mini|Bildnis des Malers Stanislaus Graf von Kalckreuth, von Karl Ferdinand Sohn (1858) Stanislaus Friedrich Ludwig Graf von Kalckreuth (* 25. Dezember 1820 in Kozmin bei Posen; † 25. November 1894 in München) war ein deutscher Maler.

Leben Stanislaus von Kalckreuth, Sohn des Friedrich Wilhelm Emil Graf von Kalckreuth (1782–1857) und dessen zweiter Frau Luise Johanne Friederike Henriette von Stechow (1797–1840),Heiratsregister Standesamt Berlin Iii vom 30. März 1886. absolvierte erfolgreich das Gymnasium zu Polnisch Lissa und besuchte anschließend für kurze Zeit eine Kadettenanstalt. Mit 20 Jahren trat Kalckreuth in Potsdam als Offizier in das 1. Garde-Regiment zu Fuß ein, verließ es aber schon nach kurzer Zeit wieder. Von 1840 bis 1844 nahm er Malunterricht bei Carl Gustav Wegener (1812–1887) in Potsdam, später bei Wilhelm Krause und Karl Eduard Biermann in Berlin.

Mit 24 Jahren ging er 1845 nach Düsseldorf und wurde dort zwischen 1846 und 1849 an der Kunstakademie Schüler u. a. des Malers Johann Wilhelm Schirmer. Ende 1849 ließ sich Kalckreuth für fast zwei Jahre in Köln nieder und zog dann nach Düsseldorf, wo er weiteren Privatunterricht bei Schirmer bis 1853 nahm.

Ab 1848 unternahm er Studienreisen durch die Schweiz, die Pyrenäen, Frankreich und Italien, anfangs mit königlichen Reisestipendien.

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ernannte Kalckreuth 1852 zum Professor. 1858 zog er nach Weimar, wo er maßgeblich an der Gründung der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule beteiligt war. 1860, mit der feierlichen Eröffnung unter Anwesenheit des Königs, wurde Kalckreuth offiziell als deren erster Direktor bestätigt. Er verstand es, fortschrittliche Maler in Weimar zu versammeln.

Im Januar 1876 legte Kalckreuth alle seine Ämter nieder und zog sich ins Privatleben zurück. Er zog zunächst nach Bad Kreuznach, dem Heimatort seiner Ehefrau Anna. Seit 1883 lebte er in München. Dort starb er im Alter von 73 Jahren.

Werk Von seinen Reisen brachte er zahlreiche Skizzen mit, um sie dann im Atelier zu klassischen Bildkompositionen im Sinne Schirmers zu verarbeiten. Vor allem malte er menschenleere Gebirgslandschaften. Besonders war er an der eindrucksvollen Wiedergabe atmosphärischer Phänomene interessiert und scheute auch vor dem Alpenglühen nicht zurück.

Familie Graf Kalckreuth heiratete in erster Ehe 1849 Anna Eleonore Cauer (1829–1881), die aus der Kreuznacher Bildhauerfamilie Cauer stammte. 1886 heiratete er seine zweite Frau Babette Meyer (1835–1916).https://dietrich-bonhoeffer.net/bonhoeffer-umfeld/babette-von-kalckreuth/

Kinder aus der ersten Ehe: Anna (1850–1879) ∞ 1871 Hans Graf Yorck von Wartenburg (* 1844, Bruder des Paul Graf Yorck von Wartenburg) Clara (1851–1903), bekam Musikunterricht bei Clara Schumann und Franz von Liszt, ⚭ 1871 Karl Alfred von Hase (1842–1914), evangelischer Theologe Helene (1852–1925) ⚭ 1880 Hans Graf Yorck von Wartenburg, Witwer ihrer Schwester Anna Leopold (1855–1928) wurde ebenfalls ein bekannter Maler ⚭ 1885 Bertha Gräfin Yorck von Wartenburg (1864–1928, Tochter des Paul Graf Yorck von Wartenburg) Pauline (1856–1929) widmete sich ebenfalls der Malerei,Pauline von Kalckreuth (1856–1929), abgerufen am 18. Oktober 2024. Marie (1857–1897) wurde ebenso Malerin und wirkte hauptsächlich in der Porträtmalerei

Zu seinen Urenkeln gehören u. a. Karl Friedrich, Klaus, Dietrich und Sabine Bonhoeffer. mini|Gebirgslandschaft mit Burganlage

Werke (Auswahl) Gebirgslandschaft mit Burganlage (1852) Lac de Gaube in den Pyrenäen (1855) Das Canigaithal in den Ostpyrenäen (1856) Der Rosenlauigletscher in der Schweiz (1878)

Genealogie Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1898. 71. Jahrgang, Justus Perthes, 15. November 1897, S. 476. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1893 S. 1173

Literatur

Leonhard Gey: Ausstellung der Werke von Graf Stanislaus Graf von Kalckreuth. (Königliche National-Galerie. II. Cornelius-Saal.), Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1895 (Digitalisat).

Ralf Weingart, in: Hans Paffrath (Hrsg.): Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Band 2: Haach–Murtfeldt. Hrsg. Kunstmuseum Düsseldorf (Ehrenhof und von der Galerie Paffrath). Bruckmann Verlag, München 1998, ISBN 3-7654-3010-2.

Siehe auch Kalckreuth (Adelsgeschlecht)

Weblinks

Der Nachlass befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Stanislaus Stanislaus Kategorie:Hochschullehrer (Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar) Kategorie:Geboren 1820 Kategorie:Gestorben 1894 Kategorie:Mann