Louhans-Châteaurenaud [] ist eine französische Gemeinde und Landstadt in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans, (deren beider Hauptort sie ist) und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’, von dem sie Verwaltungssitz ist. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Louhannais, resp. Louhannaises genannt.

Louhans-Châteaurenaud gehört zur Vereinigung «Die schönsten Umwege Frankreichs», der 88 Orte im ganzen Land angehörenDie schönsten Umwege Frankreichs, französisch, abgerufen am 11. Mai 2026..

Bis 31. Dezember 2025 hieß der Ort lediglich Louhans. Mit Dekret Nr. 2025-815 vom 12. August 2025 wurde der Name geändert in Louhans-Châteaurenaud, obwohl bereits 1973 dieser bisher eigenständige Ort ins Stadtgebiet integriert worden war.

Geografie mini|Straßenbrücke über die Seille Louhans-Châteaurenaud liegt im Südosten der Bourgogne-Franche-Comté. Die Stadt ist das Zentrum der Bresse Louhannaise und liegt am Zusammenfluss der Flüsse SeilleLa Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr, VallièreLa Vallière, Länge 50,8 km, Zufluss zum Solnan, Quelle bei in Revigny auf ca. 419 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 178 m, La Vallière auf sandre.eaufrance.fr und SolnanLe Solnan, Länge 61,6 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Verjon auf ca. 227 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 176 m, Le Solnan auf sandre.eaufrance.fr. Auf dem Gemeindegebiet münden der Ruisseau de l’Étang du VillardRuisseau de l’Étang du Villard, Länge 6,8 km, Zufluss zum Ruisseau de Blaine, Quelle bei in Le Fay auf ca. 198 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 184 m, Ruisseau de l’Étang du Villard auf sandre.eaufrance.fr und der Ruisseau de BlaineRuisseau de Blaine, Länge 25,9 km, Zufluss zur Vallière, Quelle bei in Courlaoux auf ca. 221 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 177 m, Ruisseau de Blaine auf sandre.eaufrance.fr. Diese Ruisseaux haben ein Einzugsgebiet von rund 442 Quadratkilometer, das sich östlich bis über Lons-le-Saunier und nordöstlich bis Poligny erstreckt. Das Gebiet war schon zu gallorömischer Zeit recht wichtig, schon damals kreuzten sich hier etliche Römerstraßen. Damals war allerdings Châteaurenaud eher noch wichtiger als Louhans, seit 1973 sind die beiden Gemeinden fusioniert und seit 2026 ist der Doppelname die offizielle Bezeichnung. Bedingt durch den städtischen Charakter der Gemeinde, sind nur wenige Waldflächen vorhanden, diese ziehen sich vornehmlich entlang der Ostgrenze, im alten Châteaurenaud. Nördlich liegen die Städte Dijon und Beaune, südwestlich Tournus, Cluny und Mâcon, im Osten grenzt Louhans-Châteaurenaud bereits an die Franche-Comté.

Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Alexandrette, l’Aupretin, la Basse-Cour, Beaulieu, Blaine, Bois-d’Allant, les Bordes, Bourg-Château, Bram, la Brasserie, Brenet, la Butelière, le Carruge, la Chaintre, Champ-Cretin, le Champ-de-la-Fleur, Champ-Perruchot, le Chanet, Châteaurenaud, Chemin-des-Brenets, les Chénevières, le Clou, le Colombier, le Coteau, la Croix-Blanche, les Crus, le Culleron, le Dessus-de-la-Roche, les Dodanes, l’Ecotet, Faubourg-Saint-Jean, les Feys, les Genevriers, le Grand-Champ, les Grands-Bois, les Granges, la Griffonnière, les Grillots, Gruay, les Gruyères, l’Hôpital, Jouy, Longemale, la Maconnière, la Maladière, le Maroc, la Meneuvre, Meurienne, Moulin-de-Bram, Moulin-de-la-Blanette, le Moulin-de-la-Salle, les Noiserez, Notre-Dame-de-Lorette, le Paradis, la Peupleraie, le Pré-Davaud, la Prozette, la Queue, les Reverseilles, les Ripettes, Rondiche, Saint-Claude, Saint-Laurent, la Sâle (Gewässer), les Salines, Saugy, Seugny, les Tisses, la Troche, la Tuilerie, les Vaux, les Venets, la Villeneuve.

mini|ohne|hochkant|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Klima Das Klima in Louhans-Châteaurenaud ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,3 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,5 °C, der kälteste der Januar mit 3,6 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Louhans-Châteaurenaud war schon in vorrömischer Zeit besiedelt, wie archäologische Funde bestätigt haben. In gallo-römischer Zeit hieß der Ort Lovincum, was möglicherweise auf das Keltische zurückgeht im Sinne von beim Fluss (kelt. Fluss = low). Die erste bekannte schriftliche Erwähnung des Ortes erfolgte 878 in pago vero Lugdunensi... villam Lovingo cum ecclesia in honore Sancti-Martini (deutsch so viel wie: Im Gau von Lyon... die Stadt Lovingo mit der Kirche zu Ehren von Sankt-Martin). 926 wird in den Büchern von Chalon-sur-Saône erwähnt: in pago Cabilonense, in vicaria Lovingense (deutsch so viel wie: im Gau von Chalon, in der Pfarrei von Lovincum). Spannend wird es 956, da wird berichtet von in pago Lugdunense, in agro Poslimiacense… in villa Leuvencolt, wo das Leuvencolt stark an das keltische Löwin anklingt. 1252 erfolgt aber bereits die Erwähnung als Louans, mit wenigen Abweichungen bleibt dieser Namen erhalten, seit 1452 ist er so bezeugt.

Es gab übrigens einen weiteren Erklärungsversuch für den Namen Louhans: Der Name gehe zurück auf das lateinische Wort für Wolf (lupus) und insbesondere auf den Zusatz uhulans. Dieses lupus uhulans, was so viel bedeutet wie heulender Wolf, sei der Ursprung des Namens von Louhans. Aber bereits Lucien Guillemaut tat dies als reines Fantasieprodukt ab.

Geschichte mini|Blick über die Dächer mini|Arkaden entlang der Grande Rue mini|Mairie (Rathaus) mini|Kirche Saint-Pierre Entwicklung zur Stadt Louhans-Châteaurenaud entwickelte sich aus einem Weiler oder Dorf, die Äbte von Benediktinerabtei Tournus waren die ersten Herren von Louhans-Châteaurenaud und hatten für das geistliche Leben ein Priorat eingerichtet. Zudem hatten sie einen Hafen an der Seille erbaut, von wo sie das Salz aus den Jurasalinen treidelten. Die Einkünfte aus dem Salzzoll waren erheblich und die Einwohner, zumindest die ärmsten, profitierten davon, da die Mönche das lebensnotwendige Salz in der ersten Karwoche unter ihnen verteilten.

Als Folge dieser ersten Quelle des Wohlstandes wurde das Dorf bald ein Städtchen und ein Handelspunkt, an dem man sich mit Salz und anderen Gütern versorgte. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wuchs seine Bedeutung noch, es wurde zu einer befestigten Stadt mit einer Festung, Gräben und Stadtmauern.

Die Kirche – le mouty (von monasterium – Kloster) – ursprünglich dem Heiligen Martin wurde später dem Heiligen Peter geweiht. Die Äbte von Tournus bemühten sich, diesem kleinen Zentrum noch mehr Wichtigkeit zu verleihen, hatten sie doch weitere Besitztümer in der Umgebung. Die geistlichen Einrichtungen entwickelten sich ebenfalls: Die kleine Pfarrei die bisher lediglich von den Mönchen mitbedient worden war, wurde nun dem Erzbischof von Besançon unterstellt und blieb es bis zum Ende des Ancien Régime. Im Vertrag zwischen den Mönchen von Tournus und dem Erzbischof von Besançon war die Rede von einem Prior und einem Kaplan. Eine Familiarité mit einem Priester entstand im 13. und 14. Jahrhundert dank Stiftungen. Die Familiarité, war eine religiöse Verbindung, die in der Freigrafschaft häufig war. In Louhans-Châteaurenaud bestand sie aus etwa zwanzig Brüdern, mit einem Priester, der als einziger auswärtig sein durfte. Um dazuzugehören, musste man in der Stadt geboren sein, von Vater und Mutter, die in der Stadt wohnhaft waren und man musste in der Pfarrkirche getauft worden sein und zudem dauernd in der Stadt gewohnt haben. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts musste ein Bewerber zudem Lesen und Singen können. Mit der Mitgliedschaft waren recht gute Einkünfte verbunden, die gleichmäßig auf die Angehörigen aufgeteilt wurden, diese wiederum hatten die Aufgaben zu erfüllen, die in den Satzungen vorgesehen waren. Schließlich hatten die Familiaren das Recht, den Vikar aus ihrer Mitte zu nominieren. Allerdings musste er eine Prüfung vor dem Abt von Tournus bestehen und sich auch dem Erzbischof vorstellen.

Außer den Familiaren bestand ein Kapitel für die herrschaftliche Kapelle, die der Maria geweiht ist. Hugues von Vienne gründete das Kapitel im 14. Jahrhundert, es bestand aus sechs Kanonikern, einer davon der Doyen. Jean von Vienne vermachte ihnen testamentarisch 18 Pfund jährlich, dem Doyen 24 und ein Stück Land zur Bewirtschaftung. Diese Kanoniker wurden durch den Grundherrn ernannt, der sie üblicherweise aus dem Kreis der Familiaren wählte. Seit dem 14. Jahrhundert bestanden weitere Kapellen in der Kirche von Louhans: die Kapelle vom Heiligen Geist, gegründet am 10. November 1377 durch Gillet Chevilliard und seine Frau Huguette, eine Kapelle des Heiligen Nikolaus, eine der Heiligen Katharina und der Heiligen Barbara, und dazu gehörten jeweils ebenfalls Bruderschaften. Von der Kirche selbst ist nicht bekannt, wann sie erbaut wurde. Man weiß nur, dass sie 1376 als Folge von kriegerischen Handlungen abbrannte. Bei der Kirche lagen die Gräber der kirchlichen Würdenträger, der weltlichen Herren und reicher Bürger. Die der Kirche zunächst stehenden Häuser waren diejenigen der Kanoniker und der Familiaren. In einem der Häuser war eine kleine Schule, der Lehrer wurde durch einen klösterlichen Beamten eingesetzt.

Am Ufer der Seille erhob sich das Schloss, erbaut durch die Herren von Vienne, deren Besitztümer einen großen Teil der Bresse umfassten. Die Herren von Vienne übernahmen immer mehr Rechte von den Äbten von Tournus, bis sie schließlich 1269 der Stadt Louhans ihren Freibrief ausstellen konnten. Vom Schloss ist nichts mehr geblieben, außer dem Namen place du château, beim nördlichen Stadteingang auf dem linken Seilleufer. Hinter dem Schloss wuchs die Stadt, bestehend aus einer befestigten Straße, der rue principale, die mit Arkaden bestückt war, die sich besonders gut eigneten für Markt und Handel und vor Regen und Sonne schützten – wie auch heute noch. Die übrigen Straßen ähnelten wohl eher Wegen und Gässchen. Wie heute führte die Hauptstraße Richtung Châteaurenaud und Lons-le-Saunier. Auf dieser Straße, kurz vor der Steigung, lag Orme, das als Grenze im Freibrief bezeichnet war.

Außerhalb der Stadt lagen noch einzelne Häuser, Felder, Gärten und zeitweise die Gebäude für die Leprakranken oder Pestbefallenen. Seit dem 14. Jahrhundert besitzt Louhans ein Spital. Allerdings ist nicht mehr bekannt, wo es lag. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde ein neues Spital gebaut, vermutlich nahe beim Schloss beim westlichen Stadttor.

Seit dem Freibrief von der Leibeigenschaft befreit, hätten die Bewohner der Stadt, Kleriker, Bürger, Kaufleute und Arbeiter, in Friede und Wohlstand leben können, aber die Geschichte legte ihnen fast ununterbrochen Hindernisse in den Weg. Raubzüge, Überfälle, Epidemien und Pestzüge verschonten sie nicht. Sie hätten Armut und Hungersnöte wohl überstehen können und die Stadt wachsen lassen, ausbauen und ihre Geschäfte ausweiten können, aber die folgenden Jahrhunderte brachten immer wieder Unbill mit sich.