Die Extraliga (offiziell Tipsport Extraliga ledního hokeje) ist die höchste Spielklasse im Eishockey in Tschechien. Die Liga gehört zu den zehn besten Eishockeyligen der Welt.

Geschichte Die Extraliga wurde nach dem Zerfall der Tschechoslowakei zur Saison 1993/94 eingeführt. Betrieben wurde die Liga von 2000 bis 2012 durch die Vereinigung professioneller Vereine (tschechisch Asociace profesionálních klubů ledního hokeje, APK LH).

Seit ihrer Gründung trug die Liga in ihrem Namen meist den Titel eines Sponsors, so hieß sie von 1997 bis 2000 Staropramen Extraliga, von 2000 bis 2003 Český Telecom Extraliga, von 2003 bis 2006 Tipsport Extraliga und zwischen 2006 und 2010 O2 Extraliga. 2010 übernahm wieder Tipsport das Namens-Sponsoring der Liga.

Teilnehmer und Meisterschaften mini|Spiel der Extraliga in der O2 Arena Zunächst nahmen nur zwölf Mannschaften teil, seit 1995 sind es vierzehn. In der Gründungssaison gewann überraschend der HC Olomouc, es war der erste und bis dato einzige Meistertitel dieses Vereins. Ab 1994 dominierte der HC Vsetín die Liga. Von 1995 bis 1999 holte er alle fünf Meisterschaften. 2000 wurde Vsetín Zweiter hinter Sparta Prag, 2001 sicherte sich Vsetín seinen sechsten und vorerst letzten Meistertitel. In den folgenden Jahren wurde der Kampf um die Meisterschaft wesentlich ausgeglichener, nacheinander sicherten sich Sparta Prag (2002), Slavia Prag (2003), HC Hamé Zlín (2004), HC Moeller Pardubice (2005) sowie wiederum Sparta Prag (2006 und 2007) den Titel des tschechischen Eishockeymeisters. Spartas Lokalrivale HC Slavia Prag sicherte sich 2008 den Titel mit einem 4:3-Sieg in der Finalserie gegen den HC Energie Karlovy Vary, während ein Jahr später die Mannschaft aus Karlsbad mit 4:2 über Slavia triumphierte und erstmals tschechischer Meister wurde.

Im Verlauf der Saison 2012/13 einigte sich die Extraliga auf einen Sponsorenvertrag mit der Radegast-Brauerei, die ab 2013 die exklusiven Ausschankgenehmigungen in allen Stadien der Spielklasse erhielt. Dieser Vertrag kollidierte mit dem laufenden Vertrag zwischen der Stadt Budweis und der Budweiser-Budvar-Brauerei bezüglich der Namens- und Ausschankrechte der Budvar Aréna, der hohe Strafen für den Ausschank einer anderen Biermarke als Budweiser in der Arena vorsah. Nachdem keine Einigung zwischen den Konfliktparteien erreicht werden konnte, wurde die Extraliga-Lizenz (inklusive der laufenden Sponsoren-, Spieler- und Mitarbeiterverträge) des HC České Budějovice an eine neue gegründete Betreibergesellschaft, Mountfield HK a.s. aus Hradec Králové verkauft. Der HC České Budějovice übernahm anschließend den Startplatz des HC Hradec Králové in der 1. Liga, während letzterer seit 2013 als Mountfield HK an der Extraliga teilnimmt.

hochkant|mini|Der Präsidentenpokal für den Gewinner der Hauptrunde mini|hochkant|Der T.-G.-Masaryk-Pokal für den Gewinner der Play-offs Nach einer erfolglosen Saison als Tabellenletzter nach der Hauptrunde musste der HC Slavia Prag nach 21 Jahren in der höchsten Spielklasse im Frühjahr 2015 den Abstieg in die Zweitklassigkeit hinnehmen.Eishockey News, , 18. April 2015. Unter Führung der ehemaligen NHL-Spielern Jaromír Jágr und Tomáš Plekanec schafften die Rytíři Kladno 2019 nach fünf Jahren in der zweiten Spielklasse den Wiederaufstieg in die Extraliga. Nach nur einem Jahr in der Extraliga stieg Kladno wieder in die zweite Spielklasse ab.

Auf- und Abstiegsregelungen Auch die tschechische Extraliga steht mit dem Kartellrecht auf Kriegsfuß. Dies zumindest, seit man 2006 eine Modusänderung beschlossen hat. Die Auf-/Abstiegsspiele wurden nach neun Jahren in diesem Format abgeschafft. Die Liga sollte geschlossen werden, wobei man dem Meister der zweithöchsten Liga gegen eine Gebühr von 900.000 Euro den Aufstieg erlauben würde. Die tschechische Wettbewerbskommission verurteilte den Modus als Kartell und sprach dem späteren Meister der zweithöchsten Liga das Aufstiegsrecht ohne eine derartige Zahlung zu. Weil die Auf-/Abstiegsspiele im Modus der Extraliga fehlten, musste der spätere Meister der zweithöchsten Spielklasse, Ústí nad Labem, als 15. Mannschaft aufgenommen werden. Der Widerstand gegen diesen Aufsteiger war nach dem Richterentscheid gering, stattdessen wurde der finanziell seit Jahren angeschlagene Klub Vsetín, der mit 29 Punkten Rückstand Tabellenletzter geworden war, ausgeschlossen. Weil einige Lizenzbedingungen zu spät erfüllt wurden, wurde Vsetín per Abstimmung aus der Extraliga geworfen. Der Klub wurde daraufhin weder im Spielplan der höchsten, noch der zweithöchsten Liga geführt. Vsetín ging vor ein Verbandsgericht, dessen Entscheid jedoch dem Ligaverband recht gab.hockeyfans.chradio.cz, Tschechische O2-Extraliga startet... Daher wurde der HC Slovan Ústečtí Lvi ohne Relegation und Aufnahmegebühr in die Extraliga aufgenommen.

Während der Saison 2011/12 gab es erneut Versuche der APK, aufgrund der schwierigen ökonomischen Lage der Vereine aus der Extraliga eine geschlossene Liga ohne Auf- und Abstieg zu machen. Zudem sollte ein Salary Cap eingeführt werden. Im Dezember 2011 kündigte der APK den Vertrag über die Durchführung der Extraliga mit dem tschechischen Verband, um dadurch eine bessere Ausgangslage in den Verhandlungen um einen neuen Vertrag und die gewünschte Schließung der Liga zu erreichen. Daher lief der Vertrag zwischen Verband und APK im Mai 2012 aus, so dass seither der tschechische Verband allein die Extraliga betreibt und reguliert. Infolgedessen wurde eine neue Relegationsrunde ab der Saison 2012/13 eingeführt, die die zwei Verlierer der Extraliga-Playouts und die zwei Playoff-Finalisten der 1. Liga umfasst. Damit gibt es ab 2013 maximal zwei Auf- und Absteiger zwischen erster und zweiter Spielklasse.

Modus

14 Profimannschaften spielen um die tschechische Meisterschaft. In 52 Spielen spielen alle Teams jeweils viermal gegeneinander, jedes Team hat in der gesamten Saison 26 Heim- und 26 Auswärtsspiele. Die Mannschaften auf den Plätzen 1. bis 8. qualifizierten sich bis 2006 direkt für die Play-offs, die im Best-Of-Seven-Modus ausgetragen wurden. Der Tabellenletzte der Hauptrunde spielte bis 2006 in der Relegation im Best-Of-Seven-Modus gegen den Tabellenersten der 1. Liga um den Verbleib in der Extraliga.

2006 wurde in der Extraliga das Dreipunktesystem eingeführt, d. h. der Sieger nach regulärer Spielzeit erhält drei Punkte, der Verlierer keine Punkte. Bei einem Unentschieden erhalten beide Parteien je einen Punkt, ein Zusatzpunkt wird in der Verlängerung oder Penaltyschießen vergeben. Zwischen 2006 und 2008 wurde in den Spielerstatistiken der Extraliga nur ein Vorlagengeber aufgeführt, nicht wie international üblich zwei Vorbereiter, um den Wert des Torerfolges und des entscheidenden Passes in den Statistiken zu betonen.

Seit der Saison 2006/07 qualifizieren sich die Mannschaften auf den Plätzen 1. bis 6. direkt für die Play-offs, die Mannschaften auf den Plätzen 7. bis 10. spielen die beiden weiteren Plätze in Pre-Play-offs aus (Best-of-Three). In der Saison 2006/07 war keine Relegationsrunde im Spielmodus vorgesehen, stattdessen sollten neue Mannschaften per Lizenzkauf aufsteigen. Diese Regelung wurde durch ein Sportgericht gekippt, so dass ab 2007 Play-outs der Mannschaften auf den Plätzen 11. bis 14. mit anschließender Liga-Relegation (14. Platz gegen Meister der 1. Liga) eingeführt wurden.

Ab der Saison 2012/13 wurde eine erweiterte Relegationsrunde eingeführt, die die zwei Verlierer der Extraliga-Playouts und die zwei Playoff-Finalisten der 1. Liga umfasst. Damit gab es ab 2013 maximal zwei Auf- und Absteiger zwischen erster und zweiter Spielklasse. Zur Saison 2019/20 wurden die Play-outs und die Ligarelegation abgeschafft, stattdessen steigt der Letzte der Extraliga-Hauptrunde direkt ab und der Play-off-Sieger der 1. Liga direkt auf.

Der Sieger der Play-offs erhält als tschechischer Meister seit der Saison 2013/14 den Pohár T. G. Masaryka (T.-G.-Masaryk-Pokal).

Teilnehmer 2019/20

Klub Standort Stadion Kapazität HC Sparta Prag Prag O2 Arena 17.360 HC Dynamo Pardubice Pardubice enteria arena 10.194 HC Vítkovice Ridera Ostrava Ostravar Aréna 10.109 HC Škoda Plzeň Pilsen Logspeed CZ Aréna 8.236 Mountfield HK Hradec Králové Fortuna aréna 6.890 HC Kometa Brno Brünn DRFG Arena 7.700 Bílí Tygři Liberec Liberec Home Credit Arena 7.500 HC Oceláři Třinec Třinec Werk Arena 7.500 PSG Berani Zlín Zlín Zimní stadion Ludka Cajky 7.000 HC Verva Litvínov Litvínov Zimní stadion Ivana Hlinky 6.011 HC Energie Karlovy Vary Karlsbad KV Arena 6.000 HC Olomouc Olmütz Zimní stadion Olomouc 5.500 BK Mladá Boleslav Mladá Boleslav ŠKO-Energo Aréna 4.200 Rytíři Kladno Kladno ČEZ stadion Kladno 8.600

Vereine und ihre Zugehörigkeit zur Extraliga Insgesamt nahmen bisher (Stand 2019) 24 Mannschaften an der Extraliga teil. Zum besseren Verständnis sind die häufig wechselnden Sponsorennamen in den Klubbezeichnungen ausgelassen. Seit der Premierensaison 1993/94 ständig in der Extraliga vertreten sind Litvínov, Pardubice, Plzeň, Sparta Prag, Vítkovice und Zlín.

Meistertafel

Chronologisch Jahr Meister Vizemeister 3. Platz1994HC OlomoucHC PardubicePoldi SONP Kladno1995HC Dadák VsetínAC ZPS ZlínHC České Budějovice1996HC Petra VsetínHC Chemopetrol LitvínovHC Sparta Prag1997HC Petra VsetínHC Vítkovice SteelHC Sparta Prag1998HC Slovnaft VsetínHC Železárny TřinecHC Vítkovice Steel1999HC Slovnaft VsetínHC ZPS Barum ZlínHC Železárny Třinec2000HC Sparta PragHC Slovnaft VsetínHC Keramika Plzeň2001VHK VsetínHC Sparta PragHC Vítkovice Steel2002HC Sparta PragHC Vítkovice SteelHC Hamé Zlín2003HC Slavia PragHC PardubiceHC Sparta Prag2004HC Hamé ZlínHC Slavia PragHC Sparta Prag2005HC Moeller PardubiceHC Hamé ZlínBílí Tygři Liberec2006HC Sparta PragHC Slavia PragHC Znojmo2007HC Sparta PragHC Moeller PardubiceBílí Tygři Liberec2008HC Slavia PragHC Energie Karlovy VaryHC Mountfield České Budějovice2009HC Energie Karlovy VaryHC Slavia PragHC Sparta Prag2010HC Eaton PardubiceHC Vítkovice SteelHC Slavia Prag2011HC Oceláři TřinecHC Vítkovice SteelHC Eaton Pardubice2012HC ČSOB Pojišťovna PardubiceHC Kometa BrnoHC Škoda Plzeň2013HC Škoda PlzeňPSG ZlínHC Slavia Prag2014PSG ZlínHC Kometa BrnoHC Sparta Prag2015HC Verva LitvínovHC Oceláři TřinecHC Kometa Brno2016Bílí Tygři LiberecHC Sparta PragHC Škoda Plzeň2017HC Kometa BrnoBílí Tygři LiberecMountfield HK2018HC Kometa BrnoHC Oceláři Třinec HC Škoda Plzeň 2019HC Oceláři TřinecBílí Tygři LiberecHC Škoda Plzeň2020 Playoffs abgebrochen2021 HC Oceláři TřinecBílí Tygři Liberec HC Sparta Prag2022 HC Oceláři Třinec HC Sparta Prag HC Motor České Budějovice2023HC Oceláři TřinecMountfield HKHC Dynamo Pardubice2024HC Oceláři TřinecHC Dynamo PardubiceHC Sparta Prag

Gesamt Klub Meister Vizemeister 3. Platz Meisterschaftsjahre VHK Vsetín 6 1 0 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2001 HC Sparta Prag 4 2 6 2000, 2002, 2006, 2007 HC Oceláři Třinec 6 2 1 2011, 2019, 2021, 2022, 2023, 2024 HC Pardubice 3 4 1 2005, 2010, 2012 HC Slavia Prag 2 3 2 2003, 2008 HC Zlín 2 4 1 2004, 2014 HC Kometa Brno 2 2 1 2017, 2018 HC Energie Karlovy Vary 1 1 0 2009 HC Verva Litvínov 1 1 0 2015 Bílí Tygři Liberec 1 2 2 2016 HC Olomouc 1 0 0 1994 HC Škoda Plzeň 1 0 5 2013 HC Vítkovice Steel 0 4 2 - HC Kladno 0 0 1 - HC České Budějovice 0 0 1 - HC Znojmo 0 0 1 - Mountfield HK 0 1 1 -

Ewige Tabelle der Extraliga Stand nach der Saison 2018/19; Stand 2008