Ostbergisch oder auch Ost-Bergisch ist eine germanistische Bezeichnung für eine niederfränkische Dialektgruppe, die ripuarische sowie (süd)westfälische Spracheinflüsse zeigt und deren eindeutige dialektale Zuordnung dadurch erschwert wird, dass es sich hierbei um eine sprachliche Interferenzzone, also um ein sprachliches Übergangsgebiet handelt:
Namensherkunft Geografisch befindet sich diese Sprachregion im Osten des Bergischen Landes.
Linguistische Zuordnung
Aufgrund ihrer augenscheinlich mehrheitlich nordniederfränkischen Spracheigenschaften werden die ostbergischen Dialekte vielfach zum Kleverländischen gezählt. Georg Wenker rechnete sie 1877 den westfälischen Dialekten zu.bergischplatt.de: Das rheinische Platt, Dialektkarte, abgerufen am: 22. Mai 2022. Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte führt Ostbergisch als eigenständige zum Niederfränkischen gehörende deutsche Dialektgruppe auf, die südöstlich des Kleverländischen, östlich des Südniederfränkischen und westlich des Westfälischen angesiedelt ist.
Dadurch, dass man Ostbergisch gelegentlich zum Nordniederfränkischen rechnet, wird es auch als eine weitere „niederländische Varietät“ bezeichnet, obwohl es durch die deutsche Standardsprache überdacht ist:
In der Wahrnehmung der einheimischen Bevölkerung, sofern diese noch Dialekt spricht, finden sprachwissenschaftliche Betrachtungen keinen Niederschlag. Man benutzt landläufig die Bezeichnung Bergisch oder Platt für die eigenen Dialekte.Lisa Fehlden: Ostbergisch, LVR „Sprache im Rheinland“, abgerufen am: 10. August 2025.
Geografische Lage nach Isoglossen Das Ostbergische befindet sich nördlich der Benrather Linie, die es von den ripuarischen Dialekten des Oberbergischen Landes trennt. Ferner befindet es sich östlich der Uerdinger Linie, was es vom Südniederfränkischen trennt. Von den übrigen Orts- wie westfälischen Dialekten ist es durch die ihm östlich benachbarte und sich nach Norden abschwächende „Westfälische Linie“ getrennt, was hier seinen Übergangscharakter betont.REDE, SprachGIS: WA 526 „mähen“ (Atlas, Nummer u. Titel), Karten ID 66, und WA 146 „auch“, Karten ID 139, Überlagerungstendenz 50 %, abgerufen am: 5. November 2023. Von den südkleverländischen Dialekten ist das Ostbergische im Norden durch die ok/ouk-Linie geschieden.REDE: WA 146 „auch“, Karten ID 139, und WA 137 „auch“, Karten ID 140, abgerufen: 5. November 2023.
Verbreitung Ostbergisch wird in einem schmalen Streifen östlich der Uerdinger Linie gesprochen, der vom mölmschen Mülheim an der Ruhr über Essen-Werden und große Teile von Essen-Kettwig, Velbert-Langenberg sowie Wuppertal-Elberfeld, Remscheid-Lüttringhausen, Remscheid-Lennep, Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth, Marienheide und Gummersbach bis Bergneustadt reicht.
Literatur Jürgen Macha, Elmar Neuss, Robert Peters (Hrsg.): Rheinisch-westfälische Sprachgeschichte. Köln/Weimar/Wien 2000. Klaus J. Mattheier: Gibt es eine regionale Sprachgeschichte der Rheinlande? In: Werner Besch, Hans Joachim Solms (Hrsg.): Regionale Sprachgeschichte. Berlin 1998, S. 144–151 (ZdPh. 117, Sonderheft).
Weblinks Bergischplatt.de (private Seite über einen Teil der Dialekte aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf, hier ostbergische Erzählung aus Wipperfürth): Baulemanns Hus Glottolog-Eintrag Ostbergisch
Einzelnachweise
Kategorie:Niederfränkischer Dialekt Kategorie:Bergisches Land