miniatur|hochkant|Wappen der Familie von Glasenapp.
Woldemar Reinhold von Glasenapp (; * 26. Juni 1812 in Walk (); † 18. Juli 1895 in Dorpat) war Vizeadmiral der kaiserlich russischen Flotte, General der Armee, Kriegsgouverneur und Zolldirektor von Archangelsk, sowie Wirklicher Staatsrat.
Leben und militärischer Werdegang Seine Eltern waren Alexander von Glasenapp und Louise geb. von Moeller. Er war der Bruder von Gottlieb Friedrich Alexandrowitsch von Glasenapp.
Am 27. Februar 1826 wurde Woldemar von Glasenapp zum Fähnrich befördert und in diesem Rang nahm er in den Jahren 1826–1829 unter dem Kommando des Kapitäns M.N. Stanjukowitsch auf der Schaluppe „Möller“, an der Weltreise nach Kamtschatka teil, bei der das Kure-Atoll entdeckt wurde.
In den Jahren 1830–1832 segelte er mit den Schiffen "Kaiser Alexander I." und "Brienne" über den Finnischen Meerbusen und die Ostsee und wurde am 25. Juli 1831 zum Leutnant befördert.
Am 5. April 1838 wurde von Glasenapp zum Oberleutnant befördert und segelte im selben Jahr als Kommandeur nach Swinemünde, von wo aus er Zar Nikolaus I. nach Stockholm eskortierte.
Bereits 1842 wurde Woldemar von Glasenapp Ritter des Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden, mit Übernahme als EhrenritterListe der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. . Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 41, Nr. 545. des Johanniterordens 1852. Im gleichen Jahr fanden neben ostelbischen Großgrundbesitzern, Diplomaten und einem niederländischen Kammerherrn zwei weitere dt.-russisch-stämmige evangelische Adlige Aufnahme in die Kongregation, der kaiserlich russ. Generalleutnant Adam Christoph Joh. Freiherr von Vietinghoff genannt Scheel, sowie der russ. Oberst a. D. Alexander Graf von Tiesenhausen.
Glasenapp war ebenfalls 1841 Kapitänleutnant und 1842 Konteradmiral à la suite in Kronstadt. In den Jahren 1850–1851 befehligte er die erste russische Schraubenfregatte "Archimedes", die unter der Leitung von Iwan Afanassjewitsch Amossow gebaut wurde und auf der er an die Küste Dänemarks und Schwedens segelte. Im Oktober 1850 lief sie in der Nähe der Insel Bornholm auf Felsen und Glasenapp musste mit seiner Mannschaft auf der Dampffregatte „Kamtschatka“ nach Kronstadt zurückkehren und wurde am 22. November 1851 aus dem Dienst entlassen.
Am 30. Oktober 1853 gründete er zusammen mit Maximilian Gustav Behagel von Adlerskron die Reederei Samolet, die damals zu einer der drei größten russischen Reedereien an der Wolga wurde.
Am 27. April 1866 trat von Glasenapp wieder in den Dienst ein und wurde dem Ministerium für Staatseigentum des Russischen Reiches zugeordnet. 1872 trat er dem Finanzministerium des Russischen Reiches bei und bekleidete die Position des ersten Mitglieds des Landzolls von St. Petersburg. 1882 wurde er als Geheimrat aus dem Dienst entlassen. Er veröffentlichte viele Artikel in der Zeitschrift "Marine Collection".
In zweiter Ehe war er mit Annette von Glasenapp, der Tochter von Wilhelm Otto von Glasenapp, verheiratet, die Hofdame der Zarin war. Insgesamt war er dreimal verheiratet und starb 1895 ohne Nachkommen.
Auszeichnungen 1839 denKöniglich-Preußische Ordens-Liste. 1886. Band 1, Reichsdruckerei, Berlin 1886, S. 103. Brandenburgisch-Preußischen Roter Adlerorden 3. Klasse 1841 Ritter I. Abt(h)eilung Großkreuz (Rußland)Staats-Handbuch für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. 1874. Hermann Böhlau, Weimar 1874, S. 42. Seit 1842 Ritter d. Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden, seit 1852 Ehrenritter d. Johanniterordens d. Balley Brandenburg Orden des Heiligen Wladimir IV. Klasse Orden der Heiligen Anna III. Klasse Sankt Stanislaus Orden III. Klasse Ritter des Schwedischen Schwertordens des Danebrog-Kommandor-Kreuzes Weimarscher Falkenorden Norwegischer Sankt-Olav-Orden
Namensgeber Eine Insel in den Tartarischen Meeresengen, zwischen Sachalin und dem Festland wurde nach ihm "von Glasenapp-Insel" benannt (: Остров Глазенапа, Ostrov Glazenapa, Koordinaten: 51°54'0.00"N 141°19'60.00"E).
Literatur W. v. Glasenapp-Kurtische Bärwalde-Livländische Linie, In: Alexander Frhr. von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. 1881. Sechster Jahrgang, Verlag Buschak & Irrgang, Brünn/Wien November 1880, S. 208 f. W. v. Glasenapp-Kurtische Bärwalde-Livländische Linie, In: Alexander Frhr. von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1885. Zehnter Jahrgang, Verlag Friedrich Irrgang, Brünn/Wien Dezember 1884, S. 159 f. Woldemar Reinhold (Wladimir Alexandrowitsch) von Glasenapp, In: E. [Eugen] von Glasenapp: Vollständige Genealogie des alt-hinterpommerschen Geschlechts der Erb-, Burg- und Schlossgesessenen von Glasenapp. Band (Theil II und Ergänzung d. 1884 er. I. Theils) 2, Vossische Buchhandlung (Strikker-Rudolf Stricker), Berlin 1897, S. 420. Nr. 289. Glazenap, Vladimir Alexandrovich, In: Russisches Biographisches Wörterbuch. (25 Bände). St. Petersburg/Moskau 1896–1918. V. F. Novitsky (Wassili Fjodorowitsch Nowizki | Василий Фёдорович Новицкий) (1869–1929) et al. (Hrsg.): "Archimedes" | [Aral Flotilla – Berg Athos], (Military Encyclopedia. [Gesamt 18 Bände] 1911–1915.), Band 3, I.D. Sytin-Verlag, St. Petersburg 1911, S. 173.
Quellen
Weblinks Portsinfo: Legendarnoj-Qpalladyq-Fregat-Qarhimed
Siehe auch Glasenapp (Adelsgeschlecht)
Einzelnachweise
Kategorie:Vizeadmiral (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Deutsch-Balte Woldemar von Glasenapp Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Sankt-Olav-Ordens Kategorie:Träger des Roten Adlerordens (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Träger des Schwertordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Wladimir Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Ausprägung ungeklärt) Woldemar Kategorie:Geboren 1812 Kategorie:Gestorben 1895 Kategorie:Mann