Grantler, von bairisch-österreichisch grantig („mürrisch“), ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen Menschen mit mürrischer Grundstimmung vor allem in den bairischen Dialekten, der auch im weiteren deutschen Sprachraum zunehmend Verbreitung fand.Ulrich Ammon, Hans Bickel, Jakob Ebner: Variantenwörterbuch des Deutschen. Gruyter, 2004, S. 305/306 (books.google.de). Der Begriff ist nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Grattler.

Wortherkunft Die Herkunft von Grantler, abgeleitet von grantig – „übel gelaunt; ärgerlich, unmutig“ ist nicht ganz geklärt, vermutlich aber auf die Adjektive spitz, scharf zurückzuführen.grantig. duden.de; abgerufen am 24. Juni 2011 Grantig ist seit dem 16. Jahrhundert belegbar, vermutet wird auch, dass es dem oberdeutschen Verb grennen – „weinen“ entstammt.Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2002, S. 368. Ebenso gibt es in den bairischen Dialekten den Grant und die Grantigkeit, die Übellaunigkeit und Unmut beschreiben.Grant duden.de, abgerufen am 24. Juni 2011Grantigkeit. duden.de; abgerufen am 24. Juni 2011.

Im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm heißt es zu grantig:

Verwendung Das Klischee des Grantelnden spiegelt sich vom deutschen Schwank, der Commedia dell’arte, wie sie von Autoren wie Nestroy, Raimund oder Karl Valentin, aber auch Molière rezipiert wurde, und dem Heimatroman in volkstümlichen Theaterstücken bis in die heutigen Rundfunk- und Printmedien, z. B. im Komödienstadel sowie im Heimatfilmen wider. Beispiele typischer Grantler sind etwa bei Molière: Alceste in Der Menschenfeind, Argan in Der eingebildete Kranke in der hypochondrischen Variante; Alois Hingerl, der Münchner im Himmel oder Mundl aus der Fernsehserie Ein echter Wiener geht nicht unter.

Ebenso werden Schauspielern oder Figuren der Charakter eines Grantlers zugeschrieben, wie etwa Karl Valentin als legendären Münchner Grantler oder Hans Moser, Otto Schenk und Fritz Muliar, die ein Inbegriff des Wiener Grantlers waren. Ebenso war ein bekannter Darsteller von grantelnden Charakteren der Schauspieler Walter Sedlmayr. Kabarettistisch wird die Figur des Grantlers durch Gerhard Polt, Christian Springer oder Harry G verkörpert. Herr Hirnbeiß mit seinem Zamperl ist ein von der Karikaturistin Franziska Bilek dargestellter Münchner Grantler.

Siehe auch Griesgram Zynismus Misanthrop

Literatur Thomas Grasberger: Grant. Der Blues des Südens. Diederichs Verlag, München 2012, ISBN 978-3-424-35070-8.

Weblinks

laut br-online.de

Einzelnachweise

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