Altenberg an der Rax ist ein Ort im Oberen Mürztal in der Steiermark wie auch – als Altenberg – Ortschaft und Katastralgemeinde der Gemeinde Neuberg an der Mürz im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag.

Von 1849 bis 2014 bildete Altenberg eine eigenständige Gemeinde. Seither wird es als Ortsteil der Gemeinde geführt.

Geografie Altenberg an der Rax befindet sich etwa 40 Kilometer nordöstlich von Bruck an der Mur, 8 km nördlich von Mürzzuschlag. Es liegt im Altenbergtal, einem Nebental an der oberen Mürz bei Kapellen. Das Tal bildet die Grenze der Mürzsteger Alpen und der Rax-Schneeberg-Gruppe. Im Westen erhebt sich der Gebirgsstock Schneealpe (), im Nordosten der der Raxalpe ().

Ort, Ortschaft und Katastralgemeinde

Die Rotte Altenberg an der Rax liegt 5 km östlich von Neuberg. Sie zieht sich den Gutteil des Tals am Altenberger Bach entlang, auf Höhen von 750 bis

Die Ortschaft Altenberg umfasst neben dem Ort selbst auch die Ortslagen Knappendorf und In der Naß am Altenbergerbach weiter taleinwärts, Kerngraben im Nebental Richtung Rax, und Lohmgraben im Nebental Richtung Schneealpe, sowie einige Hütten auf der Schneealpe. Diese Ortschaft umfasst gut 150 Adressen mit etwa 260 Einwohnern. Direkt nördlich des Ortes erhebt sich der Alternberger Erzberg ()

Die Katastralgemeinde Altenberg ist mit und 14½ km Ausdehnung viel umfassender: Sie zieht sich vom Stelzer () an der Mürz direkt über Kapellen bis an das Gamseck () der Rax, und dann entlang der Landesgrenze nordwärts über Naßkamm und Amaißbichl () und um das ganzen Plateau der Schneealpe und die nördlichen Vorberge bis zum Waxenegg () und über den Kreuzsattel und den Glatzeten Kogel bis hinüber an der Grassgraben, und noch westwärts weiter die Kalte Mürz hinaus zu der Stelle bei Neuwald, wo sich Kalte Mürz und Stille Mürz zur Mürz vereinen, schon am Fuß von Göller und Gippel. Zu diesem Katastralgebiet gehören auch die Ortschaften Greith südwestlich über der Mürz bei Kapellen, und Steinalpl ganz im Norden an der Stillen Mürz.

Der niedrigste Punkt von Altenberg liegt bei 725 m. Der höchste Punkt ist auch gleichzeitig der höchste Punkt der Schneealm und befindet sich auf dem Windberg bei 1903 m.

Nachbarortslagen

Geologie und Bodenkunde mini|Blasseneck-Porphyroid mit Sideriteinlagerung Die Region um Altenberg an der Rax ist maßgeblich von der Geologie der Kalkalpen und der Grauwackenzone geprägt.

Die Grauwackenzone unter Altenberg entstand im Paläozoikum im Bereich der heutigen Antarktis. In dieser Zeit bildeten sich als älteste in Altenberg vorkommende Gesteine Phyllit und Grünschiefer. Aufbauend auf diesen Schichten wurde als weiteres Gestein der Grauwackenzone Porphyroid gebildet, ein vulkanisches Gestein. Der Blasseneck-Porphyroid ist durchzogen von Siderit, welcher im Paläozoikum von unten in Klüfte, Hohlräume und Risse eingedrungen ist. Eisenerze wie dieses bildeten die Grundlage für den früheren Eisenerzabbau in der Region.

In weiterer Folge sammelten sich im Mesozoikum aufbauend auf die Grauwackenzone Ablagerungen am Meeresgrund, die späteren Bestandteile der Kalkalpen. Während dieser Prozesse befand sich Altenberg auf Höhe des Äquators und bewegte sich weiter nordwärts. So entstanden die Gesteine der Werfener Schichten, später der Gutensteiner Kalk und darauffolgend der Wettersteinkalk und -dolomit. Während der Gebirgsbildung der Alpen wurden diese Gesteinsschichten emporgehoben. Durch Steinfunde an verschiedenen Stellen in Altenberg ist diese Schichtfolge heute noch nachvollziehbar.

Am Ende des Alttertiärs waren beide Berge bereits zu einer Hügellandschaft abgetragen, die sich als Gipfelflur am besten auf den Plateaubergen der östlichen Kalkalpen, wie eben Rax und Schneealm, erhalten hat. Während der nachfolgenden Eiszeiten prägten Gletscherbewegungen die Landschaft. Von den Gletschern übrig ist heute in Altenberg nur noch unsortiertes kalkhaltiges Moränenmaterial.

mini|Carbonathaltiger verbraunter Auboden Laut eBod, abgerufen am 21. Juni 2014. liegen im nicht bewaldeten Gebiet von Altenberg an der Rax vorwiegend Fels- und Lockersediment-Braunerdennach neuer Nomenklatur seit 2002 nur: Braunerden. Mitteilungen der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft: Schlüssel zur Bestimmung der Böden Österreichs. 2002 sowie Gebirgsschwarzerden vor. Nördlich der Ortschaft () wurde eine Bodenprofilansprache durchgeführt. Die Bodenprofilgrube wurde auf einer Wiese mit leichter Hanglage zwischen zwei Bächen, in der Nähe des Lohmgrabens, ausgehoben, wobei der genaue Standort nach Bohrstock-Sondierungen auf der Wiese ausgewählt wurde. Mittels der Profilansprache konnte der Boden als carbonathaltiger Schwemmboden klassifiziert werden. Dabei wurden folgende Horizonte abgegrenzt: Ah: Humoser, skelettreicher, intensiv durchwurzelter A-Horizont mit krümeliger Struktur, was auf biogene Aktivität von Regenwürmern hinweist. C1 und C2: Übergangshorizonte, die sich in der Korngröße unterscheiden. Die hangparallele Schichtung ergibt sich aus der Ablagerung unterschiedlicher Korngrößen bei verschiedenen Hochwasserereignissen. Die Verbraunungsmerkmale im BC2-Horizont sind durch Verwitterung des kalkhaltigen Ausgangssubstrates vor der Ablagerung (ex-situ) entstanden. Cu: Nicht an der Bodenbildung beteiligtes Material aus einer Seitenmoräne. Sondierungen mit dem Bohrstock zeigen eine kleinräumige Verzahnung mit den Bodentypen carbonathaltiger verbraunter Auboden, brauner Auboden und Braunerde. Das Ausgangsmaterial ist stark carbonathaltig, der Ah-Horizont ist durch die Wurzel-Exsudate weitgehend entkalkt. Der Carbonatgehalt nimmt mit der Bodentiefe zu. Die Böden sind sehr flachgründig und skelettreich, daher nur für Grünlandnutzung geeignet.

Klima, Flora und Fauna Altenberg liegt in der Klimaregion Oberes Mürztal. Es handelt sich um mäßig winterkaltes und mäßig sommerwarmes Klima.

Im Gemeindegebiet von Altenberg gibt es eine hohe botanische Artenvielfalt, insbesondere auf dem Gebiet der Schneealpe. Besonders hervorzuheben sind die vielfältigen Blumenwiesen und das Vorkommen von Arten der Roten Liste.

Leicht zu bewirtschaftendes Grünland wird zumeist intensiv genutzt. In steileren oder schwer zugänglichen Lagen, auf privaten Kleinwiesen im Talbereich, sehr feuchten Standorten oder Randlagen sind jedoch oft artenreiche und/oder schützenswerte und wertvolle Pflanzengesellschaften und -arten zu finden. Folgende Auswahl von Grünland-Vegetationstypen beschreiben Typen dieser extensiven Wiesen im Altenbergtal:Nach dem Verfahren von dem Schweizer Botaniker Braun-Blanquet (1964) aufgenommen; die Benennung der Biotoptypen wurde nach dem Biotoptypenkatalog des Landes Steiermark vorgenommen: H. Kirchmeir, Ch. Keusch, St. Lieb, M. Jungmeier: Kartierungsrichtlinie für die Biotopkartierung Steiermark, Version 1.2 vom 25. Januar 2008. Bearbeitung: E.C.O. Institut für Ökologie. Im Auftrag von: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachabteilung 13C-Naturschutz. Mitteleuropäischer basenreicher Mäh-Halbtrockenrasen: Vom Wasserhaushalt relativ trockene, nährstoffarme sowie basenreiche Standorte, die nicht gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht oder beweidet werden, weisen einen hohen Artenreichtum auf. Die im Juni 2014 aufgenommene Fläche wies 56 Arten auf und war somit die artenreichste Aufnahme im Rahmen der Vegetationsaufnahmen. Charakterart ist die Aufrechte Trespe (Bromus erectus). Weiters kommen die laut Roter Liste gefährdete Art [Tauben-Skabiose] (Scabiosa columbaria), die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) und der Wundklee (Anthyllis vulneraria) vor. Frische artenreiche Fettwiese der Tieflagen bzw. der Bergstufe: Je nach Exposition und Neigung ist ein Übergang zwischen Tieflagen und Bergstufe zu erkennen. Auf südexponierten Steilhängen dominieren der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und andere Tieflagenzeiger wie beispielsweise der Wiesen-Pippau (Crepis biennis). Nordexponierte Hänge sind z. B. geprägt von Goldhafer (Trisetum flavescens) oder der Großen Sterndolde (Astrantia major). Auch die unterschiedliche Ausprägung im Basenhaushalt spiegelt sich in der Artenzusammensetzung und v. a. in der Artenvielfalt wider. So waren durchschnittlich 42 Arten auf basenreichen und 32 Arten auf basenarmen Böden zu finden. Generell sind die Bestände auf basenreichen Böden artenreicher. Dieser Wiesentyp ist auch optisch sehr ansprechend: So kommen etwa häufig [Margeriten] (Leucanthemum ircutianum), Wiesen-Bocksbart (Tragopogon orientalis), Wiesen-Glockenblume (Campanula patula) und viele andere Arten vor. Neben den genannten Halbtrockenrasen und artenreichen Fettwiesen kommen auch weitere schützenswerte und wertvolle Biotoptypen vor, wie sehr kleinflächig auch bodensaure Magerrasen und Kleinseggenriede.

Zu den naturschutzfachliche Raritäten des Altenberger Grünlandes zählen verschiedene Orchideen-Arten wie beispielsweise die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) und das häufige Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), sowie die Rote-Liste-ArtenH. Niklfeld: Rote Listen gefährdeter Pflanzen Österreich. 1. Auflage. Bundesministerium f. Gesundheit und Umweltschutz, Wien 1986- Feuerlilie (Lilium bulbiferum – gefährdet), Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus – gefährdet), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis cf. palustris – gefährdet), Dachige Gladiole (Gladiolus imbricatus – vom Aussterben bedroht) und Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria – gefährdet).

Im Juni 2014 wurden im Gebiet Altenberg folgende Fledermausarten mittels akustischer Auswertung festgestellt:Oliver Gebhardt, Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich, o. n. A. Eptesicus nilssonii (Nordfledermaus), Pipistrellus pipistrellus (Zwergfledermaus), Nyctalus noctula (Abendsegler), Myotis myotis (Mausohr), Vespertilio murinus (Zweifarbfledermaus), Brandtfledermäuse (Myotis mystacinus und/oder Myotis brandtii), Nyctalus leisleri (Kleinabendsegler) und Barbastella barbastellus (Mopsfledermaus).Artinventarisierung der Fledermäuse Altenbergs (pdf, Wikimedia-Datei).

Gewässer Das Gemeindegebiet befindet sich in einem Quellenschutzgebiet, dem Wasserschongebiet Rax–Schneeberg–Schneealpe, die Quellen der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung entspringen auch im Gebiet der Rax und Schneealpe.

Geschichte mini|hochkant=1.4|Altenberg zwischen Rax und Schneealm (Schneealpe) um 1877 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Die Höhlen, die sich in der Umgebung von Altenberg befinden, haben schon in der Vorzeit steinzeitlichen Jägern als Unterschlupf gedient (Bleiweißgrube bei Kapellen: Speerspitze aus der letzten Zwischeneiszeit, um 183.000 bis 118.000 v. Chr.). Das ganze Gebiet war damals von einem dichten Urwald, dem Cerewald, bedeckt. Nur die Gipfel der Rax und der Schneealm waren unbewaldet.

Eine ständige Besiedelung des Tales erfolgte von Niederösterreich aus wohl erst nach der Völkerwanderung am Beginn des Frühmittelalters. Um 1100 gehörten große Teile Altenbergs zum Herrschaftsbereich der Grafen Formbach-Pitten.

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Altenbergs in lateinischer Sprache wurde in einer Urkunde aus dem Jahre 1327 gefunden. Erst nach der Gründung des Zisterzienserstiftes Neuberg durch Herzog Otto den Fröhlichen 1327 kam das Gebiet nach und nach in den Besitz des Klosters, so dass im Jahre 1458 von der Mürz bis zum Ameisbichl die heutige Landesgrenze zustande kam.

Der wirtschaftliche Aufschwung, den der Ort durch das Eisen-Bergwerk im 19. Jahrhundert erfuhr, schlug sich in einer Zunahme der Bevölkerung von ca. 300 auf 857 im Jahre 1880 nieder. In diese Zeit fällt auch die Errichtung einer zunächst ein-, später zweiklassigen Volksschule (1879). In den Jahren 1892 und 1893 wurde das Bergwerk in Altenberg aufgelassen. Zeugen des einstigen Bergwerkbetriebes sind heute noch das Grubenhaus, bewaldete Schutthalden, der Name Knappendorf für den nordöstlichen Ortsteil, den Knappensteig nach Neudorf, und der mächtige Erzbrocken auf dem Kriegerdenkmal.