Marianne Lindner, geborene Lang (* 11. Dezember 1922 in Bad Blankenburg; † 24. November 2016 in Gmund am Tegernsee), war eine deutsche Volksschauspielerin.
Leben Marianne Lang, Tochter eines Schuhhändlers, wuchs bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Thüringen auf. Nach der mittleren Reife absolvierte sie eine dreijährige kaufmännische Lehre. Als Sekretärin kam sie nach Bayern und nahm Schauspielunterricht bei Fritz Haneke in Salzburg und Nestor Lampert in München. 1942 gab sie ihr Debüt am Oberstdorfer Bauerntheater.Marianne Lindner wird 90 Jahre alt in Münchner Merkur vom 10. Dezember 2012 Von 1948 bis 1968 leitete sie zusammen mit Siegfried Lindner die „Siegfried-Lindner-Bühne“. Lindner, den sie 1951 heiratete, war Marianne Langs zweiter Ehemann.
Im Jahr 1961 gab ihr Olf Fischer in dem Bauernschwank Die drei Eisbären beim Komödienstadel die Rolle der tyrannischen Haslocherin, womit ihr der endgültige Durchbruch gelang. Etwa 20 Komödienstadel folgten und machten Marianne Lindner populär. Sie verkörperte in ihren Rollen die temperamentvolle „Beißzange“ mit der spitzen Zunge. Neben ihren zahlreichen Gastspielen auf den Theaterbühnen von München (Theater Rechts der Isar, Münchner Kammerspiele) wirkte die Schauspielerin auch immer wieder an Filmen und Fernsehreihen mit. Sie war u. a. in den Serien Königlich Bayerisches Amtsgericht, Der Alte, Familie Meier, Irgendwie und Sowieso, Marienhof, Peter Steiners Theaterstadl und Der Bulle von Tölz zu sehen. 1983 spielte sie an der Seite von Gerhard Polt und Gisela Schneeberger in der Komödie Kehraus.
Nach ihrem 80. Geburtstag im Jahr 2002 zog sich Marianne Lindner in den Ruhestand zurück. 2008 jedoch kehrte sie zum Fernsehen zurück und spielte in der Serie Zur Sache, Lena und in Mein Gott, Anna. Seit 1964 war sie auch als Hörspielsprecherin beim Bayerischen Rundfunk tätig. Auch hier war sie überwiegend in bayerischen Volksstücken zu hören. Dabei arbeitete sie mit denselben Leuten zusammen, mit denen sie auch in den Fernsehaufzeichnungen zu sehen war.
Die Mutter von zwei Töchtern war seit 1971 geschieden. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Gmund am Tegernsee.
Filmografie 1961–2007: Der Komödienstadel 1961: Die drei Eisbären 1962: Graf Schorschi 1963: Der Geisterbräu 1964: Die Tochter des Bombardon 1964: Wenn der Hahn kräht 1965: Die Stadterhebung 1967: Der verkaufte Großvater 1970: Der Ehrengast 1970: Alles für die Katz 1971: Der Ehestreik 1972: Josef Filser 1973: Die kleine Welt 1973: Die drei Eisbären 1973: Die drei Dorfheiligen 1974: Das sündige Dorf 1976: Die Generalprobe 1976: Graf Schorschi 1977: St. Pauli in St. Peter 1978: Der ledige Hof 1987: Der Doppelselbstmord 1990: Die hölzerne Jungfrau 2007: Der Fischerkrieg vom Chiemsee 1966: Das sündige Dorf 1966: Boni (Fernsehfilm) 1968: Altaich (Fernsehfilm) 1969: Der Attentäter (Fernsehfilm) 1969–1970: Kapitän Harmsen (Fernsehserie, 13 Episoden) 1970: Königlich Bayerisches Amtsgericht (Fernsehserie, 1 Episode) 1971: Herzlich unwillkommen (Fernsehfilm) 1972: Fettaugen – Eine Idylle aus der deutschen Provinz (Fernsehfilm) 1972: Josef Filser – Ein lustiges Spiel mit Ludwig Thoma und seinen Gestalten 1972: Im bayerischen Stil (Fernsehfilm) 1973: Das Familienfest (Fernsehfilm) 1976: Ein Mann für Mama (Fernsehfilm) 1978: Der Anwalt (Fernsehserie, 1 Folge) 1978–2008: Tatort (Fernsehreihe, 4 Folgen) 1979: Der Alte (Fernsehserie, 3 Episoden) 1979: Die Überführung (Fernsehfilm) 1980: Trauer um einen verlorenen Sohn – Szenisches Protokoll eines kurzes Lebens (Fernsehfilm) 1981: Die Rumplhanni (Fernsehfilm, 1 Episode) 1981: Der Gerichtsvollzieher (Fernsehserie, 1 Episode) 1982: Zeit genug (Fernsehserie, 1 Episode) 1982: Love Unlimited 1983: Kehraus 1983: Familie Meier (Fernsehserie, 14 Episoden) 1984: Wie im Paradies oder Ein gnadenloser Tag im Leben des Alois B. (Fernsehfilm) 1984: Verbotene Hilfe (Fernsehfilm von Liliane Targownik) 1984: Oberbayrisches Bauerntheater: Liebe auf den 2. Blick 1986: Schafkopfrennen (Fernsehserie, 3 Episoden) 1986: Irgendwie und Sowieso (Fernsehserie, Folge Eine von uns) 1986: Peter Steiners Theaterstadl: Die Falle (auch als Autorin) 1986: Alpenländisches Volkstheater: Er hat Glück mit Monika 1986: Bayerische Komödie: Er Der ewige Spitzbua 1987: Weißblaue Geschichten (Fernsehserie, 1 Episode) 1987: Es geigt sich was (Fernsehfilm) 1988: Ein Denkmal wird erschossen (Fernsehfilm) 1988: Peter Steiners Theaterstadl: Die Lügenglocke 1988–1998: SOKO München (Fernsehserie, 2 Episoden) 1991: Moving 1991: Löwengrube (Fernsehserie, 1 Episode) 1992–1994: Marienhof (Fernsehserie, 29 Episoden) 1993: Rußige Zeiten (Fernsehserie, 1 Episode) 1995: Air Albatros (Fernsehserie, 1 Episode) 1995: Café Meineid (Fernsehserie, 1 Episode) 1995: Das Wunschkind 1995: Lutz & Hardy (Fernsehserie, 1 Episode) 1996: Jägerblut (Fernsehfilm) 1997: Harald 1996–1997: Der Bulle von Tölz (als Magda Bachmaier, 2 Episoden) 1997: Frauenarzt Dr. Markus Merthin (Fernsehserie, 1 Episode) 1979–1997: Aktenzeichen XY … ungelöst (insgesamt acht Auftritte) 1998: Aus heiterem Himmel (Fernsehserie, 1 Episode) 1998: Tierarzt Dr. Engel (Fernsehserie, 2 Episoden) 1998: Kreuzwege (Fernsehfilm) 1998–2001: Chiemgauer Volkstheater 1998: Renn Oma, renn! 1998: A lästiger Bettgesell 1998: Und oben wohnen die Engel 2000: Die Gangsterfalle 2001: A sauberne Welt 1999: Pumuckls Abenteuer (Fernsehserie, 1 Episode) 2001: Drehkreuz Airport (Fernsehserie, 1 Episode) 2001: Tango Americano (Kurzfilm) 2002: Sinan Toprak ist der Unbestechliche (Fernsehserie, 1 Episode) 2002: Hinterlassenschaften (Fernsehfilm) 2007: Da wo die Freundschaft zählt (Fernsehfilm) 2008: Zur Sache, Lena! (Fernsehserie, 4 Episoden) 2008: Von einer Welt (Kurzfilm) 2008: Mein Gott, Anna! (Fernsehfilm)
Hörspiele 1964: Julius Pohl, Emil Vierlinger: Der Komödienstadel: Der Ehestreik (Die Bürgermeisterin) – Regie: Olf Fischer 1965: Anton Hamik, Oskar Weber: Der Komödienstadel: Der verkaufte Großvater (Nanni, Ehefrau des Haslingers) – Regie: Olf Fischer 1966: Georg Lohmeier: Bayerische Szene: Das Familienfest (Lehrerin) – Regie: Edmund Steinberger 1967: Franz Messner: Ein Mädchen mit Klavier – Bearbeitung und Regie: Irene Eckhardt 1968: Maximilian Vitus, Oskar Weber: Der Komödienstadel: Das Millionenbett – Regie: Olf Fischer 1968: Karl Günther Hufnagel: Bayerische Szene: Die Entscheidung (Maria) – Regie: Edmund Steinberger 1969: Franz Schaurer: Der Komödienstadel: Der Steckbrief (Tina, Wastls Frau) – Regie: Olf Fischer 1969: August Hinrichs: Der Komödienstadel: Siebzehn und zwei oder Der Postraub (Die Ammerin) – Regie: Olf Fischer 1969: Justin Schröder: Auf geht’s beim Schichtl! (1. Münchnerin) – Regie: Olf Fischer (Original-Hörspiel) 1969: Fritz Müller-Partenkirchen: Das Gelöbnis (3. Frau und Anna) – Bearbeitung und Regie: Edmund Steinberger 1970: August Hinrichs: Der Komödienstadel: Alles für die Katz (Die Mühlenwirtin) – Regie: Olf Fischer 1972: Maximilian Vitus, Oskar Weber: Der Komödienstadel: Die drei Eisbären – Regie: Olf Fischer 1972: Max Neal, Max Ferner: Der Komödienstadel: Die drei Dorfheiligen. Ein ländlicher Schwank (Urschi, Frau von Simon Hilgermoser) – Regie: Olf Fischer 1973: Otto Grünmandl: Menschen von heute (1. Teil). Ein alpenländisches Humanmagazin – Regie: Otto Grünmandl 1973: Georg Lohmeier: Bayerische Szene: Die Tochter des Bombardon (Walli, Bombardons Ehefrau) – Regie: Hellmuth Kirchammer 1973: Willy Purucker: Bayerische Szene: Ein Abend im bayerischen Stil (Bäuerin) – Regie: Willy Purucker 1974: Max Neal, Max Ferner: Aus der weißblauen Truhe: Die Hosenknöpf. Einakter – Regie: Olf Fischer 1977: Maria Zierer-Steinmüller: Regina Wieshuber (Mathilde Taschner) – Bearbeitung und Regie: Karl Bogner 1978: Elisabeth Wäger-Häusle: Wenn Du mich lieb hast, geht’s (Mutter) – Regie: Ursula Langrock 1978: Fritz Meingast: Bayerische Szene: Die Heimkehr der Afra Birmbeck (Sophie Solseder) – Regie: Hans Eichleiter 1979: Marieluise Fleißer: Bayerische Szene: Der starke Stamm (Frau Gruber, Hebamme) – Bearbeitung und Regie: Edmund Steinberger 1979: Curt Hanno Gutbrod: Der Komödienstadel: Die Sache mit dem Feigenblatt (Theres, Hackls Haushälterin) – Regie: Olf Fischer 1979: Ludwig Anzengruber: Bayerische Szene: Der ledige Hof (Walburga, Kammleitnerin von Röhrmoos) – Regie: Olf Fischer 1980: Sebastian Goy: Und dennoch lebt man herzlich gern (1. – 3. Teil) (Frau Horgauer) – Regie: Heiner Schmidt 1981: Anton Maly: Der Komödienstadel: Schneesturm (Marie, Frau des Straßhoferbauern) – Regie: Olf Fischer 1981: Willy Stock: Der Komödienstadel: Spätlese oder Auch der Herbst hat schöne Tage (Kuni Meier, Haushälterin) – Regie: Olf Fischer 1981: Hermann Motschach: Starnie (2 Teile) – Regie: Herbert Lehnert 1981: Lena Christ: Bayerische Szene: Die Rumplhanni. Zum 100. Geburtstag von Lena Christ (Ödenhuaberin) – Regie: Michael Peter 1981: Ria Endres: Der Osterhasenzug (Oma) – Regie: Klaus Mehrländer 1982: Ödön von Horváth: Glaube, Liebe, Hoffnung (Irene Prantl) – Regie: Wolf Euba 1983: Martha Meuffels: Familie Loibl (10. Folge: Rosie blickt durch) (Kundin) – Redaktion und Regie: Michael Peter 1983: Martha Meuffels: Familie Loibl (16. Folge: Wie man sich bettet… so liegt man) (Ellen) – Redaktion und Regie: Michael Peter 1984: Georg Lohmeier: Königlich Bayerisches Amtsgericht (2. Folge: Der Leichenbitter) (Wirtin) – Redaktion und Regie: Michael Peter 1984: Oskar Maria Graf: Unruhe um einen Friedfertigen (1. Teil) (Heingeigerin) – Regie: Ulrich Heising 1984: Fritz Meingast: Ministergschpui (Nani) – Regie: Wolf Euba 1984: Lion Feuchtwanger: Erfolg (1. Teil: Justiz) – Regie: Hartmut Kirste 1985: Martha Meuffels: Anna und ihr Knödelparadies (1. Folge: Du bleibst da, und ich geh’ fort) (Frau Ostermeier) – Regie: Michael Peter 1985: Martha Meuffels: Anna und ihr Knödelparadies (8. Folge: Das Glück kommt selten von allein, man muß dafür auch tätig sein) (Frau Ostermeier) – Regie: Michael Peter 1986: Fritz Meingast: Das bayerische Wundertheater (Weib) – Regie: Jörn van Dyck 1987: Susanne Nawrath: Die Schützenliesl (Frau 2) – Regie: Gustl Weishappel 1997: Richard Huelsenbeck: Azteken oder die Knallbude (Mutter) – Bearbeitung und Regie: Ulrich Gerhardt 1997: Fitzgerald Kusz: Letzter Wille (Olga Wolz) – Regie: Michael Peter 2000: Bernd Grashoff: Der Nibelungen Mord (2 Teile) (Maria als alte Frau) – Bearbeitung und Regie: Martina Boette-Sonner (Original-Hörspiel)
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 593. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 434.
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