Sittard () ist eine Stadt im südlichen Teil der niederländischen Provinz Limburg unmittelbar an der deutschen Grenze bei Selfkant. Sie hatte 37.635 Einwohner (Stand: 1. Januar 2024) und ist seit 2001 Teil der Gemeinde Sittard-Geleen, die Einwohner (Stand: ) auf einer Fläche von 80,58 km² zählt.

Name Der Ortsname Sittard erscheint erstmals im 12. Jahrhundert in Urkunden, in der Form "Siter" im Jahre 1157 in einer Urkunde der Basilika Unserer Lieben Frau in Maastricht, sowie in der Form "Sithert" in einer Kölner Schreinsurkunde.Sittard, kantl.be

Obwohl der Ortsname Sittard in zahlreichen Schreibvarianten sehr häufig vorkommt, vor allem im Rheinland, in Limburg und in Brabant, konnte bislang keine befriedigende Bedeutungserklärung gefunden werden.Sittard: (Kollen-) berg-flank, Naamkunde. Jaargang 6(1974), dbnl.org Allerdings weiß man durch Urkunden aus der Zeit des Frankenkönigs Karl, dass mit dem Begriff "Sitroth" Waldstücke bezeichnet wurden ("dominationemque in siluam que dicitur sitroth"), die einem bestimmten Zweck dienten, etwa der Holzentnahme.Der Wald Sitroth: Urkunden Nr. 1-18 aus der Zeit 779 bis und mit 800, willmanns.ch5. 795, 16. Merz., in: Wilhelm Crecelius, Collectae ad augendam nominum propriorum Saxonicorum et Frisiorum scientiam ... , archive.org Diese Deutung würde zur weiten Verbreitung des Namens passen, da Holzeinschlag praktisch überall stattfand. Siehe dazu auch den Sittarderhof in Widdeshoven. Es existieren jedoch noch weitere Ansätze zur Namensdeutung.

Geschichte mini|links|250px|Sittard, ZentrumDer Ort ist in karolingischer Zeit zwischen 700 und 1000 entstanden. Er gehörte um das Jahr 1200 zum Herzogtum Limburg und erhielt 1243 Stadtrechte. Im Jahr 1400 wurde Sittard zusammen mit den Orten Born und Susteren für 70.000 Goldgulden an das Herzogtum Jülich verkauft, bei dem es bis zum Einmarsch der Franzosen 1794 verblieb.

1543, im Dritten Geldrischen Erbfolgekrieg, erlitten die habsburgischen Truppen der Maria von Ungarn (1505–1558), Generalstatthalterin der Niederlande seit 1531, in der Schlacht bei Sittard am Ostersonntag eine Niederlage gegen die mit Frankreich verbündeten Truppen Wilhelms V. (1516–1592) von Jülich-Kleve-Berg. Im Krieg, den der französische König Ludwig XIV. gegen die Vereinigten Provinzen der Niederlande führte, wurde die Stadt 1677 fast völlig zerstört.

1794 wurde Sittard (wie das ganze Linke Rheinufer) von französischen Revolutionstruppen erobert; die Franzosenzeit begann. 1798 wurde Sittard Kantonshauptort (Chef-lieu) im Département de la Roer der französischen Republik. Am Ende der Befreiungskriege gegen Napoleon kam Sittard 1815 (im Wiener Kongress) zum Königreich der Vereinigten Niederlande, wurde 1830 bis 1839 Bestandteil des neu entstandenen Königreichs Belgien und gehört seit 1839 durchgehend zu den Niederlanden.

Im Zweiten Weltkrieg Mai 1940 bis Ende 1944 waren die Niederlande von Truppen der Wehrmacht besetzt (→ Niederlande unter deutscher Besatzung).

Sport Bekanntester Verein der Stadt ist der Fußballklub und aktuelle Erstligist Fortuna Sittard, der seine Spiele im Fortuna-Sittard-Stadion austrägt. Im April 2018 stieg der Verein in die niederländische Eredivisie (höchste Spielklasse) auf.

Sehenswürdigkeiten mini|St. Michael St. Petruskirche (seit 1299 Kapitelkirche, mit 80 m hohem Turm) Basilika Unserer Lieben Frau vom Heiligen Herzen (neugotisch) St. Michael, die Kirche wurde zwischen 1659 und 1661 von den Dominikanerpatres als Klosterkirche des kurz zuvor gegründeten Dominikanerklosters erbaut. Schloss Grasbroek Schloss Limbricht St.-Rosa-Kapelle, Kapelle zu Ehren der heiligen Rosa von Lima, der Schutzpatronin von Sittard Regina Carmeli Bezinningshuis der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu (lateinisch Carmel D. C. J. de Collenberg), die „Schwestern vom Kollenberg“

Sittard im Film Der an Deutschland angrenzende Stadtteil und Villenviertel Kollenberg diente neben dem Studiogelände von First Floor Features in Almere als Drehort für Flodder. Ab etwa 2005 veränderte sich das Straßenbild der ehemaligen Kulisse durch Neubauten.

Politik Sitzverteilung im Gemeinderat Bis zur Auflösung der Gemeinde ergab sich seit 1981 folgende Sitzverteilung: Partei SitzeSitzverteilung im Gemeinderat, abgerufen am 28. August 2018 (niederländisch) 1981 1986 1990 1994 1998 Partij Nieuw Sittard 11 9 9 7 9 CDA 11 10 12 11 8 GroenLinks — — 2 2 4 VVD 1 2 2 3 3 PvdA 2 4 3 3 3 PPR — — — — D66 0 — 1 2 1 Algemeen Ouderen Verbond/Unie 55+ — — — — 1 Lijst Wagemans (Vrouwenpartij) — — — 1 — Anti Racistische Partij — — — 0 — Lijst Mager — 0 0 — — SP — — 0 — — Progressief Sittard — 2 — — — Alternatief Sittard — 0 — — — Lijst Clevers — 0 — — — Samenwerkende Groepering Sittard 2 — — — — PSP 0 — — — — Lijst Voots 0 — — — — CPN 0 — — — — Gesamt 27 27 29 29 29

Wirtschaft

Söhne und Töchter der Stadt Matthias von Sittard (1522–1566), Dominikaner, Theologe, Schriftsteller und kaiserlicher Hofprediger Franz Agricola (zwischen 1545 und 1550–1621), Theologe, Pfarrer und Kanonikus Reinhard Cloet (1580–1651), Jurist und Gesandter des Herzogtums Jülich-Berg Emmerich Fünkler († 1643), Benediktiner, Abt der Klöster St. Marien in Stade und St. Januarius in Murrhardt. Bernhard Pothast (1824–1904), Priester, Musiker und Komponist Charles Beltjens (1832–1890), Schriftsteller und Dichter Felix Rutten (1882–1971), Schriftsteller und Dichter Jos Wielders (1883–1949), Architekt Nicolaes Reubsaet (1843–1887), Tonkünstler und Musiker Frederic Hoefer (1850–1938), Oberstleutnant Alphons Laudy (1875–1970), Schriftsteller Gulielmus Cobben (1897–1985), römisch-katholischer Bischof von Helsinki Frans Gijzels (1911–1977), Politiker (KVP) Toon Hermans (1916–2000), Kabarettist, Sänger und Dichter (Ehrenbürger von Sittard) Leo Horn (1916–1995), Internationaler Fußballschiedsrichter Germ Hofma (1925–2018), Fußballspieler Jo Erens (1928–1955), Volkssänger Jan Nolten (1930–2014), Radrennfahrer Jan Notermans (1932–2017), Fußballer Eddy Beugels (1944–2018), Radrennfahrer Willy Dullens (1945–2024), Fußballspieler Jan Wehrens (1945–2023), Künstler Jan Krekels (* 1947), Radrennfahrer Cor Boersma (* 1949), Radrennfahrer Huub Stevens (* 1953), Fußballtrainer Francine Houben (* 1955), Architektin Rineke Dijkstra (* 1959), Fotografin Mike van Diem (* 1959), Filmregisseur und Drehbuchautor Wim Hof (* 1959), Extremsportler Willy Janssen (* 1960), Fußballspieler Wilbert Suvrijn (* 1962), Fußballspieler Arnold Vanderlyde (* 1963), Boxer Danny Nelissen (* 1970), Radrennfahrer Laurence Stassen (* 1971), Politikerin Peter van Wees (* 1973), Skeletonfahrer Carl van Wegberg (* 1977), Musicaldarsteller Vincent Heitzer (* 1979), deutscher Kirchenmusiker und Domkapellmeister am Bamberger Kaiserdom Bas Diederen (* 1980), Triathlet und Ironman-Sieger Romero Regales (* 1986), niederländisch-curaçaoischer Fußballspieler Demi Schuurs (* 1993), Tennisspielerin Tom Marx (* 1994), Eishockeyspieler Ivar Stavast (* 1998), Handballspieler Alec Smit (* 1999), Handballspieler

Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Sittard Helga Paetzold (1933–1990), Kunstweberin (lebte bis zu ihrem Tod in Sittard) Rens Blom (* 1977), Leichtathlet Maria Tauscher (1855–1938), Ordensschwester und Selige, verstarb in Sittard

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Sittard-Geleen (niederländisch) Stichting Historie Sittard (niederländisch) Generalmutterhaus der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu (deutsch, niederländisch)

Einzelnachweise

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