Eine Theatergruppe ist ein Zusammenschluss von Menschen, die gemeinsam Theaterstücke einstudieren und aufführen. Neben Schauspielern gehören dazu auch Personen, die sich um die Organisation und die Technik (z. B. Bühnenbild, Kostüm oder Beleuchtung) kümmern.

Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwei Arten:

Laientheater: Die Beteiligten haben meist keine fachspezifische Ausbildung. Ein Beispiel hierfür ist eine Gruppe eines Sportvereins, die ein kurzes Stück für eine Feier einstudiert.

Amateurtheater: Die Mitglieder verfügen oft über fundierte Kenntnisse und arbeiten auf einem hohen künstlerischen Niveau. Der entscheidende Unterschied zum Profitheater ist, dass sie ihren Lebensunterhalt nicht durch das Theater verdienen, sondern anderen Berufen nachgehen.

Ausgeschlossen wird in diesem Artikel das professionelle Theater der großen und etablierten Bühnen. Auch auf die Behandlung von Laienspielgruppen wird hier verzichtet.

Geschichte Theatergruppen entstanden während der großen Krisen des Kapitalismus, besonders den Kriegs- und Nachkriegszeiten des 20. Jh. Vielerorts entstand das „Arbeitertheater“, um die Massen (politisch) aufzuklären (hier ist in Deutschland besonders Erwin Piscator zu nennen, der nach dem Vorbild des Agitprop-Theaters der Russischen Revolution arbeitete). Vorläufer waren aber bereits weit früher Wandertheater wie die italienische Commedia dell’arte und die englischen oder niederländischen Volkstheatergruppen, die durch Mitteleuropa reisten, und die Bühnen des Elisabethanischen Theaters (William Shakespeare), die als unabhängige Gruppen konstituiert waren und als Wegbereiter des europäischen Berufstheaters wie auch als Vorbild für die unabhängigen Theatergruppen gelten. Sie standen in Opposition und Konkurrenz zum etablierten Kulturbetrieb, selbst wenn sie Schwänke aufführten.

Arbeitsformen, Inhalte und Finanzierung Einige Theatergruppen arbeiten kollektiv, d. h., sie fällen sämtliche mit einer Aufführung zusammenhängenden Entscheidungen gemeinsam, oder arbeiten unter einem Regisseur. Sie spielen Theaterstücke eines Autors (von bestimmten Theaterverlagen herausgegeben, die Stücke für Gruppen anbieten und Texthefte mit begrenztem Aufführungsrecht verkaufen) oder erarbeiten ein eigenes Repertoire in Gruppenregie, das ggf. über einen Verlag oder im Selbstverlag herausgeben wird.

Die Bandbreite erstreckt sich vom Kindertheater über Schultheater und Volkstheater bis zum Seniorentheater; die Stücke behandeln das Spektrum von reiner Unterhaltung bis zum politischen Stück; die Darstellungsform umfasst sämtliche in der darstellenden Kunst vorhandenen Möglichkeiten bis hin zum experimentellen Theater. Als Aufführungsorte dienen gemietete oder eigene Räumlichkeiten oder auch öffentliche Straßen und Plätze (siehe hierzu: Straßentheater), bestimmte Gruppen gehen als Gastspiel- oder Tourneetheater (hier auch mit eigenen oder gemieteten Zelten) auf Reisen.

Bestimmte Gruppen arbeiten unabhängig von öffentlicher Unterstützung als „Freie Theater“, andere genießen eine bemessene finanzielle Förderung durch die Kulturetats der Kommunen, die aber selten über die Miete der Räumlichkeiten hinausgeht. Viele Bühnen sind deshalb auch als „eingetragene Vereine“ (e. V.), häufig mit „Gemeinnützigkeit“, registriert und können so Spenden empfangen. In diesem Falle allerdings müssen sämtliche Mitglieder der Theatergruppe aus vereinsrechtlichen Gründen auf persönliche finanzielle Zuwendung verzichten und arbeiten quasi ehrenamtlich.

Inzwischen bilden eine Reihe von Theatergruppen, die als „freie“ begonnen hatten oder noch als solche existieren, längst einen Bestandteil des offiziellen Kulturbetriebs und tragen zu dessen Vielfalt bei.

Siehe auch Ensemble (Theater) Theaterkompanie Theater der Unterdrückten Forumtheater Improvisationstheater Legislatives Theater Unsichtbares Theater

Weblinks Bund Deutscher Amateurtheater

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