Christival ist ein mehrtägiger Jugend-Kongress, der seit 1976 alle sechs bis acht Jahre in Deutschland stattfindet. Er wird von 80 Werken und Organisationen, darunter evangelische Landes- und Freikirchen, gestaltet. Träger ist der gemeinnützige Verein Christival e. V.
Geschichte Ulrich Parzany war Initiator und Vorsitzender des Jugendkongresses Christival.Herzlichen Glückwunsch, Ulrich Parzany!, idea.de, Artikel zum 80. Geburtstag vom 24. März 2021. Der erste Kongress, Christival ’76, der Kongress für Mitarbeiter in Essen, war ein Ergebnis der Jesus-Bewegung der 1970er Jahre. Ziel war es, der missionarischen Jugendarbeit Zusammenhalt und jungen Menschen mit klarer biblischer Grundlage Inspiration und Begegnungsfläche zu geben. Die Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation (AGJE) und ein Arbeitskreis für evangelistische Aktionen übernahmen die Vorbereitung. Das Programm wurde von einem großen Exekutiv-Komitee mit über hundert Teilnehmern erarbeitet.
Ab 1996 in Dresden wurde der Kongress für Mitarbeiter zu einem Kongress für junge Christen umgebildet, der seither neben der Schulung von Mitarbeitern auch Veranstaltungen für Nichtchristen anbietet.
Veranstalter Träger und Organisator des Christival ist der gemeinnützige Verein Christival e. V., der Mitglied der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) ist. Ihm gehören 122 Mitglieder aus den evangelischen Landeskirchen, aus Freikirchen sowie aus verschiedenen christlichen Hilfswerken und Verbänden an. Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem ersten Vorsitzenden Philipp Kruse, dem geschäftsführenden Projektleiter Chris Pahl und weiteren Vertretern christlicher Jugendverbände.
Organisiert wird das Christival von vollzeitlichen und zum großen Teil ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Geschäftsstelle. Hinzu kommen einige hundert ehrenamtliche Mitarbeiter, die in diversen Arbeitskreisen unterschiedliche Bereiche des Christivals planen.
Finanziert wird das Christival von den Mitgliedern des Christival e. V., von Zuschüssen des Staates und von kirchlichen Organisationen sowie weiteren Spendern. Christival e. V. hat das Spendensiegel der Deutschen Evangelischen Allianz.
Christival 2028 Vom 24. bis zum 28. Mai 2028 wird das nächste CHRISTIVAL unter dem Themenschwerpunkt „Zwischen Himmel und Erde“ in Magdeburg stattfinden.Christival-Thema steht fest: „Zwischen Himmel und Erde“, idea.de, Meldung vom 1. Dezember 2025. Verantwortet wird der Kongress von Chris Pahl als geschäftsführendem Projektleiter zusammen mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, Philipp Kruse.Christival 2028: Chris Pahl wieder Projektleiter, idea.de, Meldung vom 5. Juli 2023.
Bisherige Kongresse Liste der bisherigen Kongresse Christival 1976 in Essen – 12.500 Dauerteilnehmer, Abschlussgottesdienst mit Billy Graham im Grugastadion: 40.000 Besucher Christival 1988 in Nürnberg – 18.500 Dauerteilnehmer, Abschlussgottesdienst mit Theo Lehmann auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände: 30.000 Besucher Christival 1996 in Dresden – 30.000 Dauerteilnehmer, Abschlussgottesdienst mit Roland Werner: 40.000 Besucher. Christival 2002 in Kassel – 20.000 Dauerteilnehmer, Abschlussgottesdienst im Auestadion mit Canon John John (England): 30.000 Besucher. Christival 2008 in Bremen – 16.384 Dauerteilnehmer, Abschlussgottesdienst auf der Bürgerweide mit Roland Werner: 20.000 Besucher. Christival 2016 in Karlsruhe – 13.500 Dauerteilnehmer, Abschlussgottesdienst in den Hallen der Messe Karlsruhe mit dem badischen Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh: 13.000 Besucher.Christival beendet: Botschafter der Liebe Gottes sein, idea.de, Meldung vom 8. Mai 2016. Christival 2022 in Erfurt
In der mecklenburgischen Kleinstadt Güstrow fand 1999 ein regionaler Jugendkongress mit dem Namen Nordlicht-Christival und 900 Teilnehmern statt.Erstes „Nordlicht-Christival“: Güstrows Stadtpräsident lobt christliche Jugendarbeit, in: idea Spektrum Nr. 44|1999, S. 13Mehr als 800 Jugendliche beim Christival in Güstrow, in: Ostsee-Zeitung vom 27. September 1999
Christival 2002 Vom 2. bis 6. Oktober 2002 fand der vierte christliche und kirchenübergreifende Jugendkongress in Kassel statt. Schirmherr war der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Ein Jahr zuvor wurde vorbereitend vom 2. bis 7. Oktober 2001 mit dem „Christival Creativ Congress“ (CCC) eine Mitarbeiterschulung durchgeführt.documenta-Stadt Kassel begrüßt Christival 2002: Kongress junger Christen will Netzwerk von Hoffnungsträgern schaffen, ead.de, Meldung vom 5. April 2001. Den 20.000 Jugendlichen DauerteilnehmernChristival 2002: Mit Jesus, livenet.ch, Artikel vom 8. Oktober 2002. aus dem ganzen Bundesgebiet und dem europäischen Ausland wurde eine Auswahl aus über 250 Seminaren, Foren und Diskussionsrunden geboten sowie Abends eine Auswahl unter 15 Festivals in Kassel und Baunatal.Christival: Deutschlands grösster Jugendkongress, livenet.de, Artikel vom 5. August 2002. Während des Kongresses überbrachten 8.000 Teilnehmer einen „Gruß in die Stadt“. Sie zogen mit einer aktuellen Ausgabe der Christival-Zeitung, einem Buch mit Bibelteilen sowie einem Film über das Leben Jesu durch die Wohnviertel in Kassel und Baunatal. In einer weiteren Aktion „Saubere Umwelt“ setzten andere Jugendgruppen an zwei Orten ökologische Akzente, indem sie über 40 Säcke Müll sammelten. Auch führten sie Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern durch. „Die Jugendlichen sind auf eine weitgehend positive Resonanz gestoßen“, so der Pressesprecher Egmond Prill. „Das Christival mache Mut, ein eigenes Verhältnis zum christlichen Glauben zu gewinnen“, befand der Bischof der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck, Martin Hein. Für den damaligen Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Reinhard Hempelmann, sei das Christival ein „Zeichen der Hoffnung“, wenn sich junge Menschen in so großer Zahl versammelten, ihren Glauben zum Ausdruck brächten und bereit seien, Überlebensfragen der Gesellschaft zu diskutieren. Zum Abschlussgottesdienst im Kasseler Aue-Stadion kamen 25.000 Besucher. Organisiert wurde der Kongress überwiegend ehrenamtlich von Pastoren, Missionaren und Jugendreferenten aus Landes- und Freikirchen sowie christlichen Werken. Die Kosten der drei Millionen Euro wurden etwa zur Hälfte aus Teilnehmerbeiträgen gedeckt, den Rest durch Spenden, Sponsoren und Zuschüssen von Kirchen und Gemeinden.Jung und fromm: 20.000 besuchten das Christival 2002, In: ideaSpektrum Ausgabe 41/2002, S. 19–23.
Christival 2008 mini|Logo und Claim des Christival 2008 Schirmherrin des Christival 2008 war Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die auch den Vorsitz des Kuratoriums innehatte. Sie wollte dadurch die christliche Kinder- und Jugendarbeit anerkennen und erwartete vom Christival 2008 ähnliche Impulse für nachhaltige christliche Kinder- und Jugendarbeit wie von früheren Christivals. Zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung, die Schirmherrschaft zu übernehmen, waren ihr die Inhalte der einzelnen Seminare noch nicht im Detail bekannt. Später intervenierte sie in einzelnen Fällen diesbezüglich.Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Thema Christival (PDF; 111 kB) Das Familienministerium unterstützte das Christival mit 250.000 Euro; das waren 8 % der Gesamtkosten.
mini|Christival 2008
Weitere Unterstützer waren die Bremische Evangelische Kirche, deren Schriftführer Renke Brahms im Kuratorium saß, Alt-Bürgermeister Henning Scherf, Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) sowie der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich. Zu den Firmensponsoren des Christival 2008 gehörten u. a. die Friedhelm Loh Group, Heinrich Deichmann-Schuhe und Nissan Deutschland.
Ziele und Programm Das Christival 2008 stand unter dem Motto Jesus bewegt. Es war wie seine Vorgängerveranstaltungen ein Jugendkongress mit einer pädagogischen und missionarischen Schwerpunktsetzung. Seine theologische Standortbestimmung war klar evangelikal geprägt, da sie sich zur Grundlage der Evangelischen Allianz, der Lausanner Verpflichtung und der theologischen Erläuterung der biblischen Grundlage der Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation bekannte.
Gemäß der Bundesregierung war das „Christival 2008“ ein Impulsgeber für die christliche Kinder- und Jugendarbeit, von dem Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit von Jugendarbeit in Verbänden und Gemeinden erwartet wurden. Die Bundesregierung führte als Ziele auf: Perspektiven eröffnen für kreative Jugendarbeit mit Deutschen und ausländischen Jugendlichen Förderung des ökumenischen Zusammenlebens Stärkung von Jugendlichen gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit politische Bildung fördern Förderung und Befähigung für ein ehrenamtliches Engagement in Kirche und Gesellschaft Kooperationsfähigkeit und Innovation stärken Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung.BT-Drs. 16/8022 Bundestag: Stellungnahme der Bundesregierung zu Antihomosexuelle Seminare und pseudowissenschaftliche Therapieangebote religiöser Fundamentalisten (PDF; 111 kB)
Über 280 Einzelveranstaltungen waren für das Christival 2008 geplant, darunter als Schwerpunkt die drei zentralen Gottesdienste, die für alle Christival-Besucher zum Programm gehörten. An drei Tagen wurden morgendliche Bibelarbeiten durchgeführt, für die Abendstunden Festivals im Schwimmbad, in den Straßenbahnen, in der Stadt und in den Messehallen. Nachts sollten sich die Teilnehmer in Bremer Kneipen begeben, wo, wie auch in Kirchen und anderen Veranstaltungsorten, Auftritte von Musikern, Kabarettisten, Sportlern und anderen veranstaltet wurden.Christival-Anmeldemagazin, Oktober 2007 Das „YoungLeaders“-Programm richtete sich an ehren- und hauptamtliche Jugendleiter aus Migrantengemeinden und dem Ausland.
Deutsche und internationale Bands und andere Künstler wurden für die Darbietung von Musik und Kleinkunst verpflichtet. Dies sollte, genau wie zahlreiche Stände, Aktionsfahrzeuge und Sportangebote, die Veranstaltung auch für Nichtteilnehmer attraktiv gestalten.Mitarbeiterhandbuch Christival-Mitarbeiterkongress, 25.–27. Januar 2008
Erst während des Christivals sollten 50.000 Einladungen an Bremer Haushalte verteilt werden. Zum einen sollte das Magazin „Moin Bremen“ die Bremer Bürger über das Christival informieren und sie zum großen Abschlussgottesdienst auf der Bürgerweide einladen. Zum anderen wurde zu bestimmten Gottesdiensten in Gemeinden der Evangelischen Allianz in Bremen eingeladen, die für die sechs darauf folgenden Wochen das Thema des Versprechens in anhand eines Buchs von Max Lucado bearbeiten würden.Christival-Anmeldemagazin, Oktober 2007, sowie das Heft „Da nicht für“
Für die musikalische Gestaltung der Zentralveranstaltungen war hauptsächlich die JesusHouseBand verantwortlich. Daneben waren zahlreiche weitere Bands und Musiker beteiligt: u. a. Allee der Kosmonauten, Ararat, Arne Kopfermann, Claas P. Jambor, Crushead, Danny Fresh, Gaetan Roy, iThemba, Jens Sembdner, Judy Bailey, Matt Redman, Sarah Brendel, Sarah Kaiser, Superzwei, Van Dooren Sisters.
mini|2016 in der Messe Karlsruhe
Störungen und Kontroversen Im Vorfeld wurde darum gestritten, ob das Christival fundamentalistisch sei. Seminare zur Frage der Veränderbarkeit von Homosexualität und zur Abtreibung wurden vielfach und besonders von Volker Beck kritisiert. Während des Christivals durchbrachen trotz Polizeischutzes linksradikale Autonome kurzzeitig gewaltsam die Absperrungen der Veranstaltung. Die Veranstalter reagierten darauf mit einem Aufruf, gewaltfrei und in der Liebe Jesu zu reagieren.
Unterstützer des Festes wehrten sich gegen den Fundamentalismus-Vorwurf, darunter die EKD, deren höchster Repräsentant, Bischof Wolfgang Huber, am Christival teilnahm und dort am Freitag das Abendmahl spendete, sowie mehrere leitende Geistliche von evangelischen Landeskirchen., ekd.de, Meldung vom 19. März 2009.