mini|Sergei Iossifowitsch Jutkewitsch verteilt Autogramme

Sergei Iossifowitsch Jutkewitsch (; * in Sankt Petersburg, Russisches Kaiserreich; † 23. April 1985 in Moskau, Sowjetunion) war ein sowjetischer Filmregisseur.

Leben Sergei Jutkewitsch war karäischer Abstammung. Er drehte bereits im Jugendalter erste Filme. Im Alter von 15 Jahren entstand 1919 zusammen mit Grigori Kosinzew das Puppenspiel Das Märchen vom Popen und seinem Knecht Balda, bei dem Jutkewitsch Regie führte und für das er die Puppen anfertigte.S. 199. In den 1920er-Jahren war er zunächst als bildender Künstler aktiv und betätigte sich als Szenograf sowie an der Seite von Sergej Eisenstein auch als Kostümbildner und Bühnenbildner.

Als Regisseur machte er zuerst mit dem Stummfilm Spitzen auf sich aufmerksam. Im Jahr 1956 besetzte er seinen Regie-Kollegen Sergei Bondartschuk als Othello. Für diesen Film erhielt Jutkewitsch den Prix International für die beste Regie bei den Filmfestspielen in Cannes 1956. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1966 konnte er mit Lenin in Polen diesen Erfolg wiederholen. Er schuf eine Reihe von Filmen über Lenin und gewann für seine späteren Arbeiten internationale Stars wie Marina Vlady für Sujet für eine Kurzgeschichte und Claude Jade für Lenin in Paris. Für letzteren erhielt er 1981 den Spezialpreis in Venedig. Jutkewitsch war Mentor zahlreicher später erfolgreichen Regisseure, darunter Tengis Abuladse und Grigori Tschuchrai.

Bemerkenswert ist auch seine Arbeit als Filmtheoretiker, so schrieb er das Sachbuch Kontrapunkt der Regie.

Filmografie (Auswahl) 1928: Spitzen () 1929: Das schwarze Segel () 1931: Goldene Berge () 1932: Der Gegenplan / Schande () – Ko-Regie mit Friedrich Ermler 1934: Ankara – Herz der Türkei () – Dokumentarfilm, mit Leo Arnstam 1937: Bergarbeiter () 1938: Der Mann mit dem Gewehr () 1940: Der erste Präsident () 1943: Die neuen Abenteuer Schwejks () 1944: Die Befreiung Frankreichs () – Dokumentarfilm 1945: Sei gegrüßt, Moskau () 1948: Und wieder zusammen / Drei Begegnungen () – Ko-Regie mit Alexander Ptuschko und Wsewolod Pudowkin 1951: Prschewalski () 1953: Skanderbeg – Ritter der Berge () 1955: Othello / Der Mohr von Venedig () 1957: Erzählungen über Lenin () 1960: Begegnung mit Frankreich () – Dokumentarfilm 1962: Das Schwitzbad () – Trickfilm, Ko-Regie mit Anatoli Karanowitsch 1966: Lenin in Polen () 1969: Sujet für eine Kurzgeschichte () 1969: Die Farbe des Granatapfels (Саят-Нова) – Editor 1975: Majakowski lacht () – Trickfilm, Ko-Regie mit Anatoli Karanowitsch 1981: Lenin in Paris ()

Literatur Sergej Jutkewitsch. In: Horst Knietzsch (Hrsg.): Prisma Kino- und Fernseh-Almanach 15. Henschelverlag, Berlin 1985, S. 199–201.

Weblinks

, Nowodewitschi-Friedhof (russisch) Biografie, Enzyklopädie des nationalen Films (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Volkskünstler der UdSSR (Darstellende Kunst) Kategorie:Held der sozialistischen Arbeit Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (DDR) Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Mann