Hanover ist der Name einer Town im Grafton County des US-Bundesstaates New Hampshire in Neuengland. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 11.870 ermittelt. Hanover liegt im Westen des Staates am Connecticut River, dessen westliche Niedrigwasserlinie an dieser Stelle die Grenze zum Bundesstaat Vermont bildet. Bekannt ist der Ort vor allem als Standort der Eliteuniversität Dartmouth College, die hier 1769 gegründet wurde.

Lage Hanover liegt am Connecticut River in einer als Upper Valley bekannten und vermarkteten Region entlang beider Seiten des Flusses. Es grenzt an die Orte Lyme, Canaan, Enfield, Lebanon und Norwich (Vermont). Die Stadt liegt nahe der Interstates 89 und 91, so dass Boston in zwei und New York City in fünf Stunden Autofahrt erreicht werden kann.

Geschichte Hanover wurde im Jahre 1761 vom Königlichen Gouverneur New Hampshires das Stadtrecht verliehen, nachdem Kolonisten aus Connecticut eine entsprechende Petition eingereicht hatten. Über die Herkunft des Namens – ursprünglich „Hannover“ geschrieben – herrscht Uneinigkeit. Einer Ansicht nach wurde Hanover nach einer Gemeinde in Connecticut benannt, in der die Kolonisten bis dahin gelebt hatten, einer anderen Ansicht nach wurde dieser Name zu Ehren des damals regierenden Königs Georg III. gewählt, der dem Haus Hannover angehörte.

1765 erreichten die ersten Siedler das Stadtgebiet. Die Stadt wuchs, Mühlen wurden gebaut und zogen neue Siedler an.

Im Jahre 1778 sagten sich Hanover und eine Reihe weiterer Städte in Grafton County von New Hampshire los, um zusammen mit einer Anzahl von Orten aus Vermont einen eigenen, separaten Staat namens "New Connecticut" zu gründen. Dieser Plan erwies sich jedoch als nicht durchführbar und so belief es sich schließlich darauf, dass die Orte aus New Hampshire 1778 dem damals eigenständigen Staat Vermont beitraten, um auf diese Weise die Verbindung zu den befreundeten Vermonter Städten sicherzustellen. Der Wechsel der Staatszugehörigkeit führte in der Folgezeit allerdings zu zahlreichen Konflikten, so dass die Ortschaften aus Grafton County die Verbindung 1784 wieder lösen und dem Staat New Hampshire beitreten mussten.

Trotz der somit wiederhergestellten, durch den Fluss Connecticut verlaufenden Staatsgrenze verband die an den gegenüberliegenden Flussufern liegenden Ortschaften Hanover und Norwich (Vermont) auch in der Folgezeit eine freundschaftliche Kooperation. Von 1847 bis 1959 teilten sich beide Orte einen gemeinsamen Bahnhof; 1859 wurde hier die erste – und lange Zeit einzige – zollfreie Brücke über den Connecticut River gebaut, und seit 1963 bilden Hanover und Norwich zusammen das Dresden School District – den ersten staatenübergreifenden amerikanischen Schulbezirk.

Im Jahre 1769 verlegte der Geistliche Eleazar Wheelock seine Wohltätigkeitsschule für jugendliche Native Americans nach Hanover. Er benannte das College nach seinem englischen Gönner Lord Dartmouth und öffnete den Schulbetrieb auch für englische Jugendliche. Die Eröffnung des Colleges förderte die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt Hanover. Noch heute ist das Dartmouth College der größte Arbeitgeber in der Gemeinde.

1797 gründete Dr. Nathan Smith die "Dartmouth Medical School", 1871 wurde durch Sylvanus Thayer die "Thayer School of Engineering" eröffnet und schließlich gründete Edward Tuck 1900 die nach seinem Vater Amos Tuck benannte "Amos Tuck School of Business" – die weltweit erste Schule dieser Art.

Bevölkerungsentwicklung Volkszählungsergebnisse1790–1960 US Census – Hanover, New HampshireJahr 1767 1773 1775 1783 1786 1790 1800 1810 1820 1830 Einwohner 92 342 434 701 870 1380 1912 2135 2222 2361Jahr 1840 1850 1860 1870 1880 1890 1900 1910 1920 1930 Einwohner 2613 2350 2308 2085 2147 1817 1884 2075 2264 3043Jahr 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2030 Einwohner 3425 6259 7329 8494 9119 9186 10855 11260 11870

Infrastruktur Der nächstgelegene Flughafen ist der Lebanon Municipal Airport in Lebanon, der mit dem Auto in etwa 15 Minuten zu erreichen ist. Größere Flughäfen befinden sich in Manchester und Burlington – beide rund 90 Minuten von Hanover entfernt.

Direkte Bahn-Anbindung an New York und Washington besteht via Amtrak jenseits des Flusses über das nahegelegene White River Junction.

Söhne und Töchter der Stadt Eleazer Wheelock Ripley (1782–1839), General im Britisch-Amerikanischen Krieg und Politiker, Vertreter von Louisiana im US-Repräsentantenhaus James Wheelock Ripley (1786–1835), Politiker, Vertreter von Maine im US-Repräsentantenhaus Leonard Wilcox (1799–1850), Politiker, Vertreter von New Hampshire im US-Senat James Freeman Clarke (1810–1888), Prediger und Autor Laura Bridgman (1829–1889), erster bekannter seit früher Kindheit taubblinder Mensch, der die Sprache entdeckte und aus seiner Isolation befreit werden konnte Charles Augustus Young (1834–1908), Astronom Kate Sanborn (1839–1917), Autorin, Lehrerin, Dozentin und Vortragsrednerin Arthur Fairbanks (1864–1944), Klassischer Archäologe Austin Tappan Wright (1883–1931), Rechtswissenschaftler und Science-Fiction-Schriftsteller Thomas C. Kinkaid (1888–1972), Admiral John Carleton (1899–1977), Skisportler Edward Hartshorne (1912–1946), Universitätskontrolloffizier im Office of Military Government for Germany Warren Chivers (1914–2006), Skilangläufer und Nordischer Kombinierer Barbara Newhall Follett (1914–?), Wunderkind-Romanautorin Robert Meservey (1921–2013), Physiker Jay DeFeo (1929–1989), Künstlerin Ralph Miller (1933–2021), Skirennläufer Kent Carter (* 1939), Jazzmusiker Hal Barwood (* 1940), Drehbuchautor, Filmregisseur, Filmproduzent, Spieleentwickler und Schriftsteller Joan Halifax (* 1942), Anthropologin, Ethnologin, Buddhistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin Anthony Bannon (* 1943), Kunstkritiker Peter Hart Burian (* 1943), Altphilologe John Perkins (* 1945), Politaktivist und Schriftsteller David E. Tanzi (* um 1945), Generalmajor der United States Air Force Victor Ambros (* 1953), Biologe, Träger des Medizinnobelpreises 2024 Charlie Clouser (* 1963), Musiker Eckhard Nagel (* 1960), deutscher Mediziner und Professor für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften Charlie Clouser (* 1963), Musiker und Komponist Chris Hastings (* 1964), Skispringer Joe Holland (* 1964), Nordischer Kombinierer Tom Dey (* 1965), Filmregisseur und Filmproduzent Liz McIntyre (* 1965), Freestyle-Skierin Jim Holland (* 1967), Skispringer Al Barr (* 1968), Sänger der Dropkick Murphys Virginia Heffernan (* 1969), Journalistin und Fernsehkritikerin Tim Tetreault (* 1970), Nordischer Kombinierer Barbara Bedford (* 1972), Schwimmerin Evan Dybvig (* 1975), Freestyle-Skier Tessa Benoit (* 1977), Skilangläuferin Mia Tyler (* 1978), Model Sarah True (* 1981), Triathletin Hannah Kearney (* 1986), Freestyle-Skierin

Partnerstädte Joigny, seit 1993 Nihonmatsu, seit 1999

Weblinks

Dartmouth College Hanover Conservation Commission Upper Valley Land Trust Upper Valley Trails Alliance

Einzelnachweise

Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in den Vereinigten Staaten Kategorie:Gemeindegründung 1761 Kategorie:Georg III. (Vereinigtes Königreich) als Namensgeber