Der Casamance ist ein Fluss in den Regionen (von Ost nach West) Kolda, Sédhiou und Ziguinchor in Senegal. Das südsenegalesische Gebiet zwischen den Staaten Gambia und Guinea-Bissau wird traditionell als die Casamance bezeichnet, und der Casamance-Fluss stellt das größte und wichtigste Gewässer dieser Region dar. Er ist Hauptfluss eines in den Atlantik mündenden Flusssystems. Le réseau hydrographique: Seite 11 der PDF-Datei 3,63 MB

Geographie Das mündungsfernste Quellgebiet des Casamance und das mit dem längsten Talweg bis zur Mündung liegt dreieinhalb Kilometer nordnordöstlich des Dorfes Saré Boïdo Maly und am Nordwestrand des Vélingara-Kraters in der Gemeinde Badion, Region Kolda.Saré Boïdo Maly bei Geonames Sein Ursprung ist aus der Satellitenperspektive als Trockental eines Intermittierenden Gewässers erkennbar, dessen Fließspuren in einem Wäldchen auf Meereshöhe beginnen. Von hier sucht sich das Wasser der jährlichen Regenzeit seinen 401 Kilometer langen Talweg zum Atlantischen Ozean in allgemeiner Westsüdwestrichtung. Dabei berührt der Fluss die Städte Kolda, Sédhiou und Ziguinchor, die größte Stadt der Casamance.

Im Unterlauf, östlich von Sédhiou bis zur Mündung, macht sich durch das geringe Gefälle auf einer Länge von 200 Kilometer die Gezeitenströmung bemerkbar. Hier ist das Flussbett auf teilweise 4000 Meter Breite ausgewaschen. Die Uferzone wird von einem Mangrovensystem begleitet, das sich zur Mündung hin immer weiter verzweigt, einige Bolongs reichen teilweise 20 oder 30 Kilometer weit in das LandesinnereEntfernungen messen mit Google Maps wie der Kamobeul Bôlon oder der Marigot de Diouloulou.

Das Einzugsgebiet des Casamance beläuft sich auf 18.700 km². Er nimmt aus seinem relativ flachen Einzugsgebiet, das sich nur bis auf maximal Meereshöhe erhebt, eine Reihe weiterer intermittierender Zuflüsse auf. Für eine ganzjährige Wasserführung reichen die durchaus stattlichen Niederschläge der Regenzeit, die sich im Einzugsgebiet auf die Monate Juni bis Oktober konzentrieren und durchschnittlich 1063 mm pro Jahr erreichen, außerhalb des Gezeitenstroms nicht aus.

Wichtigster Nebenfluss ist der 230 Kilometer lange Soungrougrou, der 27 Kilometer östlich von Ziguinchor von rechts und Norden einmündet.

Hydrometrie Durchschnittliche monatliche Durchströmung des Casamance gemessen an der hydrologischen Station Kolda in m³/s (im Oberlauf des Flusses).Center for Sustainability and the Global Environment - SAGE

Verkehr Ab Sédhiou ist der Casamance schiffbar. Die Stadt Ziguinchor, 60 Kilometer vom Meer entfernt, verfügt über einen Seehafen. Stromabwärts von Kolda bis Ziguinchor kann der Fluss nur mit Fähren überquert werden, mit Ausnahme eines 1250 Meter langen Brückendamms bei Diana Malari in der Region Sédhiou. Bei Ziguinchor überspannt der 650 Meter lange Pont Émile Badiane seit den 1970er Jahren den Strom und verbindet die am Südufer liegende Stadt mit Bignona und dem größeren Teil der Region Ziguinchor sowie mit Gambia.

Salinität Da der Casamance außerhalb der Regenzeit praktisch kein Wasser aus dem Einzugsgebiet erhält, kommt es durch die starke Verdunstung während der Trockenzeit zu einem negativen Abfluss. Das im Mittel- und Unterlauf verdampfende Wasser wird aus dem Atlantik aufgefüllt. Dadurch wird Salzwasser mitunter über Jahre im Flussbett gehalten und bis auf über 100 g/l aufkonzentriert. Es gibt Zeiten, in denen Bereiche des Flusses auf Grund der hohen Salinität fast unbelebt sind.Ecological zonation of the hyperhaline estuary of the Casamance River (Senegal): Foraminifera, zooplankton and abiotic variables. Artikel in Hydrobiologia von April 1989.

700px|mini|center|Das Casamance Flusssystem mit der Salinität und der Anzahl gefundener Spezies

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fluss in der Region Sédhiou