Neiße-Malxetal () ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Sie wird vom Amt Döbern-Land verwaltet, das seinen Sitz in der Stadt Döbern hat.
Geografie Die Gemeinde liegt im Südosten des Landes Brandenburg in der Niederlausitz an der Grenze zu Polen im historischen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Sie liegt direkt an der polnischen Grenze zwischen Forst (Lausitz) im Norden und Bad Muskau im Süden. Die Stadt Cottbus liegt ca. 20 bis 30 km nordwestlich.
Der Ortsteil Jerischke besitzt mit seinen drei Naturschutzgebieten und einem Flächennaturdenkmal eine sehenswerte Waldlandschaft. 2004 eröffnete hier das Informationszentrum Muskauer Faltenbogen. Namensgebende Flüsse sind die Lausitzer Neiße und die Malxe.
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung in die folgenden Ortsteile mit den zugehörigen bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen: Groß Kölzig () mit den Wohnplätzen Bruchmühle (Błotny Młyn), Katzarmühle (Kacarjowy młyn) und Thalmühle (Dolny Młyn) Jerischke (Jarješk) mit den bewohnten Gemeindeteilen Bahren (Barań), Pusack (Pusak) und Zelz (Selc) sowie dem Wohnplatz Teichhäuser (Gaty) Jocksdorf (Kósmejce) Klein Kölzig (Mały Kólsk) Preschen (Rjašćany) mit den bewohnten Gemeindeteilen Gosda II (Gózda) und Raden (Radom)
Geschichte Groß Kölzig, Jerischke, Jocksdorf, Klein Kölzig und Preschen gehörten seit 1816 zum Kreis Sorau in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Forst im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße.
Die Gemeinde entstand am 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Groß Kölzig, Jerischke, Jocksdorf, Klein Kölzig und Preschen.
Sorbische Wurzeln Wie in der gesamten Lausitz sind die meisten Ortsnamen in der Gemeinde sorbischen Ursprungs. Der Ortsname Kölzig beschreibt eine Pfahlsiedlung (von nso. „koł“), der Name von Jerischke geht auf den Personennamen „Jarosław“ zurück. Die Bedeutung des ebenfalls aus dem Sorbischen stammenden Ortsnamens von Raden ist unklar, er geht entweder auf einen Personennamen oder auf das sorbische Wort für „froh“ zurück. Der Ortsname von Gosda II beschreibt eine Siedlung am trockenen Wald. Der Name Bahren geht auf das sorbische Wort für Schafbock zurück und der Ortsname von Zelz auf das Wort „sedlo“ für Siedlung.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2001 1 943 2005 1 886 2010 1 799 2015 1 657 2020 1 596 Jahr Einwohner 2021 1 605 2022 1 551 2023 1 533 2024 1 530 2025 1 497 Gebietsstand des jeweiligen Jahres: Stand 31. Dezember,Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Neiße-Malxetal besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zwölf Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 6 (2) Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis (mit Vergleich zur Wahl 2019):
Partei / Wählergruppe Ergebnis2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Ergebnis2024Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 Sitze2024 Wir sind Heimat 14,5 % 2 55,1 % 7 AfD 8,0 % 1 22,9 % 2 Heimat Neiße-Malxetal 34,6 % 4 22,0 % 2 Wählergruppe Gosda II 13,9 % 2 – – Dorfgemeinschaft Klein Kölzig 12,0 % 1 – – Gut Wehr Groß Kölzig 5,8 % 1 – – Einzelbewerber Hartwig Noack 4,3 % 1 – – Einzelbewerber Rainer Riedel 4,3 % – – – SPD 2,6 % – – – Insgesamt 100 % 12 100 % 11 Wahlbeteiligung 67,4 % 72,5 %
Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD drei Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt, weil die Partei nur zwei Kandidaten nominiert hatte.
Bürgermeister 2003–2023: Eberhard Müller (parteilos)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam 2004, S. 33. Abgerufen am 14. Juni 2024. 2023–2024: René Prüfer (AfD)Amtsblatt für das Amt Döbern-Land. Ausgabe 20/2023, 27. Oktober 2023, S. 3. Abgerufen am 14. September 2024. seit 2024: Rainer Riedel (Wir sind Heimat)
Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 erhielt Prüfer 37,8 % der Stimmen. Da es keine weiteren Bewerber für das Amt gab und er dennoch nicht die absolute Mehrheit erreichte, wurde der Bürgermeister nach § 72 (2) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes durch die Gemeindevertretung aus ihren Reihen gewählt.Bekanntmachungen über die Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen. Amt Döbern-Land, abgerufen am 14. Juni 2024. In der Sitzung der Gemeindevertretung am 11. September 2024 wurde Rainer Riedel zum neuen Bürgermeister gewählt.Neiße-Malxetal hat endlich einen Bürgermeister. Lausitzer Rundschau, 14. September 2024, abgerufen am 14. September 2024.
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Groß Kölzig In der Liste der Baudenkmale in Neiße-Malxetal und in Liste der Bodendenkmale in Neiße-Malxetal stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.
Tierpark Jocksdorf mit Weißbüscheläffchen, Lisztaffen, Indischen Hutaffen und Rhesusaffen
Verkehr Im Nordwesten des Gemeindegebiets verläuft die Bundesstraße 115 zwischen Forst (Lausitz) und Bad Muskau.
Der Bahnhof Groß Kölzig lag an der Bahnstrecke Weißwasser–Forst, auf welcher der Personenverkehr 1996 eingestellt wurde.
Persönlichkeiten Aemilius Wagler (1817–1883), klassischer Philologe, geboren in Preschen
Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Neiße-Malxetal vom 3. September 2020. (PDF; 131 kB) Gemeinde Neiße-Malxetal. Kommunalverzeichnis des Landes Brandenburg, abgerufen am 26. Juli 2023.
Weblinks
Private Website über die Gemeinde Neiße-Malxetal Gemeinde Neiße-Malxetal beim Amt Döbern-Land
Kategorie:Gemeindegründung 2001