Die Deutsche Triathlon Union e. V. (DTU) ist der allein zuständige und anerkannte Sportfachverband in Deutschland für Triathlon, Duathlon, Aquathlon und verwandte Multisportarten (Paratriathlon, Wintertriathlon, Crosstriathlon oder Crossduathlon) und als solcher Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund, der European Triathlon Union sowie dem Weltverband World Triathlon.
Geschichte der DTU
Ein rund zehnminütiger Bericht der ZDF-Sportreportage über den Ironman Hawaii im Frühjahr 1982, basierend auf Bildmaterial des US-Senders ABC, löste die Entwicklung des Triathlonsports in Deutschland aus. Noch im selben Jahr wurden die ersten Triathlon-Wettkämpfe unter anderem in Hückeswagen, Gerolstein, Essen, Kehl ausgetragen. 1983 folgten Veranstaltungen in Immenstadt, Schluchsee und Rostock. Im September 1984 richtete Günter Kissler am Fühlinger See in Köln eine Europameisterschaft über die Langdistanz aus und gründete später den breitensportlich ausgerichteten Deutschen Triathlonbund (DTrB). Parallel dazu entstand unter Manuel Debus, dem ersten deutschen Finisher beim Ironman Hawaii 1982, der leistungssportorientierten Deutschen Triathlon Verband (DTV).
Am 23. Februar 1985 fusionierten DTV und DTrB in Worms zur Deutschen Triathlon Union. Gründungspräsident war Joachim Fischer. 1987 übernahm der damals siebenundzwanzigjährige Martin Engelhardt, ehemaliger Bundesliga-Schwimmer und Assistenzarzt am Stadtkrankenhaus Hanau, das Präsidentenamt. Unter seiner Leitung wurde die Professionalisierung der Sportart und Strukturen im Verband weiter vorangetrieben. Am 5. Dezember 1987 wurde die DTU in den Deutschen Sportbund aufgenommen. Nach der deutschen Wiedervereinigung integrierte sich am 28. Oktober 1990 der erst am 12. Mai 1990 gegründete Triathlon-Verband der DDR mit seinen fünf Landesverbänden in die DTU.
In den folgenden Jahren kam es zu mehreren Wechseln im Präsidium, bis Martin Engelhardt 2011 erneut zum Präsidenten gewählt wurde und seither dem Verband vorsteht. Weitere Präsidenten waren: Klaus Müller-Ott (2001–2007), Rainer Düro (2008), Claudia Wisser (2008–2010) und Reinhold Hemker (2010–2011).
Auch die sportlichen Erfolge der deutschen Triathletinnen und Triathleten tragen maßgeblich zur deutschen Triathlon Geschichte bei. Beim legendären Ironman Hawaii gelang 1997 Thomas Hellriegel als erster Deutscher der Sieg. gefolgt von Normann Stadtler (2004, 2006), Faris Al-Sultan (2005), Sebastian Kienle (2014), Jan Frodeno (2015, 2016, 2019) und Patrick Lange (2017, 2018, 2024). Bei den Frauen gewannen Anne Haug (2019) und Laura Philipp (2024).
Bei der Olympia-Premiere des Triathlons bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann Stephan Vuckovic die Silbermedaille. Sieben Jahre später krönte such Daniel Unger bei der Heimweltmeisterschaft in Hamburg vor 600.000 begeisterten Fans zum ersten deutschen Weltmeister über die Kurzdistanz. 2008 gelang Jan Frodeno das Unmögliche: Olympiasieger bei den Olympischen Spielen in Peking. Auch bei den Paralympics zeigte die DTU Erfolgserlebnisse. Martin Schulz schrieb 2026 mit dem Titelgewinn bei der ersten paralympischen Auflage Geschichte; 2021 verteidigte der Leipziger in Tokio Gold eindrucksvoll, ehe er 2024 in Paris für seinen Auftritt mit Bronze belohnt wurde. Im selben Jahr feierte Max Gelhaar Silber, Anja Renner gemeinsam mit ihrem Guide Maria Paulig Bronze. Wenige Wochen zuvor hatte die deutsche Staffel Tim Hellwig, Lisa Tertsch, Lasse Lührs und Laura Lindemann Gold in der Mixed Relay in der französischen Hauptstadt gewonnen. Tertsch ließ im Herbst 2025 einen weiteren Erfolg folgen. Als erste Deutsche überhaupt sicherte sie sich den Sieg in der WM-Serie.
Organisation Im Jahr 2025 verfügte die DTU über 61.000 Mitglieder, die in über 1.500 deutschen Triathlonvereinen organisiert sind, darunter sind 26.000 Startpassinhaber. Insgesamt gab es 2025 rund 264.800 Teilnehmende bei Triathlonveranstaltungen in Deutschland. Nach Mitgliederzahlen ist die DTU der zweitgrößte Triathlonverband der Welt. Die DTU ist in insgesamt 16 Landesverbände organisiert, von denen der bereits 1984 gegründete Bayerische Triathlonverband nicht nur der älteste, sondern mit rund 12.500 Mitgliedern und 336 Vereinen auch der größte vor dem Nordrhein-Westfälischen Triathlon-Verband mit 11.200 Mitgliedern in 288 Vereinen ist. Baden-Württembergischer Triathlonverband (BWTV) Bayerischer Triathlon-Verband (BTV) Berliner Triathlon Union (BTU) Brandenburgischer Triathlon-Bund (BTB) Bremer Triathlon Verband (BtriV) Hamburger Triathlon Verband (HHTV) Hessischer Triathlon Verband (HTV) Triathlon Verband Mecklenburg-Vorpommern (TVMV) Triathlon Verband Niedersachsen (TVN) Nordrhein-Westfälischer Triathlon-Verband (NRWTV) Rheinland-Pfälzischer Triathlon Verband (RTV) Saarländische Triathlon Union (STU) Sächsischer Triathlonverband (STV) Triathlonverband Sachsen-Anhalt (TVSA) Schleswig-Holsteinische Triathlon Union (SHTU) Thüringer Triathlon-Verband (TTV)
Die DTU organisiert auf nationaler Ebene die Triathlon-Bundesliga (TVL) mit der 1. und 2. Bundesliga – letztere aufgeteilt in eine Nord- wie Südstaffel – sowie im Nachwuchsbereich den DTU Jugendcup. Weitere Ligen liegen in der Verantwortung der Landesverbänden. Darüber hinaus richtet die DTU die Deutsche Meisterschaften aus, beruft den Nationalkader, bildet Trainer und Kampfrichter aus, erstellt einheitliche Wettkampfregularien, betreibt Öffentlichkeitsarbeit für den Triathlonsport und gewährleistet einen sicheren und fairen Wettkampfbetrieb.
Die Position des Bundestrainers wurde seit der Gründung der DTU mehrfach neu besetzt: Auf Dieter Bremer folgten unter anderem Steffen Grosse (1998) und übergangsweise Reinhold Häußlein (1998) in Vorbereitung der ersten olympischen Triathlonrennen. Ralf Ebli übernahm 2001, ihm folgte nach den Spielen in Athen sein bisheriger Assistent Louis Delahaije. Von 2009 bis 2012 der bisherige Nachwuchstrainer Roland Knoll das Amt, ehe Ralf Ebli in einem Duo mit Dan Lorang 2013 zurückkehrte. 2018 folge Faris Al-Sultan, ehe Louis Delahajie 2022 wieder übernahm, 2023 aber den Stab an Nachwuchstrainer Dr. Thomas Moeller übergab. Nach dessen Aufstieg zum Sportdirektor 2026 folgte ihm Dr. Torben Hoffmeister ins Amt des Chef-Bundestrainers.
Seit 2023 ist die Suzuki Generalsponsor der DTU und der deutschen Triathlon-Nationalmannschaft. Ein weiterer Hauptsponsor der DTU ist Zoot.
Deutsche Triathlon gGmbh Am 2. Januar 2019 wurde die Deutsche Triathlon gGmbH gegründet, die fortan eigene Triathlon-Veranstaltungen ausrichtet.
Deutsche Triathlonjugend Die Deutsche Triathlonjugend ist als Jugendorganisation der DTU für die Belange von Kindern und Jugendlichen verantwortlich. Ihre Ausrichtung ist breitensportlicher Natur und orientiert sich in ihrem Leitbild an den Vorgaben der Deutschen Sportjugend (dsj).
Das Ziel der Jugendarbeit der Deutschen Triathlonjugend ist es, Kinder und Jugendliche durch Sport in ihrer gesamten Entwicklung zu fördern und zu unterstützen.Porträt Deutsche Triathlonjugend (auf der Seite der DTU)
Regeln Schwimmen Beim Schwimmen üblich ist ein einteiliger Anzug mit Ärmeln. Es dürfen auch zweiteilige Anzüge und Neoprenhauben verwendet werden. Die maximale Gesamtmaterialstärke eines Kälteschutzanzuges darf 5 mm nicht überschreiten und er darf aus nicht mehr als drei Einzelteilen bestehen.
Ob das Tragen der Neoprenteile erlaubt ist, hängt von der Schwimmdistanz und der Wassertemperatur am Wettkampftag ab. Nach dem DTU-Reglement findet bei einer Wassertemperatur unter 14 °C kein Schwimmen statt. Jugend A und Jugend B (14–17 Jahre) darf unter 17 °C gar nicht schwimmen und bei Schülern gilt eine Grenze von 19 °C.
Die Bundesliga- und Elitestarter dürfen bis 1,5 km Schwimmdistanz ab 19,9 °C Wassertemperatur keinen Neo mehr tragen und für Altersklassenathleten (Amateure) gilt auf der gleichen Streckenlänge die 21,9-Gradmarke.
Bis zu einer Schwimmdistanz von 3 km (Mitteldistanz) ist das Tragen eines Neoprenanzugs bis 22,9 °C Wassertemperatur erlaubt. Bei der Langdistanz (Schwimmstrecken ab 3 km) gibt es ab 24 °C Wassertemperatur Neoverbot. Bei Ironman-Rennen gilt stets eine Obergrenze von 24,5 °C Wassertemperatur nach WTC-Reglement.
Radfahren Das Windschattenfahren, hinter oder seitlich neben einem anderen Teilnehmer, ist auf der Sprint- und Kurzdistanz erlaubt und auf der Mittel- und Langdistanz verboten. Die Windschattenzone ist zwölf Meter lang – gemessen von der Vorderkante des Vorderrades des Vordermannes bis zur Vorderkante des Vorderrades des nachfolgenden Teilnehmers.
In der Saison 2022 wurde die im Triathlon beim Radfahren immer wieder eingesetzte „Supertuck-Abfahrtsposition“ (Sitzen auf dem Oberrohr) verboten.ÄNDERUNGEN DER DTU SPORTORDNUNG 2022: KEIN SUPERTUCK MEHR ERLAUBT, NEUE WETSUIT-REGEL FÜR DIE ALTERSKLASSEN AB 60 (24. Januar 2022)
Laufen Auf der Laufdistanz darf der Athlet laufen oder gehen. Die Mindestbekleidung sind Einteiler oder Oberteil und Hose.
Deutsche Meister Es werden von der DTU jährlich an verschiedenen bzw. wechselnden Standorten deutsche Meisterschaften (zum Teil über verschiedene Distanzen) ausgetragen im Triathlon Winter-Triathlon Cross-Triathlon Duathlon Cross-Duathlon
Triathlon Vor 2011 (außer 2008) wurden die deutschen Triathlon-Meisterschaften über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) ausgetragen.
2009 und 2010 wurde die deutsche Meisterschaft beim Alpen-Triathlon über die olympische Distanz ausgetragen. 2012 gab es sowohl eine deutsche Meisterschaft über die Sprint- als auch über die olympische Distanz.
Sprintdistanz 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen
Elite Männer Frauen Datum/Jahr Ort Deutscher MeisterTriathlonSprintdistanz Zweiter Platz Dritter Platz Hannover Lasse Lührs Justus Töpper Jaspar Ortfeld Dresden Henry Graf Jonas Osterholt Lasse Nygaard Priester Hannover Justus Nieschlag Henry Graf Jonas Osterholt Die Finals, Düsseldorf Lasse Nygaard Priester Tim Hellwig Simon Henseleit Berlin Lasse Lührs Lasse Nygaard Priester Henry Graf Berlin Tim Hellwig Justus Nieschlag Henry Graf Berlin Valentin Wernz Jonas Schomburg Maximilian Schwetz T3-Triathlon, Düsseldorf Lasse Lührs Ian Manthey Gabriel Allgayer Muldental-Triathlon, Grimma Justus Nieschlag Jonathan Zipf Jonas Breinlinger T3-Triathlon, DüsseldorfSPRINT-DM DÜSSELDORF: TITEL AN MEISSNER UND NIESCHLAG (26. Juni 2016) Justus Nieschlag Maximilian Schwetz Jannik Schaufler Düsseldorf Gregor Buchholz Steffen Justus Maximilian Schwetz Maschsee-Triathlon, Hannover Steffen Justus Christopher Hettich Gregor Buchholz Hannover Jonathan Zipf Franz Löschke Gregor Buchholz Witten Christian Prochnow Jonathan Zipf Franz Löschke Muldental-Triathlon, GrimmaDeutsche Triathlon-Meister in Grimma gekürt Steffen Justus Jonathan Zipf Gregor Buchholz Gelsenkirchen Daniel Unger Jan Frodeno Maik Petzold Datum/Jahr Deutsche MeisterinTriathlonSprintdistanz Zweiter Platz Dritter Platz 2026 Laura Lindemann Julia Bröcker Selina Klamt 2025 Lisa Tertsch Annika Koch Nina Eim 2024 Annika Koch Lisa Tertsch Laura Lindemann 2023 Lisa Tertsch Selina Klamt Marlene Gomez-Göggel 2022 Laura Lindemann Annika Koch Nina Eim 2021 Lisa Tertsch Nina Eim Marlene Gomez-Islinger 2019 Laura Lindemann Nina Eim Lena Meißner 2018 Laura Lindemann Anja Knapp Sophia Saller 2017 Laura Lindemann Anja Knapp Sophia Saller 2016 Lena Meißner Anabel Knoll Hanna Philippin 2015 Laura Lindemann Anne Haug Rebecca Robisch 2014 Sophia Saller Rebecca Robisch Hanna Philippin 2013 Anne Haug Rebecca Robisch Hanna Philippin 2012 Anja Knapp Sarah Fladung Leonie Poetsch 2011 Rebecca Robisch Kathrin Müller Anne Haug 2008 Anja Dittmer Kathrin Müller Ricarda Lisk
U23 Vor 2011 (außer 2008) wurde die deutsche Meisterschaft U23 über die olympische Distanz ausgetragen. 2012 gab es sowohl eine deutsche Meisterschaft über die Sprint- als auch über die olympische Distanz.