Der Zoologische Garten der Stadt Wuppertal (kurz Zoo Wuppertal oder Wuppertaler Zoo, Eigenbezeichnung: „Der Grüne Zoo Wuppertal“) ist ein wissenschaftlich geführter Zoo und eine der Sehenswürdigkeiten in der Stadt Wuppertal. Er ist außerdem Namensgeber des Villenviertels Zooviertel.
In der 24 Hektar großen Parkanlage mit alten Bäumen in Hanglage sind 2200 Tiere in rund 320 Arten aus allen Erdteilen untergebracht. In den Tierhäusern sind unter anderem Menschenaffen, Affen, Großkatzen, Elefanten, Vögel, Fische und Reptilien zu besichtigen.
Geschichte Vor dem Zweiten Weltkrieg mini|Namensaktie über 300 Mark der Actien-Gesellschaft „Zoologischer Garten“ in Elberfeld vom 1. Juni 1881 Der Wuppertaler Zoo wurde nach Plänen des Gartenbauarchitekts Heinrich Siesmayer angelegt. Die Aktiengesellschaft Zoologischer Garten wurde am 5. Dezember 1879 gegründet. Am 8. September 1881 wurden die Zoo-Gaststätten und der Zoo eröffnet. Zu Beginn hatte der Zoo 34 Tiere, darunter einen Bären und ein Wolfspaar. Auch Völkerschauen fanden in dem Zoo statt. So starb beispielsweise am 23. Juni 1885 die junge Aborigine Sussy Dakaro im Alter von 17 Jahren an Anämie, die im Zoo mit den anderen Aborigines als „Kannibalen“ mit Bumerangs präsentiert wurden. 2017 wurde ein Gedenkstein zu ihrer Erinnerung im Friedhof Sonnborn errichtet.Roslyn Poignant: Yale University Press, 2004, ISBN 978-0-300-10247-5, S. 160.
Am 15. September 1899 wurde der Löwe „Pascha“ geboren. Er war eine der wenigen zoologischen Sehenswürdigkeiten, da Vergnügungsangebote im Vordergrund standen, so konnte man unter anderem in dem See der heutigen Gibbonanlage Kanu fahren. In den Jahren 1910 bis 1912 wurde das „Nordlandpanorama“ für Eisbären, Seelöwen und Bergziegen und der Löwenfelsen erbaut. Im Mai 1927 wurde das Elefantenhaus fertiggestellt und am 27. Mai zogen das Asiatische Elefantenpaar „Krishna“ und „Lakshmi“ zusammen mit den beiden Flusspferden „Bubi“ und „Rosa“ ein. Nach einer Änderung des Aktienrechts wurde die Aktiengesellschaft 1937 aufgelöst und der Zoo wurde von der Stadt Wuppertal übernommen, die bis heute Eigentümerin des Zoos ist.Der Zoo gestern auf zoo.wuppertal.de
Während des Krieges In der Zeit des Zweiten Weltkrieges ließen die Behörden aus Luftschutzgründen Tiere erschießen oder in die Obhut anderer Zoos geben. Gegen Ende des Krieges wurden Tiere auch geschlachtet oder gingen durch Plünderungen verloren. Durch Bomben wurde der Zoo nicht allzu sehr beschädigt, auch wenn einige Anlagen leichte Schäden davontrugen. Bereits wenige Tage nach Kriegsende öffnete der Zoo wieder.
Seit 1945 mini|Begehbarer Tunnel in der Königspinguinanlage 1946 fand zur Ermordung von vier Funkerinnen der Special Operations Executive im KZ Natzweiler-Struthof der Kriegsverbrecherprozess (Natzweiler-Prozess) vor einem britischen Militärgericht im Zoo statt.Lorie Charlesworth: British Intelligence Officials and the Natzweiler Trial. Journal of Intelligence History, Vol. 6, Nr. 2, 2006, ISSN 1616-1262, S. 39.
Nachdem 1950 das Flusspferdweibchen „Lina“ aus München nach Wuppertal zog, kamen 1955 die beiden Indischen Elefanten „Siwa“ und „Rani“ in den Zoo. Rani starb 1970, Siwa verstarb 2000.
1963 wurde eine neue Braunbärenanlage eröffnet.
1981 feierte der Zoo sein 100-jähriges Bestehen. Dazu stiftete der Zoo-Verein eine Erweiterung der Gibbonanlage und ein neues Hirschhaus, die Stadt schenkte eine neue Greifvogelanlage.
1993 wurde eine Freiflughalle erbaut.
Am 14. Oktober 1995 wurde im Beisein von Ministerpräsident Johannes Rau die neue Elefantenanlage eröffnet. Sie stellt die größte Anlage im Wuppertaler Zoo dar. Hier leben 11 Afrikanische Elefanten, bis 2000 auch noch der Asiatische Elefant „Siwa“, auf einer Außenfläche von ca. 3000 m² und einer Innenfläche von ca. 1340 m². Hier sind das tägliche Baden der Tiere und Kunststücke im Außengehege zu sehen. Mittlerweile sind auf dieser Anlage seit 2005 sieben Elefantenjunge geboren worden. Die Elefantengruppe umfasst seit der Geburt des jüngsten Nachwuchses im April 2019 11 Tiere.
Im Mai 2002 wurde das ehemalige Elefantenhaus als Tapir-Haus neu eröffnet. Die hier beheimateten Mittelamerikanischen Tapire sind die einzigen züchtenden Exemplare ihrer Art in Europa.
mini|hochkant|links|Freianlage für Orang-Utans Im Juli 2003 wurde die neue Freianlage für Orang-Utans eröffnet. Sie gilt als bis dahin teuerste und größte Investition des Zoo-Vereins Wuppertal. Sie bietet den Tieren ca. 600 m² Auslauf, wobei ausschließlich Glas zum Abgrenzen des Geheges verwendet wurde. Die Besucher können die Tiere aus einer kleinen Höhle heraus beobachten.
Aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums des Zoos im Jahre 2006 wurde eine neue Anlage für Brillenpinguine und ein Freigehege für die Gorillas gebaut, die ebenfalls zum Jubiläum fertiggestellt wurde. Der Zoo-Verein Wuppertal, Gewinner 2006 des Wuppertaler Wirtschaftspreises in der Kategorie „Stadtmarketing“, veranstaltete zum Jubiläum mit der „Pinguinale“ eine Sympathie-Aktion im gesamten Stadtgebiet zugunsten des Zoos.
Im Mai 2007 wurde das Gelände des Zoos um ein größeres Stück erweitert. Die „Sambatrasse“, die als ehemalige Bahnstrecke Elberfeld–Cronenberg zu einem öffentlichen Rad- und Fußweg ausgebaut wurde und bisher außerhalb des Zoos lag, verläuft seitdem teilweise auch über die sogenannte Tigertalbrücke, über den neuen und erweiterten Teil des Zoogeländes mit den Großkatzengehegen. Durch die Erweiterung entstand ein neues Freigehege für afrikanische Löwen, das zugleich das größte Löwengehege in einem deutschen Tierpark ist, und die erweiterte Anlage für Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica).
Bei einem Test der Zeitschrift Stern im Frühjahr 2008 erreichte der Wuppertaler Zoo die drittbeste Wertung deutscher Großzoos. Dabei wurden insbesondere die neuen Gehege für Löwen und Tiger gewürdigt sowie die Haltung von Arten, die selten in deutschen Zoos gezeigt werden.Der große Zoo-Test
Im März 2009 wurde die zweitgrößte Königspinguinanlage Europas eröffnet. Eine Besonderheit ist der 15 m lange Acrylglas-Tunnel, der es den Besuchern ermöglicht, die 14 Königs- und 16 Eselspinguine auch unter Wasser zu beobachten.http://www.zoo-wuppertal.de/der-zoo/der-zoo-heute/
Eine neu gestaltete Okapi-Anlage mit öffentlich zugänglichem Haus wurde 2011 in Betrieb genommen.
Seit dem Herbst 2014 gibt es im Zoo ein Restaurant im Stil eines Hochsitzes mit Blick über das Gehege für Afrikanische Elefanten.https://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/im-okavango-auf-stelzen-aid-1.4624357
Im Frühjahr 2020 wurde die Freiflughalle „Aralandia“ eröffnet. In der 1.100 m² großen Voliere sind Aras, Sittiche, Flamingos und Pudus beheimatet.
2023 startete das Projekt smart.zoo, dass das den Zoo über eine Virtual-Reality-Brille erkundbar machen soll. Der Zoo wird mit fast 4,4 Millionen Euro als Modellprojekt für einen klimaneutralen Zoo vom Bund gefördert und soll bis 2027 weitgehend klimaneutral werden.
Anlagen Der Zoo beherbergt eine Vielzahl artgerecht gestalteter Anlagen, die eine vielfältige Tierwelt präsentieren.
Gibbon-Haus 1966 wurde das Gibbon-Haus eröffnet und 1981 bereits wieder erweitert, da die Tiere sich gut vermehrten. Das Haus wird, zusammen mit dem benachbarten Teich, von Weißhandgibbons bewohnt. Bis 2005 wurde es erneut renoviert, seither führt eine lange Hängebrücke über den Teich, sodass Besucher den Tieren näher sind.Zoo gestern
Karpfen-Anlage 1981 wurde zum 100-jährigen Jubiläum des Zoos die neue Biber-Anlage eröffnet. Beheimatet waren hier erst Kanadische und ab Mitte der 2000er Jahre Europäische Biber. Auch hier konnte man die Tiere durch große Unterwasserscheiben beim Tauchen betrachten. Das Schlafhaus der Biber bot ebenfalls einen guten Einblick. Anfang der 2020er Jahre wurde die Anlage für Karpfen umgestaltet, sodass nun keine Biber mehr im Zoo gehalten werden.Zoo gestern
Hirsch-Haus Ebenfalls zum 100-jährigen Jubiläum wurde die neue Hirsch-Anlage mit dem großen Hirsch-Haus errichtet. Das Haus wurde in einen Hang gebaut, um Platz zu sparen. Hier leben zwei Huftier-Arten: die Weißlippenhirsche aus Tibet und die seltenen Takine, die es nicht häufig in europäischen Zoos gibt. Ehemalige Bewohner sind Davidshirsche. Sie wurden 2020 zu Gunsten einer Erweiterung der Takine-Anlage abgegeben.Zoo heute – 2020 – Umgestaltung und Vergrößerung der Mishmi-Takine Anlage, wuppertal.de, abgerufen am 30. Mai 2023.
Affenhaus-Außengehege 1985 wurde das alte Affenhaus renoviert. Der Zoo-Verein spendete zusätzlich als Erweiterung eine Außenanlage. Hier leben die Roten Varis, die zu den Halbaffen gehören. Ihr ursprünglicher Lebensraum ist der Urwald Madagaskars, wo sie durch die Rodung der Wälder bedroht sind. Deshalb unterstützt der Zoo-Verein ein weiteres Projekt auf der Insel.
Vogel-Freiflughalle 1960 wurde das Vogelhaus errichtet. 1993 wurde es mit Hilfe der Spendengelder des Zoo-Vereins um eine Freiflughalle für tropische Vögel erweitert. Hier leben verschiedene tropische Vogelarten aus den mittel- und südamerikanischen Regenwäldern. Die Halle imitiert aus diesem Grund die klimatischen Verhältnisse der Regenwälder. Im Zuge diverser Umbauten ist aktuell (2025) nur noch dieser Teil des Vogelhauses besuchbar.
Orang-Utan-Freianlage 2003 wurde auf ca. 600 m² die neue Freianlage für die Orang-Utans errichtet. Sie war das zu diesem Zeitpunkt größte Projekt des Zoo-Vereins, da sie knapp 1.150.000 € kostete. Sie ist naturnah gestaltet und bietet den Tieren zahlreiche Klettermöglichkeiten. Sie ist sehr dicht mit Bambus bepflanzt. Ein kleiner Bach und eine Schutzhöhle zwischen den kleinen Hügeln sind ebenfalls integriert. Das Gehege ist frei von Zäunen, als Abgrenzung dienen eine Felswand und Glasscheiben.
Brillenpinguin-Anlage Seit Jahrzehnten werden im Zoo Brillenpinguine gehalten. Bis 2005 wohnten sie noch bei den Königspinguinen. Als dort der Platz nicht mehr ausreichte, bekamen sie eine eigene Anlage. Die neue Anlage steht an der Stelle, an der zuvor die Vierhornschafe zu sehen waren. Neben einem großen Schwimmbereich, der durch große Unterwasserscheiben betrachtet werden kann, umfasst die Anlage einen Sandstrand sowie eine Wiese mit in den Felsen eingebauten Nisthöhlen.
Königspinguin-Anlage Auf dem Gelände der veralteten Pinguinanlage entstand 2008 eine erneuerte Anlage für die Königspinguine. Das Projekt kostete etwa 3 Millionen Euro und wurde anlässlich des Firmenjubiläums komplett vom Unternehmen Vorwerk getragen. Damit erhielt der Zoo eine der größten und modernsten Pinguinanlagen Europas. Ein 15 Meter langer Acrylglastunnel ist eine der Attraktionen des Zoos. Die Anlage verfügt über gut 100 m² Land- sowie 220 Kubikmeter Wasserfläche. Auch Entkeimungs- und Kühltechniken wurden modernisiert und angepasst. Seit 2009 leben auch Eselspinguine in der Anlage.
Nachzucht-Station für Reptilien und Amphibien Im Jahr 2011 hat der Wuppertaler Zoo Zwergpinguine aus dem Taronga Zoo in Australien erhalten, die damals die einzigen in einem europäischen Zoo waren. Die erst 2007 errichtete Übergangsanlage für die Königspinguine wurde für die Zwergpinguine umgestaltet. Nachdem 2012 die letzten Zwergpinguine gestorben waren, wurde das Haus als Nachzucht-Station für Reptilien und Amphibien umgebaut.
Okapi-Anlage Die bereits existierende Anlage der Okapis wurde im Oktober 2011 nach vier Monaten Bauzeit wieder eröffnet. Die Außenanlage wurde mit Gräben und Sichtscheiben neu gestaltet. Ziel dieser Anlage, die etwa 500.000 Euro gekostet hat, ist die Optimierung einer erfolgreichen Zucht der seltenen Tierart.
Bonobo-Freianlage 2014 wurde die neue Bonobo-Anlage eingeweiht. Auch hier beteiligte sich der Zooverein mit einer Summe von 265.000 Euro an den Umbauarbeiten. Das Gehege liegt eingebettet zwischen der Orang-Utan-Freianlage und dem Gorilla-Außengehege. Es fügt sich harmonisch in die Landschaft ein.
Haus für Afrikanische Elefanten