Der Zoo Dresden wurde am 9. Mai 1861 eröffnet und ist damit nach Berlin, Frankfurt/Main und Köln der viertälteste Zoo Deutschlands. Er liegt im südwestlichen Teil des Großen Gartens und beherbergt 1031 Tiere in 205 verschiedenen Arten, darunter 79 Vogelarten und 61 Säugetierarten. Die Fläche des Zoos beträgt rund 13 Hektar. alt=Aktie des Zoologischen Gartens zu Dresden über 50 Thaler, ausgestellt am 1. Oktober 1863|mini|Aktie des Zoologischen Gartens zu Dresden über 50 Thaler im 30 Thalerfusse, ausgestellt am 1. Oktober 1863 in einer Auflage von 1000 Stücken. Die Aktie diente als freie Eintrittskarte, deshalb die Gebrauchsspuren.

Geschichte mini|links|hochkant|Anzeige für den Zoo um 1900 mini|Das Zoogelände vor Beginn der Bauarbeiten (1860). mini|Das Zoogelände ca. 1887. 1859 konstituierte sich auf Anregung des Dresdner „Vereins für Hühnerzucht“ ein Komitee, welches in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung die Gründung eines Tiergartens in die Wege leitete. Als Landschaftsarchitekt fungierte Peter Joseph Lenné und für alle Bauten des Zoos zeichnete der Architekt Carl Adolph Canzler verantwortlich. König Johann stellte einen Teil des königlichen Großen Gartens zur Verfügung. Nach zweijähriger Bauzeit wurde der Zoo am 9. Mai 1861 eröffnet. Erster Direktor des Zoos war Albin Schöpf, der den Zoo mit Hilfe seines Sohnes und späteren Direktors Adolph Schoepf aufbaute. Seit 1873 kümmerte sich der Zoo Dresden um Menschenaffen, speziell um die Orang-Utans, mit denen der Zoo 1927 weltweite Beachtung erlangte. Zum ersten Mal wurden das Heranwachsen eines Orang-Utans und die natürliche Aufzucht durch die Mutter beobachtet und dokumentiert. In den Jahren 1910 bis 1934 hatte Gustav Brandes die Leitung des Zoos inne, der die Grundlagen für einen modernen Zoo legte. Er strukturierte den Zoo von der reinen Tierschau um zu einer artgerechten Haltung in naturnaher Umgebung.

Zwischen 1878 und 1934 wurden im Dresdner Zoo so viele Völker- und Menschenschauen vorgeführt wie in keinem anderen Zoo in Deutschland.Volker Strähle: "Völkerschauen" im Dresdner Zoo In: Sächsische Heimatblätter, Ausgabe 1, Jg. 2024, S. 63–68, hier S. 63. Insgesamt sind in dem Zeitraum 76 Menschenschauen im Dresdner Zoo nachgewiesen, wobei die Schaustellungen meist zwei Wochen lang täglich zu sehen waren.Volker Strähle: Übersicht: Menschenschauen im Dresdner Zoo. In: Christina Ludwig, Andrea Rudolph, Thomas Steller, Volker Strähle (Hrsg.): Menschen anschauen. Selbst- und Fremdinszenierungen in Dresdner Menschenausstellungen. Dresden 2023, S. 82–89. Der seit 1861 amtierende Dresdner Zoodirektor Albin Schöpf (1823–1881) nutzte seine persönlichen Verbindungen zu Carl Hagenbeck, um Völkerschauen nach Dresden zu holen. Dessen Sohn und Nachfolger als Zoodirektor, Adolph Schoepf, war zeitweise ein Mitarbeiter Hagenbecks im Völkerschauen-Geschäft gewesen, er intensivierte als Zoodirektor die Geschäftsbeziehungen zu weiteren Völkerschau-Unternehmern.Volker Strähle: Eine "Völkerwiese" am Großen Garten. Der Dresdner Zoo als Ort kommerzieller Menschenschauen In: Christina Ludwig, Andrea Rudolph, Thomas Steller, Volker Strähle (Hrsg.): Menschen anschauen. Selbst- und Fremdinszenierungen in Dresdner Menschenausstellungen. Dresden 2023, S. 74–81, hier S. 76f. Rund die Hälfte der Menschenschauen im Dresdner Zoo präsentierten Teilnehmende aus afrikanischen Regionen. Einige Schauen nahmen explizit Bezug auf deutsche Kolonialgebiete – so auf Kamerun, Deutsch-Ostafrika und Samoa. Völkerschauen blieben bis zum Ersten Weltkrieg ein wichtiges Standbein im Veranstaltungsgeschäft des Dresdner Zoos.Volker Strähle: "Völkerschauen" im Dresdner Zoo In: Sächsische Heimatblätter, Ausgabe 1, Jg. 2024, S. 63–68, hier S. 68.

Der Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 führte auch im Zoologischen Garten zu schweren Zerstörungen und vernichtete fast den gesamten Tierbestand, aber bereits im Mai 1946 erfolgte die Wiedereröffnung. 1950 bewarb sich Wolfgang Ullrich um eine Assistenzstelle, wurde sofort als Direktor eingesetzt und leitete den Zoologischen Garten bis zu seinem Tode 1973. Seit 1968 gibt es eine Zooschule.

1951 kam die asiatische Elefantenkuh Carla aus Hannover in den Zoo und zog die Massen an. Im selben Jahr fand – im Rahmen einer inszenierten „Tierfangexpedition“ – mit einheimischen schwarzen Darstellern im Dresdner Zoo eine letzte Menschenschau statt.Volker Strähle: Eine Menschenschau in der frühen DDR. Die „Tierfangexpedition“ 1951 im Dresdner Zoo. Online unter: Blog Stadtmuseum Dresden, 11. März 2024, abgerufen 4. April 2026.

1960 kam die indische Elefantenkuh Schöpfi in den Zoo. Sie starb 2010.

1992 gründete sich ein Förderverein für den Zoo, 1997 begann der Bau des Afrikahauses, welches 1999 eröffnete.

Im Februar 2006 ist das erste Mal für den Dresdner Zoo ein Elefant geboren worden. Der bei der Geburt 107 kg schwere Bulle entstand durch künstliche Besamung von Drumbo; es war das erste Mal, dass dies in Deutschland bei einem Elefanten durchgeführt wurde. Der Elefant wurde auf den Namen Thabo-Umasai getauft. Er lebte dann ab 2011 im Zoo Pittsburgh (USA) und starb im Juli 2017.

2011 hatte der Zoo Dresden sein 150. Jubiläum. In der Jubiläumswoche kamen über 46.000 Besucher in den Zoo. Im Herbst 2011 wurde die Schneeleopardenanlage eröffnet. Zudem gab es in diesem Jahr erstmalig Nachwuchs bei den Buntmardern und Kugelgürteltieren.

Im November 2013 kamen zwei Koala-Männchen in den Zoo. Ein Weibchen folgte im Jahr 2015. Den ersten Koala-Nachwuchs gab es im März 2023.

2015 gab es erstmals Nachwuchs bei den Schneeleoparden. In diesem Jahr verstarb das Leistenkrokodil Max im Alter von 60 Jahren. Die Anlage wurde ab 2016 mit dem Sunda-Gavial De Gaulle besetzt. Anfang November 2015 schloss das in den 1970er eröffnete Pinguin Café. 2015 begann auch die Sanierung des 1999 eröffneten Afrikahauses. Die Eröffnung des umgebauten Hauses fand im April 2018 statt. Ebenfalls 2018 konnte das neu gebaute Pinguin Café eröffnen.

2017 verlieh das Great Ape Project dem Dresdner Zoo den „Negativ-Award 2017“ für die nach Meinung der Organisation .Präzisierung zum Bau: Sächsische Zeitung, 8. Februar 2019, S. 7.

Am 6. Oktober 2022 wurde eine neue begehbare Anlage für die Roten Riesenkängurus eröffnet.

Im Oktober 2023 gab Stefan Flinner als Puppenspieler des Zookaspers nach 33 Jahren seine letzte Vorstellung.

Am 18. Juni 2024 wurde ein neu gebautes Orang-Utan-Haus eröffnet.

Anlagen Der Zoo Dresden beherbergt rund 1030 Tiere, darunter 460 Vögel, über 340 Säugetiere und etwa 100 Fische.

Unter den 205 Arten befinden sich unter anderen 79 Vogel-, 61 Säugetier- und 17 Fischarten. Der Zoo besitzt einen für vergleichbare Einrichtungen sehr umfangreichen Bestand heimischer und europäischer Kleinvögel.Tierbestand. Schwerpunkte und Besonderheiten. Zoo Dresden Darüber hinaus ist der Zoo Dresden neben dem Thüringer Zoopark Erfurt die einzige zoologische Einrichtung in Deutschland, die Kronenmakis zeigt.

Aquarium/Terrarium Das Gebäude wurde 1961 eröffnet und 2022 geschlossen. Es beherbergte unter anderem Australien-Krokodile, Netzpythons und Nattern. Das Leistenkrokodil Max (1958–2015) wurde 2010 im Prof.-Brandes-Haus untergebracht.

Zoo unter der Erde Der „Zoo unter der Erde“ wurde 1997 eröffnet. Die Baukosten betrugen etwa 400.000 Mark. Im Gebäude der unter der Erde gelegenen Anlage wird auf etwa 70 m² das Leben von Feuersalamandern, Molchen, Atlaskröten, Königsnattern, Türkei-Stachelmäusen und anderen Kleintieren gezeigt. Der Schauraum ist über eine Treppe oder eine Rutsche zu erreichen. In einer nachgebildeten Kanalisation sind Wanderratten zu sehen. . Zoo-Freunde Dresden e. V.

Afrikahaus mini|Elefantenaußenanlage Das „Afrikahaus“ wurde 1999 eingeweiht und kostete 12 Millionen Mark. Es schließt sich direkt dem Haupteingangsgebäude an. Im Eingangsbereich ist über Glasscheiben Einblick in den Wohnraum der Nacktmulle ermöglicht. In der Haupthalle befinden sich die Gehege der Mandrills und der Elefanten. Das Innengehege der Mandrills umfasst eine Fläche von rund 120 m² und außen 250 m². Ein Innenfreilauf, ein Badebecken sowie Einzelboxen stehen den drei afrikanischen Elefantenkühen Drumbo, Sawu und Mogli (bis Ende 2011 auch dem Kalb Thabo-Umasai) im Haus zur Verfügung. Darüber hinaus existiert eine Außenanlage mit 3500 m², die ebenfalls mit einem Badebecken ausgestattet ist.

Der 8,62 Millionen Euro teure Umbau des Afrikahauses wurde am 11. April 2018 mit 1000 m² Lauffläche wiedereröffnet. Für die Vergrößerung der Elefanten-Innenanlage mussten der durch „Galeriewald“ und über eine Holzbrücke führende, mit Waldboden bedeckte Besucherpfad sowie der Wassergraben der Mandrillanlage weichen. Von November 2018 bis November 2020 wurde der 1985 in Simbabwe geborene Elefantenbulle Tembo aus dem Tierpark Berlin für die Zucht gehalten, jedoch erfolglos. Nun soll es mit dem 1989 geborenen afrikanischen Bullen Tonga aus dem Serengeti-Park Hodenhagen gelingen.Anti-Baby-Pille für Orang-Mutti Artikel von bild.de vom 3. Januar 2018, aufgerufen am 6. Januar 2018.

Pinguinanlage mini|Tauchender Pinguin auf der Pinguinanlage 2005 wurde das alte Wasserbecken der Anlage komplett abgerissen. Es entstand eine neue, naturnah gestaltete Außenanlage für die Gruppe der Humboldt-Pinguine. Mitte 2006 wurde die neue Anlage eröffnet, die Panzerglas und eine Wasserfilteranlage aufweist. Die Kosten betrugen etwa 98.000 Euro. Zoo-Freunde Dresden e. V. 2025 lebten 31 Pinguine im Zoo.Sächsische Zeitung, 15. Januar 2026, Seite 24

Orang-Utan-Haus Das Orang-Utan-Haus wurde im Juni 2024 eröffnet. Mit einer Bausumme von 22 Millionen Euro ist es das größte Bauprojekt in der Geschichte des Zoo Dresden. Neben den Sumatra-Orang-Utans leben in dem Haus drei Aldabra-Riesenschildkröten (Hugo II, Hugo III und Hugo IV), Binturongs, Glattotter, Brillenlanguren, zwei Netzpythons, Fidschileguane, Smaragdwarane, Kragenechsen und Riesenblauzungenskinke.

Das kreisrunde Gebäude hat innenliegende Außenanlagen für die Sumatra-Orang-Utans und die Glattotter. Im Vergleich zu dem alten Orang-Utan-Haus, welches 1985 eröffnet wurde, steht den Sumatra-Orang-Utans deutlich mehr Platz zur Verfügung. Die Grundfläche der alten Innenanlage betrug 25 Quadratmeter, im neuen Haus ist das kleinste der vier Innengehege 85 Quadratmeter groß. Der höchste Punkt der Netzkonstruktion, die die Außenanlagen überspannt, liegt bei über zehn Metern. Mit einem Gebäudedurchmesser von 60 Metern und einer Nettoraumfläche von ca. 3.440 Quadratmetern ist das Orang-Utan-Haus das größte Gebäude im Zoo.

Die erwachsenen Sumatra-Orang-Utans Toni und Daisy leben gemeinsam in einer Anlage. Im März 2025 kam Jungtier Daria auf die Welt. Neben der Orang-Utan-Familie leben noch Orang-Utan-Männchen Dalai sowie die Orang-Utan-Weibchen Djaka (geboren 1969) und Halbschwester Djudi (geboren 1973) im Orang-Utan-Haus.

Löwen-Karakal-Anlage 2007 wurde die neue Anlage für das Löwenpaar Jago und Layla eröffnet. Nach einem halben Jahr Bauzeit und mit Baukosten in Höhe von 2,8 Millionen Euro entstand auf einer Fläche von 1300 Quadratmetern die neue Löwensavanne am alten Raubtierhaus. Entsprechend dem heimatlichen Lebensraum der Löwen, Karakale und Zebramangusten, die in der Anlage untergebracht sind, wurde das Gehege als Savannenlandschaft gestaltet. Die Besucher können die Tiere durch Glasfenster oder aus fünf Metern Höhe beobachten. Die Anlage liegt direkt am restaurierten Besucherfelsen, wo eine Ausstellung über die Geschichte des Zoos informiert. Außerdem wurde ein Wasserspielplatz angelegt. 2012 wurden die Jungtiere Abaja und Damien geboren. Jago wurde 2022 aufgrund einer Krankheit eingeschläfert, 2025 Abaja und 2026 Layla.Sächsische Zeitung, 29. Juli 2026, Seite 20

Giraffen- und Zebraanlage mini|hochkant|Netzgiraffe im Giraffenhaus