffentlichungen erscheinen bei ANTI-Records, einem Schwesterlabel von Epitaph Records. Gleichzeitig kündigte die Band eine Nordamerika-Tour für den Sommer 2026 an. Im Rahmen der Tour ist unter anderem ein Konzert in Berlin im Oktober 2026 vorgesehen.
Im März 2026 kündigte die Band ihr elftes Studioalbum I Built You A Tower für Juni 2026 an. Zuvor erschien die Single Riptides. Das Album wurde in einem Zeitraum von drei Wochen unter der Produktion von John Congleton im Studio Animal Rites in Los Angeles sowie in Heimstudios der Bandmitglieder in Seattle, Bellingham, Los Angeles und Portland aufgenommen. Inhaltlich verarbeitet das Album laut Sänger Ben Gibbard persönliche Umbrüche und Verlusterfahrungen.
Nach Veröffentlichung wurde das Album in der Fachpresse überwiegend positiv, teilweise auch gemischt aufgenommen. Besonders hervorgehoben wurden die Rückkehr zu stärker rockorientierten Arrangements sowie die emotionale Offenheit der Texte. Kritische Stimmen bemängelten hingegen eine teils uneinheitliche stilistische Ausrichtung einzelner Songs und eine geringere Geschlossenheit im Vergleich zu früheren Werken der Band. Zudem wurde das Album von Radio Eins zum "Album der Woche" gewählt.
Der deutsche Rolling Stone beschrieb das Album als von persönlichen Krisen des Sängers Ben Gibbard geprägt und hob insbesondere die Rückkehr zu raueren Gitarrenarrangements sowie die stärkere emotionale Kontrastierung hervor.
Diskografie
Studioalben
Livealben 2014: Live 2012 feat. Magik*Magik Orchestra 2021: Live At The Showbox
EPs
Weitere EPs 2000: Forbidden Love 2002: The Stability 2011: Keys and Codes Remix 2019: The Blue
Singles
Weitere Singles 1998: Your Bruise 1999: Prove My Hypotheses 2000: Underwater! 2002: Stability 2002: A Movie Script Ending 2002: I Was a Kaleidoscope 2002: We Laugh Indoors 2004: Title and Registration 2008: Cath ... 2009: No Sunlight 2009: Grapevine Fires 2009: Little Bribes 2011: You Are a Tourist (US: ) 2011: Home Is a Fire 2011: Stay Young, Go Dancing 2012: Underneath the Sycamore 2015: Black Sun 2015: The Ghosts of Beverly Drive 2016: Good Help (Is So Hard to Find) 2022: Roman Candles 2022: Here to Forever 2022: Foxglove Through the Clearcut 2022: Waiting For The Sunrise 2023: An Arrow In The Wall 2026: Riptides
Videoalben 2005: Drive Well, Sleep Carefully 2006: Directions: The Plans Video Album 2011: Live at the Mt. Baker Theatre
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
2021: für die Single I Will Follow You into the Dark
Quellen
Weblinks
Offizielle Website (englisch) Interpretationsansätze und Meinungen zu den Liedern (englisch) Interview bei ::exit.music:: Schweiz
Kategorie:Rockband Kategorie:Indie-Band Kategorie:US-amerikanische Band